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Archiv für jüdische Familienforschung, Kunstgeschichte und Museumswesen · 1913-01-01 · 2 und 3 (1913) · p. Seite 7

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Journal
Archiv für jüdische Familienforschung, Kunstgeschichte und Museumswesen
Volume
1 (1912-1913)
Issue
2 und 3 (1913)
Date
1913-01-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Ein Gebetbuch in sorgfältigster Kalligraphie, mit schönem Bildschmuck, Portalen und Initialen versehen, das die Baronin Leonore Wetzlar vor ihrem Tode dem Bethause geschenkt hat, bewahrt jetzt die Bibliothek der israelitischen Kultusgemeinde in Wien. Vgl. Abb. auf S. 2 u. S. 6. Es ist dies ein Kunstwerk von der Hand des Arjeh Jehuda Löb ha-Cohen aus Trebitsch,12) an welchem er von 1721 bis zum Neumondstag Tamus (4. Juli) 1722 gearbeitet hat, Um allen möglichen Streitigkeiten in Ansehung meines nach meinem Todte rückbleibenden Vermögens vorzubeugen, und damit mit demselben nach meinem Willen verfahren werde, habe ich bey vollen Gebrauch meiner Vernunft nach reifer Ueberlegung und mit freyem Willen folgende Anordnung zu treffen für gut befunden, und verordne daher: Vor allen erkläre ich hiemit, dass alle von mir errichteten früheren letztwilligen Anordnungen oder Codicille, falls sich einige nach meinem Tode finden sollten, aufgehoben und annulieret seyn sollen. Erstens: Vermache ich in das allgemeine Krankenhaus in Wien fünf Hundert Gulden W. W. worinn daher die gesetzliche Gebühr einzurechnen ist; in das Krankenhaus jüdischer Religion in der Rossau vermache ich acht Hundert Gulden W. W. Zweitens: Bestimme ich ein von meinem eingesetzten Erben zu versicherndes Capital pr. fünf Tausend Gulden W. W. dahin, daß von dem hievon abfallenden fünf pr. cento Intreßen pr. zwey Hundert fünfzig Gulden, zu ewigen Zeiten alljährlich an meinem Sterbtage fünfzig Gulden unter die Armen jüdischer Religion, und zwey Hundert Gulden unter die vier Rabiner w^ovon zwey in Mattersdorf, zwey in Szerdahely sich befinden, gegen deme vertheilet werden sollen, daß selbe verbunden Seyen, für meine arme Seele täglich zu bethen. Die Vertheilung unter die Armen hat Herr Götz Gabriel Üffenheimer,13) ohne jemanden hievon Rechenschaft geben zu dürfen, vorzunehmen, und hat derselbe überdieß das Recht, zu dieser Vertheilungs Vornehmung für den Fall seines Todes einen andern seiner Glaubensgenoßen zu ernennen. Drittens: Vermache ich denen fünf Kindern meiner Schwester, nämlich Jakob Hirsch Ziensheimer, Nathan Ziensheimer, Simon Ziensheimer, Regina Ziensheimer und Sara Ziensheimer, einem jedem acht Hundert Gulden W. W. Dem Sohne meiner Schwester Heinrich Ziensheimer aber vermache ich zwey tausend Gulden W. W. Viertens: Vermache ich denen drey Söhnen meines Schwagers Gumberth Wetzlar zu Hannau einem jeden eintausend Gulden W. W. Fünftens: Vermache ich dem Vater der bey mir befindlichen Theresia Herzfeld, Moyses Herzfeld, ein tausend Gulden W. W. und dem Jakob Herzfeld 2<J0 Gulden VV. W. Sechstens: Vermache ich meiner Enkelin Carolina Bernbrunn zu einem Andenken ein Capital von Eintausend und fünf Hundert Gulden W. W. Siebentens: Meinem geweßten Kellermeister Samuel Reiffenberger,14) dann dem Ämschel Ziensheimer55) vermache einem jeden lebenslänglich achtzig Gulden W. W. in vierteljöhrigen vorhineinigen Raten ohne Abzug. 12) Die Psalmen von der Hand desselben Schreibkünstlers, aus dem Jahre 1720 herrührend, befinden sich im Besitze des Herrn Dr. Em, Arnstein in Wien. 13) G. GL üffenheimer nahm vielfach Anteil an der Armenpflege. Seine Unterschrift auf einer gedruckten Bekanntmachung in Spitalsangelegenheiten d. d. Wien 1. April 1798 (Wiener Privatbesitz), üffenheimer besass auch rabhinische Gelehrsamkeit, wie aus seiner an R. Moses Sofer gerichteten Frage über die Zulässigkeit von Frauengesang^ bei der am 21. Siwan (9. Juni) 1814 im Bethause zu veranstaltenden patriotischen Feier hervorgeht; vgl. RGA Chatam Sofer, Choschen Mischpat, Nachträge. Als Macen wird er im Buche Taharath ha-Kodesch, Zolkiew 1804, gerühmt Als Prae-?J i?*efw V\{}m ^GA' Geon im batrai' Pressburg 1816 Vgl. weiters über ihn Wolf, 1 riedhole S. 18; „Ost und West", X., Sp. 534, 535 und 538 14) vv obl identisch mit Samuel Reichenberger beim Wolf 1 c S 47 n 49 l0) Vgl. „Ost und West* 1 c.

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