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Židovská ročenka pre Slovensko · 1940-01-01 · 5700 (1940) · p. Seite 32

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Židovská ročenka pre Slovensko
Volume
5700 (1940)
Date
1940-01-01
Page
Seite 32 (sequence 44)
Language
German
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SAMUEL BETTELHEIM: Chassam Sopher und seine Zeit Die Einflußsphäre dieses leuchtenden Sternes unter den Asteroiden der Acharonini erstreckt sich weit über sein Zeitalter bis in unsere Tage herunter. Denn der große Rabbi war nicht bloß ein stiller Stubengelehrter, welcher seine Lebensanschauung nur durch die Feder fließen ließ, sondern er stieg auch, wenn es sein mußte, mit bewährter Hand in das Getriebe des öffentlichen Lebens hinab und griff mit fester Hand in die Speichen des Rades der Zeit, das er nicht aufzuhalten vermochte, dessen Umdrehung zu verlangsamen er aber als seine heilige Mission betrachtet hat. Worin lag das Magische seiner Persönlichkeit, seines Namens, das seine Wirkung auf Urahne, Großvater, Vater und Kind unvermindert, wenn nicht in verstärktem Maße noch immer auszuüben vermochte? Rabbi Moses Sofer wurde am 7. Tischri des Jahres 5523 (1762) in Frankfurt am Main geboren als Sohn des talmudgelehrten Handelsmannes Samuel Sofer und seiner durch ihre Frömmigkeit und Mildtätigkeit vielgerühmten Gattin, Rösel, einer Enkelin des hervorragenden Talmudisten Rabbi Samuel Schotten (mit der Abbreviatur seines Namens Maharscha genannt). In den ersten Geistesregungen des Kindes offenbarten sich schon die außerordentlichen Fähigkeiten, welche gepaart mit einem stupenden, rastlosen Fleiß, ermöglicht haben, jene erstaunliche Summe von Gelehrsamkeit in einem Geiste aufzuspeichern, die an ihm so bewundert worden ist. Bei seiner Erziehung galt noch das Gebot des Talmuds: Wenn das Kind zu sprechen beginnt, muß der Vater mit dem Unterrichte der Thora beginnen! — Das Einjährige konnte bereits Gebete in hebräischer Sprache hersagen. Im dritten Jahre konnte man flott hebräisch lesen; im fünften Jahre wußte man in den vokallosen Blättern der Mischna Bescheid und trug mit den mnemotechnischen Mitteln des Singsangs und Gebärdenspieles die schwierigsten juristischen und theologischen Probleme in hebräisch-aramäischer Sprache vor. Diese enormen Leistungen

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