Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 1 (1913-1914)
- Issue
- 2 (Februar 1914)
- Date
- 1914-02-01
- Page
- Seite 21 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 2 Das Jüdische Echo 21 sprach in einer Versammlung der Vereinigung für die liberalen Interessen des Judentums Frau Else Dormitzer über „Jüdische Tagesfragen". Einleitend bemerkte Rednerin, daß sich bei vielen Juden das Judentum darin erschöpfe, daß sie Kultusgemeindesteuern zahlten und sich auf dem jüdischen Friedhofe begraben ließen. Sie wandte sich gegen Taufen, Mischehen und Austritte aus dem Judentum. Die Rednerin forderte mehr Selbstbewußtsein besonders im Verkehr mit christlichen Kreisen. Die Antwort auf die Frage, wie der Indifferentismus der jüdischen Jugend zu lösen sei, sieht Rednerin in der Erziehung zur Pietät, in der Beobachtung der hohen Feiertage und des Freitagabends, des historischen Sinnbildes jüdischen Familienlebens. Konnte man sich mit den obigen Ausführungen größtenteils einverstanden erklären, so zeigten die Ausführungen der Rednerin über den Zionismus wieder einmal, wie wenig Klarheit darüber in den liberalen Kreisen, die ihr Interesse für jüdische Angelegenheiten öffentlich bekunden, vorhanden ist. Muß man denn die immer wiederkehrenden irrigen Behauptungen: Der Zionismus sei eine religiöse Bewegung, die die alten Formen konservieren wolle, er vertrage sich nicht mit dem deutschen Patriotismus usw. noch richtig stellen? Nachdem Frau Dormitzer noch einzelne orthodoxe Gebräuche glossiert hatte, kam sie zu dem sonderbaren Schluß: Was Du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen. Nach dem Vortrag eröffnete Herr Direktor Q o m b r i c h die Generalversammlung. Auch er beschäftigte sich mit dem Zionismus, hob dessen philanthropische Arbeit rühmend hervor, lehnte aber seine politische Tendenz ab. Bei dieser Gelegenheit streifte er den Sprachenstreit in Palästina und erwähnte die irreführende Broschüre Paul Nathans. Nach Schluß seiner Ausführungen folgten interne Besprechungen. Regensburg. Am 5. Januar veranstaltete die hiesige Zionistische- Ortsgruppe eine wohlgelungene Makkabaerfeier. Außer deklamatorischen und musikalischen Darbietungen brachte der Abend, der durch eine Ansprache des Vorsitzenden der Ortsgruppe, Herrn Alois N a t z 1 e r , eingeleitet wurde, eine sehr hübsche Verkaufsausstellung von Gegenständen der Kunstgewerbeschule Bezalel und des Spitzenateliers des Jüdischen Frauenverbandes für Kulturarbeit in Palästina. Das Ergebnis des Verkaufs war recht befriedigend. Die Festrede hielt Herr Dr. E. S t r a u s - München, der auch einen Vergleich zog zwischen den Zeiten des Hellenismus, an die die Makkabaertage erinnern, und der Gegenwart mit ihren in vielen Dingen ähnlichen Problemen. Er wies insbesondere auf die große nationale Bedeutung des Wiederauflebens der hebräischen Sprache und das neue zionistische Schulwerk in Palästina hin, das dem großen Zwecke zu dienen bestimmt ist. Aus der Reihe der Ortsgruppenmitglieder wurden Beiträge für das Schulwerk gezeichnet. Bayreuth. Seit einiger Zeit besteht hier ein Verein für jüdische Geschichte und Literatur, der sein Entstehen der Initiative des hiesigen Rabbiners, Herrn Dr. Salomon, verdankt. Der Verein hat sich auch schon eine größere Reihe von Freunden hier erworben. Das zeigte sich wieder bei einem Vortrage des Herrn Rechtspraktikanten Carl Weinberger am 25. Januar über der „Zionismus im Judentum", zu welchem sich etwa 100 Personen eingefunden hatten. In objektiver, streng logischer Weise zeichnete der Redner Grundlagen und Wesen der 3 großen Strömungen im heutigen Judentum, die sich mit CAFE Erstkl. Cafe PARADE Ludwigstraße 14 Die Leser werden gebeten, die inserierenden Firmen bei Einkäufen in erster Linie zu berücksichtigen und dabei auf das „Jüdische Echo" Bezug _zu nehmen. Aiienouroer Hondscnun-Mogazm ' Inh.: J. Lohr MUncIien.FQrstenIßlderstr.n Eingang Sattlerstraße JöÖ^^ «Saftwtirs^ Herzog Wilbelmstraße 33 Tel. 6636 16 Selbst. Person f. Küche u. Haushalt zu kleiner Familie ges. Off. m. Lohnansprlich. unt. Z. B. a. d. Exp. d. Bl. >♦»♦♦♦»♦♦♦♦»♦♦♦♦♦♦♦»»»+♦♦♦♦♦♦ LWertheimerl Hebräische Buchhandlung \ s München l ♦ Westenriederstr. 4/1 | | Telefon Nr. 804 1 i empfiehlt hebräische Gei betbücher in einfachen u. - feinsten Einbänden, desgleichen Münchener Gebetordnung I. u. II.Teil, sämtliche für den Religionsunterricht eingeführte Schulbüeher. Machsorim, Chumo- £ schim, wollene und seidene % Talesim, flrba-Kanfos, Tefi- X lin und Mesusos. Zu Barmiz- 1 wah- Geschenken geeignete % Bücher in elegant.Einbänden X ♦ »♦♦♦«.♦♦♦♦♦.» ♦♦♦*♦« Fliege u.ertialle dein Haar mit Apotheker F. Brümmer's Klefttenwurzel- Präparaten Klettenwurzel- Franzbranntw. „ Haaröl „ Pomade „ Brillantine 4 Vorrätig in der Ludwig-Drogerie Bayerstraße 29 Haus-u. Küchengeräte kompl. Einrichtungen liefern gut und billigst Albert&Lindner 11 MÜNCHEN Prielmayerstrasse 14 gegenüber dem Justizpalast MÖBEL- FABRIK VIKTOR SCHWARZHAUPT MÜNCHEN jetzt lllir Wittelsbacherplatz2 Kompl.Wohnungs- Einrichtungen vom einfachsten bis zum elegantesten Genre in jeder Preislage '