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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 2001-01-01 · No. 71 (2001) · p. Seite 10

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
2001
Issue
No. 71 (2001)
Date
2001-01-01
Page
Seite 10 (sequence 1651)
Language
German
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10 Mensch, du wirst alt Wie hieß er nur? - Ich wußt den Namen, tausende Erinnerungen kamen hervor aus der Vergangenheit. Sie lagen alle griffbereit. Nur eines ist es, was mich quält: der Name, ja der Name fehlt! Da ruft es aus dem Hinterhalt: "Mensch, du wirst alt!" Vier Dinge scheinen ziemlich nichtig das Eine aber, das war wichtig. Damit's im Hirne nicht verdämmert, hast du dir's gründlich eingehämmert. Drei fall'n dir ein; doch wie fatal! das Eine fehlt! Oh,welche Qual! Da ru't es aus dem Hinterhalt: "Mensch, du wirst alt!" Vom dritten Stock steigst du herunter, trittst aus dem Hause, frisch und munter, Doch plötzlich fragst du dich verdrossen: "Hab ich auch wirklich abaeschlossen?" Du könntest schwören viele Eide - steigst dennoch rauf, dir selbst zum Leide. Da ruft es aus dem Hinterhalt: "Mensch, du wirst alt!" Benutzt du mal ein Bügeleisen, gehst anschließend dann gleich auf Reisen, Drei Wochen bangst du - ungelogen - "hab ich den Stecker rausgezogen?" "Sitzt etwa der noch in der Wand? Bin ich am Ende abgebrannt?" Da ruft es aus dem Hinterhalt: "Mensch, du wirst alt!" Zum Frühstück gibt es drei Tabletten, die sollen dein Gedächtnis retten. Da fragst du plötzlich ganz beklommen "Hab ich sie wirklich eingenommen?" Ja ist mein Denken denn noch dicht? Und zweimal nehmen darf ich nicht!" Da ruft es aus dem Hinterhalt: "Mensch, du wirst alt!" Und kommst du 'mal woanders hin bewegst du gleich in deinem Sinn, dein Sparbuch bestens zu verstecken, damit kein Dieb es kann entdecken. Brauchst du dann Geld, hast du indessen den heimlichen Platz total veraessen. "Ei Gott", stöhnst du, ganz starr vor Schreck, was soll ich tun? Mein Geld ist weg!" Da ruft es aus dem Hinterhalt: "Mensch, du wirst alt!" Brauchst du 'mal etwas aus dem Schrank, der gut gefüllt ist - Gott sei Dank - Kaum hast geöffnet du die Tür, da fragst du dich: "Was sollt' ich hier?" Verstört bist du, daß in Sekunden das, was du vorhattest, entschwunden. Da ruft es aus dem Hinterhalt: "Mensch, du wirst alt!" Uns're Geschwätzigkeit senilis, dem Hörer leider oft zu viel ist, zumal, was gestern du erzählt, auch heute im Gespräch nicht fehlt, und - wie Erfahrung leider lehrt - auch morgen brühwarm wiederkehrt. Da ruft es aus dem Hinterhalt: "Mensch, du wirst alt!" Maschinen kann man reparieren und ihre Räder ölig schmieren, und wenn dein Radio verstummt - ein neues Drähtlein - und es summt. Doch wenn der Kalk im Hirn sich dichtet, aibt's nichts mehr was das Dunkel lichtet. Da ruft es aus dem Hinterhalt: "Mensch, du wirst alt!" Verfasser unbekannt: Zum Abdruck gebracht von Herrn Gabriel Holzer <4 <4 <4 <1 <1 <♦ <4 <1 <4 <4 <4 <4 <4 <4 <1 <4 <4 <i <4 <1 <1 <1 <4 <4 <1 <1 <4 <4 <♦ <1 <1 <1 <1 <1 <4 <4 <1 <1 <4 <♦ <4 <4 <4 <4 <4 <4 <4 <4 <4 <4 <4 <4 <4 <4 <4 <4 <4 "Es waren ihrer drei!" Zu dem Artikel "Das verhängnisvolle J" in der Nummer 69 unserer Zeitung, in dem Heiner Lichtenstein das Buch "Die Rückkehr des 'J' - Stempels" vorstellt, sei mir folgender Kommentar gestattet. Er soll ein wenig den Eindruck korrigieren, der bei Kreis bzw. Lichtenstein entsteht, deutsche und Schweizer Behörden seien die Alleinschuldigen an dieser Brandmarkung. Denn es gibt, wie ich in meinem Buch "Exil in Schweden. Politische und kulturelle Emigranten nach 1933" zeige, das bereits 1974 im Münchener Hanser-Verlag erschien, einen Dritten in diesem wenig schönen Bunde, nämlich das ebenfalls ach so neutrale Schweden, das aus demselben Grunde wie die Eidgenossenschaft und Arm in Arm mit ihr 1938 zum gleichen Zeitpunkt in Berlin vorstellig wurde und von den deutschen Behörden forderte, man müsse künftig an der schwedischen Grenze jüdische Böcke von arischen Schafen scheiden können; man drohte - genau wie die Schweizer und in Komplizenschaft mit ihnen - den Visumszwang einzuführen, falls nicht... Meine Darstellung stützt sich im übrigen weitgehend auf die schwedische Dissertation von Hans Lindberg über die schwedische Flüchtlingspolitik (Svensk flyktingpolitik under internationellt tryck 1936-1961; Stockholm 1973), die diese Verhandlungen auch im Einzelnen nachweist. Ich liefere in dem entsprechenden Kapitel meines Buches eine Zusammenfassung, die mit einigen eigenen Beobachtungen angereichert ist. Eine Kürzestfassung findet sich auch in dem Katalog der Ausstellung "Exil in Schweden", die vor etwa fünfzehn Jahren in der Akademie der Künste gezeigt wurde, und in einem Beitrag unter dem Titel "Asyl in Schweden. Zeitgeschichtliche Perspektiven zu einem Lerntag über Asylrecht und Asylpraxis; 1933 versus 1986 des Berliner Zentrums für Antisemitismusforschung im Jahre 1986". Der Spruch, "Ehre wem Ehre gebührt", sollte auch in seiner Umkehrung, "Schande, wem Schande gebührt", gelten. Meine Wahlheimat seit 1964 kommt leider dank der Dänemark- Aktion im Oktober 1943, dank Raoul Wallenberg und dank Folke Bernadotte nur zu oft allzu gut weg, wenn es um die Jahre 1933-1945 und die Behandlung derjenigen geht, die nach 1933 aus Deutschland fliehen mußten. Die schwedische Flüchtlingspolitik nach der sogenannten Machtergreifung war bis Stalingrad und El Alamein leider um keinen Deut besser als die Schweizer und kann zudem nicht einmal einen Polizeikommandanten Grüninger als Alibi vorzeigen. Helmut Müssener/Stockholm "Die Mahnung", 1.10.2000

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