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Židovská ročenka pre Slovensko · 1940-01-01 · 5700 (1940) · p. Seite 33

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Židovská ročenka pre Slovensko
Volume
5700 (1940)
Date
1940-01-01
Page
Seite 33 (sequence 45)
Language
German
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eines kindlichen Geistes, die gegenwärtig schon wie eine Fabel anmuten, bilden aber ein gleichklingendes Kapitel in der Jugendgeschichte aller großen Rabbiner am Anfange des vorigen Jahrhunderts und früher. Man wird es demnach begreiflich finden, daß der junge Sofer im Alter von sieben Jahren bereits einige Traktate des Talmuds hersagen konnte und sogar seine eigenen Erklärungen über unverständlich scheinende Stellen vorgetragen hat. Er war zuerst Schüler des frommen und reichen Privatr gelehrten Rabbi Salman Hachassid und kam dann mit jungen Jahren in das Lehrhaus des Rabbi Nathan Adler, welcher nicht bloß im Meere des Tamuds, sondern auch in den weltlichen Wissenschaften daheim gewesen sein soll. Ein festes Band der innigen Verehrung fesselte von da ab den jugendlichen Gelehrten an seinen Meister. Dieses schöne Verhältnis wurde durch folgenden eigenartigen Vorfall noch inniger gestaltet. An einem Samstage hielt der junge Sofer einen talmudischen Vortrag, während welchem er eine These seines Ahnen R. Samuel Schotten angegriffen hat. Der erzürnte Vater ließ sich dazu hinreißen, diese pietätslos scheinende Handlung mit einer Ohrfeige coram publico zu ahnden. Sofer zog hierauf in das Haus seines Lehrers Rabbi Adler. Er war auch Hörer des berühmten talmudischen Autoren Rabbi Pinchas Horowitz (Haflaa). Zwei Jahre lang besuchte er die Rabbinatsschule in Mainz, von Rabbi Michael Scheuer geleitet, kehrte aber wieder ins Haus des Rabbi Nathan Adler zurück, er konnte sich auch nicht von ihm trennen, als dieser im Jahre 1783 nach Boskowitz in Mähren berufen wurde. Dort fand er auch in dem Privatgelehrten und berühmten Autoren R. Samuel Kolin (Machazit haschekel) einen trefflichen Lehrer. Nathan Adler ging nach zwei Jahren wieder nach Frankfurt zurück. Der junge Sofer fühlte aber, daß er seine Wirksamkeit von Deutschland nach Österreich verlegen müsse. Er ging nach Frößnitz, wo er die verwitwete Tochter des frommen Moses Jerwitz (1785) geheiratet hat. Er leitete die Jeschiba von Frößnitz bis zum Jahre 1793, wo er Rabbiner in Straßnitz (Dresnitz) geworden ist. Nach fünfjähriger Tätigkeit wurde er nach Mattersdorf (Mattersburg) berufen, wo er seinen Ruf als Koryphäe auf dem Gebiete der theologischen Dezisionen begründet hat. Er verläßt diese Gemeinde, trotz ehrenvollerer und günstigerer Berufungen anderer Gemeinden nicht, beson- 3 33

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