Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- 16 (22.4.1927)
- Date
- 1927-04-22
- Page
- Seite 259 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 16 Das jüdische Echo / Sport-Echo 259 Berlin Harry Rosenthal Berliner und Brandenburgischer Meister 1927 In den am 4. April 1927 stattgefundenen Berliner und Brandenburgischen Meisterschaften des Reichsverbandes für Jiu-Jitsu stellte Harry Rosenthal von der Jiu-Jitsu-Gruppe des RjF. wie im vorigen Jahr so auch diesmal seine hohe Form unter Beweis, indem er in der kürzesten Zeit sämtlicher Kämpfe seinen Meistertitel gewann. Er besiegte seinen Gegner Schotte (vom 1. Berliner Jiu-Jitsu- Club) in 58 Sekunden durch Brustschere mit Würgegriff. Turnen und Sport in Polen Jabotinski bei einem Turnfest des Warschauer Makkabi Makkabi in Warschau, der größte jüdische Verein Polens, veranstaltete kürzlich ein Turnfest, das sich äußerst reger Beteiligung erfreute. Das zahlreich erschienene Publikum nahm die ausgezeichneten Darbietungen sehr beifällig auf. Während der Übungen erschien Wladimir Jabotinski; er wurde vom Präsidenten des Makkabi Dr. Färber offiziell begrüßt. Jabotinski hielt eine kurze Rede, die in ein Hoch auf den Makkabi ausklang und stürmischen Beifall auslöste. Unter Absingung der polnischen Hymne und dann der Tikwah endete die gelungene Veranstaltung mit einer Defilierung der Turner und Turnerinnen. Hakoah (Wien) fährt zum zweiten Male nach Amerika Die WMZ schreibt dazu: In mehr als anderthalb Dezennien hat Hakoah einen weiten Weg zurückgelegt. Die Etappe wurde immer größer und die Front des jüdischen Vereins liegt jetzt zwischen Erez Israel und den Vereinigten Staaten. Eine wichtige Station aber bedeutet Neuyork, weil dort das Herz der Welt ist und der Ausgangspunkt zu den jüdischen Zielen. Hakoah zieht nicht hin, um Dollars und Spieler zu holen. Denn die Mission dieses Vereines ist fast erfüllt. In der ganzen Welt wurzelt der jüdische Sportgedanke durch die Fahrten Hakoahs, fest und unerschütterlich. Hakoah eilt noch einmal nach Neuyork, um Amerikas junges, gesundes Judentum endgültig zu gewinnen, damit es die Führung der großen Idee übernehme. Und darum fährt der Präsident des Makkabi-Weltverbandes mit. Hakoah setzt jetzt den Schlußstein zu dem stolzen Bau der Wiedergeburt unserer Jugend, und die große jüdische Sportgemeinde dieser Stadt grüßt die Brüder in Amerika durch die 21 Abgesandten. Mögen sie glücklich wiederkehren! * Unter der Leitung des Vizepräsidenten Dir. Spiegler, der Sektionsleiter A. Baar und Kupferrnann treten heute folgende 18 Spieler die Reise an: Fabian, Beer, Scheuer, Gold, Feldmann, Fried, Heß, Barbak, Weiß, Stroß, Katz, Mausner, Wortmann, Nikolsburger, Fuß, Kestler, Kovacsi und Fischer. Von diesen haben die erste Amerikatournee bloß Fabian, Scheuer, Gold, Heß und Wortmann mitgemacht. Außerdem hatten im Vorjahre noch teilgenommen: Wegner 1, Wegner 2, Kraus, Pollak, Guttmann, Drucker, Neufeld, Häusler, Schwarz, Schönfeld, Grünwald, Griinfeld, der sich gegenwärtig beruflich in Amerika befindet, Eisenhofer und Vogelfänger. Der amerikanische Fu߬ Prlvate kaufmännische Kurse Telephon 55 7 81 D## 1 Gegründet 1879 Rudolf DUrCK München Inhaber und Leiter Diplom-Kaufmann R. Bürck Jeden Monat beginnen neue Kurse. Erste Referenzen. Auskunft und Anmeldung Neuhauserstraße9 (Pauson-Haus) ballverband hat diesmal die Bewilligung zur Austragung von 15 Spielen erteilt. Im Vorjahre hat Hakoah in Amerika 10 Matches ausgetragen. 6 Spiele hat die jüdische Mannschaft gewonnen, 2 unenschieden gestaltet und zwei verloren. Das Trefferverhältnis lautete 32:19. Bemerkung zur Hakoahfahrt. Man spricht vom jüdischen Sport, von der nationalen Bedeutung, die eine derartige Fahrt nach Amerika haben kann; alles wird nur getan, um dem Judentum seine Stellung in der Welt zu bessern. Die Begeisterung ist herrlich! Vielleicht verliert sie, wenn man darangeht, die Dinge ein wenig genauer unter die Lupe zu nehmen. Wo sind die Leute der Hakoah, wo der Geist, der nur das Judentum kennt,für das es kämpft und deshalb nach Amerika fährt? Menschen fahren, von denen man nur verlangt, das Leder möglichst oft und elegant ins Tor der Feinde zu setzen, die überdies noch besonderen finanziellen Vorteil daraus ziehen; denn wahrscheinlich wird jedes Tor besonders bezahlt. Für Ressort „Jüdische Angelegenheiten*4 werden besondere Herren mitgenommen. Im vorigen Jahr wurden die Einnahmen eines Spieles zur Hälfte dem Keren Hajessod, zur anderen Hälfte dem Bau einer Kathedrale zugeführt! Man wird nicht müde, Hakoahs Stellung und Einfluß in der Beurteilung der Juden im Sport zu preisen. Aber leider vergißt man die Gegenseite mit anzuhören! Heute kämpft Palästina gegen eine Berufsfußballvereinigung! Die Tatsache ist absurd, aber wahr! In fast allen Städten Deutschlands gibt es jüdische Sportvereine. Einige haben bedeutenden Einfluß in der Sportbewegung gewonnen. Recht erfreulich. Die Juden können auch körperlich etwas leisten! Aber ist das jüdischer Sport? Nein! Hat mit Judentum gar nichts zu tun, denn worin liegt das spezifisch Jüdische? Etwa im Mogen- Davidzeichen? Daran glaubt auch der nicht, der es trägt. Und selbst jene Konstruktionen von Körper und Geist, die so gerne von jüdischen Erziehern als spezifisch hingestellt werden, zerfallen, wenn man sich das geistige Niveau, die geistige Arbeit in jüdischen Turnvereinen ansieht. Sport heißt hier eben, Kampf und Sieg eines organischen Mechanismus gegen einen anderen. Die Maschine, die nach dem Startschuß am präzisesten abläuft, ist der beste Jude!? L-i. Deutsche Neuwiisch«*rci G.iu.b.ll. I FELIX BRANDNEU * MÜNCHEN I Wittelsbacherplatz 2/o, Eing. 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