Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXV (1963)
- Issue
- 5 (Mayo, 1963)
- Date
- 1963-05-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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BOLETIN IN FOR M'A'T I V O MAYO 1963 Unsere Gemeinde - unser Jischuw - unser juedisches Volk Ihren Kindern einen Gefallen, geben ihnen etwas mit, was durch nichts zu ersetzen ist. Neben diesen Jugendgottesdiensten, die einmal im Monat am Freitag Abend i stattfinden, organisierte die i Gemeinde auch besondere! Jugendgottesdienste anlaesslich der Hohen Feiertage, i sowohl i m Gemeindehaus i wie auch im Teatro Marconi. Zum ersten Male wurden im vergangenen Jahr diese Gottesdienste in zwei Grupi pen geteilt: Einer, fuer Ju-; gendliche nach der Barmizwa und ein zweiter als Kinder - Gottesdienst, die beide nach besonders fuer diese Gelegenheit vorbereiteten Gottesdienstordnungen abgehalten wurden. Diese Stunden, in denen junge Menschen fuer ihre Altersgenossen unter der; Aufsicht von Funktionaeren! unserer Gemeinde amtierten, vorbeteten, unserer Jugend den Sinn, den tiefen inneren Gehalt unserer Feiertage erklaerten, waren ein grosser Erfolg und haben, wie wir von Kindern und Jugendlichen und last not least — von den Eltern erfuhren, viel dazu beigetragen, die Teilnehmer unserem religioesen Leben n a e he rz ub ri ng en, ihnen einen Begriff des Heiligsten zu vermitteln, was unsere juedische Tradition beinhaltet. Meine Damen und Herren: Unsere Jugend sucht den Weg zu Gott. Wie sehr sie ihn sucht, kam auf der Jugendtagung zum Ausdruck, die dem Centra-Kongress, ueber den ich noch sprechen werde, parallel lief. Dort wandten sich die Vertreter der Jugendlichen an die anj wesenden Rabbiner uiS baten sie, ihnen bei der Erreichung einer geistigen Position behilflich zu sein, von der aus sie in einer, unserem modernen Leben und unserem Kontinent angepassten Form die grossen Verpflichtungen weitertragen koennen, die uns als Juden auferlegt sind. Meine Damen und Herren: Um mit Herrn Oberrabbiner Prof Dr. Lemle zu sprechen: Wenn aus unserer ganzen Jugendarbeit nur dies eine erwachsen waere, dajenu _ auch dies waere schon genug. Nun aber liegt es an uns, diese Erwartung nicht zu enttaeuschen, und ich glaube, der von uns eingeschlagene Weg der Jugendgottesdienste, der Vorbereitung junger Menschen zum Amtieren hierbei, ist der richtige, ist ein Weg, den wir auch in Zukunft fortsetzen und intensivieren muessen, um so unseren Verpflichtungen zum Teil nachkommen zu koennen. JUGEND — ORGANISATIONEN Jugendarbeit aber erschöpft sich nicht in all dem Gesagten. Jugendarbeit in Suedamerika im Jahre 1963 besteht auch in der Arbeit von Jugendverbaenden, in denen unsere Jungen und Maedchen, ausserhalb von Heim und Schule sich in kongenialer Umgebung treffen, mit einander erleben, lernen und sich freuen koennen. Dieser Auffassung getreu haben wir auch in diesem Jahre wieder —wie schon traditionell— die Sommerlager aller Jugendorganisationen, die uns um ihre Hilfe angegangen haben, grossguegig unterstuetzt. Ganz besonders aber muessen wir hier von den beiden Organisationen sprechen, die uns nahe stehen, die Schoepfungen unserer Gemeinschaft sind; Barcai und Degania. Beide Organisationen, erfuellen innerhalb ihres Rahmens eine ausserordentlich wichtige Taetigkeit, nicht nur innerhalb unseres Sektors, sondern weit darueber hinaus. Zuerst moechte ich Ihnen ueber den Barcai berichten. Dieser Verband, der sich aus etwa 80 Jugendlichen zwischen 13 und 21 Jahren zusammensetzt, versucht, durch eine Synthese der Ideen der juedisch mitteleuropaeischen Jugendbewegung mit den Gegebenheiten dieses Kontinents die Jugend in unserem Geist zu erziehen. Besonders muss dabei hervorgehoben werden, dass die Ideale, die uns selbst in unserer Jugend beseelten, auch auf den Nachwuchs der anderen Sektoren einen nicht unbetraechtlichen Einfluss ausueben, sodass heute etwa 40% des Barcai dem Generalsektor, der ungarischen und der sefardischen Gemeinschaft angehoeren. Der Barcai ist der Jazit Noar Darom Americait angeschlossen, der internationalen Jugendorganisation der Centra, deren Kongress, der Centratagung hier in Santiago parallel lief. Der Jazit Noar Darom Americait ist heute die groesste, positiv juedisch-zionistische Jugendorganisation auf dem ganzen Kontinent, mit ueber 2.500 Mitgliedern, wenn wir von den reinen Sportvereinen absehen, deren Aufgaben auf anderen Gebieten liegen. Sein Motto ist Kehilla und Alij ah und wir sind davon ueberzeugt, dass wir unter diesen Ge si ch ts pu n k t e n fruchtbare Arbeit fuer unser Land und fuer unsere Gemeinschaften leisten koennen. Wie Sie wissen, meine Damen und Herren, hat dieser Jazit regelmaessig internationale Fuehrerlager abgehalten, an denen stets Vertreter des Barcai teilnahmen. In diesem Jahr ging ein langgehegter Wunsch unserer Jugend endlich in Erfuellung; Das grosse internationale Fuehrerlager wurde in Chile abgehalten, wo es unter der Leitung der Herren Rabbiner Loewenstein und Salomon Maguenzo stand. 30 junge Menschen aus 5 Laendern nahmen an diesem Treffen teil und jeder, der Gelegenj heit hatte, das Lager zu be- ■ suchen, wird sich von dem; wunderbaren Geist, der darin herrschte, ueberzeugt haben. Die Vorbereitung des Lage r s war langwierig und muehevoll doch ich glaube : dass der reibungslose, planmaessige Ablauf dieses Treffens wieder einmal die organisatorischen Faehigkeiten unserer S.C.I. und aller ihrer Mitarbeiter unter Beweis gestellt hat. Zunaechst musste ein Haus gesucht, dieses vollstaendig eingerichtet, fuer gute, koschere Verpflegung i gesorgt werden, die Gaeste i mussten abgeholt, befoerdert, unter gebracht werden, ehe wir nur daran denken konnten, auch an die geistige Ausgestaltung des Lagers zu gehen. Aber, Ende gut, alles gut. Uns ist von allen Seiten gesagt worden, dass dieses Seminar ein grosser Erfolg j war. Meine Damen und Herren, auch das ist etwas, worauf wir stolz sein koennen, etwas, was den guten Namen unserer Gemeinschaft weit ueber unsere Landesgrenzen hinaus tragen wird. Neben diesem grossen internationalen Lager, fuehrte der Barcai ein Sommer — und ein Winterlager durch, an welchem eine groessere Anzahl von Jugendlichen teilnahm, am Winterlager auch 4 Jugendliche aus Perú. Dass der Barcai nicht nur innerhalb unseres engen Kreises bekannt isf, geht auch daraus hervor, dass seine Vertreter an hervorragender Stelle in der Federación Juvenil Sionista taetig sind. In diesem Zusammenhang moechte ich mit Stolz erwaehnen, dass in diesem Jahr 3 Kinder von Mitgliedern unserer Gemeinschaft nach ausgezeichnet bestandenem Examen von der Federación Sionista nach Israel zu einem einjaehrigen Schulungskurs fuer Jugendfuehrer entsandt worden sind. In unserer Jugendorganisation Degania soll den jungen 1 berufstaetigen Menschen nach Feierabend die Moeglichkeit gegeben werden, im Kreise von Gleichgesinnten | zu lernen, zu arbeiten, sie zu j Traegern unserer Gemeinschaft heranzubilden. Die woechentlichen Veranstal-! tungen der Degania sind ausgezeichnet besucht und zeich- I nen sich durch ihr ganz be-! sonders hohes kulturelles Niveau aus. Ein wichtiges Mittel, zur Foerderung unserer Jugendarbeit, ist das Jugendheim der Gemeinde, das im Jahre 1961 gemietet wurde und heute seine Existenzberechtigung i n hervorragender Weise bewiesen hat. Leider i ist dieses Jugendheim nicht mit dem Wachstum der beiden erwaehnten Organisatioi nen mitgegangen, es ist heute | eher zu klein als angemessen, i Wenn es etwas, gibt worauf | wir bei unserer Arbeit stolz 1 sein koennen, so ist dies der ¡ Aufschwung, den die Jugend- 1 arbeit im Laufe der letzten Jahre genommen hat, ein Aufschwung, der uns vertrauensvoll in die Zukunft! blicken laesst. Meine Freunde: Gemeindearbeit beruht auf zwei i Grundpfeilern: Tradition und Leben, Vergangenheit und i Zukunft. 1 Fuer die Zukunft glauben wir zu bauen, wenn wir mit I unserer Jugend arbeiten. Wir! wissen aber, dass diese Zu- I kunft nur dann gesichert : sein kann, wenn sie auf der : festen Grundlage unserer i Tradition, unserer religioesen; Ueberlieferung beruht. DIE KULTUS — KOMMISSION Dafuer zu sorgen, diese Tradition lebendig zu erhalten, ist Aufgabe einer unserer wichtigsten Kommissionen, der Kultus-Kommission. Die Arbeit der Kultus- Kommission ist ausserordentlich schwer. Sie muss einen Weg finden, der den heiligen; Werten unserer Vergangen- : heit gerecht wird, der aber; gleichzeitig den Beduerfnis- : sen unserer Zeit und dieses Kontinents Rechnung traegt, die seelischen Notwendigkeii ten unserer Mitglieder bej ruecksichtigt und ihnen den j Zugang zu unserem religioesen Leben vermittelt, dessen wir alle so dringend beduerj fen. An dieser Stelle moechte ich allen Herren der Kultus-; Kommission aufrichtigst und aus vollem Herzen dafuer j danken, dass sie mit Liebe , und Hingabe, unter oftmals grossen Opfern, sich dieser Aufgabe unterzogen und sie bewaeltigt haben. Sie wissen, dass die Arbeit der Kultus-Kommission sich nicht nur auf die Vorbereitung der Hohen Feiertage und die Durchfuehrung der Gottesdienste an diesen heiligsten Tagen unseres juedischen Jahres beschraenkt. Die anderen Feiertage, jeder Schabbat, ja, vielleicht am allermeisten die Aufrechterhaltung des taeglichen Minj ans sind Angelegenheiten, die sie zutiefst beschaeftigen, sind Probleme, deren Loesung in ihren Haenden liegt. Unsere Kultus-Kommission hat sich im abgelaufenen Geschaeftsjahr ausserordentlich und, wie wir glauben sagen zu koennen, erfolgreich bemueht, alle diese ihre Aufgaben in wuerdiger Form zu erfuelien. So haben wir an den Hohen Feiertagen wiederum ln unserer Synagoge, im dritten Stock des Gemeindehauses und im Teatro Marconi in gewohnter Form beten koennen. Bei den Gottesdiensten im Marconi wurden unsere Kantoren von unserem Damenchor unterstuetzt. Die Damen haben mit nie ermuedender Aufmerksamkeit und Opferwilligkeit weder Zeit noch Muehe gescheut, zu uns zu kommen und uns bei der Verschoenerung unserer Gottesdienste zu helfen. Dass dies so vorzueglich gelang, ist zu einem grossen Teil Verdienst eines Mannes, der nach langjaehriger Taetigkeit als Chorleiter und Organist aus Chile ausgewandert ist, des Herrn Erwin Herper. dem wir auch heute nochmals unseren Dank fuer seine Arbeit und unsere besten Wuensche fuer die Zui kunft aussprechen wollen. | Ebenso moechte ich unserem Gemeindemitglied Herrn : Helmut Herzfeld, ¡aufs Herzi lichste dafuer danken, dass er uns sein wertvolles Harmonium zur Verfuegung gestellt hat und bei wesentlichen Teilen des Gottesdienstes I selbst als Organist taetig gej worden ist. i Die traditionellen Schawuoth —und Hoschano-Rabo-Lernen wurde im vergangenen Jahre unter erfreuli- | cherweise starker Beteiligung; abgehalten. Wie alljaehrlich, haben wir auch dieses Jahr am ersten; Pessachabend einen Gemeindeseder abgehalten, der dieses : Mal unter Leitung von Herrn 1 Rabbiner Lubliner stand und an dem 130 Personen teilgenommen haben. Im vergangenen Ge- : schaeftsjahr hatten wir das Vergnuegen; an zwei Schabossim auswaertige Rabbiner zu hoeren. Einmal sprach zu uns waehrend des Gottesdienstes Herr Rabbiner Joseph Schwarz aus Benton Harbour U. S. A. und weiterhin im Verlaufe eines Oneg Schabbat Herr Rabbiner Dr. Winter aus Montevideo, der anlaesslich der Centra-Tagung in Santiago weilte. Ein weiteres wichtiges Ereignis aus dem vergangenen Geschaeftsjahr ist die Bath Mizwa von 5 Maedchen im Rahmen eines zweiten Freitag-Abend-Gottesdienstes. Diese 5 Maedchen wurden in einem von Herrn Rabbiner Loewenstein geleiteten Kurs vorbereitet. Die Bath Mizwa ist auf dem bestem Wege, zu einer staend i g e n Institution unseres Gemeindelebens z u werden und wir hoffen, dass es uns auch im kommenden Geschaeftsjahr e moeglich sein wird, wieder eine Anzahl junger Maedchen als “Toechter der Pflicht” willkommen zu heissen.; Abschliessend moechte ich in diesem Zusammenhang noch erwaehnen, dass wir, um einer dringenden Notwendigkeit Rechnung z u tragen, Herrn Nicoläs Schwarz als Kultusbeamten und 'Beerdigungsinspektor engagiert haben, der sein Amt zu unserer aller vollsten Zufriedenheit ausuebt. Die heute aus ihrem Amt ausscheidenden Gemeindekoerperschaften haben eine Reihe von Projekten in die Wege geleitet, um das Interesse unserer Mitglieder an dem Besuche unserer Gottesdienste, insbesondere am Freitag-Abend — und Schabbat— zu erhoehen. Wir haben uns unter anderem entschlossen, einen weiteren Kantor zu engagieren, haben auf unsere Inserate in deutschen und argentinischen Zeitungen eine Reihe von Bewerbungen von offenbar ausserordentlich qualifizierten Kantoren erhalten, von denen wir zunaechst zwei aus Buenos-Aires zum Probevorbeten an einem Freitag-Abend und Schabbat eingeladen haben. Diese Herren werden in den naechsten Wochen sich unserem Publikum als Gaeste vorstellen. Den neuen Gemeinde-Koerperschaften wird e s alsdann obliegen, d i e entsprechenden Entscheidungen zu treffen, die sie fuer angebracht halten. SPRACHLICHE UMSTELLUNG UND MODERNISIERUNG In diesem Zusammenhang : sei es mir gestattet, auf eine , weitere Aufgabe der neuen | Gemeinde-Koerperschaften; hinzuweisen. Sie muessen dafuer Sorge tragen, dass unsere Gemeinde binnen weni- , ger Jahre aus einer mitteleuj ropaeischen in eine lateina- . merikanische Gemeinde umgewandelt wird. Hierzu gehoert nicht nur eine sprachliche Umstellung, sondern vor i allem eine gewisse Modernii sierung Unserer Gottesdienste, die nichts mit Reform zu tun hat.. Wieich bereits in diesem Saale anlaesslich : der Eroeffnung des Centra- Kongresses ausfuehrte, bin ich persoenlich auf Grund eigener Einstellung und als (Fortsetzung Seite 7)