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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1986-01-01 · No. 51 (1986) · p. Seite 18

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1986
Issue
No. 51 (1986)
Date
1986-01-01
Page
Seite 18 (sequence 18)
Language
German
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RABBI JACOB ZYI MECKLENBURG (1785-1865) Einsicht in den Wochenabschnitt hie und da mit dem Kommentar “HAKTAV VEHAKABALAH ” (Schrift und Überlieferung) brachten mich dazu, mich fuer die Biographie des Verfassers zu interessieren, und siehe da — gleich zwei Jahre des Gedenkens an ihn — geboren vor 200 und heimgegangen vor 120 Jahren. So gebuehrt es ihm wohl, die Leser naeher mit ihm bekannt zumachen. Zunaechst etwas Biographie: Rabbi Jacov Zvi stammte aus Inowraclav, wie so viele bedeutende unseres Volkes auch er aus dem Posenschen. Zunaechst war er Kaufmann, und erst im Alter von 46 Jahren entschloss er sich, dem Ruf der Gemeinde Koenigsberg Folge zu leisten (1831), dort blieb er Rabbiner bis zu seinem Tod, waehrend 34 Jahren. Wo er sich seine tiefen Kenntnisse in Torah, Halacha und Aggada angeeignet hat, konnte ich nicht feststellen. Sein obengenanntes Hauptwerk, ein Kommentar des Pentateuch in hebraeischer Sprache, ist ein Kind seiner Zeit. Wie seine Zeitgenossen Hirsch, Malbim, Berlin (und (spaeter) Epstein in Torah Temima) ist er bestrebt, Einheit zwischen der schriftlichen und der muendlichen Lehre aufzuweisen, wohl, wie die Genannten, von der Tendenz geleitet, den damals aufkommenden Anzweiflern dieser unzerstoerbaren Einheit Schach zu bieten, was ihm auch in grossem Masse gelungen ist. Seine Erklaerungen sind oft originell, und wie s.Z. Raschi in mittelalterlichem Franzoesisch, scheut er nicht viele schwere Ausdruecke in Deutsch zu erklaeren. Schon zu seinen Lebzeiten erlebte das Werk drei Auflagen, eine mit deutschem Text des Chumasch. 1880 sah eine weitere Ausgabe, von Abraham Berliner redigiert (auch diesem ist ein Erinnerungsartikel in diesem Blatt gewidmet). Mecklenburg s.A. verfasste auch einen Kommentar zum Siddur, auh dieser mehrfach nach, gedruckt. Er schrieb auch Anmerkungen zu verschiedenen rabbinischen Werken. M. N. Rabbi Jacob Levy (1819—1892), geboren in der Gegend von Posen, erhielt die Rabbinerwuerde von dem berühmten Rabbi Akiba Eger, unter dem er studierte. An den Universitaeten Breslau und Halle studierte er Philologin und orientalische Sprachen. Im Jahre 1850 verliess er das Rabbinat der Stadt Rosenberg in Oberschlesien um sich voellig der akademischen Arbeit zu widmen. In Breslau wurde er Dayan im Jahre 1857, und von 1878 bis zu seinem Tod war er Dozent an der Mora-Salomon Leipziger-Stiftung. Die preussische Regierung ernannte ihn zum Professor fuer sein monumentales Woerterbuch der Chaldaeischen Sprache und der Targumim. Ein zweites seiner Werke war das Neuhebraeische und Chaldaeische Woerterbuch über die Talmudim und Midraschim. In diesen Gebieten war Levy der hervorragendste Fachgelehrte seiner Zeit. In dem posthum im Anfang 1985 erschienenen Buch von Schmuei Josef Agnon “Tachrich schel Sippurim” findet Sich die folgende Erzaehlung aus dem Leben des Rabbi Jacob Levy — sie wurde dem Verfasser von Dr. Daniel Goldschmidt s.A., dem bekannten Sachkenner der Liturgie, erzaehlt: Eines Tages kam der Vater Rabbiner von Schildberg im Posenschen zu Besuch bei dem Sohn, dem Rabbiner von Rosenberg, und fand ihn vertieft in PROF. ABRAHAM BERLINER (1833-1915) Soviel wir wissen, ist es bisher nicht beachtet worden, dass seit dem Tode von Professor Abraham Berliner s.A. nunmehr 70 Jahre vergangen sind. In seinem Todesjahr 1915 widmete ihm der Dozent Rabbiner Dr. Simon Eppenstein eine eingehende Wuerdigung in der Wohlgemuthschen Zeitschrift Jeschurum (2, 1915, 457ff). Desgleichen unternahm Dr. J. Wolfsberg (Aviad), als Einleitung zu den zwei Baenden von Berliner’s Schriften, erschienen in hebraeischer Uebersetzung im Mossad Harav Kook im Jahre 1945. Abraham Berliner, zum 70 Geburtstag (von der Preussischen Regierung mit dem Professortitel beehrt) war urspruenglich Lehrer, wie sein Vater, in Obersitzko, später in Arnswalde, beides in der Provinz Posen. Er war Autodidakt, und schon im Alter von 40 Jahren Gelehrter von Rang, sodass er in dem 1873 von Rabbi Israel Hildesheimer gegründeten Rabbinerseminar dozieren konnte. Seine Faecher waren juedische Geschichte und Literatur, er war dort auch Bibliothekar. Seine — die erste — kritische Herausgabe des Raschikommentars zur Thora gilt noch heute als klassisch. Auch den Targum Onkelos gab er in textgetreuer Ausgabe neu heraus. Seine besondere Aufmerksamkeit galt dem italienischen Judentum, deren Frucht war die dreibändige “Geschichte der Juden Roms”. “Aus dem Leben der deutschen Juden lm Mittelalter” ist eine andere seiner von grossem Wissen zeugenden Monographien. Wir koennen nur einen Teil seiner Werke nennen. Seinem Interesse an Buechern aus dem jüdischen Kulturgebiete ist die Neugründung der Gesellschaft “Mekizei Nirdamim zu verdanken (1885), die noch heute — Sitz in Jerusalem — wissenschaftliche Ausgaben bedeutender Judaikawerke veroeffentlicht. Berliner war ein Kämpfer fuer die Orthodoxie gegen die Reform, und aktives Mitglied der Berliner “Adass Jisroel” Gemeinde. Bis zu seinem Tode wirkte er am Rabbinerseminar. M, N. Studien der chaldaeischen, persischen, griechischen und lateinischen Sprachen. Darueber verwundert, befragte er ihn wozu diese Studien dienen sollten, worauf die Antwort des Sohnes war, dass sich im Talmud sehr viele Lehnwoerter aus diesen Sprachen vorfaenden, sodass die Forschung in ihnen von Bedeutung fuer das Verstaendnis der Texte sei. Dem Vater, aus der alten Schule, gefiel diese Taetigkeit seins Sohnes nicht, und im Verlauf des Schabbatgottesdienstes in der Synagoge zu Rosenberg bestieg er den Almemmor und rief aus, sein Sohn sei nicht wuerdig als Rabbiner zu fungiereren, da er seine Zeit mit unnuetzen Studien verbringe, anstatt Thora zu lernen... Daraufhin verliess Rabbi Jacob Levy das dortige Rabbinat, und sein weiterer Lebensweg, wie oben geschildert, machte ihn zu einem der hervorragendsten Forscher der von seinem Vater “verfemten” Wissenschaften... (Es sei bemerkt dass in den Jahren 1930 — 1939 unser Freund und Herausgeber dieser Zeitung Elieser Lewin Prediger und Kantor in Rosenberg war...) Mitgeteilt von Mordechai Noy, Ramath Chen. „LIEBE DEINEN NAECHSTEN” Unser Freund Prof. Joseph Walk bringt in der letzten Nummer des “Mitteilungsblattes” (uebrigens ein viel zu bescheidener Name der so vieles intressante Material umfassenden Zeitschrift...), weiteres Material zur Erklaerung des bekannten Thoraverses Vajikrah 19.18), zusaetzlich zu einer frueheren Bemerkung im Nachruf auf Rabbiner Leo Baeck zu seinem 25. Todestag. Danach ist die Vorschrift zu deuten “Liebe deinen Naechsten denn er ist wie du”. Interessant und originell ist die Erklaerung von Rabbiner Samson Rafael Hirsch in seinem Chumeschkommentar: Der Vers lautet bekanntlich nicht: Ve’ahavta et Re’acha kamocha”, wobei “et” wie gewoehnlich den Akkusativ bedeuten wuerde, sondern “Le’reacha” — das was dem Naechsten eigen ist. Er uebersetzt mithin: “Liebe deines naechsten Wohl wie deines” und fuehrt im Kommentar unter anderem aus: “Sein Wohl und Weh sollen wir lieben wie das Eigene, sollen uns freuen mit seinem Glueok wie mit eigenem, sollen uns betrueben Uber seinem Leid als haette es uns getroffen, sollen mit derselben Freudigkeit zu seinem Wohle beitragen, als gaelte es das eigene Wohl, sollen Leid von ihm abwenden, als waeren wir selbst davon bedroht.” Mordechai Noy, Ramath Chen. TORE ZUM JUDENTUM (THE JEWISH WAY OF LIVE) van Valerie Ruth A 1 t m a n n erschienen bei ARIEL, United Israel Institutes Jerusalem, Hapisga St. 5 (Preis: 13,50 Neue Israel Schekel — Ausland: 9 US Dollar). Dieses Buch, auf welches wir bereits in der Nr. 50 unseres Mitteilungsblattes aufmerksam macnten, liegt nun gedruckt vor und wir wollen Frau Altmann (früher Breslau) zu diesem Erfolg nochmals gratulieren. Frau Altmann beschreibt zunächst kurz ihren eigenen Weg zum Judentum und die Anfänge ihrer Lehrtätigkeit bei Übertritten. Da die meisten der Anwärterinnen der hebräischen Sprache nicht mächtig waren, musste der Unterricht in Englisch oder Deutsch erfolgen. Die eigenen Aufzeichnungen in diesen Sprachen wurden die Grundlage für das jetzt erschienene Buch. V.R. Altmann beginnt mit einem Abriss der Jüdischen Geschichte und widmet sich dann allen Themenkreisen des jüdischen Lebens, wie Kashruth, Schabbath, Sinn der Feiertage, Stellung und Aufgaben der Frau etc. Besonders hervorgehoben wird die Ethik des Judentums. “Tore zum Judentum”, versehen mit einem Vorwort des Oberrabbiners von Haifa, Schaar Jaschuv Cohen, in drei Sprachen (deutsch, englisch, iwrith), ist eine schöne Einführung zum Verständnis des Judentums und eine Anregung zum Weiterlernen. Bei dieser Gelegenheit gratulieren wir Frau VALERIE ALTMANN zu der grossen Ehrung und Anerkennung, die sie in der B’ne Brith Loge nach 60 jähriger Mitgliedschaft und anlässlich des Erscheinens des Buches, erhalten hat. E. L. RABBI JACOB LEVY - RABBINER UND SPRACHFORSCHER 18

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