Das jüdische Blatt
- Journal
- Das jüdische Blatt
- Volume
- IV (1913)
- Issue
- 5 (31.1.1913)
- Date
- 1913-01-31
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Das jüdische Matt 9 Nr. 5. Gästen vereinigte, wurde eine Menge guter 'HD“ gesagt, von denen besonders die des Herrn Samuel Kohn- Würzburg und cand. jur. Markus Cohn-Basel hervorzuheben sind. Herr Adler schilderte in großen Zügen die Familiengeschichte bis zurück in die achte Generation. Zur Familie Nordmann-Bamberger gehören die bekannten Rabbiner Moses Lob Hatzfeld h:i] Heidingsfeld, Sekel Worms e r Vf Fulda, David Strauß Fürth i. B.. Seligmann Bär Bamberger Vf Würzburg sowie der Distriktsrabbiner Nathan Bamberger, Würzburg vj. Im Laufe des Nachmittags fand sich noch eine große Anzahl von Gästen ein und der "Q hielt einen halachischen Vortrag über die pOp '^TlD und hierauf eine sehr gediegene Ansprache, die den lebhaften Beifall aller Zuhörer gefunden hat. Anläßlich der Barmizwoh ließ Herr Nordmann eine PHID “l^D schreiben. A. Basel. Bei der Besprechung der Chevro Kadischo in der letzten stummer ist bei den Namen der Vorstandsmitglieder der des verdienstvollen Gründers und derzeitigen Vorsitzenden Herrn L. Eisenmann durch ein Versehen übergangen worden, was hiermit eingeholt fei. (D. Red.) Frankreich. Paris. Zum Offizier der Ehrenlegion wurde noch ernannt Herr Bloch, Direktor der Eisenbahngesellschaft; zu Rittern die Herren Emile Weiller, Rechtsanwalt in Bayonne, Achille Hauser, Dr. med., Gugenheim, Henri Schwabacher (als Schriftsteller mit dem Pseudonym Henri Duvernois), Mathieu Alfassa, Bureauchef bei der Zentralverwaltung des Ministeriums der Kolonien; ferner Frau Wwe. Paquin, Vizepräsidentin der Syndikatskammer der Schneiderinnen, und Frau Wwe. Godchaux, Verlagsdruckerei in Paris. Paris. In seiner Sitzung vom 2. Januar hat das Zentral- Komitee der Alliance Jfraelite Universelle folgende Beihilfen bewilligt: a) Zur Unterstützung der nach Konstantinopel geflüchteten israelitischen Familien Fr. 10 000; 0) für die jüdische Bevölkerung in Monastir und Uesküb Fr. 4000. Rußland. Warschau. Unter den vielen Vereinen, die in der großen 300 000 Seelen zählenden hiesigen jüdischen Gemeinde sind, ist einer der bedeutendsten, die “]ElD n"QD* Der Verein wurde vor zirka 22 Jahren gegründet und hat die Aufgabe, treu der biblischen Vorschrift rpinm seinen Mitgliedern, die geschäftlich zurückgekommen sind, in echtjüdischer Weise "inCQ aufzuhelfen. Stirbt ein Mitglied, so erhält die Witwe, ob begütert oder nicht, 3000 Rubel. Außerdem erhalten 1000 arme Familien auf Pesach jedes Jahr Mazzes, Fleisch, Kartoffeln und Spezereien. Der Verein hat seine eigene Synagoge. Mit den Jahren ist die Mitgliederzahl immer größer geworden. Der Verein zählt jetzt zirka 360 Mitglieder. Von diesen jedoch sind sehr viele — die Mehrzahl — Neologe, die von CHN "'I rMÜJö nichts wissen wollen und in ihrem Fanatismus gegen alles Spezifisch-Jüdische gehen sie so weit, daß sie beschlossen haben, die Vereinssynagoge in ein Vereinsspital umzuwandeln. Um dies zu verhindern, haben die noch lebenden Gründer und einige andere Mitglieder — zirka 80 im ganzen — sich entschlossen, die Synagoge dem Verein abzukaufen und nur dadurch wird sie ihrer alten Bestimmung erhalten bleiben. j Von der russisch-amerikanischen Paßfrage. Der bekannte amerikanische Journalist, Mr. George Clark, eine Autorität auf dem Gebiete des Handels und der Industrie, ist in Petersburg angekommen. Man bringt seinen Besuch der russischen Hauptstadt mit der Erneuerung des russischamerikanischen Handelsvertrags in Verbindung. Mr. Clark erklärte, Amerika werde in der Paßfrage nicht nachgeben. Sollte Rußland den Antrag Amerikas verwerfen, so sei Amerika entschlossen, die Entscheidung der Frage vor das Haager ' Schiedsgericht zu bringen, ob es berechtigt sei, eine würdige Behandlung seiner jüdischen Bürger beim Betreten russischen Bodens zu verlangen, und ob ein derartiges Verlangen eine Einmischung in die inneren Verhältnisse eines fremden Staates bedeute. Palästina. Die rNetalliques-Panik in Jerusalem. Das durch den großen Abfluß von Metallmünzen aus den von den Balkanstaaten okkupierten Gebieten verursachte rapide Emporschnellen des Agios, rief hier allgemein die Befürchtung hervor, die Metalliques — Scheidemünze im Betrage von etwa -5 cms — würden außer Kurs gesetzt. Diese Befürchtung erhielt neue Nahrung durch den Umstand, daß auch die Tabakregie Metalliques zur Zahlung nicht annehmen wollte und teilte sich derart blitzschnell allen mit, daß fast alle Geschäfte mit einem Male die Annahme von Metalliques, dieser einzigen Scheidemünze. einstellten. Die ärmste Bevölkerung war des einzigen Mittels beraubt, ihre nötigsten Lebensmittel einzukaufen. Daher waren gefährliche Ausschreitungen zu befürchten. Die hiesige Munizipalität sah sich deshalb veranlaßt, an diese Aermsten freies Brot zu verteilen. — Von den israelitischen Anstalten jedoch hatte das Amsterdam-Büro den glücklichsten Einfall, indem es mit einer Bäckerei abmachte, auf seine Rechnung bis zum Vorübergehen der Panik täglich etwa 1500 Brotlaibe zu backen, die es an die Armen zum früheren Preise von 4 Metalliques ausverkaufte. Die Armen schätzten sich glücklich, für ihre Metalliques doch Brot zu bekommen, während dem Bureau im schlimmsten Falle etliche hundert Francs verloren gehen konnten. Da aber schon heute die Panik sich wieder legte und sich der Kurs der Metalliques fast aus das frühere Niveau — mit Verlust von etwa einem Para beim Metallique — einstellte, so wird die Einbuße des Bureaus kaum eine nennenswerte sein, doch darf es des frohen Bewußtseins sein, durch sein Bemühen für die Armut ungeheuer viel getan zu haben. So bestätigt sich der Spruch auch diesmal von neuem, daß durch die bescheidensten Mittel oft große Ziele erreicht werden können. I e r u s ch a l m i. Pethach-Tikwah. Heute wurde mit einer einfachen Feierlichkeit der Grundstein zum Neubau der von dem Frankfurter Mädchenschul-Komitee unterhaltenen Volks- und Wirtschaftsschule für Mädchen gelegt. Das Gebäude, das bekanntlich der Munifizenz zweier hervorragender Mitglieder der Palästina-Kommission der „Freien Vereinigung" zu verdanken ist, wird neben den für den Schulunterricht erforderlichen Klassenzimmern und einer großen gedeckten Terasse für den Kindergarten, alle für den Haushaltungsunterricht notwendigen Wirtschaftsräume enthalten. Insbesondere sind eine große Kochküche, Lehrmittel- und Speisezimmerräume, Spülküche, Bügelzimmer, Schulwaschküche, Speisekammer und Bad vorgesehen. Das große Grundstück bietet Raum für einen prak- | tisch eingerichteten Gemüsegarten, der sowohl der. Wirtschaftsj führung, wie dem Gartenbauunterrichte dient. Die weiter