Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1914-02-01 · 2 (Februar 1914) · p. Seite 20

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
1 (1913-1914)
Issue
2 (Februar 1914)
Date
1914-02-01
Page
Seite 20 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/9072829-9102850-9111406--00028-9072856
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

20 Das Jüdische Echo Nr. 2 Gott verkörpert. Als erste Religion hat das Judentum in Gott den liebenden Vater aller Menschen gesehen und den Menschen geboten, ihn zu lieben. Es kennt nicht, wie oft irrtümlich behauptet, eine „Tendenz auf Exklusivität", vielmehr ist die Gleichheit aller Menschen das Grundprinzip, von dem aus schon das Judentum das uneingeschränkt giltige Gebot der Nächstenliebe aufgestellt hat. — In einer anschließenden lebhaften Diskussion, an der sich besonders die Herren Dr. Rud. Wassermann und Dr. Ludwig Feuchtw a n g e r beteiligten, wurden hauptsächlich Fragen über dogmatische und praktische Toleranz sowie über die Stellung der Ethik innerhalb des jüdischen Wissensgebietes erörtert. Verein für jüdische Geschichte und Literat u r. Mittwoch, den 18. Februar, hielt Herr Rabbiner Dr. Werner einen mit vielem Beifall aufgenommenen Vortrag über Akiba Eger. Jüdische Lesehalle, München, Holzstraße 24/11, ist Samstag nachmittag 2—7 Uhr und Sonntag 10—1 und 2—7 Uhr der öffentlichen Benützung zugänglich. Es liegen die wichtigsten jüdischen Zeit- und Wochenschriften, auch Tageszeitungen auf. Jeden Sonntag 10—12 Uhr können Bücher entliehen werden. I b r i a. Der hebräische Sprach- und Literaturverein Ibria, München, besitzt eine stattliche hebräische Bibliothek. Lokal: Jüdische Lesehalle, Holzstraße 24/11 1. Bibliothekstunde: Sonntag 10 bis 12 Uhr. Personen, die hebräisch zu lernen wünschen, wenden sich an den Bibliothekar, Herrn cand. med. Viktor W e i n t r a u b , Holzstraße 32/11. Nürnberg. Zionistische Ortsgruppe. Am 13. Januar fand die diesjährige Genp—'versammlung der Zionistischen Ortsgruppe Nürnberg- Fürth statt. Der von Herrn Zahnarzt Singer erstattete Geschäftsbericht wies eine sehr rege Tätigkeit im verflossenen Jahre auf. Insbesondere seien die großen öffentlichen Versammlungen erwähnt, in denen unser Generalsekretär K. B 1 u m e n f e 1 d über „Zionismus und Deutschtum" und das Mitglied des G. A. C, Herr R.-A. Dr. Klee aus Berlin, über die „Renaissance des Judentums" sprachen. Außerdem fanden noch eine Reihe teils öffentlicher, teils interner Veranstaltungen und Vorträge statt. Unsere Propagandatätigkeit war von schönem Erfolg begleitet. Insbesondere zeigen die Nationalfonds-Einnahmen eine erfreuliche, ansteigende Tendenz. Die Nationalfonds-Einnahmen betrugen insgesamt 1021.80 M. gegen 900 M. im Vorjahr. Die bisherige Vorstandschaft wurde wiedergewählt. 1. Vorsitzender: Zahnarzt Singer; 2. Vorsitz.: R.-A. Stern; Schriftführer: Rechtsprakt. Kahn; Kassierer: S. Heinemann; N.-F.-Kommissär: A. Schuhm a n n. Außerdem soll die Vorstandschaft einen zweiten N.-F.-Kommissär für Fürth kooptieren. Am 19. I. 14 sprach in der hiesigen Zionistischen Ortsgruppe Herr Rechtsanwalt Dr. Greifenh a g e n aus Berlin über ..Krisen im deutscheu Judentum". Die Versammlung, die von ca. 150 bis 200 Personen besucht war, lauschte mit großem Interesse den Ausführungen des Redners. Dies zeigte sich insbesondere in der dem Vortrag sich anschließenden Diskussion, woran sich u. a. die Herren Albert M a i e r, Paul Ordenstein und ein zufällig hier anwesender Berliner Herr beteiligten. Insbesondere des letztgenannten Herrn anerkennende Worte für den Zionismus zeigten deutlich, welche Kraft der zionistische Idee ihnewohnt. Wir können auch diesen Abend als einen ideelen Erfolg unserer großen Sache buchen. N. K. Zionistische Ortsgruppe. Unsere diesjährige Chanukkahfeier, welche am 5. Januar in den großen Sälen des Goldenen Adler stattfand, war so außerordentlich stark besucht, daß (besonders beim Tanz) ein ziemliches Gedränge herrschte. Der Erfolg war in jeder Beziehung ein sehr befriedigender. Aus dem reichhaltigem Programm, welches durch eine Festrede des ersten Vorsitzenden der Zionistischen Ortsgruppe, Zahnarztes Alexander Singer, eingeleitet wurde, ist vor allem die überaus wirkungsvolle Aufführung des Heijermannschen Einakters "Ahasver" hervorzuheben. Unser Gesinnungsgenosse Arnold Marie, Regisseur und Mitglied des Intimen Theaters, hat es verstanden, durch sorgfältige Einstudierung der düsteren Tragödie, die ein grauenvolles Bild des unseligen Schicksales der russischen Judenheit vor Augen führte, sowie durch wahrhaft künstlerische Gestaltung der Hauptrolle die Hörer bis zum Schlüsse in atemloser Spannung zu halten, die sich in lebhaften Beifall auslöste. Die Damen Hein, Opernsängerin vom Stadttheater, und Konzertsängerin Herzberg erfreuten durch herrliche Lieder. Ein C a b a r e t mit unserem fidelen Dr. T h a d d y K a t z als Conferencier und endlich ein solennes Tänzchen hielten die Festbesucher bis in die früheste Morgenstunde beisammen. P. O. Turnverein. Am 29. Ianuar 1914 fand hier die erste außerordentliche Generalversammlung des Jüdischen Turn- und Sportvereins Nürnberg statt. Die Beteiligung war äußerst lebhaft und besonders erfreulich war hierbei das rege Interesse der Damen, die in großer Anzahl erschienen waren. Im Bericht des Vorsitzenden, des Herrn Dr. med. J. Massenb a c h e r , wurden besonders die Angaben über die Mitgliedervermehrung freudig begrüßt. Der Jüdische Turn- und Sportverein, der mit 23 Gründern im Oktober 1913 seine Tätigkeit begonnen hat, zählt heute bereits 59 Mitglieder, von denen 27 auf die aktive Herrenriege, 17 auf die aktive Damenriege 'und 15 auf außerordentliche Mitglieder entfallen. Nach vierteljährigem Bestehen ein immerhin recht erfreulicher Erfolg. Aus dem Bericht des stellvertretenden Vorsitzenden Herrn A. K ö r ö s i, ist zu entnehmen, daß der Jüdische Turn- und Sportverein beschlossen hat, für die kommende Arbeitsperiode verschiedene Einzelriegen zu gründen und zwar für Wanderungen, Tennis, Fechten, Reiten usw. Es sind ferner mehrere Veranstaltungen geplant zum Zwecke der Herstellung eines engeren Konnexes zwischen der Damen- und Herrenriege. Bei einem so reichhaltigen Programm ist zu hoffen, daß die Weiterentwicklung des Vereins auch ferner in solch erfreulicher Weise sich vollziehen möge, wie es bis nun der Fall war. Bei der Neuwahl wurde die frühere Vorstandschaft mit kleinen Änderungen wieder gewählt und setzt sich wie folgt zusammen. 1. Vorsitzender: Dr. med. J. Massenbacher; stellvertretender Vorsitzender und Schriftführer: A. Körösi; Kassier: M. Jakobv; männlicher Turnwart: Rechtspr. Kahn; weiblicher Turnwart: Frl S. Braun; Beisitzer: A. Mayer und Frl. H. Karpf. Der Jüdische Turn- und Sportverein Nürnberg beabsichtigt, in nächster Zeit ein Merkblatt herauszugeben, und hofft, durch dieses das in weiteren Kreisen bisher teils noch nicht vorhandene Interesse für seine Bestrebungen wecken zu können Vereinigung für die liberale n Interessen des Judentums. Am 3. Febr

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.