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Židovská ročenka pre Slovensko · 1940-01-01 · 5700 (1940) · p. Seite 35

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Židovská ročenka pre Slovensko
Volume
5700 (1940)
Date
1940-01-01
Page
Seite 35 (sequence 47)
Language
German
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IRI
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hatte,-vom Einzüge abzusehen, in aller Stille. 'Aber seine.großartige Gelehrsamkeit, seine einem reinen Herzen entquellende Menschenliebe, seine Selbstlosigkeit und eherne Rechtsliebe eroberten ihm allmählig alle Herzen. Nach seiner Wahl erließen die Fortschrittsmänner einen Aufruf, der auch 1867 in „Sulamith" erschienen ist. Darin wird auf die Unhaltbarkeit der Kulturzustände in der Gemeinde hingewiesen, auf die in Unbildung erhaltene Masse, die solchergestalt nicht wirtschaftlich emporkommen kann, auf die Unzulänglichkeit des Unterrichtes in der Gemeindeschule und auf die Notwendigkeit, ein modernes Schulwesen zu erbricht en. Allein die große Not der Zeit, die darauffolgenden Jahre des Schreckens, die große Überschwemmung im Frühjahre 1809 und die Bombardierung Preßburgs durch die Franzosen im Sommer desselben Jahres (siehe: Die Beschießung Preßburgs durch die Franzosen im Jahre 1809 in „Juden und Judengemeinden Bratislava-Preßburg"), sowie die große Brandkatastrophe im Jahre 1811, lenkten den Sinn auf die dringendsten Bedürfnisse des Alltages. Das Judentum schreitet übrigens niemals mit Siebenmeilenstiefeln vorwärts. Erst am 1. April 1820 schritten die Fortschrittsführer Wolf Breisach, Koppelman Mandl, Abraham Cohn, Simon Schwabacher, Ber Oppenheimer und Abraham Bettelheim zur Verwirklichung ihrer Aufgabe und eröffneten im Hause Judengasse 4 die Primärschule, die wohl im Schatten der Ungnade des Rabbinates wirkte, aber nur einen moderneren Schulplan entworfen hatte und sonst einen genug konservativen Charakter aufgewiesen hat. Die Regierung und die reichen Wiener Juden unterstützten die Schule aufs Beste. Das Verhältnis des Chatam Sofer zu dieser Schule war bei weitem nicht so vergiftet, wie es später von Überfrommen dargestellt wurde. An der Spitze der Schule stand ja der Gemeindevorsteher Wolf Breisach, der zwei Jahre später Hand in Hand mit dem Rabbinate und Abraham Hirsch Lemberger die erste jüdische Handwerkerschule Mitteleuropas gegründet hat. Der Leiter der Primärschule übersetzt z. B. die Approbation des Chatam Sofers zu dem deutschen Lehrbuche des Gründers der Mädchenschule Lazar Horowitz. (Siehe „Judaica" Heft 5/6.) Das Verbot der weltlichen Studien an der Jeschiba hat der Rabbi vielen Schülern gegenüber aufgehoben, wie es aus den Biographien vieler der Jeschiba entsprossenen Rabbiner hervorgeht. Nordaus Vater, 85

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