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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1974-09-01 · No. 36 (September 1974) · p. Seite 7

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1974
Issue
No. 36 (September 1974)
Date
1974-09-01
Page
Seite 7 (sequence 2135)
Language
German
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Das Synagogenbuch von Auras AUS “JÜDISCHE KULTUR IN SCHLESIEN” Sonderheft der Menorah, Wien, — Frankfurt a/M. 4. Jahrgang, May 1926 Nr. 5. Von Rabbiner LOUIS LEWIN sei. And. EINE HEBRÄISCHE URKUNDE (Fortsetzung von Seite 6) Heute am 19. des Monats Siwan des Jahres 5581.” Bei der Erneuerung des Turmes wurde eine andere, auf die heutige Zeit bezugnehmende, in hebräischer und deutscher Sprache gehaltene Urkunde in den Turmknopf eingesetzt. Der Inhalt der neuen Urkunde, die leider verloren gegangen ist, ist etwa folgender: Wir leben hier in Rosenberg O/S im Jahre 1931 mit 25 Familien. Das obenerwähnte schöne G”tteshaus ist um das Jahr 1890 einem Brande zum Opfer gefallen. Es wurde ein für diese kleine Gemeinde ausserordentlich schönes G”tteshaus errichtet. Die kleine Gemeinde weisst ein reges, jüdisches Leben auf. An allen Sabaten, Feiertagen, Jahrzeiten und Festtagen findet G”ttesdienst statt. Wir haben ausser der Gemeinde eine Chewra Kaddischa mit freiwilligen Helfern, einen jüd. Frauenverein, der arme Familien betreut, einen Jugendbund, der sehr rege arbeitet. Von den 25 Familien sind 3 jüd. Ärzte und ein Rechtsanwalt. Die Gemeinde ist ausserordentlich diszipliniert und lebt wie eine Familie. Der Vorsteher der Gemeinde heisst: Edmund Lehrer, der Vorsitzende der Chewra Kadischa: Hermann Breitbart, die Vorsitzende des jüd. Frauenvereins: Frau Amalie Boehm. Wir stehen mit den Gemeinden Guttentag und Landsberg O/S in ständigem Kontakt. Unser Beamter Prediger Erich Lewin betreut alle 3 Gemeinden und gibt dort den Religions-Unterricht. Unser Bezirks Rabbiner Dr. Feinberg, Gross Strehlitz O/S besucht die Gemeinden in gewissen Abständen. Nachbemerkung: Die Auffindung der Urkunde im Turmknopf verdanken wir Herrn Rabb. Dr. Daniel Lewin, St. Agathe des Monts (Canada), der aus dem Archiv seines Vaters Rabb. Dr. Louis Lewin, dem Redakteur dieser Zeitung, der auch der besagte Erich Lewin aus Rosenberg ist, diese übersandt hat.. Es gibt keine Worte des Dankes und der Anerkennung für diese Leistung. Somit ist der Nachwelt etwas erhalten geblieben, was sonst bestimmt verloren gegangen wäre. C E N T R A Dachverband mitteleuropäischer Landsmannschaften in Israel Die Arbeit der CENTRA geht in regelmässigem Tempo ihren Gang. Sie ist durch Hinzuziehung neuer Landsmannschaften erweitert worden. Das alljährliche Treffen am Lag beomer in Schoresch (dem Maertyrer-Wald vor Jerusalem), war wieder einmal sehr gut besucht. Für den verhinderten Präsidenten Dr. Joseph Kaufmann leiteten Ernst Freudenthal und Erich Lewin das Landestreffen. Die Ansprachen von: Rabb. Dr. Alexander Carlebach, Jerusalem, Pastor Achenbach, Bad Krozingen, Legationsrat Dr. Hoffmann-Loss von der Deutschen Botschaft, Nachum Astar vom Aussen-Ministerium (früher Kassel), sowie von Heinrich Schupler, Haifa, (früher Köln) zeugten von tiefem Verständnis für die Arbeit der CENTRA. — Ausser den 2 mal im Monat statfindenden Arbeits-Sitzungen und der intensiven Arbeit jeder einzelnen Landsmannschaft fand ein Vortrag des Meisterspions Wolfgang LOTZ über: Mein Auftrag in Ägypten, statt, der von über 500 Personen besucht war. Tausende von Exemplaren zur Anregung der Touristik wurden in die Bundes-Republik versandt. Verschiedene Gruppen sind bereits eingetroffen und werden von Oktober an im Laufe der nächsten Monate erwartet. Die CENTRA hat es übernommen mit ihnen Fühlung zu nehmen. Sofort nach den Feiertagen wird das Winter-Programm vorbereitet. Auras, ein Städtchen im Regierungsbezirk Breslau, in letzter Zeit nicht mehr von Juden bewohnt, hatte solche im 17. Jahrhundert aufzuweisen. 1657 werden sie hier erwähnt und waren vermutlich Flüchtlinge vor den Schrecken und Verfolgungen des schwedisch-polnischen Krieges. Kaiser Ferdinand III. sicherte am 22. Mai dieses Jahres durch Schutzpatent ihnen Duldung zu. 1680 wird berichtet, dass “in dem Burglehn Auras eine ziemliche Menge der Judenschaft, unwissend woher, sich fast täglich mehr häufen solle”. 1682 wird “der zu Auras wohnende Jude David Moyses” genannt. 1700 begegnen wir einer literarischen Berühmtheit. Es ist der Bibliograph und Dyhernfurther Buchdrucker “Sabetey Bassista, jüdischer Buchhändler, der sein Domizil zu Auras hat” und auch “seine hebräische Buchdruckerei in Auras” nennt. Ebenso sind 1712 und 1788 Juden nachweisbar. Das Synagogenbuch der Gemeinde ist eine Handschrift in Folio, deren Teile verschiedenen Zeiten, angehören. Der älteste enthält elf numerierte papierene dicke Blätter, mit denjenigen hebräischen Gebetstücken beschrieben, die zum Gebrauche der Vorbeter in den Synagogen dienen. Sie unterscheiden sich in nichts von anderen in derartigen “Kontres” (= commentarius) genannten Synagogenbüchern enthaltenen Ritualien. Was dieses Synagogenbuch vor anderen auszeichnet, sind die eigenartigen und vielleicht einzigartigen Illustrationen, von denen anbei Wiedergaben erfolgen. Es sind künstlerische Federzeichnungen aus der Rokokozeit: Engel, Putten, Blüten, musizierende Männer aus den Schäfertagen, tanzende Männer und Frauen, ein Türke mit dem dampfenden Tschibuk, ein Bauer, Neptun mit Dreizack und schwimmendem Fasse, der preussische Adler, dem ein fliegender Engel Palme und Kranz reicht, tanzende Masken, Reiter in voller Karriere dahersprengend, Joab dem am Baume hängenden Absalom d. Speer ins Herz stossend, David den Goliath tötend, Beschneidung, Haman den Mordechai durch Susa führend, der Fisch den Jona ausspeiend, Daniel in der Löwengrube, Simson den Löwen zerreissend, Jakob (Huf) Anlässlich einer Studienfahrt der Bundeszentrale für politische Bildung in Israel fand eine Begegnung des Hauptvorstandsmitglieds der Exil-CDU, Hans Beitz MdA, Berlin (früher Breslau) und des Hauptgeschäftsführers der Union der Vertriebenen und Flüchtlinge in der CDU / CSU - Ost - und Mitteldeutsche Vereinigung. Gerold Rummler, mit einer Gruppe der Vorsitzenden von Landsmannschaften am 20.5.1974 in Tel-Aviv statt. Dabei wurden die Kontakte fortgesetzt, die seit geraumer Zeit vom stellvertretenden Vorsitzenden der Ost- und Mitteldeutschen Vereinigung, Dr. Herbert Hupka MdB, und dem früheren Präsidenten der Schlesischen Landesversammlung, Clemens Riedel, aufgenommen worden waren. Die Gespräche, die in ausserordentlicher Aufgeschlossenheit geführt wurden, zeigten, wie stark die landsmannschaftliche Verbundenheit der in Israel lebenden Juden sich erhalten hat. Als Sprecher der israelischen Teilnehmer versicherte der den Menasse und Efrajim segnend, Fahne der Leviten und Musikinstrumente der Priester und Leviten. Die Initialen und manches andere sind in Goldbuchstaben, die verblasst sind. Am Ende auf Blatt 11 zeichnet der Künstler in hebräischer und deutscher Sprache: Pip -map on ’D : iNonnt? ’V nwyn nm„ mpüJN •V'Tinn p tim v’3’33 n''3n ’Pn mNJ : >'nTI □v ovn natrtnn oi?v?ni snmövp P"pn 'P : p”at? rv'opn nnn vo omo '9 P'WV '3 Dises buch welches gontras betitelt worden enthält unterschidene auserlesene Gesänge und Gebethe so von mir zum nöthige Gebrauch heraus gegeben worden. Breslau den loten July Wolff Jakob von Kempen.” Die Perspektive gelingt dem Zeichner nicht, zum Beispiel beim Palaste des Ahasveros, der mit einem Halbmond geschmückt ist, und auf dem Titelblatte, das in seiner unteren Hälfte vnipn m> opwiv in Gotik u. in der Art einer mittelalterlichen deutschen Stadt zur Darstellung bringt. Verfehlt ist auch die Mosesfigur auf dem Titelblatte zur linken Seite, während die rechte Aron, den Hohenpriester, mit Bischofsmütze, Rauchfass und Brustschild wiedergibt. Das Titelblatt trägt folgende Inschrift: rmnn vin nnwi -mal; : ym nv?n rinin vt p-muN TV'in 'jnnjn mN nn«n y?t y>v not?« Y'ma .(1803 =) p"ab pm >P nv?o V'x row pnion na y\ Die Buchstaben dieser Inschrift sind keinesfalls dieselben wie diejenigen im Buche. Sie müssen einem anderen Schreiber zugewiesen werden, wenn wir nicht annehmen wollen, dass Wolff Jacobs Schrift nach 38 Jahren sich geändert habe. Die später hinzugekommenen Teile des Synagogenbuches enthalten Kranken- und Totengebete, Seelenlisten, zum Beispiel der Breslauer Rabbiner und schlesischen Landrabbiner — als letzten den 1843 verstorbenen R. Salomo Tiktin — und dergleichen; sie bieten nichts Bemerkenswertes. Aus einer späteren Eintragung erfahren wir einiges über das Schicksal des Buches. Generalsekretär des Verbandes ehemaliger Breslauer und Schlesier, Erich Lewin, dass die über 6000 Mitglieder seiner Vereinigung sehr regen Anteil an der politischen Entwicklung im geteilten Deutschland nehmen. Hans Beitz und Gerold Rummler drückten das tiefe Mitgefühl der deutschen Vertriebenen und Flüchtlinge über die arabischen Terrorakte aus, die in Israel und darüber hinaus stärkste Empörung hervorgerufen haben. Die Vorsitzenden der deutschen Landsmannschaften in Israel zeigten sich bestens informiert über die aktuellen politischen Ereignisse in der Bundesrepublik und erwarten mit grosser Spannung die Ergebnisse der Landtagswahl in Niedersachsen. Sie verwiesen auf die ausschlaggebende Rolle der Sowjetunion, die diese sowohl in der Verantwortung der arabischen Aggressionen gegen Israel wie auch in der gegen die freiheitliche Ordnung der Bundesrepublik gerichteten Aktionen der DDR und ihrer kommunistischen Helfershelfer eindeutig spielt. Gespräch mit israelischen Landsmannschaften 7

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