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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1974-09-01 · No. 36 (September 1974) · p. Seite 6

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1974
Issue
No. 36 (September 1974)
Date
1974-09-01
Page
Seite 6 (sequence 2134)
Language
German
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Beiträge zur Geschichte der Juden in Rosenberg 0.S- Die älteste Nachricht über Juden in Rosenberg stammt möglicherweise aus dem Jahre 1226 (Monatsschrift für Gesch. und Wissenschaft des Judentums, Breslau, 1909, S. 676). Es scheint, dass Juden von hier Besucher der Leipziger Messe in 1678 ff. waren (M. Preudenthal, Die Jüd. Besucher der Leipziger Messe in den Jahren 1675—1764, Frankfurt all. 1928, S. 200). Als Gründer der Gemeinde im Jahre 1763 wurde Pinkus Schönwald genannt. Die Zahl ihrer Mitglieder war ursprünglich sehr klein, wuchs aber besonders, weil die Stadt zu den Orten gehörte, welche die durch das Gesetz d.d. 8. März 1780 vom Lande vertriebenen Juden, wie Arendatoren, Kleinkrämer und Hausierer aufnehmen durften (Lustig, Gesch. d. Stadt Myslowitz, Myslowitz 1867 S. 323). Im Jahre 1843 hatte Rosenberg bereits 61 jüd. Familien (Der Orient, Leipzig 1844. S. 20), Ende des Jahres waren es 285 Juden (Denkschrift z.d. Entwurf. Verordnung die Verhältnisse der Juden betr. Beil. I B. S. 26). Als im Jahre 1821 (nicht 1820, für dieses Jahr cf. Zeitschr. f. Gesch. d. Jud. in Deutschland, Berlin 1931, S. 297) das neue Rathaus gebaut wurde, wurde in den Turmknopf eine hebräische Pergament-Urkunde eingemauert. Dieselbe wurde von Prediger E. Lewin in der Jüd. Zeitung f. Ostdeutschland, Breslau d. d. 6. November 1931 veröffentlicht. Sie enthielt die folgenden Nachrichten über die damalige Gemeinde: Es wohnten hier ca. 24 Familien, ein Teil derselben waren Hausbesitzer. Sie hatten das Bürgerrecht, besassen ein neues G”tteshaus und einen neuen Friedhof. Die Gemeinde-Vorsteher waren: Vom Wohltätigkeitsverein Esriel b. Moses Chajim Loeb Breslauer und Ascher Weigert, und von der Chewrah Kadischah (die trotz des Berichtes, dass sie erst am 18. März 1929 ihr lOOjähriges Jubiläum feierte, siehe Israelitisches Familienblatt, Hamburg, 1929, schon 1821 bestand) der Gelehrte Jehudah Loeb Cohen und Fischei Bänder (diese Familie fand sich auch in Myslowitz in den zwanziger Jahren des 19. Jahrhundert’s, siehe Lustig, S. 324). Uber die Beziehungen zu den Christen der Stadt erfährt man, dass eine jüdische Kollekte zum Bau der (evangelischen?) Kirche im Jahre 1840 veranstaltet wurde. Dagegen fühlten sich die Juden beschwert, dass sie noch 1849 zur Erhaltung der katholischen Kirche beizutragen hatten, während die evangelischen Bewohner davon frei waren. (Allgem. Zeit. d. Judentums, Berlin 1840, S. 165, Der Orient 1849, S. 150). Die Synagoge wurde in der 2. Hälfte des 19. Jahrhundert’s oft durch Brände zerstört. Nach einem solchen im Jahre 1887 ergingen Aufrufe zum Wiederaufbau an grössere Gemeinden, wie z.B. nach Kempen, Posen, wo schon 1790 Juden von hier erwähnt werden (Archiv d. Jüd. Gemeinde Fach 11, Vol. 11, Volksbuch der Jüd. Gern. 1835 Nr. 101, Der Proselyt, Breslau 1803, S. 12 ff.). Die Grundsteinlegung der neuen Synagoge erfolgte kurz vor dem 12. Oktober 1887 (Israel. Lehrer und Cantor, Beil. z. Jüd. Presse, Berlin, 1887 S. 39, cf. das. S. 333). Nach einer abermaligen Verbrennung wurde am 19. Sept. 1889 eine neue Synagoge eingeweiht, dieselbe wurde aber im Jahre 1890 wiederum ein Raub der Flammen (Brülj’s Popul. Wissenschaftliche Monats-Blätter, Frankfurt a.M. 1889, S. 280, 1890 S. 232). Die Gemeindeakten, die vom Feuer verschont biieber, wurden anscheinend, nach der Begründung des Gesamt-Archiv’s der deutschen Juden in Ber.in dort deponiert. Solche befanden sich auch im Gemeindearchiv in Breslau (Mitteil. d. Gesamtarchiv’s VI, S. 119, Notiz d. Verfasser’s). Rabbiner der Gemeirde waren: Mordechai ha- Lewi auch Markus Jakob Löwe genannt, um 1815—22 (Jahrbuch f. Jüd. Gesch. und Literatur, Von Rabbiner Dr. LOUIS LEWIN sA. Berlin, 1926 S. 149 f., Klein’s Museum z. Belehrung u. Unterhaltung, Brieg 1842, I S. 253, N. Sokolow, Ha-Asif, Warschau, 1885 S. 149, cf. Schreiber, Iggerot Soferim II S. 81). Moses Migger (eine Abkürzung von “Mi-Glogau Rabbati” aus (Gross) Glogau, Schlesien?) Landsberger, Rabbinats- Verweser, der im Jahre 1830 das Machsor Breslau (Sulzbach) 1830, Format 8, subskribierte (Teil 9, Verzeichnis, über ihn cf. Zweiter Bericht des (Breslauer) Obervorsteher-Collegiums, Breslau 1842, S. 38, das. S. 31 der “Darstellung d. Sachverhalts in seiner hiesigen Rabbinatsangelegenheit”, cf. auch Norden, David Deutsch, 1902 S. 16). Dr. Jakob Levy, amtierte von 1845—50, geboren in Dobrzyca, Posen, in 1819 (nicht in Rosenberg wie in Rahmer’s Literaturblatt 1893 S. 88). Sein Vater, Isaak, war Rabbiner in Schildberg, Posen, (Notiz d. Verfassers). Ausser bei seinem Vater, lernte er bei R. Akiba Eger in Posen. Im Jahre 1846 hielt er eine Predigt über Tekufot ha-Schanah, die 4 Jahreszeiten. Nachher lebte er in Breslau, wo er den Titel eines Königlichen Professor’s erhielt. Er war der Verfasser von: Chaldäisches Wörterbuch über die Targumim, Leipzig 1867-68, mehrmals wieder aufgelegt, und Neuhebräisches und chaldäisches Wörterbuch über die Talmudim und Midraschim, Leipzig 1876-89. Alle späteren Werke in Talmudischer Lexicographie beruhen auf seinen Forschungen. Er starb in Breslau im Jahre 1892 (Jewish Encyclopedia, New York & London 1904 VIII S. 60, Der Orient, 1845 S. 248, cf. Literaturbl. d. Orient XI S. 111, das. 1846 S. 828). Uber einzelne Juden wird noch folgendes berichtet: Rosa Josephin aus Burg bei Rosenberg, 18 Jahre alt, lebte in 1776 in Breslau (Archiv d. Synagogengemeinde Breslau, Mitglieder-Verzeichnis dies. Jahres S. 197). David Rosenberg, möglicherweise von hier, studierte im 18. Jahrhundert (?) Medizin an der Universität Frankfurt a. O. (Lewin, Jüd. Studenten a. d. Universität Frankf. a.O., in Jahrbücher d. Jüd. Liter. Gesellsch. XTV- XVI, s. v.). Im Jahre 1806 subskribierte hier Wolf Levinsohn, ein Bernsteinarbeiter, Imre Schefer, Wien, 1808 (siehe dieses). Chaje, Tochter des Jakob Menachem Mendel Kuznitzke (so, ein Zweig der Kuznitzki-Familie, die in Myslowitz lebte, stammte aus Miechowitz O. S. und kam nach Myslowitz in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts, siehe Lustig, S. 324) war hier in 2. Ehe mit Götzel Strassburger (wohl aus Strassburg, Westpreussen stammend) verheiratet. Sie war damals bereits Grossmutter (1833). Ihr Sohn war Jehoschua Heschel Miro, der bekannte Verfasser der Techinnot Jisrael, Breslau 1833, (siehe Widmung). Führende Familien hier waren: Mehrländer, Oppler und Weigert (siehe oben, Jüd. Familienforschung, Berlin XII S. 742, 860, 863, XIV S. 909). Über die letztgenannte Familie cf. Mitteilung von Herrn E. Lewin an den Einsender d. d. 12. Juni 1974. Der auf dem Gebiete der Wissenschaft des Judentums bestbekannte Sohn Rosenberg’s war Dr. David Rosin (1823—1894), Dozent am Jüd.- Theologischen Seminar in Breslau seit 1866, dessen Vater hier ein Gemeindelehrer war. Der Name mag eine Abkürzung von Rosenberg gewesen sein. Er studierte unter R. Simchah Rehfisch in Kempen, David Deutsch in Myslowitz und S.J.L. Rapoport in Prag. Er schrieb über Samuel b. Meir (Raschbam), Abraham ibn Ezra, Sefer ha- Chinnuk, Maimonides’ Ethik, etc. Sein tiefschürfender hebräischer und deutscher Commertar zum Midrasch Rabbah, enthaltend viele Textverbesserungen, existiert unveröffentlicht in Manuskript Nr. 443 der Handschriften- und Archivalien Sammlung Louis Lewin, jetzt in der Bibliothek der Yeshivah University, New York (Jewish Encyclopedia X S. 448, cf. Brann, Jahrbuch z. Belehrung u. Unterhaltung, Beilage z. Jüd. Hauskalender, Breslau 1893 S. 3 ff. Rahmer’s Jüd. Literaturbl. 1893 S. 88, Jüd. Presse, Berlin 1895 S. 9). Ob R. Samuel Rosin in Wieruszow, früh. Russisch-Polen, im 19. Jahrhundert (über ihn siehe D. Lewin, Rabbi Jacob Simchah Rehfisch & the Jewish Community of Kempen, Posen, Montreal 1962 S. 12) selbst, oder dessen Vorfahren aus Rosenberg stammten, ist nicht bekannt. Ein anderes Rosenberger Kind war der Musik Schriftsteller Adolf Weissman geb. 1873, der 1929 auf einer Palästinareise in Haifa starb. Er war der Verfasser einer Reihe von journalistischglänzenden Büchern, wie z.B. Berlin als Musikstadt, 1911 (Jüd. Lexicon, Berlin 1930 V S. 1368 f.). Beim Umbau des Rathauses in Rosenberg O/S wurde im Turmknopf eine auf Pergament hebräisch geschriebene Urkunde aus dem Jahre 1820 gefunden, die über die damaligen Verhältnisse der Gemeinde Aufschluss gibt. Herr Prediger Lewin, Rosenberg O/S hat folgende Übersetzung angefertigt: “Damit erkennen die nachfolgenden Geschlechter, die nach uns kommen werden, dass in unseren Tagen gebaut wurde dieser schöne Bau, genannt Rathaus, und in diesen Tagen wohnen hier von Juden ca. 24 Familien (Hausherren), ein Teil von ihnen hat Häuser, und wir haben Bürgerrecht, wir wohnen unter dem Schutze des Königs Friedrich-Wilhelm des III. — G“tt möge seine Tage “ und Jahre verlängern — wir haben ein sehr schönes, neues G”tteshaus und einen neuen Friedhof. Und in diesen Tagen sind von den Juden die Vorsteher der heiligen Gemeinde, die Führer des Wohltätigkeitsvereins, der Vorsteher: der angesehene Esriel Bamchal, Breslauer und der angesehene Ascher Weigert, als Beisitzer fungieren der hervorragende Rabb. Jehuda Löw Hakohen und der angesehene Fischei Bender. Diese Ansiedlung wurde von dem angesehenen Pinkus Schönwald im Jahve 5523 (1763) gegründet. (Fortsetzung Seite 7) Innere Ansicht der Synagoge Rosenberg O/S ’ « .. * * * Eiene hebräische Urkunde 6

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