Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- VI (1929-1930)
- Issue
- 5 (1.6.1929)
- Date
- 1929-06-01
- Page
- Seite 68 (sequence 2)
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68 ^rutfufrnt Imt Haraitrn aus der tfrint, die Tatarisch spreche», und solche aus Aegljvten. die Ärabisch rede». Unter den.au? Marokko stam inenden Mogrebinern bedient sich ein Teil drS Spaniolit'ck en, ein Teil des Arabischen. io sebr auch die Bekenner der einzelnen Riten das Prinzipielle ibres Standpunktes betauen, so, scheint es doch, daß persönliche Momente eine ,>lof,e Rolle spielen. ES ist sebr schwer zu be ,i« eisen, worin eigentlich der große Gegensatz z-ri scheu den Anbängern des askenasischrn Oberrab biners von Jerusalem, Knk. und jenen des Agn dlüen Ebaim Joses Sonncnseld bcstebt. Tiese Gegcniätze wirken gerade aus den volks . bewußten Juden, der aus weiter Ferne in die Urbeimal seiner Väter kommt, neben all dem Schonen, das er liier siebt, ungemein beschämend: den, andersgläubigen Besucher aber, der die Ent neliungsgeschichle dieser Sonderlichkeiten nicht kennt, erscheinen sie geradezu lächerlich. So ha: ncli beiiprelsweisc an der neltberübmte» ..'llageinauer" jeder Ritus seinen eigenen Play iieliergenellt. Ruch im Josaplial Tale, loo die lüdu'chen Toien ieii Jalirlninderten begrabe» ,rer den. nin am Tage des sungnen itierichtes, das dort stallsinden soll, schon an Ort und Stelle zu >e»i. gibt es nach den einzelnen Riten gesonderte Abteilungen und llnieravieilungen. (Gruppen und "Süppchen. 7c»i fiegensape. z» diesen Tifserenzierungen bat sich und dies iß eines der größten Verdienste des Zionismus das Bewußtsein eines einig einzigen jüdischen Volkes immer mebr und mehr berausgebildet. Tie altgewohnte Treileiluncs des Ebrisrentumes n, c.all'olike», Protestanten und Praivoslawe ist ' :n beuig aus Jerusalem nicht crschövsrnd. Hier sind eben alle -Völker der Erde vertreten. Tie B.iechielbeziebungen der einzelnen Religionen zu einander, die Missionstätigkeit der verschiedenen girchen, haben hier die eigenartigsien religiösen V e r h a l t n i sse g esch afre n. Jede einzelne nationale üircbe'pciitzl eine Sr ganisaljon. ivelche den Papst anerkennt und da neben eine solche, deren Anbänger sich zwar Reclüglänbige nennen, die aber von den La leinc-l» als Schismatiker betrachtet werden. To gibt ,es' neben dem griechischen Pairiar chaie inil seinen I!» Klöstern und zahlreichen «'üiieiii eine gr»chisch unierre Gemeinde, die dem lateinischen Patriarchen untersteht. Tie vraivoslanen Russen besitzen in Jerusalem eine gewaltige Organisation unter einem eigenen Arcliimandrilen. uikkerskebrn jedoch in adminislra tiver Beziehung dem griechischen Patriarchat. Uralt in das armenische Patriarchat mit einer ln'chiilkereisante» Kirche und einem eigenen Stadt i ienel. Taneben bestellt natürlich auch eine ar 'menjsch katholische Gemeinde. Kopien und;,var unierie und nichlunierle. finden wir und solche, die aus Abessinien, solche, die aus Aegypten stammen. Ebenso gibt es in Palästina unierte und nichtunierte Jakobiten und Melchitrn, während die Maroniten bereits seit einem Jahrhundert den Papst. anerkennen und dessen treueste Anhänger im ganzen Orient sind. Alle diese Sekten führen ihre Geschichte bis aus die Zeit des Urchristentumes zurück. Tas lateinische Patriarchat in Jerusalem um saßt nicht nur alle römisch katholischen Ehristen. die aus Europa kommen, sondern auch einen Teil der christlichen Araber, welche behaupten, Abkömmlinge der Kreuzritter zu sein. Tie Zahl der katholischen Orden und Kongre galionen ist besonders groß, ebenso jene der ver schiedenen Schulen, Krankenhäuser, der Hospize, der Ordensgeistlichen und der Nonnen. Seitdem der große Zuzug der russischen Pilger sowie die Subsidien aufgehört haben, weist die llnionsbrwegung im Lande Erfolge auf. Tic Protestanten entfalten im letzten Jahr zehnte in Palästina eine besonders eifrige Tä tigkeil: Engländer und Teutsche, Amerikaner und Holländer, Schweden und Tänen, die Hochkirche und die Baptisten, alle legen großen Wert darauf, gerade hier im religiösen Zentrum der Welt zu wirken wnd sichtbare Erfolge zu erzielen. Nur sel ten handelt es sich dabei aber um die re ligiöien Bedürfnisse der eigenen Psarrangehö rigen, wie dies beispielsweise bei den „Templern", einer protestantischen Sekte aus W ü r t t e m b c r g der Fall ist. Tiefe besitzen in Haifa, Jaffa und auch in Jerusalem kleine, aber sehr gnt ge deihende Kolonien. Ebenso ist es mit den Tarlekarliern. den aus Selma Lagerlöfs „Jerusalem" bekannten christ lichen Zionsfreunden. Sonst aber ist das Hauptgebiet aller dieser Kirchen die Missionstätigkeit. die neben viel Gu lem auch Hader hervorruft. Wie ich von einem deutschen Benediktiner, einem lebensfrohen, stets gut gelaunten Rheinländer erfahren habe, hat die Bekehrungstätigkeit der katholischen Missio nen unter den Juden in letzter Zeit stark nachgc lassen. Man überläßt dies jenen, die den Weg zur .gvahren Religion" aus innerem Trange ge sunden haben. Man sieht endlich selbst ein. daß ein wirklicher Erfolg in Wahrheit nie erzielt wurde: ES waren fast immer die selben Jndivi duen. die sich in Envartung großer Geschenke und sonstiger materieller Zuwendungen bereit erklär ren. ihren bisherigen Glauben aufzugeben. Größer ist der Erfolg der Missionstätigkeit unter den Muselmanen. Welcher Religion der „zu Bekehrende" aber auch angehören möge, schön ist diese Tätigkeit wie auch von allen Reiseschriftstellern einmütig bestätigt wird nicht und sie gereicht weder Europa noch Amerika zur Ehre. Auch unter den Mohammedanern gibt es eine große Anzahl von Sekten. Tas alte Wort von den Gentlemans des Osten scheint hier aber noch immer Geltung zu haben. Ter Gottesdienst in den Moscheen wirkt erhebeird. Bon einer MissionstätigkBt unter den Andersgläubigen ist keine Rede. Zwistigkeiten sosern solche vorhanden sind scheinen i» aller Stille geordnet zu werden. Bon vorhin geschilderten, iveniger erfreulichen Momenten abgesehen, sei aber nunmehr konsta tierl, daß die besten Anzeichen für eine gedeihliche Zukunft Palästinas sprechest. Vorläufig entwickelt sich aber bereits fühlbar ein starker Palästinismus, die Liebe der Bewohner des Landes zum Lande selbst, ohne Unter schied der religiösen Einstellung. Gerade während meiner Anwesenheit in Jerusalem wurde das große Sanatorium der ameri kaniscben Juden Nathan und Lina Strauß vollendet. Tasselbe steht wohl unter der Leitung der jüdischen „Hadassa", ist aber stiftungsgemäß für die Rekonvaleszenten aller Religionen bestimmt. ES besteht ein Verein „Brith Salom", der die Einigung zwischen Juden und Arabern anstrebt und bereits große Erfolge hat. Aus diesein Wege muß fortgesetzt lverden und Jerusalem wird wirklich die Stadt des Friedens lverden. Die Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland. Soeben ist in Berlin das erste Hxft der „Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Teutschland", herausgegeben von Jsmar Elbogen, Aron Freimann und Max Freudenthal, in Berlin im Philo Verlag erschienen. Seit dem Jahre 1895 besaß die deutsche Judenheit kein wissenschaftliches Organ für das weite Gebiet seiner Geschichte. Tie von Ludwig Geiger geleitete „Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Teutschland" hatte nur 5 Jahre von 1887 bis 1892 bestanden. Gewiß ist seitdem ein großer Teil der deutschen Judengeschichte wissenschaftlich erschlossen und bc arbeitet worden. Aber diese Arbeiten erschienen in zahlreichen Einzelveröffentlichungen, oft an schwer zugänglichen Stellen, so daß es den For schern und Freunden der jüdischen Geschichte kaum möglich war, diese Studien für weitere Forschungen zu verwerten. Jetzt ist nach 87 Jahren mit dem Erscheinen der „Zeitschrift für die Ge schichte der Juden in Teutschland" nicht nur ein Herzenswunsch der Gelehrten erfüllt, sondern ein großzügiges Organ geschaffen worden, in dem neben größeren Arbeiten Veröffentlichungen aus Bibliotheken, soweit sie die Geschichte der Juden in Teutschland betreffen, erfolgen können. Aber auch dem großen Kreis der Gebildeten, die sich für Geschichtsfragen, Familiengeschichte, Literatur und Äulturforschung interessieren, ist Ge- Berfhold Aaerbadi-Vereln Dienstag, den 4. Juni, Stuttgart-Loge, Calwerstr 33 Hhs., abend* S 1 « Uhr, spricht Kunstmaler Herrn. Fechenbach Ober ff Charakter und Kunstwerk 4 t Dienstag, den II. Juni, Kurhaus auf der Heid, abends 8' s Uhr Gemütlicher Abend mit Tanz Um zahjreidien Besuch wird gebeten Bei genügender Anmeldung gewährt die Stodfgerten-Verwaüung Mitgliedern des B.A.V. auf das Sta Harten-Abonnement bedeutende Ermäßigung. Sofortige Anmeldung bei Herrn Bernd Sdiottenfeb, Stattgart, HoipitaIdra|e 36, dringend erfordernd). IllllllllllllllllllIJIHHWillilHIIlHIlimillllttüllttliä Pholoapparaie Pholobedarl Phofoartttlten riariensti*/ 2 Filiale Friedrldisiiafea Bad Tölz Kurarzt Dr. Levi Nach langjähriger Allgemeinpraxis und nach fachärztlicher Ausbildung in der Chirurgischen und in der Frauenklinik der Universität Freiburg (bei Geh- Rat Lexer und Opitz), im Rudolf Virchowkrankenhaus Berlin und mehrjähriger Tätigkeit am Krankenhaus Betbesda hier, habe ich mich als fatarzt tir frauMleitei ul GMille ln Stuttgart nietiergelassen. Sprechstunde Neckarstraße J.5pt., vormittags nach Anmeldung, nachmittags von 3—5 Uhr, außer Samstag. Telefon 28563 Dr. med. Paul MHUcr JiLKiDMillltHflinu (Linie Stuttgart-Nsrdltngen) Idyll, im Walde gelegen / ✓ Sonnig und staubfrei §treng rituell / Prospekt / ErstkL Referenz. Leitag: m. um leger Fernruf Nr. 119 Amt Bopfingen in Württemberg THEODOR HILLER ATELIER FÜR STREICHINSTRUMENTENBAU Alte uod neue Meisterinstrumente - Reparaturen »MmtiiiHiuimimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiniHHiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii STUTTGART Königstr. 23 5. St. - Tel. 41427, Wohnung: 70694 Wilhelm Jacobfnslri Fernr. 63840 STUTTGART Schlofcstr. M Adolf Marstaller Halermeister Lorenzstr. 10. Telefon 27968