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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1934-06-01 · 5 (1.6.1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
XI (1934-1935)
Issue
5 (1.6.1934)
Date
1934-06-01
Page
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mIicii Menschen rille Slättr geschaffen. wo er als freier Jude in freier BeriifsaiiSübiing leben kann. Die Schaffung der jüdischen Heitnstätte in Palä- »timi ol eine große. heilige Aufga)>c. Sie soll die jüdische Zukunft \or dem Rückfall in die jüdische (iejren».iri bewahren, «ie s.,11 ein neues jüdisches I eben in Pall,-Lina erstehen lassen, das sich auf die Melodien der Gallith atowirken wird. Seelische Kraft nid t.rolfe werden die Menschen aus diesem Paliisilnii der /iikunft schöpfen, das l eben der Juden in .len I.andern der Welt wird »eilen (danz um diesem; \ olljiidentum ..rfahren. Die jüdische Kill •mr w iid Vn neuem l eben erwachen, die jüdische lieb „um wird auch für den nicht orthodoxen Menschen zu neue, iii.iouit i Wirklichkeit werden Und das ist ibo > e ch ' t e Del Zionismus macht da» Judentum .li r Welt ni e ,antwortlich an der jüdischen Zukunft und -lebt ihm eine große jüdische \ufgabe. Du \!r iriu it au die-er grollen Aufgabe zeigt ieile.ni ' ii W i'p. jüdisches Sellotbew ußt»ein zu Ire lat1, i \;,i -o hat jüdoche- Sellotbew nütsedn eine Heu d. i„ung. I s „ilt der Jude nur s o >iel. ' - I - I d e l | il il i - eil e n t. e - II in t ll e i t dient. \ r i Anl.ing wai die lat. I s 1-t nicht tüdochc-s Sch ick - -ei zu leid e n : nein, es i-1;;;di»che» Schicksal, aus in I eiden die Kraft zuI ju.n-iiie» Tat zu schöpfen. > leshalb ist de, \\r? dez 'Iiismio der Weg jüdi- -dier V1 beit .null in de’ i-duli. lud daist da» S |(. b.t e Del Zi uii-i: - -cfiafft dem tudischen l.elieti III de, Welt d die Mitarbeit an Palästina er-t -einen eigen* :: i-cflen Inhalt. Milli nbej-elu > eine» nicht Palästina w are ohne den Zioni-inio ' ewOlden und Palästina i»t ohne z'ioiii'iuio uni'i . 11 Da» heilft so \ iel: Mail ge ht nicht nu.ii I* - :a.wie inoh Argentinien oder Südafrika. \la'- „ iniint III Palästina in ein jüdische» | and. da- .. baut wird und in welchem ein neue» ,iuloifie- I . .. ,1 IUI hut-tollen I-I In die Prinzipien de- I . I - : Palästina mul1 -ich |e.ler einfinden. der in I’ - ina ein ulücklufie- und zufriedene.- heben iul, all! De-hulh i-i daleben in Palästina ein ii d I » ch e - . fn : >>>n \ft-ibiiten der europäi- I niwelt. Mit die-em »einem rein judi-chen In I-I aber l’ala-tma daeinzige I and. in welche» Menschen kraft Rechte» einwanilei ii können. l ud da» »i da- Achte l)ei Zi..ui»inuhat den Juden der Welt ein I and gegeben, in welche- »it^^fcaiinie» und hi welchem »iö lebe» können l iid endlich ein l etzte»; Da» Bekenntnis zum Zionismus bot , tun* S((,w iorigkeilen alle die 1 rüge n »eiche die I niwelt in kritischen lagen den Juden »te ilt. Del Zionot geht den geraden Weg. wo er auch leben mag. Ir uralt bei allen fragen, die »ich ihm entgegenstellen um. waet al» Jude zi^ tun hat.*1 Was ci als Staat-bm gei zu tun hat. ergibt -ich ohne weitere» au» den (.e-et/eiia hr nimmt, die lat-ache hin. dal! et aude, < ,elnein-chaft dedellt-chell \olko» in-gc -chho-c ii ot und zieht daraus die notwendigen f olgei iiugen. f i weil! in jedem AuJenblich. wa» er »einer jüdischen \ olk»gemein-chnft -chuldig ist. Da» Ihre Familienanzeige — auch in die Gemeindezeitung! ALBERT KÜNSTLE BUCH BINDE*'R EI Papier* u. Sdirtftbvirti, iBmeiboferatr. 12A, Tel. 73471 empfiehlt s i di. fü r die I n d u s tr I € und Privat* Teppiche 1Tlodecne JjuiendeßiocatioH > t £äufet J)ioatuUckm Tllölel&totfe ThhoccUUmsstofU L Krailstieimer & Cie. Calwerstrmße 28 STUTTGART Versfcttcrflitslekal um»««». „ empfiehlt sich zu jeder Art Venteigerungen und Schatzungen auch einzelner Gegenstände. SfaZllaveRllcrer GODkCl Telefon 04219 PAULv. MAUR Ipadillon*n allar an Ausland* «ad Ukanattraaiporl« Varpackung nach nauem und baaondars bewährtem Verfahren. PrlcdrkhstraS« 1c / Ttlafaa 14*41-45 - 44 - beifit: immer gebührende Rücksicht auf das Schicksal der jüdischen Gemeinschaft seines Landes, heißt aber andererseits Mitarbeit an der Gestaltung des jüdischen Schicksals, an der Lösung jüdischer Aufgaben. Und es ergibt sich daraus die weitere Folgerung, daß der Jude sich nicht in das Volksleben (Theater. Dichtung. Vereine. Festlichkeiten usw.) des deutschen Volkes ei »mischen wird, sondern sein eigenes Leben leiten wird. Dann wird es ihm auch erspart bleiben, .ins diesem Volksleben zum wiederholten Male ausgestoHon zu werden. Und deshalb ist die letzte Antwort auf die gestellte Frage: Der Zionismus zeichnet die klare Linie jüdischen Lebens in der Welt, des Lebens als Juden, des Lebens als innerlich geschlossene. harmonische Menschen, des kompromißlosen Menschen, und das Bild des Lebens des Juden, das ein reibungsloses Zusammenleben mit den andern Menschen in den Ländern der Welt ermöglicht. Württembergs jüdische Lehrer tagen. Am 10. Mai fand int Gemeindehaus in Stuttgart die Mitgliederversammlung des ..Vereins Israel. Lehrer in Württemberg" Malt. Der Verein zählt zurzeit 40 Mitglieder und umfaßt fast alle israelitischen Lehrerpersonen des lindes. Zu der Tagung waren auch zahlreiche Gäste erschienen. Der Vorsitzende. Anstaltsdirektor Th. Rothschild. Eßlingen. Iiegrüßte die Erschienenen, insbesondere Generalkonsul Max Straus als Vertreter des Isr. Oberrats. die Herren Rabbiner. Dr. IL M e r z b a ch e r . der im Aufträge des Isr Vorsteberumts erschienen war. sow ie Privatier Louis H i r s ch . den früheren \ ize Präsidenten des Oberrats. Nachdem die Begrüßten gedankt und ihr Interesse an der Vereinsarbeit bekundet hatten, erstattete der Vorsitzende den Tätigkeitsbericht. Den Verein berührt es schmerzlich, s<> führte er unter anderem aus. daß die Gehälter der israel. Beamten weit über das Maß der Gehalts Senkung der gleichstehetiden Beamten des Staates und der Kirchen gesenkt wurden. Die Errichtung einer Israel. \ olksschult* in Stuttgart wird min Verein herzlichst Iregrüßt. Zu Ehren der heimgegaiigenen Kollegen P a p p e n h r i tu er. Bad Mergentheim. Ailelsheimcr. Stuttgart, und Marx. Buchau, erhob sich die Versammlung Nun trat man in die eigentliche pädagogische Arbeit ein. In einem auf hoher wissenschaftlicher Stufe stehenden Referat sprach Anstaltsdirektor Rothschild übfcr ..Das Wesen der jüdischen S ch ii I c>". Lfhier B e r 1 i n g e r, Stuttgart, referierte über die f i e gestaltet sich der Hebräisch- Uh t cN.r i ch t in der jüdischen si ch u I e?">f.ehrer\G o Idstein. Baisingen, sprach über den L ntor rtTh t in b i b I i s ch e r u II «I jücl i s ch e r Geschichte". Lehrer Samuel. Eßlingen. über ..Die Unterweisung in jüdischer Lebensführun g“. An die sehr interessanten und w erte ollen Vorträge schloß -ich eine eingehende Aussprache an. Bei den Wahlen wurden in geheimer Abstimmung einstimmig in den Vorstand berufen: Anstaltsdirektor Rothschild ,Vorsitzender). Oberlehrer a. D. Spatz. Stuttgart (Schriftführer und stellvertr. Vorsitzender). Rel (»rerlehrer Adler, Cannstatt (Kassier). In den weiteren Ausschuß wurden gewählt: die Rel.-Ober- > eh rer Adler. Ulm. J a f f e .. Stuttgart, und Krämer. Heilbronn: ebenso Lehrer Berlinger. Stuttgart. Den Kassenbericht erstattete Rel.-Oberl. Adler. ( annstatt. Die Einnahmen aus Spenden und anderen Zuwendungen sind außerordentlich zurückgegangen. Die Zahl der Witwen ist auf 18 gestiegen. Die Unterstützungen mußten leider stark gekürzt werden. Einstimmige Annahme fand der Antrag Lehrer Kahns. Heilbronn, die Mitgliedsbeiträge von 10 RM. auf 14 RM. zu erhöhen. Der Vorsitzende dankte dem rührigen Kassier, dem die Versammlung auf Antrag des Rechnungsprüfers. Rechnungsrat Julius Wißmann. Entlastung erteilte, mit herzlichen Worten. Damit schloß die arbeitsreiche Tagung, die im jüdischen Schulleben ihre reichen Früchte tragen wird. Ein Taff im Landschulheim Herrlingen. Im Landschulheim Herrlingen waren unlängst Vertreter der Oberräte Badens. Württembergs und Bayerns zu Besuch — nein, das ist eigentlich nicht der richtige Ausdruck: denn am Tag. den wir dort ver- und erlebten, gehörten wir ganz zu der Gemeinschaft dieses Heims, nahmen teil an seiner Arbe it und erfuhren auch die Wahrheit des Franz Rosenzw;eigsdien Wortes: ..Erst bei Tisch lernt man sich in den Gesprächen. die auf dem Grunde des gemeinsamen Zu- Tische-Sitzens aufblühen. kennen.“ Aber die Erfahrungen dieses Tages im Sinne eines schlichten Kennenlernens — sollen der Reihe nach, wenn auch ganz kurz, dargestellt werden. Die Kraftwagen, die uns vom Unter Bahnhof abholten. brachten uns ganz hinauf auf die Berge, mitten in den Wald — zum Haus, zum Heim. Wie frei von aller städtischen Gebundenheit muß man da leben können! Und wie tief in diese Welt eintaudien. die hier wahrhaft gezeichnet ist durch das großartige Wort, das (am Anfang der Sprüche der \äter) von Simon dem Zaddik überliefert ist. (Es wäre zu verlockend. von diesem Worte aus das Herrlinger Leben zu schildern!) Aber wir kommen sogleich zu dem Raum und zu der Zeit, da ..Thora" gepflegt wird — d. h. wir dürfen beim Unterricht anwesend sein. Unterricht?! — das Wort paßt ganz gewiß nicht, wo aus Lehrern und Schülern (5—10 an der Zahl) eine frohe Gemeinschaft des Lernens (in den verschiedensten Fächern, dem staatlichen Lehrplan entsprechend und dem jüdischen Bedürfnis gehorchend) gebildet wird. Und diese Gemeinschaft setzt sich fort, vertieft sich und wird ein Selbstverständliches bei der Arbeit draußen um den Boden, im Hause drinnen am Werkstock. bei der von schlichtem, hebräischem Gebet umrahmten Mahlzeit: ja, in der Arbeit des Alltags und in der heiligen Feier des „Ruhetags“. Dieser jüdische Rhythmus des Lebens ist ein Grundlegendes und Bestimmendes im Herrlinger Heim! Kommt dann gleich — mit vielen anderen Einwänden — der von weltfremder Erziehung?! Es kann ihnen hier nicht begegnet werden, aber ich bin gerne bereit, auf alle schriftlichen Anfragen zu antworten — so wie die Leitung mit allem Auskunftsmaterial zur Verfügung steht: nur Alles eine sei sogleich gesagt: den Kindern dort wachsen, wie ich glaube, die Kräfte des Körpers, des Geistes, der Seele zu. deren sie in aller Welt bedürfen. Auch wir Besucher hatten, wenn auch nicht Einwände. so doch mancherlei Fragen: darum setzten wir uns nach Tisch (da die Kinder ihre Mittagsruhe hielten, ehe sie. als „Lohn“ für unseren Besuch. den Nachmittag frei für — Bodenarbeiten hatten) zusammen und besprachen sie mit Herrn und Frau Rosenthal, den Heimleitern, den Heimeltern. Und nahmen von ihnen selbst, von ihren Mitarbeitern. von ihrem Heim Abschied in einer Zuversicht, die uns in dieser Zeit ganz selten geworden ist — in der Zuversicht, daß hier junge jüdische Menschen kraftvoll heranwachsen können, aber auch in dem W unsch, daß sie diese jungen, jüdischen Menschen — diesem Heim so zahlreich als möglich zugeführt werden möchten. Schiff, Karlsruhe. Mannheims Zionistische Jugend in Stuttgart. Zum Künstlerischen Abend vom 11. Mai. Die Zionistische Ortsgruppe Stuttgart, die Zionistischen Jugendbünde und der Sportklub „Hakoah" hatten zu einem Künstlerischen Abend ein geladen, dessen Vortragsfolge fast ausschließlich von Mitgliedern der zionistischen Jugendbewegung in Mannheim bestritten wurde. Die Veranstaltung war insbesondere von der Jugend gut besucht und hinterliefi sehr nachhaltige Eindrücke. Unter der Leitung von Richard Hirsch wickelte sich das auf hohem Niveau stehende Programm mit vorbildlicher Exaktheit ab: vom Anfang bis zum Schluß wurden die Zuhörer aufs stärkste gefesselt, und immer wieder dankte stürmischer Beifall für die kultivierten Darbietungen. die mit dem Adagio misterioso op 22 von J. Engel eröffnet wurden. Weihevoll zogen die Akkorde des von echtem jüdischen Geist getragenen Klaviertrios durch den Raum und versetzten die Hörerschaft in die rechte Stimmung. Dann öffnete sien die Bühne — und im Rampenlicht standen die frischen Mannheimer Juügens und Mädels: Hell erklangen ihre hebräischen Chöre — besonders ansprechend gesungen der von unserer Kunstgemeinsaiaft schon einmal dargebotene Chor „Elijahu Hanawi!" — die vom Publikum lebhaft applaudiert wurden. Als Zugaben brachten die Mannheimer einige forsch gesungene Lieder im Rhythmus der Horra. — Nun rezitierte F ranz Oppen heimer — unseren Lesern von der 5. Veranstaltung der Kunstgemeinsdiaft in bester Erinnerung — aus alten und neuen jüdischen Dichterwerken. Am besten gelungen war hier wohl das ergreifende Gedicht von Dr. Max Grünwald. Mannheim. „Chawa. wir müssen wandern ...!" und das als Zugabe gesprochene „Land“ von Irma SingeT. Den zweiten Teil des Programms füllte das Spiel ..B i n j a n Haarez" (Aufbau des Landes) mit einer ganz ausgezeichneten kammermusikalischen Untermalung (E. M. Marx. 8. Händler, A. Levi. O. II ü 11 e n b a ch), Sprechchören und Bewegungschören nach Ideen von Annemarie Fuß. In fünf packenden Bildern zog das alte Judenschicksal mit seiner oft bangen Frage „Wohin?“ vor den Zuschauern vorüber. Mit knappen aber ungemein wirksamen Strichen wurde in diesem Spiel die Verzweiflung des jüdischen Menschen gezeigt, der nach einer Bleibe sucht, aber überall abgewiesen wird, bis in den beiden letzten Bildern sich ihm eine neue, hoffnungsvolle Zukunft auftut — Erez Israel, wo ein neues jüdisches Geschlecht am Werke ist, das „sich durch Arbeit selber befreien will“. Wort, Ton und Bewegung schlossen sich zu schöner, künstlerischer Einheit zusammen, die in ihrer Wirkung weit über das Propagandistische hinaus vorstieß. Mit dem gemeinsamen Gesang der „Hatikwah“ wurde der Abend beschlossen, dessen stärkster Eindruck vielleicht die Jugend selbst war. eine neue jüdische Jugend, stark im Hoffen und stark in der Arbeit an einem gemeinsamen Ziel. Uochnchtcti xtus der Gemeinde 'tuttdfirt Stuttgart. In der Sitzung des Isr. Gemeindevorsteheramts vom 17. Mai wurde eine umfangreiche Tagesordnung erledigt. Der Vorsitzende, Oskar Rothschild, eröffnete die Sitzung and ver pflichtete Dr. Markos Maier als neuen Vorsteher der Gemeinde durch Handschlag. Er teilte dann mit, daß der Oberrat den drei vom Vorsteheramt kooptierten Herren (Benario, Maier, Strauß) das Stimmrecht verliehen hat, und daß diese nun vollberechtigte Mitglieder des Vorsteheramts sind. Die.. Verleihung des Stimmrechts gilt für die gegenwärtige Wahlperiode, also bis Ende 1939. Ursprünglich gegen die Kooptation beabsichtigte Einsprüche wurden nicht in die Tat amgesetzt bzw. vom Oberrat abschlägig beschieden. Nach kurzen Ausführungen des Vorsitzenden zur Neufestsetzung der Sitzand Stimmordnang erstat-

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