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Das jüdische Echo · 1927-04-22 · 16 (22.4.1927) · p. Seite 257

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
16 (22.4.1927)
Date
1927-04-22
Page
Seite 257 (sequence 7)
Language
German
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SPORT-ECHO Blätter zur Pflege der Leibesübungen bei den Juden Mitteilungen über die jüdische Turnu. Sportbewegung 1927 München, 22. flpril Nr. 4 Die zionistische Organisation für den jüdischen Körpersport Die erste offizielle Kundgebung der Exekutive zum Makkabi-Gedanken Die Exekutive der Zionistischen Weltorganisation erläßt aus London ein Rundschreiben, das von Doktor Felix Rosenblüth unterfertigt ist, und in dem es u. a. heißt: „Die Exekutive möchte die Aufmerksamkeit der zionistischen Verbände, ihrer Ortsgruppen und Mitglieder erneut auf die Wichtigkeit der Arbeit für die körperliche Ertüchtigung der zionistischen und jüdischen Jugend, sowie auf die Notwendigkeit der Herstellung enger Beziehungen zwischen der jüdischen Turn- und Sportbewegung, insbesondere mit den dem Weltverbande Makkabi angeschlossenen jüdischen Turn- und Sportorganisationen lenken. Es bedarf keiner näheren Begründung dafür, daß die Forderung der Gesundung und physischen Entwicklung der jüdischen Jugend, die seit den Uranfängen des Zionismus als ein wesentlicher Bestandteil unserer nationalen Regenerationsbestrebungen anerkannt wurde, zu den Aufgaben einer jeden zionistischen Organisation gehört. Verschiedene Rücksprachen, die wir mit Führern der jüdischen Turnbewegung seit einer gewissen Zeit pflegten, überzeugten uns aber davon, daß es notwendig ist, unter unseren Gesinnungsgenossen ein stärkeres Interesse für diesen zionistischen Arbeitszweig zu wecken und das von beiderseitigem Vorteil sein wird, ein näheres Verhältnis zwischen den zionistischen Ortsgruppen und den Lokalorganisationen des Makkabi anzubahnen. Bei der Bedeutung und Anziehungskraft, die der Sport für die heutige Generation der Jugend besitzt, ist es für die Erziehung eines zionistischen Nachwuchses von großer Wichtigkeit, daß die in den Turn- und Sportverbänden organisierte jüdische Jugend sich in geistiger Beziehung unter zionistischer Führung befindet, damit zugleich mit ihrer*' körperlichen Erziehung auch ihre innere jüdische Entwicklung im Sinne einer Annäherung an das zionistische Ideal gefordert wird. Wir glauben, daß die jüdische Turnbewegung bei entsprechender Beeinflussung von unserer Seite zu einem wertvollen Faktor zionistischer Werbe- und Aufbauarbeit werden kann. Die Exekutive empfiehlt daher den zionistischen Verbänden, die verschiedenen Möglichkeiten für die Förderung der in ihrem Gebiete arbeitenden jüdischen Turn- und Sportorganisationen und insbesondere des Makkabiverbandes zu erwägen und auf Grund dieser Überlegung praktische Maßnahmen im Sinne unserer Ausführungen zu treffen. Insbesondere empfiehlt es sich: daß die auf Ihrem Gebiete bestehenden Turnorganisationen von Ihnen in moralischer und nach Möglichkeit auch in materieller Beziehung gefördert und unterstützt werden, daß zwischen Ihrem Verbände und dessen Ortsgruppen einerseits und den Turnvereinen anderseits eine enge Verbindung hergestellt wird. daß Ihrerseits Mittel ergriffen werden, um die Mitglieder der Turnorganisationen in geistiger Beziehung zu beeinflussen und ihre national-jüdische Erziehung zu fördern, daß die Mitglieder der Turnorganisationen nach Möglichkeit an die zionistische Arbeit herangezogen werden, wobei insbesondere die zionistische Kleinarbeit (wie Schekel, Keren Kajemetn und dergl.) ins Auge zu fassen ist.“ Die Tatsache, daß die Zionistische Weltorganisation endlich doch zum Makkabi-Gedanken offiziell Stellung genommen hat, ist in jeder Hinsicht zu begrüßen. Die Bestrebungen des Makkabi-Weltverbandes nach offizieller Anerkennung durch die Exekutive datieren seit sehr langer Zeit. Es ist nun zu hoffen, daß insbesondere die Aufforderung an die Ortsgruppen, die lokalen Makkabi-Verbätide materiell und moralisch zu fördern, keine platonische Erklärung bleiben wird. Eine nationale Hnstalt für Körperkultur in Palästina Von C. S i r k e s , Tel-Awiw Eine Initiativgruppe ist hier im Entstehen begriffen, die eine geeignete bauliche Anlage für die Zentralisierung der systematischen Körperpflege in Palästina schaffen soll. Ein Erziehungsinstitut mit Internat am Meeresufer wird geplant, ähnlich wie in Hellerau, Laxenburg, um auf Grund der allgemein anerkannten Basis der rhythmischen Gymnastik die körperliche und geistige Entwicklung in den breitesten Volksschichten zu fördern. Der Grundstein für dieses Institut ist bereits vorhanden. In vieljähriger Arbeit ist es Frau Margarete Ornstein, einer Wienerin, gelungen, eine mustergültige Anstalt für rhythmische Gymnastik auszubauen, die über 130 Mitglieder, ferner die hier vorhandenen Theaterschulen, „Ohel“, das „Gnessin-Studio“, umfaßt. * Palästina ln Palästina ist gegenwärtig trotz der zahlreichen Regengüsse sportliche Hochsaison. Besonders die Fußballkämpfe um den von den Engländern gestifteten Palästina-Cup stehen im Vordergrund des Interesses. Fünf jüdische Mannschaften, ein arabisches und vier englische Teams, die aus den im ganzen Lande wohnenden britischen Fußballern gebildet wurden, nehmen an den Spielen teil. Charakteristisch für den englischen Ehrgeiz ist der Ausspruch des bekannten Unterhausmitgliedes Kennworthy, der vor kurzem Palästina besuchte und in Haifa in einer Rede folgenden Ausspruch tat: „Besiegt die Engländer im Fußball, und die Aufmerksamkeit ganz Großbritanniens wird sich Palästina zuwenden.“

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