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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1934-06-01 · 5 (1.6.1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
XI (1934-1935)
Issue
5 (1.6.1934)
Date
1934-06-01
Page
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tete Karl Levi den Bericht der Finanzabtei- Inn g. Eine Anregung von Dr. Walter Strand, von den aaswandernden Gemeindemitgliedern eine einmalige Steuer zn erheben, wurde von der Finanzabteilnng nicht fiir durchführbar erklärt. Nach eingehender Debatte schließt sich das Kollegium dieser Auffassung an. — Ein Beitragsgesnch des Central- Vereins wurde mit der Begründung abgelehnt, dafi Unterstützungen von Organisationen, die noch eigenes Vermögen haben, nicht mehr erfolgen sollen. — Die Bundesversammlung vom 7. Januar 1934 hat die Rabbiner- und Lehrerbeiträge der Gemeinde für 1933/34 auf den gleichen Betrag festgesetzt wie für 1932/33. Ein Antrag des Vorsteneramts, diesen Beitrag um den gleichen Prozentsatz herabznsetzen, um den sich die Gehälter der Rabbiner und Lehrer durch die vorgenommenen Kürzungen vermindert haben, wurde vom Oberrat dahin beantwortet, daß der Oberräf nach den gesetzlichen Bestimmungen nicht in der Lage sei, an diesem Beschluß der Landesversammlung Aendcrungen vorzunehmen. Die grundsätzliche Behandlung der Angelegenheit ist für die nächste Landesversammlung vorgesehen. — Leber die von der Finanzabteilung vorgenommene Gehaltskürzung bei den Beamten und Angestellten der Gemeinde ab 1.April 1934 berichtete Dr. Pani Tänzer. Die gesetzliche Grundlage für diese Kürzungsmaßnahmen ist durch das Reichsgesetz vom 30. Juni vor. Js. gegeben. Die Finanzabteilang hat auf Grund dieses Gesetzes eine Neufestsetzung jedes einzelnen Gehaltes vorgenommen. Einzelheiten wurden später in. nichtöffentlicher Sitzung besprochen. Die Kürzungen betragen im Durchschnitt 10% gegenüber den bisherigen Gehältern. Den Bericht der Friedhofabteilung erstattete Dr. Ries. Die Evangelische Kirchenpflege haf die Isr. Gemeinde gebeten, ihr zwecks Erweiterung der Friedhofkapelle ein Stück des Israel. Pragfriedhofs abzntreten. Durch diese Abtretung würde der Gemeinde Raum für 60 Gräber verloren gehen. Die ganze Angelegenheit hängt aber aufs engste mit der Frage zusammen, wann die Gemeinde das für Friedhofzwecke auf dem Steinhaldenfeld gekaufte Areal benutzen kann. Hierüber schweben noch Verhandlungen mit der Stadt, so daß zu dem Ersuchen der Evangel. Kirchenpflege noch keine abschließende Stellung genommen werden konnte. Dr. Paul Tänzer erstattete anschließend den Bericht der Jngendabteilung. Er schlag vor, die Jugendlichen von 8—12 Jahren durch die Gemeinde selbst betreuen zn lassen; der Schuldirektor sowie der Vorsitzende des „Landesausschusses der jüd. Jugendverbände“ sollen zn diesen Bestrebungen zugezogen werden. Nach einer eingehenden Aussprache, in der auch gegenteilige Auffassungen zum Ausdruck kamen, erklärte sich das Kollegium mit dem Antrag der Abteilung einverstanden, die alles weitere vorttereiten soll. Dr. Hermann Merzbacher stellte im Bericht der Schalabteilung den Antrag, dieselbe aufznlösen, nachdem sie ihre Aufgabe erfüllt habe. - 45 - ' Er dankte dem Stadtrabbiner für seine Mitwirkung und gab dann u. a. bekannt, daß sich das den Schulneubau betreffende Gesuch noch in Bearbeitung der amtlichen Stellen befindet. In der Zwischenzeit hat sich ein Ausschuß des Schulvereins konstituiert, dessen Vorsitzender Dr. Siegfried Saenger ist Dr. Merzbacher stellte weiter den Antrag, Dr. Siegfried Saenger zum Fürsorgearzt der Jüd. Schule zu bestellen; seine Aufgabe ist die Betreuung der Schulkinder für alle Krankheiten, Unfälle usw. innerhalb des Schulbetrieb*. Der Sprecher schlug dann die Bildung einer für alle Schulfragen zuständigen Instanz vor, die dazu dienen soll, eine möglichst weite Fühlungnahme zu schaffen. Diese dem Schulrat der staatlichen Volksschule nachgebildete Organisation soll folgende Zusammensetzung haben; Vorsitzender: Oskar Rothschild; Stadtrabbiner Dr. Rieger; die Vorsteher Oberrechnungsrat Meyer, Dr. Hermann Merzbacher, San.-Rat Dr. Karl Kies; der Schulleiter Dr. Emil Goldschmidt, der Präsident des Israel. Oberrats Rabbiner Dr. Bamberger, Anstaltsdfrektor Th. Rothschild. Hierzu sollen Dr. Saenger als Fürsorgearzt und zwei Vertreter des Schnlvereins treten, die später ernannt werden. Sämtliche Anträge wurden angenommen. Es folgte ein kurzer Bericht von Fritz Benario über die unlängst stattgefundene Tagung der Wohlfahrtsdezernenten der Großgemeinden in Berlin; dann erstattete der Vorsitzende noch einen allgemeinen Bericht über die laufenden Geschäfte. Er teilte n. a. mit, daß im 1. Kalendervierteljahr 1934 der Gemeinde 120 Seelen verloren gingen, hiervon 16 durch Tod und 104 durch Wegzug. Von diesen wieder sind 63 ausgewandert. Die Zionistische Ortsgruppe machte durch Dr. Paul Tänzer den Vorschlag, den 30. Todestag Theodor Herzls (3.Juli 1934) durch eine synagogale Gemeindefeier zu begehen, im Hinblick auf die gesamtjüdische Bedeutung des Palästinawerkes, das ohne Herzl nicht denkbar ist Das Kol Iegium stimmte diesem Vorschlag zu. Der Stadtrabliner, Dr. Tänzer und Oskar Rothschild sollen die Feier vorbereiten. Weiter wurde beschlossen, eine Delegation zur Tagung der Mittelstelle für jüdische Erwachsenenbildung zu entsenden. Darnach werden an der Tagung teilnehmen: Lehrerin Lotte Stern. Rel.-Lehrer Heinz Säbel, Dr. Walter Strauß und Dr. Kösterich. Stuttgart. Am 1. Tag des Sdiewuaus-Festcs fand in der festlich geschmückten Synagoge die Konfirmation von sechs Mädchen statt. Stadtrabbiner Dr. Rieger würdigte in einer geistvollen Predigt die Bedeutung des Festes und der Mädcheneinsegnung. Die Feier, die von weihevollen Chören umrahmt war. machte auf die überaus zahlreichen Besucher des Gottesdienstes tiefen Eindruck. Stuttgart. Der ßcrthold Aiterbach-Verein ist seit kurzem dazu Ubergegangen. Aussprache- Abende über jüdische Themen zu veranstalten. Zu Beginn dieser Abende erstattet ein Mitglied des Ver¬ Schwäbische Baak AG. Stuttgart, Königstraße 19 A, Salamanderbau » Telefon 28344/45, 27437 Die Bank für Anlage und Vermögensverwaltung eins einen allgemeinen Bericht über die bemerkenswertesten jüdischen Tagesereignisse, an den sich dann eine Aussprache anschließt. Berichterstatter des ersten Abends war Lehrer Heinz Säbel. Am 22. Mai referierte Lehrer Wolf Berlinger über das Thema „Die Bibel im Lichte der Gegenwart“. Die vorzüglichen Ausführungen des Redners waren von tiefem sittlichen Ernst getragen und verfehlten ihren Eindruck auf die Anwesenden nicht. Zu Beginn seines Vortrugs stellte Lehrer Bef^ linger die eindringliche Forderung, den uns gesteckten äußeren Rahmen mit einem wertvollen Inhalt zu erfüllen — mitjudentum. In diesem Zusammenhang zeigte der Redner die Bedeutung der Bibel für unser ganzes Sein auf und legte dar. wie nach einer langen Periode unfruchtbarer, nur auf das Negative gerichteter Bibelkritik nun eine Rückkehr zu unserer Thora beginnt, die für die Erhaltung des Judentums von grundlegender Bedeutung ist. Sehr wertvoll waren auch die Hinweise, die der Referent für das Bibelstudium gab. Er empfahl, sich für den Anfang mit dem jeweiligen Wochenabschnitt vertraut zu machen, und wies aus der Bibel nach, wie zeitnah die Thora auch für den heutigen Menschen ist. — An das mit starkem Beifall aufgenommene Referat schloß sich eine Aussprache an. die eine wertvolle Ergänzung des Themas bedeutete. Stuttgart. Wie wir hören, wurde der unlängst in Anwesenheit von Dr. Friedrich ßrodnitz, Berlin, gebildete „Landesausschuß Württemberg und Hohenzollern der jüdischen Jugendverbände14, der dem „Reichsausschuß der jüdischen Jugend verbände“ angegliedert ist, vom Reichsausschuß personell bestätigt. Dem Landesausschuß gehören folgende Personen an: Dr. Walter Einstein (Vorsitzender); Dr Walter Strauß (Kulturreferat),: E rn-s t Saenger (hündische Jugend): Lehrer Kurt Flamm, Heilbronn (Orthodoxie): Leo Schatz (Berufsumschichtung): Rechnungsrat Julius Wißm a n n (Arbeit in den Kleingemeinden). Als Ausschußmitglieder wurden weiter bestätigt: Lehrer Berlinger, Stuttgart: Dr Max Victor, HeiU_ bronn (Unterland): Dr Strauß. Ulm (Oberland); Dr. HeinzHayum, Tübingen (Schwarzwaldkreis). Stuttgart. Die große Beliebtheit, deren sich Fräulein Therese Mirabeau erfreuen darf, zeigte sich an ihrem vor kurzem stattgefundenen 90. Geburtstag in besonders schöner Weise. Viele Besuche und sonstige Aufmerksamkeiten bewiesen der alten Dame die Treue ihrer Freunde. Das~ Gemeindevorsawarzwaimieiin der Stuttgart-Loge MUhringen bei Horb a. N. Unser gutgeführtes Kinderheim nimmt auch in diesem Jahre in den Ferien wieder erholungsbedürftige Kinder auf. Preis pro Tag RM.3.—. Wir bitten um sofortige Anmeldung, damit die Aufnahme in der gewünschten Zeit erfolgen kann. Anmeldungen sind zu richten an: Frau Berte Halle, Stuttgart-W, Doggenborgstr. 12, Telefon 60652. Kommen Sie zum KURAUFENTHALT. nach REXINGEN im Schwarzwald! Jüd. Arzt und 2 rituelle Gasthäuser am Platze. Weitere Pensionen und Näheres zu erfragen vom isr.Vorsldieniml Rcxliici VERMIETUNGEN Schöne 3 31 beim Deeleck mH 9«b nab 3*WI)di Im i. Stock tz» tomUrtm. tRibrm bnech Aofeptz £*!*, Schloß ftrstze 66 A. Sonnige 5 ZiXMtt-MHNIW mit BAb. offener Deennbo. on Garten anftotzenb, l Min. »am Bahnhof, auf 1. Juli wirf». 2a,erstratze 12, Telefon 21318. 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Juni Freitagabend 6.45 Ubr Sabbatbmorgen 8.30 Ubr (Predigt) Sabbatbnacbmittag 3.15 Ubr Sabbatbausgang 9.05 Ubr Sonntagfrüb 7.45 Ubr an den Wochentagen: morgens 6.30 Ubr abends 6.00 Ubr lBrMUcKcMlc Anden Erlösung von Ihrer dauernden Qual durch das KMr**i UJM.i| V.rlnfw 81. ktUnlM «. Madlkfc fwi,«kC«. TlgUch Spnchstunden von 3—5 Uhr 99 Rosalba44 Fußeinlagen nach MÄB in eigener Werkstatte M. PctMK-RüMlba Tübingerstr. 43, Telef. 73282

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