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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1973-09-01 · No. 34 (September 1973) · p. Seite 23

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1973
Issue
No. 34 (September 1973)
Date
1973-09-01
Page
Seite 23 (sequence 2099)
Language
German
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Otto Klemperer diriegierl nicht mehr Wenn in den Tageszeitungen eine Vakanz für einen Operndirektor ausgeschrieben ist so, wird oft hinzugefügt, dass der Bewerber auch der Konzertbetrieb der betreffenden Stadt unterstehen müsse. Jedoch ist es ein Irrtum, zu glauben, dass Theaterkapellmeister und Konzertdirigent auf beiden Gebieten die gleiche Fähigkeiten aufweisen. Nicht jeder gute Operndirigent muss ein vortrefflicher Meister der Symphonischen Musik sein. Wessen eigentliches Feld der Konzertsaal ist, der enttäuscht oft als Operndirigent und umgekehrt. Natürlich gibt es Ausnahmen und zu diesen gehörte ausser Toskanini, Mahler, Furtwängler, Richard Strauss — um nur einige zu nennen — auch Otto Klemperer, der sowohl vom Pult des Theaters aus, wie auch als Konzertdirigent letzte und höchste Wirkungen erzielte. Der Meister war 1885 in Breslau geboren und studierte bei Kwast u. bei Pfitzner. Als junger Dirigent begann Klemperer bei Reinhardt, es folgten Prag, Barmen, Strassburg, Köln, Wiesbaden und Berlin (Krolloper). Der bedeutende Intendant Hagemann (Mannheim, Wiesbaden) gibt Einzelheiten über Klemperers Tätigkeit als Operndirigent: “Er musiziert nicht unwesentlich, sondern ausschliesslich für die szenische Wirkung, er wertete den vom jeweiligen Melos getragenen Bühneneffekt als Sinn und Zweck alles Opernschaffens. Die szenischdramaturgische Struktur des darstellenden Apparates, die logisch bedingte Handlung nach Massgabe der orchestral gestützten Singstimmen, die Bühnenerscheinungsform als solche also, bedeuteten ihm für die künstlerische Einstellung der Weisheit letzten Schluss. Schon in den Proben arbeitete er in engster Gemeinschaft mit der Regie allein für die Szene. Später in der Aufführung dirigierte er vom Pult aus ein in sich geschlossenes Kunstwerk, nicht nur den musikalischen Teil, sondern die szenisch - musikalische Gestaltung als solche, also zwingend vom dramatischen Impuls her. So wurde Klemperer einst zum Führer des modernen Operntheaters”. 1933 begann die Konzerttätigkeit in Los Angeles, Pittsburg und London. Mozart, Beethoven, Wagner, Bruckner und Mahler brachte er beglükkend und packend zu Gehör. Strawinski, Hindemith, Schönberg, .Janacek und Krenek führte er zu Erfolgen. — Mit reicher künstlerischer Erfahrung schuf er eigne Lieder, eine Messe und mehrere Opern. Nach schwerer Operation gab er nur noch Gastspiele und lebte in Zürich. Ein strahlendes Kapitel europäischer Musikgeschichte fand kürzlich mit seinem Tod ein Ende. Auch ohne den Titel “Generalmusikdirektor” führte er den Marschallstab im Tornister resp. am "Pult”. Julius Sachs Nachbemerkung zu dem Artikel von Herrn Lasker: Die Beziehungen der Breslauer Juden zum Schach. Herr Josef Porath (Foerder) gebürtig in Breslau, aus der bekannten und weitverzweigeten Familie Foerder stammend hat bereits im Jahre 1927 den Deutschen Schachmeistertitel erworben. Von 1937 bis 1963 war er 6 Mal Landesmeister von Israel und im Jahre 1952 erhielt er den Titel Internationaler Meister des Weltschachbundes. Herr Porath wohnt in Israel in Ramot Haschawim, einem landwirtschaftlichen Dorf zwischen Tel-Aviv und Haifa. Wir freuen uns, unseren Lesern das mitteilen zu können. Josef Baer s. A. Ein Jahr ist verflossen, seitdem Josef Bsp*- eeboren 1883 in Halberstadt, uns verlassen ha»- Er war der Typ eines streng orthodoxen Juden, der aber nicht nur die Geste gehalten sondern sie gelebt hat. Bereits mit 14 Jahren trat er in die Metallgrosshanoiung seines Vaters Emil Bee ein, die von seinem Grossvater unter der Firma Sanuel Baer’s Söhne gegründet wurde. Im Jahre 1938 kam die Familie Baer nach Palästina, naachdem leider einer ihrer Söhne im März 1938 für das Land gefallen ist. Hier in Haifa beschäftigte sich Josef Baer mit Im- und Export und arbeitete wie viele Neueinwanderer schwer. Seine tiefe Gläubigkeit verband er mit den hervorragenden Eigenschaften, Frieden zu stiften zwischen den Menschen und oft gelang es ihm, Streitigkeiten aus dem Wege zu rauemen. Für sich beanspruchte er nichts, dagegen sammelte er ständig für wohltätige Zwecke aller Art. Jeden Freitag besuchte er einen blinden Freund, las ihm vor, brachte ihm Kasseten, die er ihm vorspielte, um ihm das schwere Loos zu erleichtern. Im “Beth Gila” in Tel-Aviv — Jad Elijahu, dem bekannten Elternheim, verbrachte er seine letzten Lebensjahre umsorgt und umhegt von seiner Gattin Frieda geb. Löwenthal und von seinen Kindern und Enkeln, die alle ein Band grosser Liebe verbindet. Besondere Freundschaft pflegte er mit unserem unvergesslichen Dr. William Seew Boss, der im gleichen Heim war, und man diskutierte über die Gemeinden Breslau bezw. Halberstadt. 52 Jahre war er in guter Ehe mit seiner Gattin verbunden. Wir sind im Gedenken mit seiner Frau, dem Sohn Schmuei Baer in Haifa und seiner Tochter Batja Natensen Tel Aviv und ihren Familien. Bei Drucklegung unserer Zeitung erfahren wir von dem Hinscheiden unseres lieben MAX EHR¬ LICH, in Natanja (Israel), langjähriger Prokurist der Fa. Josef Kober, Breslau und der letzte Friedhof sinspektor der jüdischen Gemeinde Breslau. Wir sprechen von dieser Stelle aus, seiner Gattin Minna Ehrlich geb. Friedmann, seinem Sohn Felix sowie seiner Tochter und deren Familien unsere innigste Teilnahme aus. Wir behalten uns vor s.G. w. in der Pessachausgabe unserer Zeitung eine Würdigung seiner Persönlichkeit zu bringen. DIE BIBEL IN 1000 SPRACHEN Im Rahmen der Veranstaltungen zum 25jährigen Jubiläum des Staates Israel hatte die Stadtverwaltung von Holon bei Tel-Aviv es unternommen, eine interessante Ausstellung von Bibel-Ubersetzungen zu präsentieren, dieselbe erfreute sich einer grossen Besucherzahl. Die Stadt Holon hat vor einigen Jahren eine private Sammlung von Bibelübersetzungen in mehreren 100 .Sprachen — auch der ausgefallensten — erworben und ist diese lt. Angaben der Ausstellungsleitung die grösste in Israel und eine wichtige im Weltmasstab, zumal sich in der Stadt auch verschiedene Übersetzungen befinden, die nicht einmal in der National-Library Jerusalem vorhanden sind. Das Vorhandensein der wertvollen Sammlung in Holon ist bestimmt von allgemeinenm Interesse. Julius Sachs GESUCHT WIRD HEINZ und HANSI POSA¬ MENTIER aus Kattowitz O/S Hohenzollernstr. Zuschriften Charlotte Wellis geb. Proskauer, Kfar Hadassim Israel. R. W. LEONHARD: Heinrich Heine 1797-1856 Während des Gedenkjahres 1972 (175. Geburtstag) ist eine Anzahl Neuveröffentlichungen über Heinrich Heine erschienen. U. a. brachte der Verlag Hoffmann & Campe in Hamburg einen Versuch, des Dichters Stellung im Verhältnis zu seiner Zeit festzulegen. Immer werden Geistesgrössen von der Umwelt, vom Zeitgeschehen stark beeinflusst, wie sie auch andrerseits ihre Zeitgenossen lenken und das Weltbild gestalten. Heine wird in diesem Buch wieder als Repräsentant deutschen Geisteslebens im 19. Jahrhundert gezeichnet. Mit zwei grossen Persönlichkeiten jener Zeit hatte er insofern Berührungspunkte als sie sich in der Ablehnung von Nationalismus, Provinzialismus und Lokalpatriotismus äusserten. Beide, Goethe und Marx waren Europäer, waren Weltbürger. Wir können uns Heine ohne Angleichung an Frankreich nicht vorstellen, obwohl er stets Deutscher geblieben ist. Unter diesen Gesichtspunkten vermittelt uns dieses Büchlein eine tiefe Einsicht in Heines Gedanken und Wesen. Die Studentenzeit, Bonn, Goettingen und Berlin, wird berührt, getreift wird die Tatsache, dass Heine erst in Paris die Persönlichkeit wird, als die die Welt den Dichter kennt. Interessant sind die Kommentare zum Dasein, zur Liebe, die Bemerkungen über Religion, die Heine charakterisieren. Seine Reisen stehen zur Diskussion, auch sein Verhalten zur Frauenwelt. Die Schilderung von Heines menschlichem Schicksal wird in diesem Buch von faszinierenden Bildern umrahmt, eigenen und solchen seines Kreises. Hinweise zur Heine-Forschung, Zeittafeln, Angaben über die Werke ergänzen die prägnante Schilderung einer Epoche von früher, die dieses Genie hervorbrachte und seine Ideen und Weltanschauung. Der Dichter wird in dieser Darstellung lebendig, er spricht zum Leser, zu uns, die wir immer wieder seine Werke hervorholen und erforschen. Am Montmartre ist seine Ruhestätte. Julius Sachs Wir gratulieren Herrn JOSEPH FREYHAN, Tel-Aviv, Ben Jehudastr. 60 zur Verloobung. Er ist der Sohn unseres unvergesslichen Gründers unseres Verbandes Dr. Wilhelm Seew Freyhan und Inhaber der bekannten Buch und Schreibwaren handlung Josef Freyhan, die im Herzen von Tel- Aviv einen sehr guten Namen hat und von vielen Stammkunden und Touristen sehr geschätzt ist. SONDERSPENDE: RUTH LOEWENBERG, Haifa Achusa, Kirjath Seferstr. 25 zum Andenken an ihren Gatten Lutz Loewenberg. NACHTRAG DER SPENDENDEN AUS ISRAEL UND ÜBERSEE, AMERIKA, EUROPA Dita Ehrlich geb. Hirschberg Tel Giborim — Cholon, Rechow Harakefeth 15 Sonderspende zum Andenken an ihren Gatten Adolf Ehrlich. Hans Redlich, Nahariah, Margarete Sander geb. Brinitzer, St. Louis, U.S.A., Elfriede Mazur — Zalmanowitz, Natanja, Israel, Bertold Lewin, Toronto, Willowdale — Ontaro, Canada. ZUR BEACHTUNG Wir verweisen auf unsere diversen Aufrufe in unseren letzten Verbandsblättem und bitten, Dokumente, Heirats-Urkunden und sonstige Briefe von allgemeinem Interesse uns an unsere Geschäftsstelle, Ramat Gan, Mazadastr. 27 (Verband ehemaliger Breslauer in Israel), zukommen zu lassen. Alles ist von Interesse. 23

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