Židovská ročenka pre Slovensko
- Journal
- Židovská ročenka pre Slovensko
- Volume
- 5700 (1940)
- Date
- 1940-01-01
- Page
- Seite 34 (sequence 46)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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ders als seine Gemeinde durch eine Feuersbrunst in Not geraten ist. Rabbi Sofer wurde nach Balassagyarmat, Neutra, Boskowitz, Proßnitz und Waag-Neustadtl berufen. Der historischen Wahrheit zuliebe darf nicht verschwiegen werden, daß ein Protokoll der Waag-Neustadtler Gemeinde vorhanden ist, worin über den Mangel der Rednergabe des Chatam-Sofers berichtet wird und darum wegen seiner Berufung keine Einstimmigkeit erzielt werden konnte. In der Tat war Rabbi Moses Sofer, gleich seinem großen biblischen Namensbruder, kein Mann der Rede; er hat ob der Pflege des Inhaltes die rhetorische Form verschmäht. Selbst seine leidenschaftlichsten Lobredner sprechen nicht von der rednerischen Wirkung seiner Vorträge. Sein Organ war auch nicht kräftig genug, eine größere Synagoge zu füllen. Aber was er sagte, war unsterblicher als wie er es sagte. Die Nachwelt bewundert seine Exhorten, wie sie die mächtigen Apostrophen des biblischen Moses genießt, ohne etwas von seiner „schweren Lippe" wahrzunehmen. Am 15. September 1806 (3. Tischri) erhielt er die stolze Nachricht, daß ihn die „Krönungsgemeinde" Preßburg, die gefeierte Mutterstadt in Israel zu ihrem Oberrabbiner und zum Leiter der schon weithin berühmten Jeschiba gewählt habe. Das Dokument seiner Ernennung wurde ihm am 21. September, also am Rüsttage des Jomkippur überreicht. Der Preßburger Rabbinerwahl waren jahrelange Kämpfe zwischen den Strengkonservativen und den dem allerdings sehr gemäßigten Fortschritte Ergebenen vorausgegangen. Der Landesrabbiner von Mähren, Markus Benedikt, war schon gewählt gewesen, doch scheiterte seine endgiltige Berufung anscheinend an den Bedingungen, die er der Gemeinde auferlegt hatte. Die Wahl des Chatam Sofers hat in Rabbinerkreisen Überraschung hervorgerufen, da ihm sehr bedeutende Rivalen gegenüberstanden. Nach einer späteren Eingabe seiner Widersacher an die Regierung hatte man den sanftmütigen, noch weniger berühmten Rabbi von Mattersdorf gewählt, von welchem kein wirksamer Widerstand gegen die fortschrittlichen Bestrebungen der leitenden Männer, Wolf Breisach und Genossen, zu befürchten war. Aber der sanftmütige Rabbi war ein Löwe an Mut und Stärke, wenn es galt, die Unveränderlichkeit der Tradition zu verteidigen. Der Einzug des Rabbi Sofers geschah, der starken Gegnerschaft wegen, die ihn noch in einem Briefe ersucht U