Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1973
- Issue
- No. 34 (September 1973)
- Date
- 1973-09-01
- Page
- Seite 22 (sequence 2098)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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DR. HANS FREUDENTHAL s.A. Unter den vielen Nachrufen, die wir leider auch in dieser Zeitung veröffentlichen müssen, kommt Dr. Hans Jehoschua Freudenthal ebenfalls eine Würdigung zu. Geboren im Jahre 1901 in Breslau, Sohn von Sanitätsrat Dr. Max Freudenthal, übernahm er nach Beendigung des Studiums, die Praxis seines Vaters bis er Ende 1933 auswanderte. Hier im Lande liess er sich anfangs als Arzt nieder, aber schon im Jahre 1934 trat er in die Autobus. Korporative "Mount Carmel and Achusa” ein. Dort blieb er bis zum Jahre 1961, wo er pensioniert wurde. Sofort nach seiner Pensionierung kehrte er zu seinem Arztberuf zurück. Er arbeitete freiwillig in der Beratugsstelle zur Verhinderung der Krebskrankheit. Er war sehr beliebt in einem grossen Freundeskreis, im KJV und bei seinen vielen Patienten dank seiner grossen Bescheidenheit und seinem ruhigen Auftreten. Wir sprechen seiner Gattin seinen Kindern und Enkeln von dieser Stelle aus nochmals unsere innigste Teilnahme aus. Kurt Rosenbaum s.A. Am 16.8.1973 ist in London Kirnt Rosenbaum verschieden. Er war in Breslau der Mitinhaber der bekannten Getreidefirma Bentscher & Co., Als tüchtiger Kaufmann bekannt hat er in der Nazizeit vorausgesehen, dass die Auswanderung der deutschen Juden dringend ist. Er hat immer wieder den Vorschlag unterbreitet, dass Menschen mit grossem Kapital verpflichtet seien, mittellosen Juden, zu helfen, damit sie die Auswanderung vornehmen können. Im Familienkreise waren viele begüterte Menschen, die er aufforderte ihr Kapital der mittellosen Verwandschaft zur Verfügung zu stellen. Er war ein warmer, herzensguter Mensch und hat sich in London eine dementsprechende Stellung geschaffen. Wir sprechen seiner Gattin Frau Ilse Rosenbaum, London, und ihrer Familie, sowie den Brüdern Franz und Walter Rosenbaum in Cholon, bezw. Chicago, sowie deren Familien unsere innigste Teilnahme aus. Frau MARIA COMBERTL s.A. Obwohl in Florenz geboren, hat Frau Maria Comberti über 40 Jahre in Breslau gelebt und war immer von einem Kreis von Freundinnen umgeben, die sie sehr schätzten. Was die Verstorbene an Liebe u. Freundschaft ihrem Kreis gegeben hat ist im Rahmen einiger Zeilen nicht zu beschreiben. Vor kurzem nannte ich ihren Namen in einem Kreis von früheren Breslauern. Es meldete sich sogleich eine 80jährige Dame, die genau sich an Maria Comberti erinnerte, zumal sie in diesem Hause verkehrte. Ihre Bildung, ihr Feingefühl, ihre Gradheit und ihre grosse Bescheidenheit dabei sind sprichwörtlich. Unser tiefes Mitgefühl gilt ihrem Sohn Peter Comberti und der weiteren Familie. SUCHANZEIGEN: Suche Zeugen für meine Arbeit als Stenotypystin in Breslau unter dem Namen. Grete Schornstein, von November 1921 bis Juli 1922 bei der Fa. Arthur Wohlauer, Getreide-Grosshandlung. von August 1922 bis Frühjahr 1923 bei der Fa. Sally Nelken, Stoffe en gros, Antonienstrasse 11. Gefl. Antworten erbeten an: Genja Dahl, Hod-Hasharon, Schikun B, Israel. LOTTE LEA ROEMER s.A. Vor einigen Monaten ist nach kurzer, schwerer Krankheit LEA ROEMER heimgegangen. Wir nehmen an dem grossen Schmerz des Gatten, der 2 Söhne und der 3 Töchter, sowie ihren Familien innigen Anteil. Die Heimgegangene war der Mittelpunkt dieser, in der jüdischen Tradition stark verankerten Familie. Sie hat es verstanden, in jeder Weise sowohl im Hause, als auch im Geschäft, ihrem Manne beizustehen. Eine starke Lebensbejahung mit einem gewissen Humor hat sie auch über die Schwierigkeiten des Alltags hinweggebracht. Sie war beliebt bei allen, die sie kannten und genoss ein grosses Ansehen im Kreise der Kunden, die noch täglich nach ihr fragen und bestürzt sind, über ihr Hinscheiden zu hören. Wir sind sicher, dass das Andenken dieser guten und tüchtigen Frau, Mutter und Grossmutter, bei allen Freunden in der weiteren Familie und zuletzt auch bei den Breslauern in Ehren gehalten wird. WIR KONDOLIEREN: Frau EDITH EBSTEIN Tel-Aviv zum Hinscheiden ihres Gatten Günther Ebstein, der plötzlich vor einigen Wochen verschieden ist. Er war beliebt und geehrt durch seinen Fleiss und seine ausserordentlich grosse Bescheidenheit. Er folgte seinem Bruder Arthur Ebstein nach einigen Monaten. Da er Lobpreisungen nicht liebte, begnügen wir uns mit der traurigen Tatsache seines Ablebens. Günther Ebstein wird bei seiner Gattin, den Freunden und uns Breslauern in guter Erinnerung bleiben. Mrs. KIRSTIE OLLENDORF, London Se 5,193 Camberwell Grove, sowie seiner Mutter Margarete Ollendorf, geb. Mur, wohnend im Heinrich Stahlhaus in London, sowie Frau Ilse Ollendorf-Reich, 13 Folwell Road. Norwalk, Conn. 06851, USA, zum plötzlichen Ableben des Mannes, Sohnes, Bruders und Vaters, Dr. Robert Ollendorf, früher Breslau, der auf einer Vortragsreise von 6 Monaten als “visiting Professor of Psychiatry “plötzlich in Miami, Flor, verschieden ist. Wir verbinden uns in inniger Teilnahme mit all den Genannten und werden seiner ebenfalls in Ehren gedenken. Wir behalten uns vor, in der nächsten Nummer unseres Blattes über seine Tätigkeit zu berichten. Frau Chana Kallman, Haifa — Achusa, Sderoth Sinai 11 zum Ableben ihres Mannes ARNOLD KALLMANN, der einige Tage vor seinem Heimgang Mitglied unseres Verbandes geworden ist. Er war sehr beliebt und ein Mann von Humor und Tatkraft und hat sich lange Zeit im Vorstand des Verbandes ehemaliger Oberschlesier, Haifa sehr bewährt. FELIX ALT ist vor einigen Monaten plötzlich verschieden. Von Jugend an ein ausgezeichneter Kürschner war er in Breslau durch seine Solidität und sein Können ausserordentlich beliebt. Diese Eigenschaften begleiteten ihn auch in Tel- Avlv, wo er einen festen Kundenstamm hatte und das Vertrauen, das man in ihn setzte, rechtfertigte. Nach dem Hinscheiden seiner Frau vor einigen Jahren, hat Felix Alt sich vollkommen zurückgezogen und lebte nur seiner Arbeit und seinen Kindern. Er gehörte in das Stadtbild des einstigen Breslau. IM MEMORIAM Das jahr 5733 neigt sich dem Ende zu. Es hat der Vereinigung Breslauer Freunde in New York schwere Verluste bereitet. Am 27. Juli haben wir unseren bewährten Vorsitzenden, Dr. Fred Singer verloren. Ein gebürtiger Breslauer, der seine Vaterstadt nicht vergessen hatte, war er für uns alle ein Vorbild. Er leitete den Verein mit Liebe und Umsicht. Für jeden von uns hatte er persönliches Interesse und er fehlte bei keiner freudigen, oder traurigen Angelegenheit bei seinen Mitgliedern. Ein arbeitssames Leben mit vielseitigen Interessen hat seinen Abschluss gefunden. Mit seiner tapferen, treuen Gefährtin, seinen Kindern und Kindeskindern, trauern wir um einen unserer Besten. Wir wollen sein Andenken ehren, in dem wir «eine Arbeit in seinem Sinne fortsetzen und den Verein erhalten, solange der alte Stamm noch lebt. Unserem lieben Vorstandsmitglied Ernest Wiener sprechen wir zu dem Verlust seiner Lebensgefährtin EDITH geb. WEISSENBERG, unsere innigste Teilnahme aus. Unsere Versammlungen werden um ein liebes, vertrautes Gesicht, ärmer. Ihre freundliche Begrüssung gehörte zu jeder unserer Tagung. Wir werden sie sehr vermissen. WALTER LIEBRECHT (“Charlotte”, Breslau, Tauentzien Platz) ist von uns gegangen, so auch HENRY LEVY, den viele von uns auch noch in Israel getroffen haben. Unser Kreis wird immer kleiner, das bedeutet für uns, näher aneinanderrücken und sich mehr umeinander zu kümmern. Wir brauchen einer den andern mehr als früher, da wir älter und einsamer werden. Hoffen wir auf ein besseres, Neues Jahr, damit wir uns nur Gutes mitzuteilen haben. Charlotte Weissbart geb. Rosenthal, New York 590 Ft. Washington Ave. N. Y. 10033 DER VERBAND EHEMALIGER BRESLAUER IN ISRAEL schliesst sich den warmen Worten von Frau Charlotte Weissbart in inniger Anteilnahme an. Dr. Fred Singer, der Präsident der Society of Friends from Breslau war auch für uns eine Persönlich kelt ersten Ranges. Wir wissen, dass er als Anwalt beliebt und geehrt wurde und haben in ständiger Fühlung mit ihm gestanden. Er wird bei uns “alten Breslauern” in Israel nicht vergessen. — Auch unserem lb. Ernest M. Wiener gehört unsere Anteilnahme. Seine Gattin, die er so plötzlich verlor, war die Tochter von Moritz und Amannda Welssenberg, Mitinhaber des bekannten Seiden — und .Spitzengeschäfts, Welssenberg und Brauer, Breslau, Schweidnitzerstr. Über Italien und England gelangte das Ehepaar Wiener 1947 nach Amerika, wo sie beide schwere und schöne Jahre zusammen verlebten. Möge Herr Wiener, den wir durch seine präzisen Briefe immer sehr schätzen, die Kraft finden und den Trost in der Arbeit für die “Breslauer in New York”. Unsere Anteilnahme gilt ebenso den Familien Liebrecht und Lewy. EIN SINNREICHES GESCHENK Der Bundeskanzler der Deutschen Bundes- Republik, Willy Brandt, hat bei seinem Besuch in Israel Frau Golda Meier, der Minister-Presidentin anseres Staates ein Oelgemälde überreicht, das von dem in Auschwitz umgekommenen Maler Prof. RUDOLF LEVY, gezeichnet wurde. Wir haben den Namen Rudolf Levy schon des öfteren in unserem Blatt erwähnt und es ist uns eine Genugtuung, festzustellen, dass sein Andenken auf diese Weise in Ehren gehalten wird. Ein Teil seiner Familie lebt in Israel und viele Bilder sind im Familienbesitz, im Museum Tel Avivs, sowie in vielen Museen der Bundes-Republik. 22