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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1978-04-01 · No. 43 (April 1978) · p. Seite 28

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Programm der Einweihung der neuen Synagoge in Kreuzburg O/S 15. Ellul 5646 — 15. September 1886 Herr Manfred David und Frau Rosel geb. Lewkowitsch aus London haben den nachstehenden Bericht bezw. das Programm der Einweihungsfeier der Kreuzburger Synagoge mit Photokopien uns überlassen. Wir danken Ihnen von dieser Stelle aus für dieses historische Dokument und freuen uns, nachstehend unseren Lesern aus dem Programmheft das wichtigste mitzuteilen: 1. Versammlung der Ehrengäste im alten Bethaus um 1 Uhr 45. 2. Beginn des G "ttesdienstes mit dem Minchagebet um 2 Uhr. 3. Choral mit dem Anfang “Gelobt sei G”tt, ihn preist in alle Ewigkeiten“. 4. Predigt. 5. öffnen der Bundeslade, Aushebung der Thorarollen mit den üblichen Gebeten. 6. Während dieser Zeit ordnen die, durch eine weisse Binde am linken Arm gekennzeichneten Festordner den Festzug in folgender Weise: Unvergänglich eingegangen in die Geschichte sind die Namen der Rabbiner Tiktin Vater und Sohn), Abraham Geiger, Manuel Joel, Professor Jakob Guttmann (dessen Sohn Professor Julius Guttmann 1934 an die Universität Jerusalem berufen wurde), Dr. Hermann Vogelstein, Dr. Hoffmann, Dr. Simonsohn, Dr. Jakob Sänger und als letzter Dr. Reinhold Lewin, der am 7. November 1938 in der neuen Synagoge feierlich in sein Amt eingeführt wurde, und der wenige Tage später, am 10. November, vor den Ruinen des von den Nazis zerstörten Gebäudes stand. Er galt mit Recht als einer der ersten Kanzelredner Deutschlands. Seine Fähigkeiten lagen aber auch auf dem Gebiete der Verwaltung. So wurde er als ordentliches Mitglied in den Vorstand der Gemeinde berufen, in welchem er das schwere Amt als Leiter der Wohlfahrt und der Auswanderung übernahm. Unterstützt wurde er ln dieser Tätigkeit von vielen jüdischen Frauen, unter denen ich nur Paula Ollendorf, weit über Breslau hinaus als eine selten begabte, fesselnde Rednerin mit einem gütigen Herzen bekannt, Frau Grete Bial, Margarete Wachsmann und Emmi Vogelstein nennen möchte. Im Vorstand der jüdischen Gemeinde, welche als drittgrösste Deutschlands 1925 etwa vierundzwanzigtausend Mitglieder zählte, waren seit altersher stets die angesehensten Persönlichkeiten tätig. Das Arbeitsfeld war auf allen in Betracht kommenden Gebieten sehr umfangreich geworden. Die grosse Fränkelsche Stiftung hatte ihr eigenes Kuratorium, ebenso wurden viele Jüdische Stifa) die Schuljugend. b) hellgekleidete Mädchen mit grünen Kränzen auf dem Kopfe, in deren letzter Reihe das Kissen mit dem Schlüssel zur Synagoge getragen wird. vorübergehend aufhaltenden Glaubensgenossen aus i dem Posenschen und aus Polen verdanken. Unter den Vorsitzenden der Gemeinde der letzten Jahrzehnte steht Herr Geheimrat Wollstein in bestem Angedenken. Nie wird, so lange noch Breslauer leben, die Erinnerung an die hervorragende Persönlichkeit von Eduard Sachs, dem Schöpfer des Israelitischen Krankenhauses u. langjährigem ersten Vorsitzenden der Gemeinde erlöschen. Und jeder, der das Glück hatte, sich zu den Mitarbeitern seines Nachfolgers, des Geheimen Justizrates Leo Goldfeld, zu rechnen, gedenkt dieses geistreichen, charmanten, liebenswerten Mannes, der, vorbildlich wirkend unbestechlich und warmherzig zwölf Jahre lang an der Spitze der Gemeinde stand. In ernster Arbeit kümmerte er sich um jeden Zweig der Verwaltung. Die Statuten der Gemeinde waren sein eigenstes Werk. Unterstützt wurde er in seiner Tätigkeit von dem langjährigen Verwaltungsdirektor. Amtsgerichtsrat a. D. Dr. Ernst Rechnitz, der bereits 1933 als erstes Opfer der Nazis wegen eines im Gemeindeblatt (dessen verantwortlicher Redakteur er war) veröffentlichten Artikels seiner Freiheit über ein Jahr lang beraubt wurde. 1933! — Mit Würde haben die Breslauer Juden ihr furchtbares Schicksal getragen, Ausgelöscht ist die Gemeinde, Ausgerottet, verschleppt, ermordet sind tausende ihrer Mitglieder. Mag dieser flüchtige Ausschnitt aus der Geschichte der Breslauer Juden zukünftigen Geschlechtern vor Augen führen, dass sie stolz auf ihre Vorfahren sein können. c) Orchester, Chor und Kantor. d) die Chuppah (Baldachin) und die Thorarollen. e) die Geistlichkeit, Bautechniker, Ehrengäste und die Synagogen-Behörde. g||l|ig y*' ffff f) an die Letzteren schliesst sich das Publikum — je 4 Personen in einer Reihe — an. 7. Vor dem Eingänge zur neuen Synagoge folgender Chorgesang mit Orchesterbegleitung “Hebet Eure Häupter Ihr Tore u. erhebet Euch Ihr Pforten der Ewigkeit, das einziehe der König der Ehre” usw. 8. Eröffnungszeremonie. 9. Während des Einzugs in die neue Synagoge wird ein Choral gespielt. Die Thoratragenden stellen sich der Reihe nach vor dem Altar auf. Hierauf folgendes Gebet: Wie schön sind deine Zelte Jaakow, deine Wohnungen Israel usw. 10. Weiheakt vom Rabbiner in folgender Weise: Höre Israel, der Ewige ist unser G”tt, der Ewige ist einzig usw. Anzuenden des Ewigen Lichts 11. Umzug mit den Thorarollen um den Altar und folgendes Gebet: Oh, Ewiger, sende Heil usw. 12. Einheben der Thorarollen in die Bundeslade und folgendes Gebet: Als man die Bundeslade niederliess sprach Moses: Wende dich o Ewiger zu der Menge der Tausende Israels usw. 13. Predigt. 14. Psalm 84 für Chor und Orchester, anschliessend Psalm 122 für Kantor und Harmoniumbegleitung. 15. Gebet für Kaiser und Vaterland vom Rabbiner. 16. Schlusschor mit Orchesterbegleitung, Psalm 150. Nachbemerkung der Redaktion: In Vorstehendem wollten wir unseren Lesern ein Bild geben, von der Feierlichkeit, die in einer Klein-Gemeinde vor fast 100 Jahren bei Öffnung der neu erbauten Synagoge herrschte. Wir bedauern ausserordentlich, dass aus dem Programmheft keinerlei Namen zu ersehen sind, nicht die des amtierenden Rabbiners, bezw. des Kantors. ——WWWHBHWUIIWIMU—FB1MMM—nWHWaUggtTOr Im Andenken an meinen lb. Mann, unseren guten Vater, Grossvater und Schwager JOSEF (SEPPL) LOEWENTHAL der am 30.1.1978 für immer von uns gegangen Ist. In tiefer Trauer, im Namen der Hinterbliebenen: Ilse Loewenthal geb. Rosenblum, Frankfurt a/Main. (Fortsetzung von Seite 27) Deutschlands. Doktor Hermann Hamburger war der geistreiche Mitarbeiter der “Breslauer Zeitung“. Der Geist der Breslauer Juden, die ebenso aufrechte gute Juden wie treue Bürger ihrer Vaterstadt waren, zeigte sich darin, dass ein Austritt aus der jüdischen Gemeinde zu den grössten Seltenheiten gehörte, und dass gerade in Breslau auch das jüdische theologische Seminar errichtet wurde. Zacharias Frankel, der frühere Oberrabbiner in Dresden, wurde 1854 der erste Direktor u. Lehrer des Seminars. Viele Gelehrte von Ruf, u.a. Professor Michael Guttmann, Professor Isaak Heinemann und Dt. Levkowitz wie Dr. Ochs lehrten an dieser heiligen Stätte. Alljährlich, zur Geburtstagsfeier des einstigen Gründers Jonas. Fränkel, war auch ein Delegierter des Magistrats, meist der Bürgermeister, anwesend. tungen gemäss der letzwilligen Verfügung der Erblasser von der Stadtgemeinde verwaltet. Aber die Verwaltung der vielen Häuser, die der Gemeinde durch grossherzige Vermächtnisse zugefallen waren und die Ausführung der zweckgebundenen Hinterlassenschaften waren keine leichte Aufgabe. Allerdings waren zu Beginn des jetzigen Jahrhunderts die wirtschaftlichen Verhältnisse der Juden nicht ungünstig. War es doch vorübergehend nicht möglich, ein Legat für Breslauer jüdische Bräute in Anspruch nehmen zu lassen. Später änderte sich dies, und der Wohlfahrtsetat nahm die grösste Summe im Gesamtetat in Anspruch. In der vor etwa sieben Jahrzehnten errichteten grossen neuen Synagoge wurde der liberale, In der Storchsynagoge der orthodoxe Gottesdienst abgehalten. Ausserdem existierten noch eine Anzahl kleiner Tempel, die zum Teil ihre eigene Verwaltung hatten und die ihre Gründung sich 28

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