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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1989-01-01 · No. 53 (1989) · p. Seite 16

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1989
Issue
No. 53 (1989)
Date
1989-01-01
Page
Seite 16 (sequence 16)
Language
German
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RABBINER DR. BERNHARD HAMBURGER s.A FRAU FANNY FREYHÄN *-a. Einheitsgemeinde Breslau und Rabbiner Dr. Hamburger — anscheinend ein nicht zu verstehender Gegensatz. Breslau das Vorbild der Einheitsgemeinden, wo der orthodoxe Gemeinderabbiner Dr. Ferdinand Rosenthal mit seinem liberalen Kollegen Prof. Guttmann am Schabbatnachmittag am Stadtgraben spazieren gingen und zusammen diskutierten. Dr. Rosenthal war auch der erste orthodoxe Rabbiner, welcher dem allgemeinen deutschen Rabbinerverband beitrat, ein Schritt, -welchem dann noch andere orthodoxe Rabbiner aus anderen Einheitsgemeinden folgten und dadurch erreicht wurde, dass in den Statuten des allgemeinen deutschen Rabbinerverbandes, in welchem auch liberal j Rabbiner waren, festgesetzt wurde, dass in diesem Verband keine Beschlüsse gefasst werden dürfen, welche im Gegensatz zur überlieferten Hal.acha und Tradition stehen. Dr. Hamburger, aber, war der Vertreter der ,,Frankfurter Richtung“, welche jede Zusammenarbeit mit nicht-orthodoxen Institutionen und ihren Vertretern strikt ablehnte. Und doch — Dr. Hamburger, dank seiner Perönlichkeit, bekam Kontakt mit vielen Kreisen, und verstand es seinen Ansichten und Überzeugungen überall Anerkennung 2u verschaffen. Dr. Hamburger kam von Mannheim .ERICH ELIESER LEWIN GEDÄCHTNISFOND FÜR DIE JUGEND' Mit einem besonderen Fond, zur Erinnerung an unseren unvergesslichen Erich Elieser .Lewin s.A., haben wir beschlossen, unsere bisherige Arbeit, — die, dem Simonsohn Fond entsprechend, ausschliesslich der Ausbildung von Jugenderziehern gewidmet ist, — mit diesem getrennten Fond zu erweitern. Der „Erich Lewin Fond“ wird, auf Grund der so betont sozialen Einstellung von Erich Lewin s.A., ausschliesslich sozialen Zwecken für die Jugend zukommen. Zum 50. Todestage von Rabb. Simonsohn s.A. (25.5.1986) schrieb Erich E. Lewin s.A. in seinem Aufruf: ,,50. Todestag von Rabbiner Dr. Max Meir Simonsohn s.A. ...Als weitere Form des würdigen Gedenkens darf an den „Simonsohn - Fond“ (Postfach 40025), Tel-Aviv) erinnert werden. Dieser Fond finanziert die Ausbildung von Jugenderziehern in minderbemittelten und/oder problematischen Siedlungen Israels. Da viele von uns mit dem Hause Simonsohn verbunden waren und von Raw Simo'nsohn Lehren für ihr Leben gewonnen haben, sind wir sicher, dass diese Gedanken von Ihnen mit voller Zustimmung aufgenommen werden und somit diese Jahrzeit kein Schlusspunkt, sondern ein würdiges Zeichen der Weiterarbeit an dem erzieherischen Werk des Verstorbenen sein wird... Erich Elieser Lewin“ So werden heute sicherlich alle ehemaligen Breslauer mit Genugtuung, die Nachricht von der Gründung dieses sozialen „Erich E. Lewin Fonds für die Jugend“ aufnehmen und jeder gern, eine dieses Fonds würdige Zuwendung wie folgt zu überweisen: Die Initiatoren Kontonummer des Simonsohn Fonds: 521 Kontonummer des Erich Lewin Fonds: 521/A P.O.Box 40025 TEL-AVIV 61400 ' nach Breslau, um den Unterricht an der konservativen Religionsschule I, Wallstrasse, zu übernehmen. Ausserdem fungierte er als Religionslehrer an verschiedenen Gymnasien. Gleichzeitig wurde er als Rabbiner an die Alt-Glogauer Schul berufen, eine Gemeinde, welche seinen religiösen Ansichten sehr nahe stand. Als Religionslehrer an den öffentlichen Gymnasien stand er oft vor grossen Problemen. Ein grosser Teil der jüdischen Schüler kam aus liberalen und religiös indifferenten Familien. Im Johanneum, zum Beispiel, waren ausser ihm noch 2 liberale Kollegen, welche auch im Religionsunterricht solche Ansichten vertraten, welche nicht immer im Einklang mit der Tradition standen. Dr. Hamburger verstand es, allen Schülern die Gebote und Verbote der Halacha zu erklären und nahe zu bringen. Aber Dr. Hamburger beschränkte sich nicht nur darauf. Er erweiterte den Horizont der Schüler, indem er ihnen die geistigen -Strömungen innerhalb des traditionellen Judentums, anschaulich darstellte. Nach dem Tode des Chafez Chajim widmete er eine ganze Stunde dem Andenken dieses Gaon und der Mussarbewegung, und sprach über die Wichtigkeit des „Schmirat Halaschon“ (Enthaltung von übler Nachrede). Dr. Hamburger war wahrscheinlich der letzte Rabbiner in Breslau. Dr. Willi Cohn erwähnt ihn in seinen Tagebüchern als einen Tröster und Seelsorger, der noch in der Kriegszeit verbliebenen Juden in Breslau. Dr. Hamburger wurde nach Auschwitz verschickt, während seine Frau Eugenie nach Lublin verschleppt wurde. Das Andenken dieses wahrhaft Gerechten sei zum Segen! M. E. Hauschner HERTHA MENDELSON (MENDLOW9TZ) *a. Im gesegneten Alter von 94 Jahren, verschied in Haifa unser verehrtes Mitglied Frl. Hertha Mendelson (Mendlowitz). Sie wurde im Jahre 1893 in Wongrowitz geboren und kam in jungen Jahren mit ihren Eltern nach Breslau. In Breslau war sie bis 1920 in der Firma Julius Lion, Junkernstrasse 31 tätig, deren Inhaber, Julius Lion, Richard Hauschner und Ludwig Wiener, sie sehr schätzten. Im Jahre 1920 ging sie für einige Zeit nach Frankfurt a/M, wo sie u.a. bei Manfred Rosenblatt arbeitete. Nachdem sie nach Breslau zurückgekehrt war, war sie als Buchhalterin und Buchprüferin tätig. Sie konnte noch im letzten Moment, schon nach Kriegsausbruch im Jahre 1941, zusammen mit ihrer Mutter, Deutschland veWassen (ihre Mutter starb auf dem Weg nach Amerika in Barcelona). Es gelang ihr nach Amerika zu kommen und sich dort wieder eine Existenz aufzubauen. Nachdem Krieg half sie vielen Menschen ihre Wiedergutmachungsansprüche geltend zu machen. Sie war eine Urenkelin von Raw Zwi Hirsch Kalischer, einer der Gründer der Chowewei Zion Bewegung (eine Vorläuferin der Zionistischen Bewegung). Frl. Hertha Mendelson war immer zionistisch interessiert und besuchte schon im Jahre 1929 zum ersten Mal Eretz Israel. Auch in Amerika war sie immer an Israel intressiert und war öfters zu Besuch hier. Vor einigen Jahren konnte sie ihren Wunsch verwirklichen und wurde in Haifa sesshaft. Ihre Liebe zu Eretz Israel war grenzenlos, und freute sie sich über jeden Tag,-den sie hier verbringen konnte. Alle die sie kannten, trauern um das Ableben von Frl. Hertha Mendelson s.A. M. E. H. Ein gesegnetes und segenbringendes Leben hat vor kurzem sein irdisches Ende gefunden. Frau Fanny Freyhan s.A. ist wenige Wochen vor ihrem 100. Geburtstage von uns gegangen. Dem Breslauer Kreis war sie hauptsächlich als treue Stütze und Lebensgefährtin von Dr. Wilhelm (Seev) Freyhan s.A., dem Begründer des „Vereins der ehemaligen Breslauer“ bekannt. Seine unermüdlichen Bemühungen für die ehemaligen Breslauer Freunde — und weit darüber hinaus, häufig bis in die späte Nacht —, duldete sie nicht nur, sondern sah es freudig als ihren Teil an seiner Nächstenliebe an, ihn darin weitgehend, gleichzeitig schonend und bestärkend zu unterstützen. Das Heim in der Lord Byron Str. 4, in Tel Aviv, strahlte allen, die es betraten, eine wohltuende und in vieler Hinsicht bereichernde Atmosphäre aus. Die besondere Menschenkenntnis und grosse Bescheidenheit, die Frau Freyhan eigen war, bei einer umfassenden jüdischen wie allgemeinen Bildung, und ihre edle, freundliche Art jedem Menschen gegenüber, gehörten zu ihren dominanten Charakterzügen. Sie stammte aus Frankfurt a/M, wo sie die i i.rsch-r.eal-Schuie besuchte und sich ihre reiche, vielseitige jüdische und allgemeine Bildung aneignete. Auch hatte sie immer Sinn für schöngeistige Betätigung, wie Musik, Literatur und Kunst. Ihre besondere Liebe galt der Natur, jeder Pflanze und jedem Lebenswesen, auch der Schönheit von Landschaften, die sie begeistert durchstreifte. Zu ihrer ständigen Freude hat sich diese „Liebe zur Natur als G’ttes Geschenk“ ihren vielen Nachkommen vererbt, eine Tatsache, die sie immer wieder dankbar anerkannte. Dank ihrer Genügsamkeit wurde ihr die Umstellung von dem in Frankfurt und Breslau gewohnten Lebensstil, nicht schwer. Ihr Zimmer in Bne Berak bei ihren Kindern, wo sie die letzten 15 Jahre lebte nannte sie ihren „Palast“. Ihr blühendes Blumenfenster erfreute sie täglich aufs neue. Die Photos von Kindern, Enkeln, Urenkeln und Ururenkeln, die ihre Wände schmückten, sowie deren ungezählte Zeichnungen, und in Liebe gewidmeten „Andenken“, der Kleinen und Kleinsten — fänden alle dort ihr „Ehrenplätzchen“ und wurden mit Freude interessierten Gästen vorgeführt und erklärt. Mit den grösseren korrespondierte sie gern und leicht in deren Sprache, ausser in Deutsch, auch in Englisch oder Iwrith. Für den liebevollen Charakter dieser Korrespondenz zeugt die briefliche Anrede an sie von einem ihrer jüngeren Urenkel aus London: “My dear friend Great-Grand ma”! Ihre ebenso positive wie konstruktive Lebenseinstellung äusserte sich bis zuletzt, in dem steten Verlangen, „nicht nur irgendwie aktiv zu sein“... Befriedigt und glücklich war sie nur dann, wenn die Betätigung mit nutzbringender Hilfe für andere verbunden war (ob für Gross oder Klein). Den Familienereignissen, wie Hochzeiten, Geburtstagen und Familientreffen verschiedenster Art, — gab ihre geistreiche, freudige Beteiligung stets das Gepräge. Die Wärme und der Adel, die von jedem ihrer Worte und Handlungen ausstrahlten, machten sie mit Recht: zum unvergesslichen Beispiel für alle, die sie kannten, und die ihr ausnahmslos von Herzen nahe waren, ob verwandt, befreundet, benachbart oder auch nur.flüchtig bekannt. So wird sie in uns Allen als geliebtes und verehrtes Vorbifcf weiterleben, in.’n.sj.n '16

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