Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XX (1958)
- Issue
- 10 (Octubre, 1958)
- Date
- 1958-10-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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6 BOLETIN INFORMATIVO Octubre 1958 BERICHT BEBER ZWEI UNTERWEGS GESEHEN... (Schluss von Seite 5) TAGUNGEN rabbiners Dr. Guillermo Schlesinger zu verdanken. An ihr nahmen die obengenannten Gemeinden und Vertreter teil, zu denen noch Oberrabbiner F. Pinkus aus Sao Paulo kam und viele sefardische und einige aschkenasische Gemeinden. Einen hervorragenden Anteil nahm eine zahlreiche Delegation der United Synagogue of America, die von dem bekannten Gelehrten Abraham Heschel, Prof, des Jewish Theological Seminary, Prof. Dr. Ernst Simon, Herrn Charles Rosengarten, Praesident des Consejo Mundial de Sinagogas und Rabbi’ N. Witkin aus Panama gefuehrt wurde. Unsere Santiaginer Delegation wurde durch Herrn Rabb. Dr. N. Blum verstaerkt. Die Tagung wurde mit feierlichen Festgottesdiensten am Schabbat Abend und Morgen in der grossen Synagoge Libertad eroeffnet, in denen die Rabb. Blum und Loewenstein die Festpredigten hielten. Sonnabend abend fand ein grosser, gut besuchter Festakt in der “Hebraica” statt, in dem unter den zahlreichen Ansprachen Prof. A. Heschel mit seinen grundlegenden Auszehrungen ueber die religioesen Probleme unserer juedischen Gegenwart hervorragte. In den Beratungen selbst wurde ueber die Situation juedischen Lebens auf diesem Kontinent berichtet, so u. a. auch von Rabb. Loewenstein ueber “Das Juedische Leben in Chile”. Auch hier waren wieder die Hauptprobleme “Unsere Jugend und die Synagoge”, “Das juedische Haus”, “Methoden moderner juedischer Erziehung”, “Unser Rabbiner— und Lehrernachdarin gefuehrt wird. “Wir verlangen vom Kongress die sofortige. ..” ist sehr zart gesagt; etwas klarer schon, die Widersacher, in diesem Fall die Aerzte, mit “Miserables” anzureden und fuer unseren Geschmack zu viel, den Praesidenten der Nation in der Schlagzeile einer Zeitung einzuladen, sich unverzueglich... umzubringen. Das Hauptgespraechsthema der Tage war der Streit um die “staatliche” oder “freie” Erziehung. Bisher hat nur die staatliche Universitaet das Recht, Titel zu verleihen. Die Regierung hatte nun die Absicht, private Universitaeten zu erlauben. Der Rektor der Staats- Universitaet, Risieri Frondizi, ein Bruder des Praesidenten, fuehrte die Opposition mit dem Schlagwort “Laica”, d. h. weltliche Erziehung, indem er behauptete, die sog. freie Erziehung sei nur im Interesse der katholischen Kirche. Die Kirche leugnete das und die Parteigaenger der “freien” Erziehung schrieben nun ihrerseits an die Hauswaende “Libre” und warfen ihren Gegnern vor “Laica es Laika” und “Risieri, geh’ nach Moskau”. Wie dieser Kampf Frondizi gegen Frondizi ausgehen wird, ist wahrscheinlich bei Erscheinen dieser' Zeilen schon laengst bekannt. In der Woche vor dem “Dieciocho” konnte man jedenfalls ueberall in Buenos Aires “Libre” lesen,... ausser an den Taxis. Dafuer gibt es in Madrid sehr viele Taxis mit “Libre”. Ansonsten waren die von der dortigen Presse hervorgehobenen wichtigsten Ereignisse der Besuch des Kardinal Spellman, die letzte Botschaft des Papstes und eine Erholungsreise der Gemahlin des Staatschefs General Franco. Paris stand kalendermaessig im Zeichen der Volksbefragung zur neuen Verfassung. Ob es auch stimmungsmaessig der Fall war, ist schwer zu sagen. An de Gaulles Erfolg im Mutterland selbst war nicht zu zweifeln und im Uebrigen schienen die Zeitungsleser in den unzaehligen Boulevard- Cafés mehr an dem Bericht ueber die Liebschaften des Peter Townsend oder der ex-Kaiserin Soraya interessiert zu sein. Nur die vor allen oeffentlichen Gebaeuden stationierten Polizisten mit schussbereiter Machinengewehrpistole waren nicht zu uebersehen und, wie den Zeitungen zu entnehmen war, zuweilen auch nicht zu ueberhoeren. Das Echo des Adenauer-Besuchs bei de Gaulle, der die franzoesisch deutsche Zusammenarbeit sehr gestaerkt hat, scheint in der deutschen Presse staerker gewesen zu sein als in der von Paris. Man war von de Gaulles Bereitschaft, im europaeischen Rahmen mit der D. B. R. zusammenzuarbeiten, dort garnicht so sehr ueberrascht. Nur eine satirische Wochenschrift kommentierte, Adenauer habe zu de Gaulle gesagt: “Wer haette je geglaubt, General, dass Sie nochmal ein Kollaborateur wuerden?” Im Monat August fanden in Buenos Aires zwei Tagungen statt, ueber deren Verlauf angesichts ihrer Bedeutung und ihres schoenen Ablaufs unsere Leser informiert werden sollen. Unsere Gemeinde entsandte auf die Kongresse ihren Praesidenten Herrn Dr. S. Landau, den Vize - Praesidenten Herrn A. Lande und Herrn Rabbiner E. I. Loewenstein. Die erste Tagung wurde von der vor zwei Jahren in Montevideo geschaffenen “Arbeitsgemeinschaft der juedischen Gemeinden und Organisationen zentraleuropaeischen Ursprungs in Latein-Amerika” (Centra) fuer den 18. — 21. August einberufen. Die Zusamm e n k u n f t vor zwei Jahren war in erster Linie ein grosses menschliches Erlebnis, weil sich nach vielen Jahren zum ersten Male Menschen gleichen Ursprungs, von denen sich viele von frueher her kannten, wiedertrafen. Der glaenzende Verlauf der diesjaehrigen Tagung, die ein grosses geistiges Erlebnis war, ist in erster Linie der Anwesenheit des Ehrengastes Prof. Dr. E. A. Simon, der vom Leo Baeck Institut entsandt worden war, zu verdanken. Wenn auch nicht sehr viele Delegierte von den angeschlossenen Gerne i n d e n und Organisationen geschickt wurden, darf man doch sagen, dass sie alle dazu beitrugen, die Tagung zu einem denkwuerdigen Ereignis werden zu lassen. Die Nueva Comunidad Israelita, Montevideo, die in den vergangenen zwei Jahren die Arbeit der Centra geleistet hat, war mit einer starken Delegation vertreten. Ihr Mitglied, Herr Rudolf Hirschfeld, gab in der Eroeffnungssitzung einen sehr interessanten Bericht ueber die geleistete Arbeit, die zeitweilig grosse Schwierigkeiten infolge der grossen Entfernungen und der oft fehlenden Mitarbeit zu ueberwinden hatte. Fuer die Gemeinde Sao Paulo sprach Herr Dr. Feuereisen und der aus seiner frueheren Taetigkeit in Deutschland allseitig bekannte Dr. Alfred Hirschberg, der leider erst am letzten Tage in Buenos Aires eintraf. Die Gemeinde in Rio de Janeiro vertrat ihr bestens bekannter Rabbiner Dr. Enrique Lemle, der mit seinen Ausführungen verschiedene Male die Anwesenden begeisterte, auch dann wenn man nicht in allen Punkten seine religioese Auffassung teilte. Auch die Gemeinde Cochabamba (Bolivien) war durch Herrn F. Wiener vertreten, der mit Begeisterung die Interessen der Kleingemeinden verteidigte. Die Gemeinden und Organisationen unseres Sektors in Buenos Aires nahmen gleichfalls aktiv an den Beratungen teil, wobei Herr Curt Braun, der Praesident der Arbeitsgemeinschaft der Gemeinden und Organisationen in Buenos Aires, sowie die Herren Rabb. M. Rosenberg, H. Harff und P. Hirsch hervorragten. Leider fehlte aus gesundheitlichen Gruenden Rabb. Dr. F. Winter, Montevideo, der an den Arbeiten der Centra einen besonders wichtigen Anteil hat. Unter den gehaltenen Referaten sind zu erwaehnen: Prof. Simon ueber “Die Aufgaben des Leo Baeck Institut”, Rabbiner Dr. Lemle ueber “Probleme des juedischen Lebens”, Rabb. Dr. M. Rosenberg ueber “Synagoge und Juedische Schule”, Rabbiner E. I. Loewenstein: “Die specifische Funktion unserer Gemeinden”, Herr Hardy Swarsensky ueber “Verwaltungsfragen”. Es versteht sich, dass sich die von den Rednern behandelten Probleme oft ueberschnitten. Und doch lag staendig ueber der Tagung eine bemerkenswerte Spannung, die den Ernst spueren lies, mit dem die Fragen behandelt wurden. Immer wieder wurde die menschliche Gemeinsamkeit sic h t b a r, die die Teilnehmer verband, und die das Ergebnis des gemeinsamen Ursprungs und einheitlichen juedischen Zukunftswillens war. In das Praesidium der Tagung wurde auch Herr Dr.. Landau gewaehlt, der an den zeitweise recht lebhaften Debatten hervorragend teilnahm. Ebenso wurden Herr Dr. Lehmann und Herr Dr. Landau in die neue Leitung bestimmt. Ueber die gefassten Resolutionen und das Ergebnis der Tagung der Centra, deren Sitz fuer die naechsten zwei Jahre in Montevideo bleibt, soll in der naechsten Nummer unseres Boletín Informativo ausfuehrlich berichtet werden, denn noch haben wir von der zweiten Tagung zu erzaehlen, die von Freitag, d. 22. August bis Dienstag d. 26. August stattfand. Sie war von der Congregación Israelita de la República Argentina vorbereitet worden und hatte eine “Conferencia Consultativa de Sinagogas Latinoamericanas” zum Ziel. Der Erfolg dieser Zusammenkunft ist weitgehendst dem energischen Beitrag des Oberwuchs” und schliesslich die Moeglichkeiten einer staendigen Zusammenarbeit. Ob aus dieser Zusammenkunft, die zunaechst einmal nur informativen Charakter trug, ein staendig funktionierender Organismus entstehen wird, muss die Zukunft lehren. Hier wurden sprachliche Differenzen sichtbar. Man sprach spanisch, portugiesisch, jiddisch und hebraeisch. Der menschliche Kontakt war selbstverstaendlich im ersten Moment noch nicht gegeben. Und doch wuchsen die Teilnehmer auch dieser Tagung im Laufe der Debatten zusammen. Es war die Ueberzeugung von der Tragweite der allen gemeinsamen Probleme und der Notwendigkeit eines Versuches sie auch gemeinsam zu loesen, der die Zusammenkunft zum Erfolg fuehrte. Alle wurden von dem Bewusstsein getragen, dass es das erste Mal auf diesem Kontinent war, dass Juden verschiedener Herkunft und religioeser Ueberzeugung sich zusamme n f a n d e n, um ueber Probleme unserer Religion und Tradition zu sprechen und Wege in die Zukunft zu finden. Es geht darum, wie Herr Charles Rosengarten es formulierte: Die Juden wieder juedisch zu machen. Dieses Bemuehen ist aller Opfer wert. Den Abschluss der Tagung bildete ein interessanter Besuch des Lehrerseminars der “Congregación”, dessen geistiger Vater Herr Oberrabbiner Dr. G. Schlesinger ist. Ueber diesen Besuch und ueber die Beschluesse dieser Tagung werden wir gleichfalls erst dann berichten, wenn die Protokolle uns vorliegen werden. In das Praesidium des zu schaffenden Organismus, wurde als Vertreter Chiles, Herr Dr. Landau gewaehlt. Wir haben ueber zwei Tagungen berichtet. Man kann an dem konkreten Ergebnis solcher Zusammenkuenfte zweifeln. Und trotzdem schliessen wir mit dem Worte — ken jirbu — sie moegen sich vermehren. Denn sie sind Ausdruck einer wirklichen geistigen Not. Vielleicht ist diese geistige Not die Wurzel fuer eine hoffnungsfreudige Zukunft, denn sie zwingt, die Wege zu suchen und die Mittel fuer ein lebendiges Judentum in Lateinamerika zu schaffen. LOEWENSTEIN. Gemeindehaus, Av. Portugal 810, Sonntag, den 19 Oktober um 6 Uhr nachmittags MUSIKALISCHES ALLERLEI Eine Veranstaltung heiterer und ernster Musik. Leitung: JUAN Conference: KITTY SCHWARZ Mitwirkende: PEYSER MATILDE BRODERS ALFRED NEUGEBAUER DITA MARCUS HANS LOEWE (SOPRAN) (BARITON) (SOPRAN) (CELLO): Klavierbegleitung: JUAN PEYSER Eintrittskarten zu $ 800.— im Buero der Gemeinde Ein Teil des Betrages kommt dem Altersheim zugute. Operetten Lieder und Duette Operetten und Duette Melodioeses und Virtuoses r