Die Bne Briss
- Journal
- Die Bne Briss
- Volume
- 1936
- Issue
- Nr. 9/10 - September/Oktober
- Date
- 1936-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Ks kann krinnn Zweifel unterliegen, daß die Bestrebungen zur Förderung des Ackerbaus' und des Handwerks unter den Juden in der F.munzipatinnszcit ernsthaft gewesen sind und einen 'gewissen Erfolg nieht entbehrt haben. - , CyJl^Jj^ Cfy.qfrfy ^U-Jf 0ObUoCr. y" 'i^^XL iTt___^__Cf/uy^/ip, c£LUj..2. X. Q&ajtrd. , ~r~^djji^ . <p=* $Äm£,\ le*n*rti< iL tffr QJy^L,~ 16 ft -£j£#^> ^^Lif ^'^^/^^/r^ V!^<&«€&n -'— 4$ ^-*yl/<rtvrh/> r r\ U \ ) tr /J/Z tä^^wtlN" w$ ti öuiaUtljfr ^'ftabcatl> ujii)L*i?IticiiJ^rttfuIVtiJ^. y r v U .4uj <f«r Satzung der Gesell schuft zui Verbreitung der Handuerke und des Ackerlaues unter den Juden im preußischen Stalle (Gegründet 1812' Ks waren .luden im Handwerk beschäftig! lin •/•) l'/ovinz 1 H.'l 1 1 8.V2 l'reuüen '11.7 - 1.».^ BnttSntbars Berlin) :>.4 - 13.3 Pommern ■ 10.2 11.1 Pose« _ _ 2.1!» 28.3 Schlesien 10.7 12..) Sachsen < ,9-3 10.Ü Westfalen t :!'.:> 18.."> Rheinland 1H.5 ' " HM Dabei war unter den. .luden der Provinz Posen das Handwerk stets am stärksten verbreitet. Weniger bekannt und auch weniger erfolgreich sind die Bestrebungen zur landwirtschaftlichen Kolohisiefung von Juden in Deutschland, obgleich zu Beginn der Emanzipationszeil /ahlreiche Juden kleine landwirtschaftliche Betriebe hatten und seihst Boden bewirtschafteten1. , Im Jahre 1844 überreichte der .Rabbiner von Posen, Salomo Eger, Sohn des berühmten Rabbiners Akiba Eger, dem Köllig Friedrich Wilhelm IV. eine Denkschrift, welche einen ausführlichen Klan zur Kolonisicrung jüdischer Massen in Kosen enthielt, um jüdische, hnngerleidendc Bärger, die sonst hätten auswandern müssen, vor der Auswanderung zu bewahren. Der König-und die Minister sagten die Unterstützung dieses Planes zu. Die jüdischen Gemeinden Kosens versprachen, regelmäßige Beiträge zu leisten. In kurzer Zeit trafen 1064 Anträge jüdischer Familien*), die angesiedelt Werden wollten, ein. Fast alle ReflektanT ten gehörten zu der in der .Provinz Posen besonders zahlreich vertretenen Handwerkerschicht. Diese Bewegung, die die ganze jüdische Bevölkerung ergriffen hatte, scheiterte, denn sehr bald brachen die pol- *) Allg. Ztg. d. Judentums, 184«, S. 333, ziliert nach Lestsch nsky, Schriften der ZentTalwohlfahrtsstelle Nr. VII. nischen Aufstände in der Provinz.-Posen aus; aüßer- *dem hatte die Regierung ihr Versprechen, Ackerboden zu angemessenen Preisen zur Verfügung zu stellen, nicht eingelöst.' ") . . Einen ähnlichen Klan, der ebenfa ls mißlahg. verfolgte in Obersehlesien der jüdische (i .itsbcsitzer Berliner. Er wollte auf seinem Grund/ und Boden eine Kolonie für <>Q jüdische Familien gründen. \ Damit auch unbemittelte Leute angesiedelt werden konnten, regte Berliner bei den jüdischen Gemeinden ditt Gründung eines Fonds für diesen Zweck an. Vereine und Stiftungen bemühten sich um Förderung von Handwerk und Ackerhau. )ennoch ist aufs ' ■ T Ganze gesehen der Erfolg nicht allzu groß gewesen. Woran liegl es aber, daß diese Bestrebungen ge- ' scheitert sind .' Bei den Juden fehlte im Augenblick der Emanzipation die Tradition als bestimmendes Moment bei der Berufswahl. ■ Da man in eine neue Welt hineinkam, da die Mauern des Ghettos gefallen waren, mußte muh aus I J dem Kreis des Ghettoberufs herauskommen. Iis bestand daher in größerem Maße Berufswahlfreiheit als bei dem umgebenden deutschen Volke, dessen Glieder bei ihrer Berufswahl sich auf die große berufliche Tradition yon Generationen stützen, konnten. Die Berufswahl des Juden war daher freier. \Jon der Tradition unabhängiger als die des Deutschen.) Nun wird aber jede Berufswahl bei jeder Gemeinschaft, sofern sie freiwillig ist. mit dem Ziele des sozialen Aufstieg^ des einzelnen Beruf sä n Wärters vorgenommen. Die individuelle Wahl hat sich zu bewähren durch die Fähigkeiten des einzelnen und gegenüber den wirtschaftlichen Notwendigkeiten, die kraft dos ihnen innewoh- 82 **) Lestschinskv a. a. 0. S. 39. >