Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1891)
- Issue
- 23 (4.6.1891)
- Date
- 1891-06-04
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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י:יי**■ י 5: t« Methode, 4. te» «ge« Vorbild und die Be- ,׳slerung für den Gegenstand. Als erprobtes disziplinarisches Mittel empfichlt der ״!ebner regelmäßiges Beten beim Beginn des Unterrichts. Was die Beherrschung des Stoffes betreff«, so müsse nicht nur diese, sondern auch das Wissen des Lehrers überhaupt ückciilos sein. Eine tüchtige!!,ethnische Behandlung des Unterrichts sei eine Kunst, und müffe durch vielfache Er- Ehrungen und Beobachtungen erlernt werden. Die allgemeinen ssigcln der Pädagogik kämen hierbei in Betracht. Schon j\*r Talmud enchalte eine Reche derartiger pädagogischer «-,nkr. — Aus eine ordentliche Stoffvertheilung sei zu achten. Der Unterricht müsse endlich kurz und intereffant sein; leutcres sei zu erreichen durch Vorführung konkreter That- .chen, sowie durch klaren fließenden Bortrag. Ablesen oder Wortes«« sei ganz zu vermeiden. Ein systematischer Unterricht ׳ g»c sich höchstens für die L berklassen, in den Unterstufe» sollte er an den biblischen und nachbiblischen Unterricht angeknüpft werden. Der Lehrer selbst müsse begeistert und von der Wahrheit deffen, was er vortragc, durchdrungen fein. In Theorie und Praxis müsse er den Kindern ein Vorbild sein. Nur אנשי אמת seien wirkliche Sendboten Gottes an die Jugend. Das alte Wort sei wahr: ״Lang ist H Weg durch Vorschriften, kurz und wirksam durch Beispiele." Als Antwort aus die zweite Frage gelte vor Allem Satz: Ein großes Muster weckt Nacheiferung. Repräsentative Charakterbilder sollen daraeboten werden, y.i. überhaupt die biographische Mechode auf den biblischen .!»0 nachbiblischen Unterricht anzuwenden sei. Nach den Morten Goethe s wie andererseits de- Freiherrn von Stein * miifjt die Geschichte Begeisterung erwecken, wie den Charakter * Mulen. DaS sei in unserer antffemitschen Zeit besonders .! > x-'Ävendig, und die . Darstellung unserer Heldenkämpfe ׳ ss-ffe den Platonischen Satz wahr machen: Much macht y -'.th. — Zur biographischen Behandlung empfehle er Noah, LÄsham, Joses, Moses, Josua, Samuel, David, Elia, Mszphat, HiSkia, Josia, Jesaia, Esra und Nehemia; ferner Makkabäer, Johann Hyrkan, Hillel und Schamai,? -chanan ben Sakkai, Saadja, Maimonides, Reschi, Josef ^rv, Manaffe ben Israel, Juda -halevi, MoseS Mendelssohn. Was die dritte Frage anbäange, so gebe es eine so y oßr Anzahl von Schriften, daß er nur die geeignetsten •׳s c;;su{)nen wolle. Er empfehle: Badt, Sondheimer I. u. r. Theil, Levin, Nachbiblische Geschichte, Auerbach, Auszug 18s״UL de! Bibel, Friedländer (Geschichtsbilder), Jakobsohn ^?Mimmonim), Graetz (VoltschümlicheGeschichte), Lehmann Vergangenheit und Gegenwart), KarpeleS (Litteratur- -r Schichte>, Ehisuk Emuna, (übersetzt von Deutsch), Philipp- John (Rath des Heils), Sachs (Stimmen), Schleiden (die ^:«nantik des Martyriums), desselben: me Bedeutung der ,§??d-n. Cassel (Geschichte der jüdischen Litteratur). Der Redner schloß sein Reserat mft dem Wunsche, ״daß Allen ganz und voll gelingen möge, die Jugend für den Aauben an den einzigen Gott zu entflammen und für die (׳he Mission Israels zu begeistern. Das walte Gott. Ü B, Der Correferent Dr. Rosentha l- Breslau dankt dem fcrenten für seine Ausführungen, glaubt jedoch, daß die > - Äderungen an den Lehrer, die der Referent als Antw,rt a»f seine erst« Frage gestellt habe, nicht allein für den -yligionsuutcimcht, sondern für jeden Unterricht nothwendig : seien. Er selbst glaube aber, daß die erste Frage zunächst so; ,’s verstehen sei, ob man systematischen Unterricht geben solle > 6^ r nicht. Unzweifelhaft könne Klarheit nur durch Systematik * eicht werden. Freilich leide der systematffche Unterricht an -;*«r gewiffen Kälte, er sei nicht eindringlich genug und; weift zu wenig auf das Praktische hin. ES müsse also beides '-unden werden. Man dürfe nicht systemlos zu Werke ' :n, weshalb Religionsunterricht in Form gelegentlicher sknüpsung an die Geschichte zu verwerfen sei. Aber man E nicht nur Ideen gebm, sondern man müsse auch an :ktische anknüpfen. Dazu seien die eigentlichen drittrü^hell de* Iforeh Nebnohim.) Bei dieser könne man an BerschiedeneS anknüpfen, z. B. m 10 Gebote. Auch sei eS praktisch, den Kindern ein Buch 11 die Hand zu geben, obwohl unsere Religionsbücher wenig befriedigen, da sie zu subjektiv seien. Der Gegensatz de». Lehrers zum Buche werde dazu beitragen, den Gegenstaijdnoch klarer zu machen. Immer aber müffe auf das praktische Leben hingewiesen, und die einzelnen ldebote genauer erörtett werden. י V Die Antwort des Referenten auf die zweite Frage sei ״ -: einerseits zu weit, da die biblische Geschichte nicht hmejn gehöre, andererseits zu eng, da in der imchbiblischen Geschichte einzelne Persönlichkeiten fehlen, um die sich die Zeitgeschichte (sj gruppiert. Beispielsweise die Männer der großen Verfaat»» lung, S imon der Gerechte, an den der Kampf der Sadoucäer und Pharisäer anzuknüpftn sei, Herodes als Mittelpunkt fS die Römerkämpfe. Als Anknüpfungspunft für die talmudische Zeit sei nicht R. Jochanan ben Sakkai, sondern R, Akiba zu nennen. Einzelne Vertreter des jerusalemische» und babylonischen Talmuds seien zu erwähnen, und au* der späteren Zeit R. Gersom und R. Jakob Tam. Immer seien solche Persönlichkeiten auszuwählen, die selbst ihrer Zeit ein Gepräge gaben, und an die eine Epoche leicht anzuknüpsen sei. Eine Antwort aus die dritte Frage sei kaum mögliche weil die Individualität des Schülers und die Subjektivität des Lehrer« zu sehr in Betracht kommeu. Dagegen »olle er nicht verfthlen, auf ein Buch aufmerksam zu mache«,! da» einen guten Anfang bflde, nämlich ״da» Ouellenbuch l von Spa nier* (Magdeburg). ES sei allerdings zu wünsche», s daß in diesem Buch« Einzelnes, z. B. MaimonideS, au*-! führlicher behandelt und andere» ganz Fehlende» aufgenommea worden wäre. Aber e» sei auch zu wünschen daß in de«» selben Geiste fortgefahren werde, dann werde ein Buch ent-׳ stehen, da» wirklich zur weitereu Fortbildung geeignet sei. Dr. Blumenthal-Ra Nbor will ohne auf die priuctpletl«»- Fragen etmugehen, nur Einzelne« beisteuern. Der Neliatonsunterricht sei in der Thal ein Stiefitnd, aber man bürste sich niw» entmuti lassen dafür zu sorge», daß er dach in den Schulen obllgatart werde. Auch die Krag« sei der Erörterung wcrth, wie der zwischen Schule und Hau« gemildert werde» könne, ob man uni hüben und drüben seinen Weg gehen, »der doch golden« Brücke» f<. w _ soll«. — Die höheren religiösen Ideen seien in den Unterstufe« »ach ■ nicht zu berühren. Der Referent Hab« nicht da» Wittel a» *■־ ־־־' wie der Unterricht intereffant zu mache» sei Da« Mittel, dal. jüngsten Rümmer der .Allg.Zeit. de«Judenthum«" in einem» . angegeben sei, nämlich die Anknüpfung au die deutsch« Geschichte, r~■ ein durchau» verfehlte». Biel besser lasse sich an bst Dichter litterarische« Strömungen anknüpfen. lieberall weise man darauf hi«-! wie dies« Gegrnstünd« a»tr» in uro» besprochen werden. DaS Wor^ Börne'« gelt«: Man dürfe da« Judenthu« nicht von der allgemeine« * Weltgeschichte trennen. L4 soll« nicht «in« Insel sein, di« man be» sonder« aufsuchen müsse. Diese moderne Würze mache den Unterricht intrreffant, «» sei gleichsam alter Wein in neuen Schläuche«. — Di«: nachbiblische Geschichte sei nicht mit Mendelösohu abzoschliehen. Gerade in unserer Zeit sollen Beispiel« wie da« Momefioreo weiter einmirkeG. Kür den nachbtblischen Geschichtsunterricht sei besonder» da« Lehrbuch., von Levin zu empfehlen, für de» Gebrauch de» Lehrer« auch da« von D. L » w h. Ein gute« Reltgioutbuch t« Anschluß an dt« 10 bot« sei da« von Schwarz. In den sich anschließenden Debatte« an denen die Herren Adam-Schroda, Dr.Badt-BreSlau, Dr. Bran Pleß, Dr. E o h n - Kattowitz, Dr. Lhodo«Sky-Oel», Dr. Freudenthal« BreSlau, Dr.Fried«an n »Lublinitz,^ Dr. Kn oll er-BreSlau, Dr. Rosenthal-BreSlau, Dr. Samuelsohn - BreSlau, Tintner-Vuuzlau mehrfach theilnahmen, wurde besonders die Art der Behandlung deS speziellen Religionsunterricht« erörtert. Als besonder« störend wurde wiederholt der Mangel aeeigneter Lehrbücher bezeichnet, ••j Dr. Knoller berichtete, daß der selige JoSl über da*"׳ Herxheimerfche Buch, daer selbst beksmntlich überarbeitet hatte, geäußert Hab«: eS sei eiu Schuh, der neue« Oberled» und neue« Unterleder gebrauche. Al« die besten unter de» vorhandenen Lehrbücher« wurden die Religion»(' Stein und Hochmnth empsuhstn. Zn«