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Das jüdische Echo · 1927-01-28 · 4 (28.1.1927) · p. Seite 53

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
14 (1927)
Issue
4 (28.1.1927)
Date
1927-01-28
Page
Seite 53 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 4 Das jüdische Echo 53 ein Antrag Dr. Scharnagl (B. Vp.) angenommen, der lautet: „Die Staatsregierung wird ersucht, den in Ausführung des Landtagsbeschlusses vom 8. Juli 1926 geforderten Gesetzentwurf vorzulegen, sobald die Versuche über eine den rituellen Vorschriften des Judentums entsprechende Betäubungsart zum Abschluß gekommen sind. Sie soll auch auf möglichst baldigen Abschluß dieser Versuche hinwirken.“ Salomon Munk Zu seinem 60. Todestag von Jacob Fränkel Es war eine freudige Überraschung für die Bekenner des Judentums, als im Jahre 1865 die Mitteilung an die Öffentlichkeit gelangte, daß der jüdische Gelehrte Salomon M u m k in Paris an Stelle Renans zum Professor der chaldäischen,, syrischen und hebräischen Sprache am College de France ernannt wurde. In einem Lande, wo die Gleichberechtigung aller Religionen vor dem Gesetze sich längst durchgesetzt hatte, hätte diese Mitteilung eigentlich keine besondere Beachtung hervorrufen sollen, allein, wenn man die näheren Umstände in Betracht zieht, erscheint diese Ernennung doch in einem ganz anderen Lichte. Die Vorgänger Munks an diesem ersten Institute der Welt waren Renan und Quatremere, die ersten Leuchten der französischen Gelehrtenwelt, und ihren Platz sollte ein Jude einnehmen, der, in Deutschland geboren, diesem Lande den Rücken kehrte, da hier sein wissenschaftliches Streben konfessionellen Widerständen begegnete. Mit Recht betonte Dr. Adolf Jellinek, der berühmte Wiener Kanzelredner, in einer Rede auf Munk: „Wie würden die Juden in Deutschland ge jubelt haben, wenn z. B. nach dem Tode des bekannten Gesenius ein jüdischer Orientalist an dessen Stelle in Halle berufen worden wäre.“. Und unter welchen Umständen bestieg Munk den Lehrstuhl Renans? Diese Tatsache ist noch bezeichnender, Renan hatte wegen seiner vorgetragenen Ansichten in den katholischen Kreisen einen solchen Sturm der Entrüstung hervorgerufen, daß die französische Regierung gezwungen war, ihm den Lehrstuhl zu entziehen und auf seinen Platz wurde nun ein Jude berufen. Die französische Regierung war so klug, einzuseben, daß die Kirche von einem jüdischen Dozenten nichts zu fürchten hatte, daß dem Juden jede Proselytenmacherei fremd sei und sein Glaube ihm eine Reserve in allem, was die Kirche berührt, auferlegt. Diese Bemerkungen vorausgeschickt, sei nun in kurzen Zügen der Lebensgang dieses seltenen Mannes gezeichnet. Salomon Munk wurde im Jahre 1802 in Glogau geboren, und zwar als Sohn eines armen Synagogendieners. Drückende Armut stand an seiner Wiege und die frühzeitige Leidensschule stählte ihn für seine späteren mannigfachen Entbehrungen und namenlosen Anstrengungen. Seine erste Erziehung bewegte sich in streng orthodoxen Bahnen; bis zu seinem 15, Lebensjahre war der Talmud sein hauptsächlichstes Studium, eine Beschäftigung, welche den Geist des talentierten Jünglings sicher in scharfsinnigster Weise anregte. Nicht allzulange hatte er sich in dieser Sphäre wohl gefühlt; sein Geist strebte nach einer weiteren Entfaltung. Er wollte sich im 15. Jahre klassischen Studien widmen; es zog ihn nach Berlin, wohin er bei seiner Mittellosigkeit zu Fuß wandern mußte. Es waren traurige Jugendjahre, die hier seiner harrten; durch Stundengeben und Unterstützung des Kulturvereins mußte er seinen Unterhalt und seine Kollegiengelder sich verdienen. Bereits in seinem 20. Lebensjahre lenkte er die Aufmerksamkeit der Gelehrtenwelt auf sich, aber im eignen Vaterlande konnte er sich nicht zur Geltung bringen. Frankreich bot ihm seine neue Heimat; hier pflegte er orientalische Studien, und zwar mit glänzendem Erfolg, Seine erste literarische Leistung war die Übersetzung des arabischen Kommentars zu Habakuk; gleichzeitig erschienen von ihm philosophische Artikel und gelehrte Notizen im Journal der asiatischen Gesellschaft, welche sowohl durch Gediegenheit wie Originalität allgemeinen Beifalls sich erfreuten. 1848 entzifferte Munk die phönizische Inschrift von Marseille, welche auf einem Steine in bisher unlesbaren Charakteren sich befand; 1856 erhielt er für sein Werk „über die arabischen Grammatiker des 10. und 11. Jahrhunderts“ von der Akademie der Wissenschaften einen Preis. Die Enträtselung phönizischer Inschriften, die auf dem im Museum des Louvre aufbewahrten: Sarkophage des Eschmon-Ezer, Königs von Sidon, u. a. sich befand, machte ihn weiteren Kreisen bekannt. Um diese Zeit war er bereits des Augenlichtes beraubt und mußte die Stelle als Kustos der Königl. Bibliothek, die er seit 1840 bekleidete, aufgeben. Munks Kenntnis der arabischen Sprache hatte indes bereits 1840 einen praktischen Erfolg aufzuweisen. An der Seite von Montefiore und Cremieux ging er 1840 als Dolmetsch mit nach dem Orient, um POBZELLAN-NlEDEBLACiE MtNCHEN THEATINERSTRASSE 23 gegenüber der Feldherrnhalle GRÖSSTE AUSWAHL, IN G E B R A U C H S P O R ZE LL AN TÄGLICHE LAGERERGÄNZUNG

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