Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXIV (1962)
- Issue
- 7 (Julio 1962)
- Date
- 1962-07-01
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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14 BOLETIN INFORMATIVO Julio 1962 RUDOLF HAGELSTANGE. (Fortsetzung trifft, so glaube ich, dass die Bundesrepublik solche zu zwei Staaten vor allen anderen unterhalten sollte: zu Israel und Polen, weil den Buergern (oder Vor-Buergern) dieser Staaten von deutscher Seite aus das groesste Unrecht geschehen ist. Die Opportunitaet und die komplizierte Welt — und innenpolitische Lage moegen die Loesung dieser Fragen in beiden Faellen sehr erschweren. Dass man sie nicht energisch versucht, wird von Vielen in Deutschland bedauert. Frager: Wieweit koennen Sie als verantwortlicher politischer Sqhriftsteller den Demokratisierungsprozess in der Bundesrepublik, die Heilung. der Krankheit des Totalitarismus als gelungen ansehen und inwieweit besteht die Gefahr, dass durch die Berlin-Krise u. ae. die alten Tendenzen wieder zum Leben erwachen? Es ist Ihnen sicher bekannt, dass die DDR augenblicklich eine intensive Kampagne gegen die BRD im Ausland durchfuehrt, worin besonders betont wird, dass der Beamtenapparat der Bundesrepublik von nazistischen Elementen durchsetzt ist. Wir wissen, dass Sie um Ihrer freiheitlichen Ueberzeugungen willen seinerzeit die DDR verliessen, glauben aber, dass Sie noch immer g e n u egend Informationen haben, um uns ueber die Stellung der ehemaligen Nazis in der DDR eine allgemeine Auskunft geben zu koennen. Antwort: Der “Demokratisierungsprozess” in Deutschland ist durch das sogenante Wirtschaftswunder favorisiert oder auch abgeloest worden. Wir sind Puritaner geworden: Der Segen Gottes —in Gestalt einer sensationellen Prosperitaet— hat uns von Seite 1 1) gewissermassen, was unsere Anfaeliigkeit gegen totalitaete Systeme betrifft, Absolution erteilt. Die meisten diesbezueglichen Attacken der DDR gegen die Bundesrepublik gell o e r en zum Propagandakrieg, den die Kommunisten gegen alle Staaten —ob unbotmaessige wie Jugoslawien oder Albanien, oder westliche— fuehrt. In der DDR sind alle ehemaligen Nazis im Dienst, die vom braunen zum roten Totalitarismus u e berschwenkten und heute fanatisch fuer “die Partei” arbeiten. In meiner Heimatstadt z. B. ist der Intendant der einst in brauner Uniform den Erstaufführungen seines Theaters beiwohnte, nach entsprechender Gesinnungskorrektur wiederum Intendant. Im Uebrigen fuehlt sich ja die DDR auch in der Wiedergutmachungsfrage den Juden gegenueber zu nichts verpflichtet. Frage: Wir bitten um Ihre persoenliche Stellungnahme zum Eichmann —Prozess und Ihren Eindruck ueber die Reaktion des deutschen Volkes —insbesondere der Jugend— auf die in diesem Prozess neuerdings zur Sprache gebrachten Untaten des NS-Regimes. Glauben Sie, dass dieser Prozess in Deutschland zu einer Katharsis' gefuehrt hat? Antwort: Ich haette mir gewuenscht, dass dieser Prozess in Deutschland stattgefunden haette und dass Eichmann von einem deutschen Gericht abgeurteilt worden waere. Da ich mich seit bald sechs Wochen ausserhalb Deutschlands befinde, ist mir die Reaktion auf die Vollstreckung des Urteils nicht bekannt. Katharsis ist ein grosses Wort, das nur Individuen v/ahrmachen koennen. Fiambreria “La Europea” Av. Irarräzabal 3502 —Tel. 460675 (direkt an der Plaza ftunoa) Ihn. Helmut Bieber Grosse Auswahl au taeglich frischen Wurstwaren von Klaber, Arenberg, Loewenstein Roeschk, Preferida Ausserdem Gefluegel — Kaese — Butter — Eier — Fischwaren — Salate — Schwarzbrot Konserven — Chocoladen und Getraenke Rabb. Samuel Baeck, Lissa (Zum 50. Todestage) GARDÍNEAI aller Art Anfertigung u. Installation house garden Las Talaveras 241 Tel. 44101 Erstkl. europaeischer Herrenschneider übernimmt Massarbeit und Aenderungen. Bei Aviso hole Arbeit ab. 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In Wien studierte er an der Universitaet bei gleichzeitigen talmudischen Studien unter dem gelehrten Rabb. Horowitz. Das Rabbinatsdiplom war ihm vom Oberrabb. Placzek in Boskowitz erteilt worden. Samuel Baeck, verheiratet mit einer Tochter dieses erwaehnten Rabbiners Placzek, uebte seine erste Rabcinatst a e t igkeit in Bo.ehmisch- Leipa aus, von wo er nach einigen Jahren an die beruehmte Gemeinde Lissa berufen wurde. Diese Stadt beherbergte schon im 17. Jahrhundert eine grosse Anzahl juedischer Gelehrter; mit den Namen von Rabbi Akiba Eger und Rabbi Hirsch Kallscher bleibt sie fuer immer verbunden. Es braucht deshalb kein Erstaunen hervorzurufen, dass die kleine Stadt Lissa im Posenschen hohes Ansehen genoss in Bezug auf Berufung von Rabbinern und Ausstellung von Gutachten, dass sie eine “Mutter in Israel” hiess, sogar Posen ueberfluegelte und mit grossen anerkannten Gemeinden wie Worms, Hamburg, Frankfurt, Lemberg in Wettbewerb treten konnte. Doch, als Samuel Baeck auf der Hoehe seines Schaffens stand, war die Glanzzeit von Lissa vorueber, und es war sein Werk, das absterbende Alte mit schonender Hand und grosser Klugheit in die neue Epoche und die neuen Lebensformen hinueberzuleiten. Er ist der erste gewesen, der erfolgreich die Einfuehrung des juedischen Religionsunterrichts an den hoeheren Schulen Preussens befuerwortete; er selbst unterrichtete am staedtischen Gymnasium und war der Delegierte von Lissa im “Deutsch-Israelitischen G emeindebund”. Aus der Feder von Samuel Baeck stammen eine Reihe von Schriften: “Inder und H e b r aeer”, “Erzaehlungen und Religionsgegensaetze der Heiligen Schrift” (1875), “Systematische Religionssaetze der Heiligen Schrift” und wahrscheinlich sein bedeutendstes Werk “Geschichte des juedischen Volkes und seiner Literatur vom Babylonischen Exil bis auf die Gegenwart” (1878). Darueber hinaus war die Taetigkeit Baecks mit Beitraegen an juedisch - wissenschaftlichen Zeitschriften und halachischen Studien ausgefuellt. Er sollte zu Ende des vorigen Jahrhunderts nach Stettin berufen werden, blieb aber doch in Lissa, _wo sein Sohn Leo, als siebentes unter elf Kindern, das Licht der Welt erblickte. Rabbiner Dr. Samuel Baeck war nicht nur der Sohn eines sehr gelehrten Vaters und nur der Vater des so beruehmt gewordenen Sohnes, sondern auch selbst ein bedeutender Rabbiner, Forscher und Schriftsteller. Er starb, 75-jaehrig, Ende Juni 1912, vor nunmehr einem halben Jahrhundert. (Curt Wilk) 0CL&CU HARRY TOHTENKOPF AHUMADA 312 OFICINA 625 — Fono 63034 RADIOS TELEFUNKEN alle Modelle Plattenspieler Transistor Radios Schweizer Uhren An Gemeindemitglieder besonders günstige Preise und Bedingungen Die Anforderungen sind ¿ross Die Verantwortun¿ waechst Kein bewusster Jude darf sich ausschliessen ZOEGERN SIE NICHT EINEN MOMENT UENGER MAGBIT 572Z