Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 5 (15.5.1936)
- Date
- 1936-05-15
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite t j ii.Ii' 11 -he pn t in.il- .1 .1 G p m e i n d c b 1 a I t der De ut s ch'-1 s r a e 1 ii i s e h e ■ G p m c i ml e Nummer 5 /n den MilWgiü ändern dieser Wissenschaft gehören /mi/ \acb.m*li K r ii »Ii tu .i I und Salome» Jehuda K a p a - in Gulizien, Samuel David Litzzattn mi Padua (ela- Qesicrreidi) Drr Samen, den /.üii/ ausgestreut hat. ist in I k-ul-dilan»! Ulli I riiehlharen .1 I H 1 ,11hl eh Boden gefallen: W i~-fll-tllilf 1 tlp Deutschland Judentums puren um gC'W OldcU. Das it-Ii' Werk voll /im/: Ftwas /ur ruhhiuischen Literatur i(t*fl**J k.mii I»c1rachtc-t werden als der er-te Stein im Fundament -Irr Wissenschaft des Judentums, inj.;-erschienen miii ihm' drei wichtige Arbeiten: Bahhi Saloimi lien Isaak ilbi»chi>'— Gl iiiulL'iiih ii einer küultige-n Statistik der Juden — I einer die in den hebräischen Schriften vorkommenden bispanisdifjtij im I provensa Fischen Orlsiiampii. — Das Verbot der l'»i. ulli-ilu n Regierung, in den Svnagogen Predigten in deujsUiet Spruche zu harten, «eil dies der christlichen Kirche nachgeahmt -ei." n-^ie Zun/ /u eiiM-n) Werke, aii. in welchem er Uaci4 re'-. ilafi nullt die Juden vom Christentum, snuflern das ( hri-tenluni mihi Judentum die Predigt im- Gottesdienste iilwriimaim-ii hatten Die»e klassische Arbeit von Zun/: Die gottes- .liili-tlie*en Vortrüge der Juden prseliien \»~->2 (J. Aufl. 1892). Iii die-em Werkejri 1 it Zun/-eine erschöpfende Darstellung der (ie-dudile., und Fntw icklu.ng der homiletischen Literatur der Juden: lürL'uniim, halachi»ehe und agadische Medraschim, did.ikn-.he Vguda, Iiistori «die Agaria usw. .AI.- die Regierung den Juden veilmt". sieh mit chri-tlichen Figennumcu zu benennen, veröffentlichte Zun/ 1837 sein Werk: Namen der Juden. — Dann folgte eine Reibe kleinerer wichtiger Schritten: Geographische Literatur der Juden — Zur palh-tinisch u Geographie, aus jüdischen Quellen — Ti-fillin, eine Befrachtung — Biographie des H. Asaria de Rossi — u.a. ,1><4j> erschien von ihm ein monumentales Werk: "Zur Geschichte ' iin« Literatur. «Welches Studien enthält über«He-jüdischen Ge-- lehrten Frankreichs und Deutschlands im Mittelalter (Glossatoren. Kxege-ten.. Grammatiker, Sittenlehrer), ül»er jüdische i'.miimInnke (Drucker und Drucke von Mantua von 1476 bis lofl*. Druckereien in Präg), über «Ii»- jüdischen Diditer der Provence.- über die Geschichte der Juden in Sizilien. id»er Mdn/kiiiidc. , . I in lK*snn<leres Interesse hatte Zun/, für die synagngale l'ol-sjc des Mittelalter-, Ks heil't: "W ill»t den Dichter du ver- -telirn; jniiHt in Dichters Lande gehen. Da l>ei den Joden des Mittel,diendie Synagoge die ein/ige Statte war, wo sie sieh liejmi-ih fühlten, so spiegelt si«b in der synagngalen Poesie der Jut|en ihr gin/es inneres Lehen liesonders eindrucksvoll mi ler -Zu n/. hat sieli in diese Literatur vertieft und d<-r VYi>si-n- -d.ilt Balgende drei hervorragenden Werke geschenkt: Die sv ritgoBale Poesie des Mittelalters (|K">» — Der flitus de* >vn- .igignleti t.ntte-dieii-tegeschichtlich entwickelt Vi«•><>! — I jtera( ui-e-ihuhteder sv namtgalen Poesie (IS6j 7). Heinrich Ili'ines 1 ieix; zur jüdischen mitleLilterlichen Poesie (Jehuda Haje vi, |l'i iti/.i s-ii Sabbat) i-t beeinflußt durch Zun/. In' einein.»einer Km. Ii' it. ilaK ihm einige Zeilen von Zun/ nfehr gaben als -.in/i Uiuhei. 1 - M«iu kann -ich nicht vorstellen, welch eine Menge Quellen- Zun/ IA-i -einen ■Studien tlurdigeaiheilet hat. mehrere tausend 1 cjhraische I la misch ritten; tausende von gedruckten Werken in lii.ii-iiiei und iii anderen Sprachen. Jet/t haben es die (rt-- e> gibt Aachschlirgebücher. und jeder benutzt Werke »eine- Vorgängers: Zun/ dagegen bearbeitete ,Neu- .iiid. und s4-ine bahnbre^heudeH Arbeiten sind bis jetzt nodi iliitit iilM-itriiflen. [ Zun/ erreichte ein höh labre in Hei Im.!J \lte-r: c-r starb IK% im •)». Leb /ur llamluirgei Judenheit h.it Zun/ Beziehungen ge- Die \c>rst«-her-ih's ffnipels wollten schon im-ersten. « ine- Be>tvhens ihn als Prcsliger gewinnen. Zunz, der m reit-Var. Ii n Posten anzanehinru. trat aber zugunsten nderei, Kandid.iti D zurück, f s j»t bezeichnend, dal! die des lenipel»' plen 24jtihrigen Menschen.'der noch k issen-chahliehe A»beit venilfeutlicfif hatte und keinerlei hat/eu wtilhen und llg. /II »ctlat/e füi len fempel gewinnen \uch Übt l.ilire zun - I '»•ifie» \ in »te ler kenn I il-l wolltei In sp.itejen Jahren m'jImihI Zun/ eine- Jim ige Kri-unclsdiaft im: dem Ivcrühlillen II a m b u r g e r" Bibliographen Und Bibliopliilen R. ( liajim Michac-I (Heima'nn Jo»eph Michaeli3». Lr stand mit dijn in leger koriesponden/ und lienutzte M-ine g'roHen luiiil-diiiltlichc-n und giklrucklen Schätze, denen er c-iiien. -1«• H<■ 11 leil seiner (Gelehrsamkeit wie auch seiner.wissensdiaftticfn'n laligkeit zu veid.inkenh.it. ..Herrn Mitfiael — soft Zun/, lühmal — Fühle ich mid> für die Bereitwilligkeit verpflichtet, mit ih r er mir <!ie Benutzung seiner Bibliothek und die Einsicht -r ue biogruphischeii Arbeiten gesthttet; nicht minder für s,t ht ' I « i m d ö r I e ■ . Frsl&chrilt zum' hundertjährigen Bestehen'del ' - . i'nchcn Ttinpvl« in Hamburg. Hamburg 1918. S. 92—<H. s,,he m . i r. . n Aul-atl Hamburgennia Rucher und Pcrtönlichkeilen, lalirbuch lur dir judiiehcn Gemeinden Schleiwig-Holiteini and der Hansestädte, o r!»J4,'35. S. 48— 55. eine mehrjährige lehrreiche Korrespondenz. ..Alle Privat hihliothekeu" — heiltt es bei Zunz an einer anderen; Stelle- — „überragt II. J. Michael in Hamburg. des»en Bibliothek reich ist und täglich vermehrt wird. Sein Katalog hebst dem von ihm -angelegten alphabetischen Verzeichnis einer grollen Anzahl jüdi»tbcr Autoren sind wichtige Beiträge zu der hebräisdieu Bibliographie und Literaturgeschichteselbst." Im Vorwort zu Michaels Werk ()z rot. ( ha j im«) schreibt Zunz: ..Insonderheit habe ictr in Michael einen teuren Freund verloren, von dessen] Mitteilungen ich vieles gelernt, wie mehrere meiner Sehrificu' bezeugen." Was Zun/ seinem Freunde [leimahn Joseph Michael an w i-j»eiisdiaftlichen Erkenntnissen zu verdanken hat, gehl besonders aus <l«-m von Prof. A.B-e r I i ii p r verölTentliditeii hriefweihsel zwisdien Zunz und Michael aus den Jahren ls>J bis \Si> hervor*). \c-Ih-ii der Behandlung vv isM-n-ehnftlieher Fragen, denen tlie Briefe gewidmet sind, rinden sich manchmal in ihnen auch Bemerkungen von Zun/ ülier ganz persönliche Sorgen und die Gegenstände seiner Ln/ufricdciihcit. Bemerkungen, die im a I Igemefnen nur zwisdien nahen. Freunden ausgetauscht werden. Gerade diese letzteren sind Zeugen für die tiefe Religiosität, das Gottvertrauen und .den aufrechten Charakter von Zunz. Bezeichnend sind hier AeuuVrungen in einem Brief« audem Jahre IST».* einige Jahre nach dem Verlust seiner Stellung als Leiler der Berliner Jüdisdien Gemeinclescbule. Dort heilh es: ..Die M>geBan|nten Freunde und K'z.inim haben für mich nur Worte, und mein einziger Trost ist. d-afl metlicj Hilfe von Gott kommen wird. — Oder aus dem Jahre 18%, als Zunz das Amt eines Predigers in Prag liekleidet hatte: ..Wenn ich bloli ck-r Lmplitulung meines Herzens hätte folgen können, so hatte ich unmittelbar uul den Empfang Ihres so reichen Briefes vom I. Februar geantwortet. Da ich aber stets zu fragen habe, so zögere ich lieber, um nidit7besehwprlieh zu fallen, sonst wurde ich täglich sehn-ilien. wie ich Sictäglich heimgesucht halie. als ich in Hamburg war. O. wäreich in den Monden der Vorzeit!'') Meine Ansichten und Grundsätze stimmen nicht mit der politischen und religiösen Verfassung der Prager übe rein, also Ix-vser, ich gehe fort. Auch ich mag nicht den ttabonhn und Parnassim der K'hilo k'dosdia Prag Untertan seiil und kann meine Zeit fruchtbarer als mit Komödie anwenden.. . ." I ngelie-uer groll i»t das geistige Frlie. das Z.unz uns in teinen bahnhrechenele-u Werken hinterlassi-ii hat. Sie sind von tiefgreifenden? Finlluli auf alle Zweige de-r W is-en-dialt eles ^Judentums. Aber nicht uur Bücher, sondern auch Mjenschen -1i.it uns Zunz zurückgelassen. Der Talmud bemerkl7): Wenn jemand dc-n Sohn eines Genneaen Tora lehrt, so rc-chnet es ihm die Schrift an. als hattee-r ihn erschaffen, denn esibetAt")! ..iinel die- Seelen, die sie- | Abraham und Sara] in Haran geschäffea hatten"'. Bald nach ErschesWn seiner erslc-n Arbe-iten . halle »icfi um Zunz ein kreis junger jüdischer Gelehrter gebildet: Marcus J o -1, 'Zacharias Frankel. Abraham Geige», Michael Sachs. Morilz. Steinschneider u^v. a. gehörten ihm an. Ihnen folttcii Hunderte jüdischer Gelehrter in mehreren Generationen. Hei le i-l es die fünfte Generation, die in der Wissenschaft des Judenlums wiikt und Ix-n-ils neue Wege sucht. Wenn zur Zeit von Zun/ viele die Wissenschaft eh JiidentunH ul» em Khr<>ndenkma) der grollen V ergangen heil elcf» Judentums betrachteten, so i»t s'jr der heitigen Zej) n:ehr>: die Schöpfung e»ine-s lebendigen Volkes, ein 'lebe diger QuelL au- <h ni die- JutlenbeH zu allen Zeiten schöpferisch Kräfte empfing und .die die- Vergangenheit 'mit eler Gegenwart billigst verbindet. II- I * Anltifflirh #/*-e .>cl. /odttUmn POM /.../>../</ '/.uftz riTitffrntlirhti'n K iiriitoritim und ßvirert der Zanz-Stiftunß folgende Erklärung: Am IT. Miirz kfhri zum 51). Mulider Tuii leie-e/er, an drm tieopaii Zunz in dir Ewigkeit eingegangen ist. Zu tiefster Dankbarkeit hat er Mit- und \uchwel{ dureh feine bahnbrechenden gelehrten Werke u rpflichtet. I nrergänglich aber ul seine Se hopjunn. die er Hl JTitseje \rhaft des Judentums" bezeichnet Imt. Mit dieser Anregung, Judentum in »einen Seins- und Erscheinungsformen muh d-n Methoden der II ixsenschaft zu erforschen und darzustellen, Imt er e/Jic kesawUe gehuiga, Leben des Judentums neu begründet und zu fruchtbarer Entfaltung gebracht, Die Ztinz Sliflimie. die i«r 7» Jahren zu Ehren des Altmeisters t rruhtet nurde und die Förderung der ttissenschaftlichen Forschung in seinem Sinne zur Aufgabe Imt. erneuert das. Gelöbnis, den Surfen Und (Ins U irkum Leopold '/.nnz Heiler in Ehren zu bullen und nur Ii dem Geiste ihrer Satzungen im Kähmen ihrer Möglichkeiten zur Ausbreitung der II isseitschaft des Judentums beizutragen. h ur a tu ri um u n d Heirat der Zunz- S t if tun g. gez. H.ittmoeh, U assermann, El böge n. *\ Ozrot Chajlm Katalog der Michael sehen Bibliothek von M. Stein- .Schneider, mit einem Vorv-orUvon l_ Ziel, Hamburg 1848. i. Jl A , ß".1'r ' i n e r ,• Zum Briefwechsel zwischen Michael und Zunz. Jihrbuch der Judischen Liierarischen Gesellschaft. IV. deutscher Teil. S. 269—274. und die Briefe selbst. 60 Nummern, hebräischer Teil. S. 29—118. ' *) mf> m»3 surr »13 Hiob 29.2. '1 Sanhcdrin 99b. *) -m im rüin n»n L Mos. 12.5