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Das jüdische Literaturblatt · 1876-04-01 · Nr. 7.8 (1.u.15.4.1876) · p. Seite 30

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
5 (1876)
Issue
Nr. 7.8 (1.u.15.4.1876)
Date
1876-04-01
Page
Seite 30 (sequence 6)
Language
German
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Literarische Notizen. Bon vr. L. Ltwysohn, Nabbiner in Stockholm. (Fortsetzung.) 3) Nachstehendes Epitaph**) ist freilich viel jüngern Datums (vom 7. Oktober 1743), es gehört aber dem Enkel des berühmten Kabbalisten Elia Loanz (2V ר' אליה בעל) an, welcher auf seine Kögen die Piutimsamn'.Iung: מערבות יוצרות וסליחות עם הפסוקים ומנהגים דק״ק ווירמיושא (Frankfurt a. M. 1714) drucken ließ. Die Inschrift lautet: התורני נאמן הקהלה מהר" ר סיני לואנץ זצ״ל פה נטמן איש תם וישר. בל מעשהו בכושר. התגבר כארי לעמוד באשמרה אחרונה ללמוד׳ כל ימיו היה מיוד ראשונים בב״ה מחיל אל חיל הלך לחברות לומדי משניות והלכות׳ והתעמק בלי עצלתיים בג״ח עם המתים והחיים׳ גם כל חולי היה מבקר בכל ערב ובוקר• ה״ה התר המופלא מהורר סיני בן מהו׳ זעקל זצ״ל נפטר בש״ט ליל ב׳ ה׳ דשוכות ונקבר למחרתו תקד לפק תנצבה בג״ע Aus dem Titelblatt gedachter Saminlung hieß der Va- 1er: יצחק זעקלין 4) Wir theilen noch einige mehr oder weniger bemerkenswerthe Varianten aus der Kracauer Sch. Aruch-Ausg. (s. Nr. 6 d. Bl.) mit. llore Den 8 141, 4 hat die kleine Amsterd. Ausgabe (a. 5458): ׳אפילו לגוי die große Amsterd. Ausg. (a.5503): אפילו הם לע״כום, unsere A. hingegen nach Maimuni: אפילו לנוי. — Jbid. 8- 329, 10 im Reina (Isserls in Nr. 6 ist das Wort falsch gedruckt) richtig: בא״ח כ' קני׳ח in den meisten A. falsch: קצ״ח. — Sowohl •I. Dea 8- 198, 32 als auch ibid 8- 325, 1 steht לובו (wie auch Aruch liest) in allen andern mir zu Gebote stehenden A. לבובו. — Jbid. 8• 198, 33 fehlt in unserer wie in andern uns zugänglichen A. der wichtige Zusatz, der in der großen Amsterd. A. vorkommt: אבל רוב הפוסקים מתירין. — Sonderbar ist der Drucksehler in uns. Ä. ibid. 8- 197, 2: יום ה' או ו׳: es muß natürlich heißen: ח׳ או ט׳. — Im Eben haes. 8- 96, 2 heißt es in unserer A. richtig: שלא בובוה כלום בלא רשות בעלה , was doch jedenfalls etwas Anderes sagen will, als die Lesart in anderen A.: ׳שלא בובוה כלום שלא ברשות בעלה dort wird die Verschwendung gänzlich negirt, hier wird sie sogar vorausgesetzt, nur geschah sie jedesmal mit des Maililes Erlaubniß. Chelkath Mechokek beachtet daher mehr den Gedanken als den Wortlaut. — Or. Chaj. 8• 690, 13 richtiger in uns. A.: ׳שהוא מעתיק ממנה וכותבו in andern A.: וכותבה, da der Vers und nicht die Megilla gemeint ist. (Forts, folgt.) Notiz zu den ״Lit. Notizen" in Nr. ti. Rabbiner Dr. Sachs s. '11. besaß einen bei Lebzeit des Noma in Zesath 315 gedruckten ׳ש״ע ohne dessen Glossen, die aber von einem seiner Schüler nach seinem Diktat am Rande beigeschrieben stehen (כל זה נכתב מפי מורי מהר״מא). Von den von 111- S. angemerkten Fehlern in den Editionen befindet sich ebenfalls der in Jore Deah 8• 334 in diesen Randglossen. Dieser Schreibfehler ist daher auch in der ed. pr. nachgedruckt worden. R. K. **) In dem in vor. Nr. abgedruckten ist in der 2. Zeit« בבלה und in der 6. 4 ואשרת« corrigiren. Literaturbericht. A. Lesefrüchte. 1. Ueber Scheintod. Prof. Dr. Rosenthal in Wien theilte in einem kürzlich gehaltenen Vortrage mit, daß es der Wissenschaft glücklicherweise gelungen sei, in die Elektrizität ein ebenso sicheres als leicht anwendbares Mittel zu finden, um Tod und Scheintod von einander zu unterscheiden. Jede Leiche ist gleich nach Eintritt des Todes leicht durch den elektrischen Strom erregbar, man kann an derselben durch ihn nicht allein Athembewegungen, sowie ein Heben und Senken der Brust hevorbringen, sondern auch Gesichtsausdrücke, wie des Lachens, des Schmerzes rc.. erzeugen. Doch dauert diese hohe elektrische Erregbarkeit nur eine halbe Stunde, dann nimmt sie ab und nach Verlauf von drei Stunden, bei Leuten, die an einer längern chronischen Krankheit gestorben sind, schon zwei Stunden nach dem wirklichen Tode erlischt sie ganz. Bei Scheintodten jedoch wird dieselbe ungeschwächt fortdauern, und so ist der elektrische Strom ein verläßliches Mittel, zu entscheiden, ob in einem Körper noch Leben sei oder nicht. Prof. R. führt ein Beispiel aus seiner eigenen Erfahrung an. Eine junge, nervös erregbare Frau war nach heftigen Äemüthsausbrüchen mit einem Schrei plötzlich niedergesunken und lag seit änderthalb Tagen mit leichenblassem Gesicht leblos da. Von zwei Aerzten hatte der eine sie bereits als todt erklärt, der andere enthielt sich einer bestimmten Aeußerung. Das Auftropfen von heißem Siegellack und andere Mittel, die man in ähnliche Fälle anzuwenden pflegt, waren vergeblich geblieben, und schon wurden die Vorbereitungen zur Beerdigung getroffen. Prof. R., der zufällig von dem Fall Kenntniß erhielt, untersuchte die leblose Frau; kein Herzklopfen war zu hören, kein Athmnngsgeräujch war zu vernehmen, kein Puls zu fühlen, nur eine kleine Bewegung der Bauchwand schien den letzten Rest des noch vorhandenen Lcbzns zu verrathen. Er legte nun den elektrischen Apparat an, aus dessen Wirkung der Körper vortrefflich reagirte. Pros. R. erklärte die Frau als scheintodt, empfahl das Anlegen warmer Tücher und das Zuführen frischer Luft, sowie das Einflüßen von schwarzem Kaffee, vermischt mit etwas Branntwein. In der Thatt erwachte die Frau am nächsten Tage, also nach Verlauf von 44 Stunden, vom Scheinlodc und erlangte nach und nach Besinnung, Sprache und Bewegung wieder. 'Wieder hergestellt, befragte man sie, wie sie sich während ihres anscheinend leblosen Zustandes besunden habe. Sie erklärte daraus, daß sie zu Anfang desselden bewußtlos gewesen sei, dann aber sei die Besinnung zuzückgekommen, und sie hätte Alles gelegen und gehört, was um sie vorging. Trotz der Vorbereitungen, die sie zu ihrem Begräbniß treffen sah, sei sie jedoch nicht im Stande gewesen, einen Laut, ein Lebenszeichen von sich zu geben. Der Zustand sei ähnlich dem gewesen, wie er bei beängstigenden Träumen und bei Rarkotisirungen vorkomme. Herr Prof. Rosenthal knüpfte daran die Bemerkung, daß es überhaupt nicht gerathen sei, in einem Zimmer, wo ein Sterbender oder kurz zuvor Verstorbener liegt, über dessen Zustand oder über Dinge, die seinen Tod betreffen, zu sprechen, da das Gehör jenes Organ ist, welches am spätesten stirbt und auf diese Weise leicht die letzten Minuten eines Menschen in entsetzlicher Weise verbittert werden können. *) — Die elektrische Exploration hat gleichzeitig de» Vortheil, daß sie von jedem Laien vorgenommen vorgenommen werden kann; die Manipulation besteht einfach darin, da« man die Enden der Drahte der elektrischen Batterie etwas zuspitzt und dieselben in die *) Der gesch. Einsender dies. Art., Hr. A. S. in Polzin, weist aus die fast württiche Uebereinstimmung dieser Ansicht des Hrn. Prof. R. mit dem betreffenden Paragraphen ver Trauergesetze im חכמתאדם (H'tchoth Aweluth tz. 155) hin: והמת יודע ושומע קילוסו כמתוך החלום וכל שאומרים לפניו יודעו עד שיסתום הגולל

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