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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 2001-01-01 · No. 71 (2001) · p. Seite 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
2001
Issue
No. 71 (2001)
Date
2001-01-01
Page
Seite 9 (sequence 1650)
Language
German
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9 Chassidismus am Main Zum 200. Todestag von R. Nathan Adler (Fortsetzung von Seite 8) in der bedrängten Situation, d.h. dem Kampf der Gemeinde gegen die sabbatianischfrankistische Bewegung, nicht relevant. Die lurianische Kabbala, für den polnischen Chassidismus wie für Nathan Adlers Kreis prägend, war rabbinischen Autoritäten in Ost und West nicht gern gesehen und gefährlich nah an der sabbatianischen "Verderbnis". Wie der erste Bann des Gaon R. Elijahu von Wilna 1772 gegen den sich ausbreitenden Chassidismus indirekt den ersten Bann gegen *■ Adler beeinflußt hatte, so beeinflußte, ja vielleicht veranlaßte die Niederlassung des Jakob Frank 1788 in Offenbach bei Frankfurt indirekt den zweiten Bann. Die Einordnung des in Deutschland einmaligen Phänomens einer Gemeinde von "Chassidim" neuen Typs im 18. Jahrhundert bleibt problemaisch. Ist Nathan Adlers Kreis im Kontext des osteuropäischen Chassidismus zu sehen, wenn auch als "deutscher Chassidismus" eigenständig? Dubnow rechnete ihn nicht dem Chassidismus zu und setzte die Eigenbezeichnung der Gruppe “Chassidim" zweifelnd in Anführungszeichen. Elior hingegen sieht enge Verbindungen zum osteuropäischen Chassidismus, enge Verwandtschaft, ja Identität in vielen Merkmalen, von der Selbstbezeichnung "Chassidim" über ähnliche Bräuche, Gebetsriten, Normabweichungen bis hin zur Gruppenstruktur, gekennzeichnet durch Absonderung von der Hauptgemeinde und einen charismatischen Leiter. Das Phänomen des "deutschen Chassidismus" blieb singulär und konnte außerhalb Frankfurts nicht Fuß fassen. Aber auch in Frankfurt selbst konnte es sich nicht entfalten. Adlers Autorität jedoch hinterließ Spuren, ging auf in der persönlichen Liebe einzelner, später großer Rabbiner. Nicht seine abweichenden Praktiken, doch seine Strenge in der Halacha, die Kompromisse und Erleichterungen strikt ablehnte, wirkte in seinen Schülern nach. R. Nathan Adler selbst hat keine schriftlichen Zeugnisse hinterlassen. Seine Bedeutung spiegelt sich nicht zuletzt in den Aktivitäten und den polemischen Schriften seiner Gegner wider, die sich mit dem Phänomen seiner großen Wirksamkeit und seiner kleinen, aber dynamischen Gefolgschaft auseinandersetzen mußten. Ihren Bemühungen verdanken wir einen großen Teil der Informationen über die eigenwillige Frankfurter Gemeinschaft. Auskunft über das wunderbare Wirken Nathan Adlers jedoch geben zuallererst seine Schüler, allen voran der berühmteste, der ebenfalls aus Frankfurt stammende Moses Sofer, der Chatam Sofer. Der scharfsinnige Halachist, Rabbiner der alten Schule, der dem Chassidismus seiner Zeit disanziert bis ablehnend gegenüberstand, sprach nur mit großer Verehrung von Nathan Adler, der für ihn ein wahrer Chassid und Asket war. Seit seiner Kindheit hing er seinem Lehrer rührend an. Als Adler nach Boskowitz ging, konnte der junge Moses den Schmerz über die Trennung nicht verwinden und folgte Adlers schneller Kutsche eilends zu Fuß. Die Geschichte dieses wundersamen Laufs, der Moses noch vor seinem Lehrer in der ersten Herberge ankommen ließ, drückt symbolisch auch den Bruch Adlers und seiner Schüler mit dem Althergebrachten aus. Als Moses nämlich seinem Lehrer folgt, sieht er nicht zurück - ein bekanntes Motiv, weder verabschiedet er sich von seiner Mutter, noch sucht er das Grab seines Vaters auf. Der Chatam Sofer erzählte seinen Schülern weiteres von der winterlichen Reise. Im Frost gewann er seinem Lehrer ds 5 Wasser für die Handwaschung vor dem Essen indem er in die gefrorene Landschaft hinabstieg und Reif einsammelte: "Ich war ein treubesorgter Schüler meines Lehrers, denn ich goß Wasser auf seine Hand; mit meinen kleinen Händen zerrieb ich den Reif, damit er zu Wasser werde." Weitreichende Würdigung und Verehrung genießt R. Nathan Adler heutzutage nicht mehr wie einst nur bei seinen Schülern, sondern - dank den durch ihre kompromißlos strenge Orthodoxie bekanntesten Schülern - auch in weiten Kreisen der zeitgenössischen nichtchassidischen orthodoxen Welt. An seinem Grabstein auf dem alten Frankfurter Friedhof Börneplatz werden oft Seelenlichter angezündet. Michael Brocket / Christiane E. Müller Kalonymos, 3.Jhrg.2000 Heft 3 Rrinriririr(nriKrinnnnrmnTnTriKrir(rigiHgigigipgiPE{trr{t{r(t{rtnr(BKg(giKBBg(Bg(BBE(Bg(g(BgiE(Bg(rig(g<Kg(BBKg<BBBg(Bg(g(g(BBg(BBPg(BKttKBDDKL(bDBCBKt(CEDEciitigEE: Unsere Leser schreiben Dankend bestätige ich den Erhalt der Mitteilungen No. 70. Die Zeitung ist wieder hochinteressant. Gerda Neustadtl, P.O.Box 8, Kiryat Haim 26103, Israel. ★ Verehrte Breslauer Es ist immer wieder eine Freude und ein Ereignis, wenn Ihre Mitteilungen 70 ankommen! Ich danke Ihnen im Namen aller Breslauer. Es ist ein grosses Opfer für Sie, aber es ist gut, dass Sie die Schlesier auf dem Laufenden halten. Ich wünsche Ihnen alles Gute und bitte geben Sie Ihre wertvolle Arbeit nicht auf!- Für heute viele liebe Grüsse "Schalom" Rudolf Hurtig, 1328 40th Avenue, San Francisco, California 94122 ★ Ich bin sehr beeindruckt davon, dass ein so kleiner Kreis so eine interessante Zeitschrift herausgeben kann. Vielen Dank. Ruth Lesser, Mendele Mocher Sefarim Street 5 / 18, 92147 Jerusalem, Phone 632933 ★ Vielen Dank, dass Sie mir die Mitteilungen gesandt haben, mit denen ich mich immer sehr freue. Alice Kiksmann, geb. Matzdorff ★ Sehr geehrte Redaktion, Ihr ausgezeichnetes Mitteilungsblatt brachte mir viel Freude und Information über das Breslau, welches ich als Kind sah, das Wroclaw von heute. Als wir im Jahre 1938 nach USA auswanderten, hatte ich die Untertertia beendet im Reform - Real-Gymnasium am Rhediger Platz. In dem Artikel "Spuren jüdischen Lebens" wird erwähnt, dass an der Storch Synagoge viel hergerichtet wird bis zum 9. November, denn dann werden die jüdischen Breslauer Bürger, die noch zu erreichen sind, eingeladen. Wer ladet uns ein und woher kommt die Liste? Henry Good (Karl Heinz Guttentag), 3827 N.E 34th Ave., Portland, OR 97212, U.S.A. P.S. Bin umgezogen, von Chicago nach Portland. ★ ... Haben Sie vielen Dank für die Mitteilungen No. 70. Die Artikel sind, wie immer, sehr interessant. Man lernt jedes Mal etwas Neues, sei es über das Judentum in Preussen in der Vorkriegszeit oder über neue Forschungen der Vernichtung der Juden in der Nazi-Zeit. Leider hat niemand auf meine Anfrage über Suesskind Raschkow geantwortet. Mit freundlichen Grüssen Yvonne Stern, Rua Joao Lira, 135 apt. 804 22.430 - 210 - Rio de Janeiro, Brasilien. ★ ...Ich freue mich jedesmal sehr, wenn mir Ihre "Mitteilungen" zugeschickt werden, ich lese sie mit größter Aufmerksamkeit und Anteilnahme. Ich als “alter Breslauer" bin dann durch Sie auf eine gute Art in die alte Heimatstadt versetzt - dafür bin ich Ihnen sehr dankbar. Ich beglückwünsche Sie zu der Leistung, aus Erinnerung, historischer Aufarbeitung und Zukunft ein harmonisches Ganzes zu machen. So warte ich schon jetzt auf das nächste Heft... Mit freundlichen Grüßen Dr. Wolfqanq Schwarz Boelckestraße 13 D-76829 Landau/Pfalz

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