Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Literaturblatt · 1876-04-01 · Nr. 7.8 (1.u.15.4.1876) · p. Seite 29

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
5 (1876)
Issue
Nr. 7.8 (1.u.15.4.1876)
Date
1876-04-01
Page
Seite 29 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/5367336-5990818-5990977--0565-5367601
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

39 כשדים שהעמדתי להם דניאל חנניה מישאל ופירי׳ ולא נעלתים בימי יונים שהעמדתי להם שמעון הצדיק וחשמונאי ובניו ומתתיהו כהן גדול לכלותם כימי המן וכי. In dieser Hagada werden (als Retter) in der Zeit der syro-hellenischen Bedrückung neben Matitjahu, dem Hohepriester, noch ein Mann Namens Chaschmonai und seine Söhne als Retter des jüdischeu Volkes bezeichnet. Die allgemein rezipirte, uns bis jetzt auch unbestritten gebliebene Aussassung ist aber die, daß Matitjahu, der Hohepriester, selbst ein Hasmonäer mit seinen 5 Söhnen das Rettungswerk vollbrachten. Weder das Makkabäerbuch. noch Josephus nennen neben Matitjahu gleichzeitig einen Chaschmonai mit seinen Söhnen.* *) Die talmudische Hagada findet zwar einen Stützpunkt in dem von Jeüinek (Bethamidrasch Th. I.) 1858 edirten Midrasch für Chanuka I und II, wo dem Hohenpriester, der in dem ersten Jochanan heißt und drei Söhne hat, aber in dem zweiten Matitjahu heißt und ebenfalls 3 Söhne hat, ein Chaschmonai mir 7 Söhnen gegenüber nicht nur citirt, sondern beide mit Wechselreden vorgesührt und beide als Anführer des Befreiungskampfes genannt werden. Doch sind die genannten Midraschim selbst widerspruchsvoll in sich und unter sich, so daß man sie kaum als reine historische Quelle ansehen kann. ES ist auch keine Möglichkeit vorhanden, die Widersprüche in den Midraschim wie den in der Talmudhagada׳ und den anderen Quellen zu lösen. Es bleibt demnach nur übrig, die Lesart des Talmud (meine Ausgabe ist Frankfurt a. M. von 1821) zu untersuchen. Der En Jakob (Fürth 1762) hat die Stelle etwas anders; sie lautet bei ihm שהעמדתי להם שמעון הצדיק ׳ומתתיהו בן יוחנן כ״ג וחשמונאי ובניו der Jalkut zu בחקתי Absch. 675 Ende hat die Stelle gekürzt; sie lautet שהעמדתי להם שמעון הצדיק. Vergleicht man nun mit diesen Lesarten die, welche anscheinend dem על הנכים zu Grunde gelegen haden wird, welches mit de» Worten בימי מתתיהו בן יוחנן כהן גדול חשמנאי ובניו einleitet, so dürfte man annchmen, daß die vorliegende Lesart der Talmudhagada unrichtig und in folgende שהעמדתי להם שמעון הצדיק ומתתיהו בן יוחנן כ״ג חשמונאי ובניו zu emendiren wäre. X. Randbemerkungen und kein Ende. Meine kurzen ״Randbemerkungen" haben einige Herren zu ziemlich langen Gegenbemerkungen im ״Jüd. Literaturbl." veranlaßt. Ueber Einwendungen, die mehr aus Geschmack, als auf Beweise sich berufen, läßt sich nicht gut streiten. In Nr. 6**) sieht es aber aus, als ob es gegen meine Behauptung von Beweisen geradezu regnete; darum hierüber noch ein Wort! — Hätte Herr F, den Schlußsatz meiner betreffenden Bemerkung — ״hierdurch ist auch das והכי קתני am Orte, das den Nachdruck auf ,שכיבד legte und auf das נכנמין der Mischna in, Gegensätze zum מובלין der Gemara sich stützt" — näher beachtet, dann wäre ihm der Sinn meiner Bemerkung klarer und ein gut Theil seiner Gegenbemerkungen erspart worden. Das נכנכין kann eben durch die Antwort mit dem Nachdrucke והכי קתני der Mischna endgültig zugewiesen worden sein, während es dem Fragesteller noch zweifelhaft sein konnte, ob nicht die vorhandene Lejeart טובלין vorzuziehen und die Mischna aus das Schema im Abendgebete zu beziehen *) Rach Jos. ״Alterthümer" XII. 6, 1 war Mat. ein Urenkel des Asamonaios; Hoherpriester war übrigens Mat. nicht, sein Sohn Jonathan war der erste hasmvnüische Hohepriester. Die Bezeichnung חשמונאי ist vom Stammvater auf die ganze Familie übergegangen, nach Herzseld Gesch. d. B. Jsr. I. ®. 265 ist dieser Name eine Hcldenbezeichnung und de!» ״Makkabäer" synonym. * *) In dem betr. Ausiatz D. 22. d ist in Z. 5 v. ob. das ״und" »u streichen u. Z. 25 v. u. ״über" st. ״aber" zu lesen. sei. Darin hat Herr F. eine große ׳Wahrheit ausgesprochen, daß נכנסין לאבל die Zeit von צ"הכ sei, aber die Zeit von טיבלין muß eben eine frühere sein, da sie jener nothwendigerweise vorausgchen muß. — — Herr F. will ferner aus dem Worte מאמתי, das der Fragesteller hervorhebt, ״die Hinfälligkeit" meiner Auffassung noch ״deuilicher" beweisen. In dem Exemplar des ״Jüd. Lileralurblaltes", das nach Hamburg an Herrn Fischer ging, muß wohl in meinen Bemerkitngen folgender Satz gefehlt haben: ״Das ״ מאמתיvon wann a n", ist beim Schema im Gotteshause noch richtiger, da, einmal vor Eintritt des Abends gelesen, ihm jedes natürliche Zeichen, wie צה"כ fehlt." — Was steht dem so ״thurmhoch" entgegen?- Der Unterschied zwischen dieser und der Stelle in Taanith in von niir nicht hervorgehoben worden, weil ich glaubte, daß er ohnehin jedem Eingeweihten, um nach Hamburger Art zu sprechen, ״thurmhoch" in die Augen fällt. Dort knüpft die Mischna an etwas an, was wieder nur in einer Mischna seine Quelle hat, daher ist die Frage berechtigt, wie der Inhalt der letzteren als bekannt könnte vorausgesetzt werden; hier aber ist von ק״ש die Rede und anzunehmen, daß der Fragesteller allen Ernstes die Quelle von ק״ש in der Mischna wollte angegeben wissen, wäre ebenso ״naiv-harmlos", als wenn man wünschte, daß z. B. die erste Mischna von Pessachim mit den Worten begänne:כתיב בתורה תשביתו שאורי מבתיכם. — Und sieht Herr F. schließlich denn auch ein, nur leider zu spät, nämlich da erst, wo er seine eigene Erklärung begründen und deren Unentbehrlichkeit Nachweisen will. Wie hat doch Herr F. srüher mit ganz anderen Augen gesehen! Früher war ihm die Erklärung Raschi's ״die i» Wahrheit zutressende" und nun ist ihm ״streng genommen das bisher gekannte Motiv!licht einleuchtend genug", und merkt vielleicht gar nicht, ״wie weil er sich von der in Wahrheit zutreffenden Auffassung entfernt". Die Erklärung des Herrn F. ist übrigens bekannt, sie wird R. Moses Teitelbauin, einem Zeitgenossen R. Moses Sofer, zugeschrieben und gehört noch dazu, daß die zweite Antwort ואיבעית אימי im Sinne derjenigen gegeben wird, die der Ansicht huldigen, daß ק״ש nur מדרבנן sei. — Was mußte ferner Herr A. nicht Alles über die ״gelinde gesagte und gereimte" Aneinanderstellung der beiden Fragen zu sagen, während er Alles dies übersieht gegenüber seiner Erklärung, die schon aus dem Grunde unhaltbar ist, weil das דקתני מאמתי gegen sie so ״,hurmhoch" sich ererhebt. Daruni wußte wohl Herr F., der im angreisenden Theile so wortreich war, hier bei Mittheilnng seiner Erklärung über Vieles so weise zu schweigen. — Was Herr F. mit seiner Behauptung meint, daß der ״angestellte Vergleich zwischen ersterer und der von Raschi citirten Jeruschalmistelle geradezu als hinkend bezeichnet werden muß, wenn anders Rabeuu Tam z. St. nicht ganz unberücksichtigt bleiben soll" — ist mir unerfindlich. — Herr Fischer, der Anhänger Raschi's, will nun auch Rabenu Tam da berücksichtigt wiffen, daß ich auf Seiten Raschi's stehe. Faßt beim Raschi die Jeruschalmistelle anders als ich auf? — Zum Schluffe noch die Bemerkung, daß ich einer Erklärung. die den דין nicht ändert, nicht berührt, aus dem einzigen Grunde, weil sie ״über den landläustgen Peschat.. unbekümmert hinwegschreitet" entgegenzutreten, mir nicht so viel vergebliche Mühe mache» möchte, wie Herr F. es gethan. Gnesen. vr. Horovitz. (Wir schließen hiermit die Discussion über das ״erste Blatt Gemore" im Interesse der Leser und des Raumes unseres Blattes, das längeren talmud. Auseinandersetzungen gar keine, kürzeren nur dann Aufnahme gewähren kann, wenn sie etwas Neues enthalten. Redaction.)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.