Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXIV (1962)
- Issue
- 11 (Noviembre, 1962)
- Date
- 1962-11-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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4 NOVIEMBRE 1962 BOLETIN INFORMATIVO Dem in Santiago de Chile tagenden 4. Kongress der Centra wurde (folgende Erklaerung des Verbandes lateinamerikanischer Rabbiner vorgelegt, die er zu seiner eigenen macht: "In ihrer Jahreszussammenkunft am Rosch-Chodesch Marcheschwan 5723 (28 und 29 Oktober 1962) berieten die Rabbiner der "Unión de Rabinos en Latino-América"' ueber wichtige und schwerwiegende, externe und interne Probleme, die ihre Gemeinden und alle Juden dieses Kontinentes angehen. Das Ergebnis der Berprechungen ist in folgende De- I klaration zusammengefasst: | Heute mehr denn je ist das Zentrum unserer juedi- 1 sehen Arbeit die Gemeinde mit ihrer Synagoge und ihren ' Institutionen. Die Gemeinde ist die Staette, in der wir mit i allen Juden gemeinsam der Verantwortung vor Gott, Torah 1 und unserem Volk gerecht werden. Im Bewusstsein der Einheit des juedischen Volkes und der geistigen Werte die uns allen zu eigen sind, erstreben wir die Zusammenarbeit der Gemeinden und Organisationen in unseren Wohnorten und darueber nij naus auf dem ganzen lateinamerikanischen Kontinent. Auf diese Weise sichern wir die Staerkung unserer Gemeinschaft und die Festigung des lateinamerikanischen Judentums. Um eine neue Generation zur Verwirklichung dieses Zieles heranzubilden, bedarf es .einer modernen juedischen Erziehung in Integralschulen oder anderen intensiven Ausbildungsstaetten, verantwortlich gefuehrter Jugendzentren und unserer geschlossenen Mitarbeit am Ausbau des neugegruendeten lateinamerikanischen Rab- I binerseminars in Buenos Aires. I Eine von juedischen Werden und Kenntnissen durchi drungene Generation wird zur Uebernahme der juedischen Aufgaben in Lateinamerika faehig sein und die geistige Biuecke zwischen Medinat Israel und den juedischen Gemeinden auf diesem Kontinent schlagen. Verbunden mit den schoepferischen Kraeften im Staate Israel unterstreichen wir die Notwendigkeit unserer aktiven Teilnahme an dessen weiterem Aufbau in jedweder Form. In dieser Stunde schicksalhaften sozialen Ringens in den Laendern dieses Kontinentes míen wir alle auf, zur gerechten und konstruktiven Loesung ihrer schweren Probleme beizutragen. In Sinne der ethischen Botschaft unserer Tora; "Zedek, Zedek tirdof" ("Der Gerechtigkeit, der Gerechtigkeit jage nach!") erwarten wir, dass jeder Jude sich seiner persoenlichen Verantwortung fuer die Gesamtheit bewusst ist. So wollen wir mit allen Menschen ohne Unterschied der Herkunft, des Glaubens und der Anschauung unsere Kraefte zur Verwirklichung des biblischen Ideals einer gerechten Welt vereinen. Moege es Gottes Wille sein, dass Frieden den Nationen der Erde gewaehrt sei, im Geiste des Propheten Jesajas; "Friede dem Feinen und Friede dem Nahen". Santiago de Chile, 4 Marcheschwan 5723 1 November 1962 "UNION DE RABINOS EN LATINO-AMERICA" Rabino Dr. Lothar Goldstein. Rabino Hanns Harf. Rabino Paul Hirsch. Rabino Manfred Hoexter. Gran Rabino Dr. Heinrich Lemle. Rabino Egon Loewenstein. _ Rabino Manfred Lubliner. j Rabino Marshall Meyer. I Rabino Dr. Meier Rosenberg. Gran Rabino Dr. Wilhelm Schlesinger. Rabino Dr. Fritz Winter. Der 4. Kongress der Centra apelliert an alle Voelker Lateinamerikas, Frieden und Freiheit zu schuetzen und die heiligen Ideale der sozialen Gerechtigkeit und Gleichheit aller Menschen in ihrem taeglichen Leben und ihrer Politik zu verwirklichen. - ELRY - Corsets — Mieder — Buestenhalter Feine Damen Perlon Waesche — Eigene Fabrikation — Moneda 858 — Famo 30217 DER 4. KONGRESS DER CENTRA R. Hirschfeld und Hans Leschnitzer erneut bestaetigt. Waehrend dieser drei Ta-! ge trafen sich auch 11 Rabbiner, die in der “Unión de los Rabinos en Latinoamérica” zusammengeschlossen sind. Auch ueber ihren Verhandlungen schwebten die. beiden Wolken vom Sinai j und unserer Gegenwart. In oft erregten und interessanten Debatten wurde versucht die Gegenwartsaufgaben zu klaeren, die sich aus der ge. | schichtlicen Bestimmung des juedischen Volkes ergeben. | Darueber hinaus wurde auch in diesem Kreis ueber das (neugeschaffene Rabbinerse- ’ininar gesprochen. Vielleicht darf als wichtigstes Ereignis der Beratungen der Beschluss angesehen ¡ i werden, sich nach Moeglich-! | keit alljaehrlich zu treffen. : i Im Juli 1963 soll in Monte- I video eine Lernwoche mit dem Thema “Die Anpassung : j unseres Gottesdienstes und j I unserer juedischen Erziehung in Uebereinstimmung mit den Bestrebungen unserer Jugend” stattfinden. Daruej ber hinaus wurde eine Erklaerung der Rabbiner verfasst. In deren Mittelpunkt j steht der Aufruf an den Jischuw des lateinamerikani-, sehen Kontinents, sich seiner juedischen Verantwortung nach innen und aus-1 sen .bewusst zu sein. Die Verwaltung der Geschaefte der Arbeitsgemeinschaft der Rabbiner wurde fuer die naechsten. zwei Jahre Herrn Rabbiner Dr. Winter (Montevideo) und dem Unterzeichneten uebertragen. Auch unsere Jugend traf sich in diesen Tagen, um ueber die Probleme der Jasid Noar Darom Americait (Frente Juvenil Judío Latino)-Americano) (zu beraten. Neben vielen Fragen der Arbeit standen auch ideologische Probleme zur Diskussion. Ueber diese wurde — entsprechend dem Sehnen einer echten Jugend nach Klaerung — oft stunden,! lang debattiert. Das 4. Jugendfuehrerlager der Jasid I wurde vorbereitet, das im : Februar 1963 in Chile stattfinden soll. Einer der schoenj sten Momente dieser Tage j war fuer den Schreiber die-! ses Berichtes das Gespraech mit dieser Jugend. Die Her- ¡ ren Rabbiner Dr. Lemle, ¡ 1 Paul Hirsch und ich wurden | eingeladen, um dieser Jugend die Frage zu -beant-, (Fortsetzung von Seite 1) Worten “Wie kann die Jugend der Religion nahe gebracht werden?”. Ueber dieser halben Stunde mit ihrem Suchen nach einem religioesen Weg stand bestes Erbe einer Jugendbewegung.. Jugend aus Brasilien, Paraguay Uruguay, Argentinien, Chile und Perú traf sich —trotz ( aller Strukturdifferenzen— in der Suche nach einem gemeinsamen juedis c h e n Weg. Wir duerfen dieser Jugend dankbar sein dafuer, dass sie uns hilft, die Zukunft des Judentums auf diesem Kontinent zu sichern. W i r duerfen abschliessend feststellen: In Santiago de j Chile hat ein Kongress der Centra stattgefunden, ■ der unseren Gemeinden zur Ehre gereicht. Dieses Suchen. nach einem geistigen Weg j war bestes Erbe unserer | Vaeter. Wenn es uns gelingt,! in diesem Geist an der Schaffung des lateinameri- ’ kanischen Judentums von I morgen mitzuwirken, haben ¡ wir das Erbe des einstigen Judentums in Deutschland bewahrt. Mit Recht sagte mir nach Abschluss der Tagung einer der Delegierten: Es war fuer einen, der sonst nur im Berufsleben steht, ein Herausgerissenwerden aus dem Alltag. Aber es ging nicht nur darum, sondern vor allem um die Orientierung unserer Arbeit. Sie zu finden war nicht leicht. Sie haengt auch weitgehendst von der allgemeinen politischen und sozialen Zukunft dieser Laender ab in denen wir leben. Wir verabschieden uns vom 4. Kongress der Centra und seinen Delegierten mit dem Wunsch, dass wir uns im Jahre 1964 in Sao Paulo in einer Welt der Ruhe und des Friedens Wiedersehen. Dann wird die drohende Wolke des Atomzeitalters der Wolke der Verwirklichung der Ideale vom Sinai weichen. LOEWENSTEIN RESOLUTIONEN (Fortsetzung von Seite 1) 10) Die Centra soll im Rahmen ihres Erziehungsprogramms die Moeglichkeiten fuer Jugendliche schaffen, an Seminaren in Israel teilzunehmen und individuelle Alijah Plaene in geeigneter Form foerdern. 11) Der Kongress dankt der Leitung fuer den Bericht ueber die Installierung des Rabbinerseminars in Buenos Aires, hat von den verheissungsvollen Anfaengen Kenntnis genommen und ¡dankt ihrem dynamische Leiter, Rabbiner Marshall Meyer. Der Kongress ist der Ueberzeugung, dass ¡die der Schaffung vorausgegangenen Beschlüsse eine zuverlaessige Grundlage fuer Weiterarbeit und Ausgestaltung bilden. Innerhalb der Gemeinden und den Kreisen ihrer Jugend soll auf die Bedeutung des Seminars fuer den Fortbestand des suedamerikanischen Judentums hingewiesen werden. Fuer die Bibliothek des Seminars soll geworben werden. Die Gemeinden moegen Schenkungen oder Lbihgaben widmen. 12) Centra erblickt im Leo Baeck-Institut die Wahrung des kulturellen Vermaechtnisses ihrer frueheren Gemeinschaften. Dieses lebendige Monument einst bluehenden Lebens in Europa soll gefoerdert und seine Leistungen zur allgemeinen Kenntnis gebracht werden. Centra soll an ihre Mitglieder appellieren, dieses Werk mit allen Kraeften zu unterstuetzen. Die Gemeinden moegen das historisch wichtige Material aus ihren Bibliotheken dem Institut zur Verfuegung stellen. 13) Die Centra weist auf die Wichtigkeit hin, die juedische Jugend mit der Epoche der Vernichtung des europaeischen Judentums vertraut zu machen und regt an, dass diese als Unterrichtsgegenstand in den juedischen Schulen und Unterrichtszentren in geeigneter Form behandelt wird. BLINDE KINDER IN ISRAEL bedürfen Eurer Freundschaft und Hilfe Unteisiueizt das Blindenheim in Jerusalem Asociación de los Amigos de los Ciegos Israelitas "TORMEI - OR" Portugal 810. Casilla 2487