Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXV (1963)
- Issue
- 5 (Mayo, 1963)
- Date
- 1963-05-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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7 MAYO 1963 BOLETIN INFOR M'A'T I V O Unsere Gemeinde - unser Jischuw ■ unser juedisches Volk Praesident einer Einheitsgemeinde ein Gegner dessen, was man im Allgemeinen 1 unter Reform versteht. Ich glaube aber, dass ein vermehrter Gebrauch der Lan-; dessprache in unseren Got- 1 tesdiensten ausserordentlich nuetzen kann. Dadurch wuerden wir nicht nur unsere Jugend, sondern vor allen Dingen auch die sogenannte zweite Generation in weit staerkerem Masse zu unseren Gottesdiensten heranziehen. Denn dieser zweiten Generation gibt unser Gottesdienst in seiner heutigen Form nur sehr wenig, da sie ja ohne ihre Schuld nicht diejenigen Kennunisse hat wie die aeltere. Auch heute moechte ich wiederholen, dass es mir klar isw dass viele unserer aelteren Freunde, sich mit dem Gedanken einer Modernisierung unserer Gottesdienste durch vermehrten Gebrauch der Landessprache, nicht werden befreunden koennen. ich glaube aber, dass auch sie im Interesse unserer Gemeinde gewisse Opfer bringen muessen. Denn die Gemeinden mitteleuropaeischer Juden hier in Suedamerika, von denen unsere in diesem Jahre ihr 25-jaehriges Jubilaeum feiert, sind seinerzeit nicht gegruendet worden, damit sie 25 30 oder gar 35 Jahre bestehen, sondern so lange wie juedische Menschen auf diesem Kontinent leben und als Juden leben wollen. KULTUR—ARBEIT Meine lieben Freunde; Kultus und Kultur unterscheiden sich rein aeusserlich nur durch einen Buchstaben und es gibt kaum zwei Gebiete, die einander so I aehnlich und miteinander so verwandt sind wie diese beii*®?-. Wir muessen jedoch aufrichtig zugeben, dass unsere Arbeit auf kulturellem i Gebiete in frueheren Jahren! keine besonderen Erfolge mit sich gebracht hat. Tn dem abgelaufenen Geschaeftsjahre haben wir unserer Gemeinde einige kulturelle Veranstaltungen von hoechster Qualitaet geboten und konnten mit Freude feststellen, dass unsere Mitglieder unserem Ruf entsprochen haben. Im gut besuchten Saale unseres Gemeindehauses sprach Herr Dr. Bsnno Weiser, der Leiter des Kulturinstituts fuer Lateinamerika, Spanien und Portugal in Jerusalem, ueber Die zwei Gesichter Israels’’ und weiterhin der Praesident der. Bank Leumi, Herr Dr Foerder, ueber “Israelische Wirtschaftsfragen”. KONGRESS DER “CENTRA” Das Kulturereignis des Jahres war die Tagung der Centra, die von 58 Delegierten aus unseren, dieser Organisation angeschlossenen Schwester g emeinden in Suedamerika besucht wurde Gleichzeitig mit ihr fand die Tagung des suedamerikanisehen Rabbinerverbandes statt, an dem insgesamt 11 Rabbiner, also fast alle auf diesem Kontinent taetig en Rabbiner unseres Kulturkreises teilnahmen. Der ausserordentlich stark besuchte Eroeffnungsabend hatte nach den ueblichen Begruessungsansprachen seinen Hoehepunkt in dem Vortrag des Herrn Oberrabbiner Prof. Dr. Lemle, Rio de Janeiro, ueber das Thema “Neue Welt”. Drei Tage lang dauerten die Beratungen des Centra- Kongresses, ueber die Sie ja durch unser Gemeindeblatt eingehend informiert worden sind, sodass ich hierauf nicht naeher einzugehen brauche. Ganz besonders erfreulich war die grosse Anzahl von Gemeindemitgliedern, die als Zuhoerer den hochinteressanten Debatten beiwohnten. An einem Abend waren fast 80 unserer hiesigen Freunde bis nach 1 Uhr morgens auf den Zuhoererreihen des Kongresses zu finden. Einen weiteren Hoehepunkt des Kongresses bildete der vorletzte Abend, an dem Herr Dr. Hardy Swar- | s e n s k y aus Buenos Aires; ebenfalls vor einem sehr; grossen Auditorium ueber , “Israel zwischen der Voel-; kern” sprach. \ "'Der Kongress wurde mit einem Bankett abgeschlossen,; das die Gemeinde den ausj waertigen Delegierten gab. Anlaesslich dieses Banketts konnten wir zu unserer ' groessten Freude feststellen, dass eine grosse Anzahl von Gemeindemitgliedern Karten hierzu geloest hatten und | damit ihr Interesse an dem | Centra-Kongress und ihre1 Verbundenheit mit unserer ' Gemeinde bekundet haben. | Die Durehfuehrung des Kon-! gresses machte nicht nur auf I uns, sondern was weit wich-! tiger ist, auf unsere auslaen- 1 dischen Freunde einen tiefen Eindruck. Alle waren sie; des Lobes voll ueber die Art i und Weise, wie sie von der! Gemeinde und ausserdem privat von einer Anzahl Mitglieder des Direktoriums und des Repraesentantenkollegiums gastlich aufgenommen wurden. Noch als ich Mitte j Januar anlaesslich einer Tagung des Vorstandes des Rabbinerseminars in Buenos Aires war, wurde mir von den leitenden Maennern der Cen-; tra zu wiederholten Malen j zum Ausdruck gebracht, wie wohl sie sich in Santiago gefuehlt haetten, mit wieviel Anregung sie von unserem Kongress nach Hause gekom- I men und wie dankbar sie un-! s e r e r Gemeinde fuer die grosszuegige und wuerdige Durehfuehrung des Kongresses seien. Wie ich dies bereits an an-; derer Stelle getan habe, moechte ich noch einmal von hier aus allen denjenigen Mitgliedern des Direktoriums und des Repraesentantenkol-! legiums, die mit mir hei der : Vorbereitung und Durchiuehrung dieses .Kongresses mitgearbeitet haben meinen herzlichsten Dank aussprechen. Sie haben dazu beige- I tragen, den guten Namen,; den unsere Gemeinde bei unseren Schwestergemeinden um Auslande hat, zu bewah-; ren und zu erhoehen. uns, unsere Bibliothek insbesondere in spanischer und englischer Sprache auszu- -bauen und haben ihr im Laufe des vergangenen Jahres eine Anzahl von neuen Buechern einverleibt. Ein Ueberblick ueber unsere Kulturarbeit waere unvollstaendig ohne die Erwaehnung unseres “Boletín Informativo", des besten Bindegliedes zwischen der Gemeinde und unseren Mitgliedern. Wir sind stolz darauf, dass unser ,Geuxeindeblatt sieb weit ueber die Grenzen Chiles eines ausgezeichneten Ru fes erfreut, dass es allgemein als das beste Gememdeblatt Suedamerikas angesehen wird. Wir haben im vergangenen Jahre zwei neue Mitarbeiter gewonnen, die das an und fuer sich schon hohe Niveau unseres Blattes durch ihre Artikel sichern und weiter erhoehen werden. Es handelt sich hierbei um Herrn Dr. : Federic Lachmann, der un- ¡ seren Lesern durch seine! Taetigkeit beim “Aufbau” I kein Unbekannter ist, und i um Herrn Dr. Benno Weiser, der uns fuer die spanische Seite regelmaessig seine Auf- 1 saetze aus Jerusalem zukommen laesst. Unsere Presse-Kommission hat auch in diesem Jahre unser Blatt so aktuell wie! moeglich zu gestalten ver-! sucht. Sie war sich in Vollem , umfange der Verantwortung 1 bewusst, die das Organ un-; ser er Gemeinschaft gegenuei ber unseren Mitgliedern und I gegenueber dem Auslande 1 hat- , . . . Besonders moechte ich hier die Sondernummer er- : waehnen, anlaesslich des! Hinscheidens von Herrn Dr. ’ Landau, die Reportagen ueber wichtige Besuche, ueber Einrichtungen unserer Kollektivitaet, Informationen, ueber den Fall Rauff usw., die alle weit ueber das hinausgehen, was eigentlich e i n Gemeindeblatt bringt, wenn wir die Zeitungen anderer Gemeinden lesen. Ganz besonders erfreulich ist die immer mehr wachsende Beliebtheit unserer “Voz Infantil”, an der in diesem Jahre 38 Kinder und Jugendliche aktiv mitarbeiteten. Jedem von diesen jugendlichen Mitarbeitern haben wir anlaesslich der Purimfeier Praemien ueberreicht. Den Mitgliedern der Presse-Kommission unserem so ueberaus beliebten Redakteur Hans Kaufmann und der Redakteurin unserer Jugendbeilage, Frau Marianne Tobias, danke ich aufs Herzlichste fuer, ihre Mitarbeit und spreche ihnen im Namen des Direktoriums unsere ganz besondere Anerkennung aus. um den Parteien bei der Beilegung ihrer Differenzen zu helfen. Da die Arbeit des Schiedsgerichts naturgemaess nicht im Lichte der Oeffentlichkeit steht, halte ich es fuer meine Pflicht, allen Mitarbeitern von dieser Stelle aus den Dank unserer Gemeinde dafuer auszusprechen, dass sie so viel dazu beigetragen haben, Frieden und Harmonie in unserer Gemeinschaft zu erhalten und schwebende Fragen zu loesen, die in vielen Faellen zu unangenehmen Prozessen vor den Ordentlichen Gerichten haetten fuehren koennen. EIN WORT ZUR MAGBIT: Ihnen, meine Freunde brauche ich nichts ueber die Aufgaben und Zwecke der Magbit zu erzaehlen. Wir sind stolz darauf, dass unsere Gemeinschaft von jeher ihre juedische Pflicht gegenueber Israel und unseren notleidenden Bruedern in der Weit; «rfuellt hat. Unser Beitrag j zur Magbit 5722 betrug fast 30% der gesamten chilenischen Magbit. Die Magbit . 5723 steht unter dem Motto 1 “Pidion—Schewuin” Ausloesung der Gefangenen, Ausloesung unserer Brueder aus gewissen Laender, aus denen sie zwar heute noch herausgefuehrt werden koennen; von denen wir aber nicht wissen, ob das morgen noch moeglich sein wird. Denken wir alle daran, dass Gottes Gnade uns errettet hat, und beweisen wir unsere Dankbarkeit durch die Tat. Auch wir haben einst auf das rettende Schiff gewartet, das uns aus der Hoelle der .Verfolgung an die Gestade der Freiheit brachte. Sollen juedische Menschen heute vergeblich auf dieses Schiff, der Befreiung warten? Lassen Sie sieh nicht bitten, meine Damen und Herren, damit wir uns nicht alle einmal Vorwuerfe machen muessen, dass durch unsere Schuld juedische Brueder und Schwestern nicht gerettet werden konnten. Erleichtern Sie unseren Mitarbeitern der Magbit- Kommission ihre Arbeit, geben Sie reichlich und zahlen Sie bald, damit wirksame Hilfe geleistet werden kann. Diese Hilfe kommt auch zum Teil unseren lokalen Institutionen zugute, w i e Vaad Hajinuj, Cisroco, etc. SOZIALE UNTERSTUETZUNG GEMEINDE-BIBLIOTHEK UND MITTEILUNGSBLATT Wenn wir von Kulturarbeit sprechen, so muessen wir unsere Gemeindebibliothek erwaehnen. Sie besteht z.Zt. aus ca. 400 Baenden, die unseren Freunden zur Verlegung stehen. Wir bemuehen DAS SCHIEDSGERICHT Eine wichtige Einrichtung unserer Gemeinde ist unser Schiedsgericht, das in diesem Geschaeftsjahre in 8 Faellen, darunter auch von Nichtmitgliedern unserer Gemeinde, in Anspruch genommen worden ist. Der gute Ruf unseres Schiedsgerichts ist darauf begruendet, dass Obleute und Schiedsrichter sich stets jedes einzelnen ihnen unterbreiteten Falles mit groesstem Interesse angenommen und weder IVIuehe noch Anstrengungen gescheut haben, Der Cisroco oder, wie er oft genannt wird, das Wohlfahrtsamt unserer Gemeinde ist heute der Mittelpunkt der humanitaeren Bestrebungen unseres gesamten Jischuw, ein grosser Teil der Schuetzlinge des Cisroco géhoert anderen Sektoren unserer Kollektivitaet an, muss aber vom Cisroco unterstuetzt werden, weil es eben keine auch nur irgendwie i gleichartige Institution i m chilenischen Jischuw gibt. Die Mitarbeiter des Cisroco leisten in taeglicher Arbeit Ungeheueres zum Wohle unserer notleidenden Brueder. Ihnen gebuehrt unser innigster Dank und unsere aufrichtigste Anerkennung. In diesem Zusammenhänge moechte ich Sie, meine Damen und Herren daran erinnern, dass wir einen Fonds fuer verschaemte Arme haben, aus dem wir diejenigen Menschen unterstuetzen, die schuldlos unvorhergesehen in Not geraten und die sich scheuen, die Hilfe einer Wohlfahrtsorganisation i n Anspruch zu nehmen. Wir halten es fuer die elementarste Pflicht einer juedischen Gemeinde nach bestem Koennen dort Hilfe zu leisten, wo sie notwendig ist, ohne zu fragen und auch ohne gerufen zu werde.n. Ich bitte Sie, an diesen Fonds zu denken und uns dadurch auch weiterhin in die Lage zu versetzen, dieser juedischen Pflicht wie bisher nachkommen zu koennen. UNSER HEIM Auch im vergangenen Jahre hat unsere besondere Aufmerksamkeit der Instandhaltung unseres Gemeindehauses gegolten. Wir haben den grossen Saal und saemtliche Raeume des ersten und zweiten Stockes streichen lassen und die Beleuchtung im hinteren. Teil unseres Saales voellig erneuert. Weiterhin haben wir einen Teil des Daches instand setzen lassen, um das staendige Eindringen von Regen in unsere Raeume zu verhindern; eine Instandsetzung des gesamten Daches ist fuer dieses Geschaeftsjahr vorgese-; hen und eventuell eine Aenderung der Beleuchtung im grossen Saal. Wir glauben, dass wir mit diesen unumgaenglich notwendigen Arbeiten unseren Mitgliedern, Freunden, Gaesten und Institutionen den Aufenthalt in unseren Raeumen noch angenehmer haben gestalten koennen. Hinzu kommt noch die aufopfernde Arbeit der beliebten Verwalterin unseres Restaurants, Frau Jenny Vogel. Dank der Qualitaet des von ihr Gebotenen, erfreut sich unser Restaurant eines staendig steigenden Zuspruchs; insbesondere werden immer mehr Feiern von Barmizwoth und Hochzeiten in unseren Raeumen veranstaltet. Das ist sehr erfreulich, denn, wie Sie aus dem Bericht unseres Schatzmeisters ersehen werden, hat das Restaurant aufgehoert, ein Zuschussbetrieb zu sein, sondern wirft zum ersten Male seit vielen Jahren einen Nutzen ab. Es ist uns eine besondere Freude, dass die traditionellen Zusammenkuenfte und Baelle der A. T. I. und der Wizo wie auch die Festlichkeiten der Logen in unserem Hause stattfanden. BEZIEHUNGEN ZU ANDEREN ORGANISATIONEN Enge und freundschaftliche Bande verknuepfen uns mit den anderen Organisationen der hiesigen Kollektivitaet, vor allem mit den Spitzenverbaenden unseres Jischuw, dem Comité Representativo und der Federación sionista de Chile. Unser Pro-Sekretaer ist Vize-Praesident der Federación Sionista, unser Generalsekretaer Mitglied der Exekutive des comité Representativo, dessen Vize-Praesident der Berichterstatter ist. íFo'lselzung Seite 8)