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Israelitische Wochenschrift · 1891-06-04 · 23 (4.6.1891) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
22 (1891)
Issue
23 (4.6.1891)
Date
1891-06-04
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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i* _ für beit Stiper empfiehlt Tnttner SefaiWt* die jflb. D^iebungSlehre von 8br Lederer, sowie ein christliche» Lehrnid ReligionSlehre von Hartmann. Dr. Knoller und Dr. Freüdenthal-Breslau trete« sonders für Einführung dentjcker Bibellektüre an der >d der Auerbach'schen Schulbibel ein und wünschen, daß Anschluß daran Religionsunterricht erlheilt, d. h. die religiösen Hauptfragen besprochen werden sollen. — Die Zunz-Bibel wurde allgemein als untauglich für den Schul- «nterricht bezeichnet. Im Schlußwort hebt der Korreferent Dr. Rosenthal. DreSlau hervor, daß in den Unterstufen nicht systematischer I Unterricht zu betreiben, sondern das Hauptgewicht auf oie «nntniß der Bibel zu legen sei. Er empfiehlt hierfür als besonders geeignet die Badt'schc Kinderbibel. Auf der höheren Stufe wünscht er jedoch ein geeignetes Religionsbuch. Um 11 Uhr wird die Versammlung vom Vorsitzenden geschlossen. Die »weile Versammlung, die Montag um 11 Uhr er- Dfsnet wurde. ivar hauptsächlich der Besprechung der Verein»- «»aeleaenbeilen gewidmet. Der Vorsitzende theilt u. >. mit, da» di« Zahl der Mitglieder gegenwärtig 102 beträgt. Verstorben find »ährend de» Jahres S Mitglieder, unter ihnen Robb Ir. J osl- Breslau. Der Vorsitzende gedenk» mit warmen Nonen der Verdienst«, die sich der sel Dr. Josl auch um den Lehrervrrein erworben hatte. Er biNN die Versammlung, di« stehend die NoNe de» Vorsitzenden «hörte. da» segensreiche Beispiel und Andenken de» Verstorbenen Das vor Augen und in Ehren »u halten. — Der Schriftführer Dr. Areudenthal- Breslau vtrlieft alsdann die Antwon de» Herrn Dr. Kristeller aus die vom Vereine im vorigen Jahr« abgeschtckrrn Glückwunschbepeichen, giebt Bntcht über den iersolo der in der letzten Ge- »ralversammlung gesagten Resolution, und bringt die von de« verschiedenften Leiten eingegangenrn Zustimmungsschreiben zu derselben Zur Kenntnis, der Versammlung. Aus Antrag der Kastenrevisions-tkommission wurde dem Schrift- und Kastensührer Dr. Kreudenthal-Breslau für das abgelausene Berwalttmgsjahr Decharge enheilt. Aus Antrag de» Dr. Ur » nn»Plest wird der bisherige Bor- Sand, bestehend aus den Herren Dr. Samuelsohn, Dr. vadt und -r. Freudenthal in Breslau, Blumenseld-Gchweidnitz, Dr. Tohn-Kattowitz, Herdft-Lifla. Dr. Mattersdorf-Gletwitz, durch UMamation wiederoewählt. Dr. Eohn-Kattowibittet die versammelten, in ihren Ge» »ejnden dir Ziel« des in Breslau bestehenden ״Stellennachweis-Vereins jüdischer Kanfieme" zu unterstützen. Der vorswnd diese» Verein« hatte eine Anzahl seiner Statuten und «erichte de» Dheilnehmern der Lehrer- Versammlung überreicht. Lebhafte Debatten entstanden bei der Diskutierung der neuen Statuten. Da» Resera» der Statuten-Kommissio» hott« Dr. Lohn- Kattvwitz übernommen Rach längerer eingehender Berathung wurde der Nonlaut der neuen Statuten fixirt. Dieselben «erden allen Mit- «litdern gedruckt zuaehen. Der Gtatuten-Kommission, bestehend au« de» Herren Dr. Vaßsreu nd-Tarnowitz (jetzt in Trier), Dr. Brann- Platz, Dr. Lohu-Kattowitz, wird von Seiten der Versammlung der »üruist« Dank fiir ihre Mühewaltung ausgejprochen. Infolge der vorgerückten Zeit konnte da» auf der Dagesordnung stehend« Resera« de« Herrn Dr. Bran n-Pleß, betr. da» Uebersetzen aus dem Hebräischen und dt« neuesten Hilfsmittel hierzu, nicht mehr Ganz erledigt werde». Dr. Branu-Ples, verlo« seine Thesen und erNSrte, dieselben für dir nächste Verkantung drucke» lasten zu wollen, um «ine eingehend« Besprechung derselben zu ermöglichen. Mich Mstsepuug der Tayesordnung für die Versammlung de» Nächsten Jahre« wird dt« diesjährige Generalversammlung vom Borsttzantzrn um » Uhr geschlostsn. Di« Berlagsbuchhanblung vo» Wilhelm Jakobsohu & Lo. in ,Breslau hatte ein« A«z«hl der neuesten Erscheinungen aus de« Ge- Mete der Pädagogik, ebenso Herr Dr. Berliner 1» Berlin ein« An- ''»acht seiner Schriften der Versammlung in freundlichster Weise zur Nmügung gestellt. Dr. Max Freudenthal, Schriftführer. tttche HMdertK-BNG »«» ״««ttseMite»- (Fortsetzung.) 11, •ial M« 3a»M «UM «deusatch» Memftcho» mit wie? ,Me«scheu sind es auch, oder ebensolche wie wir nicht." Dis Inden würden sich auch schönstens bedanken, wenn betzhApten wallte, daß st» «densollhe SRaMn wie Herr d^vtzren» achört, lata. er selbst der »JtaP «m fibSen <ttu ■aa» die Juden nicht austollend verschied«, vor, uns «Iren wie ging« es zu, datz man den Juden unter alle» Völkern heran» erkennt? Niemand, am allerwenigste» aber ein Jude, hat jemals׳ die Rastenverfchiedenheit der Semiten und Jndogermanen geleugnet. Aber abgesehen davon, daß diefe noch immer kein Entschuldigungsgrund für die von Böcke», Stöcker und Genoffen getriebene Judenhetze sein kann, so muß man doch alle anderen Rassm der Menschen viel verschiedener von den Jndogermanen, als die Semiten, mit denen sie ja auch schon die weiße Hautfarbe gemeinsam haben. Freilich ist nicht die Farbe das Wichtigste. Aber da der Antisemiten- Katechismus nun einmal die Menschen nur nach .zoo logischen Merkmalen" beurteilt, so blieb uns eben nichts übrig, als ihm dorthin zn folgen, obwohl wir im Menschen B" ־' ' ־“ ׳" ־ " ' " . , Menschen geschaffen, die mit der schwarzen Haut ebensogut wie die mit der iveißen und im 3. Mos. IS,18 heißt eS: ״Du sollst Deinen Nebenmenschen lrben wie Dich selbst, ich bin der Ewige." ll. CBvfta fall »er Skasse-Unterschied bestehe»? .Die europäischen Völker gehöre» fast sämmilich der «rischen oder iiidogermanischen Rasse an, di« Juden hingegen der semtttsche». Die arischen Böller sind mehr setzhaster Natur; sie pflege» Ackerbou, Gewerbe, Kunst und Niffenschast: sie sind staaiengründend, mutig und tapfer; der Grundzug ihres Wesen» ist dir Geradheit, Ehrlichkeit, Iren« und Hingebung. — Sie sind die eigentlichen Kulturvölker." Von den Einwohnern׳ Europa'- sind außer einem großen Teile der Bewohner Rußlands auch die Lappen, Finnen, Ungarn, Türken, Iberer (mithin auch die romanisienen Spanier und Portugiesen) und Etrusker (die Bewohuer des nördlicheren Italien'-) und Darier mithin die Rumänen keine Jndogermanen. Dagegen gehören die igrüner zu den Vertretern der seßhaften arischen!affe. Gerade dieser letztere Umstand aber zeigt, daß nicht die Anlage eine- Voltes eS zur Seßhaftigkeit oder zum Wandern ' bringt, sondern die Verhältnisse, die eS dazu führen. Die I Völkerwanderung war ja auch nichts weiter als ein Waitdern der germanischen Völker, welcheschon 2 Jahrhunderte! vor Christo begann, und erst im siebenten Jahrhundert nach Christo sein Ende fand. Wenn aber Geradheit und Ehr» lichkeit eia Grundzug dearischen BoltScharakterS ist, und wir sind davon fest überzeugt, so müssen wir annehmen, daß die Antisemiten von anderer als indogermanischer Ab kuust sind. .Die echten Semite» hingegen sind von Natur Nomaden; sie haben kein« eigentlich dauernden Wohnsitz«, kein rechte« vaterlsah. Sie geben sich den Anschein, als verachteten sie die Arbeit, in Wahr» heit aber fthlen ihnen die produktive» Fähigkeiten dazu." Das klingtAlleS so schön, daß man c« eigentlich des schönen Klanges wegen glauben sollte: ״Die Semiten — Nomaden, die Jndogermanen — die eigentlichen Kulturvölker." Sind d,e Babylonier, Affyrer, Aramäer, Hebräer oder Phönizier — Nomaden? Die Nomaden der Wüste, die Beduinen, sind im Vergleiche zu der großen seminschen Bölkermasse, nur genug an Zahl, und dazu sind die beiden größte« Völkerschaften unter ihnen, nämlich die Tidbu- und Tuarek-Berbe rn, nicht Semiten. ES soll kein Tadel der hochbegabten arischen Rasse sein, sondern nur die Behänd» luog der Geschichtswissenschaft seiten» der Antisemiten kennzeichne», wenn wir darauf aufmerksam mach«, daß dies« ״eigentlichen Kulturvölker", die Jndogermanen, ihre Kultur ׳ durch Vermittelung der semitische« Phönizier aus de« *. grüÄenteilS semitischen Oriente erhalten haben. Als daS--׳ jüdische Reich «ater David und Salomo schon sein« höchst»׳ ' . Blüte entfaltete, waren die Griechen, da« vorzüglichste arisch»! Kulturvolk» noch in de» Kinderschuhe»; daß trifft näiutstASZ noch in die vorhomerische Periode. Und als unter deHv Inden Jesu« und Panlv» weckten, da lebst« die Borsah der Her«, GtScker, Fritsch nnd BSckrt,och in ihre» .SrwseKü-vu! , ■--fcä

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