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Der Orden Bne Briss · 1933-06-01 · Nr. 6 - Juni (6.1933) · p. Seite 70

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1933
Issue
Nr. 6 - Juni (6.1933)
Date
1933-06-01
Page
Seite 70 (sequence 6)
Language
German
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Bucherschau Dqr Morgen. Jahrgnrig 9. Juni 1933. Summer 2. Philo-Verlag, Berlin. Das vorliegende Heft ist ein Sonderheft, das Leo Bkeck gewidmet ist. Es schildert die Stellung des Geistlichen in der Gemeinde, deren Bedeutung gerade jetzt nicht verkannt werden darf. Zu dem Problem sprechen .Max Dirnentann vom Prinzipiellen und Historischen her. Joseph Carlebach als Vertreter des traditionellen Judentums und Max Wiener. Uber ..den Priester ife der katholischen Kirche“ schreibt) der Berliner Studentenseelsorger Dr. Johannes Pinsk. — Es| folgen Ausführungen von Isaac Hrinemann iiher „Palästinensische und alexandrit|ische Schriftforschung“ und von I rnsit Cassirer iiher „Hen^i Bergsons Ethik und Religionsphilosophie“. j ‘ Jüdische Klänge, Aufgewühlt von Leon Kornilzer. M. Leßmann Verlag. Hamburg.. Ein Buch der Erbauung, das gerade in der jetzigen Zeit hei jedem Juden eineil günstigen Resonanzhoden finden wird. Die schwere seelisch^ Belastung, die auf uns Juden infolge der unerhörten Diffamierung lastet, kann'gär nicht h* sser als durch Musik gelöst werden, zumal durch eine Musik, die hei einem jeden von! uns. ganz gleichgültig wie er zu der Frage „Jüdische Mutjik“ steht. Erinnerung an die sorglose Zeit der.Kindheit wathruft. Br. Kornitzer verdient daher unser aller Dank, daß < r in geschmackvoller Art uns ein so reichhaltiges Werk zur Verfügung stellt. Die Sammlung gliedert sich in Melodien aus dem öffentlichen Gottesdienst, aus dem Bereiche des Udiscjien Volksliedes, aus dem der freien Kompositionen. Den Melodien für den öffentlichen Gottesdienst gliedern sich in einem besonderen Abschnitt religiöse Melodien für das jüdische Haus an. Der Satz ist klar, einfach und für jeden, auch nur wenig begabten Pianisten leicht zu bewältigen. Über die Auswahl der einzelnen Gesänge kann man verschiedener Meinung sein; der eine wird dies, der andere jenes! vermissen. Referent vermißt unter den gottesdienstlichen Melodien unser ergreifendes, wohl berühmtestes Werk, das laufwühlende Kol Nidre, das gerade in der jetzigen Zeit djer seelischen Mot in einem Werke, wii dem vorliegenden, nicht fehlen dürfte. Von den freien Kompositionen erscheint mir am wertvollsten „Die ewige Frage“ unseres BrudersMat; Wachsmann. ein stimmungsvoller, harmonischer Satz, desien Text und Melodie besonders für die Trauerloge und ähnliche ernste Logenveranstaltungen geeignet sind. Ich möchte ausdrücklich die Logen auf diese Komposition hinweiscn. Alles in allem, ein ausgezeichnetes Werk, das ir keinem Haushalt fehlen sollte. Wilhelm Kgro (D.R.L.), jlerlin. Paul Cohen-Portheim: London. Klinkhardt & Bf ermann Berlin. 2.50 RM. I j Dieses Buch will mehr als führen, es will würdigen. Da her wird man es als Ergänzung zu den zahlreichen Reise führern vorzüglich gebrauchen können. Wer hei hescheide ner Kenntnis der Stadt tiefer in ihr Wesen eindrirgen will, der greift zu dem mit 70 Abbildungen versehenen Verk. M. Simpn, Tilsit. Br. Claude G. Montefiore zu m 75. Geburtstage am 6. Juni 1933 Am 22. Oktober1 1907 fand in den früheren Berliner I.ogenräumen in der. Wilhelmstraße eine Einführungsleier statt, die'damals als eine besonders bemerkenswerte bezrichnet wurde. Was diesem Abend einen besonderen Glanz verlieh. war die Tatsache, daß unter den treuen Kandiditen »ich eine Persönlichkeit von Weltruf befand; Claude G. Montefiore. ein Großneffe von Moses Montefiore. dessen Vame die dritte Berliner B.B.Loge ziert. Von diesem neuen Bruder Jiörten wir. daß er nicht nur der Träger eines großen Familiennamens ist. sondern daß er selbst sich durch kdel der Gesinnung. Hochherzigkeit und Hilfsbereitschaft auszeichnet und ganz in den idealen Wegen seines großen Ai inen wandelt. Ä ir kannten seine ersprießliche Tätigkeit in |üdischen und nichtjüdischen cbaritatlven Vereinen, seine anspornende Führung' kt den allgemeinen jüdischen Hilfsorganisationen. wie «1er Anelo-Jewish Association, der J C.A. u. a. m. ir. kannten auch seine wissenschaftlichen Arbeiten, die die allgemeine Religionsgeschichte befruchtet haben, und die auch! in christlichen Gelehrtenkreisen sehr geschätzt werden, seiie im Jahre .1888 mit dem Gelehrten Dr. Israel Abrahams [begründete Zeitschrift ,.Jewish (>uarterlv Review“, in deij er eine große Anzahl von Aufsätzen veröffentlichte. ir kannten seine „Bible for Home Reading“. seine Bibel füjr häusliche Lektüre, die in bezug auf ihre Entstehung an di^ Mendelsohnsche Bibclübersetzun! innerte. da auch sie [versuchsweise von Montefiore füj religiöse Erziehung seines Sohnes begonnen wurde, und “die Juden gemahnt, sich am häuslichen Herd mit der ligen Schrift zu beschäftigen und ihren Inhalt sich;inzueignen. Seit Montefiores Eintritt in unsern Bruderbu td haben wir diesen ausgezeichneten Wissenschaftler und Menschenfreund mit hesonderm Interesse begleitet. Im April 1910 sahen wir ihn in London als Leiter der jüdisch internationalen Konferenz zur Bekämpfung des Mädchenhandels. In seinen im Jahre 1912 erschienenen „Umrissen des liberalen Judentums“ (Outlines ...) bewundern wir sein tiefes Wissen, seine schlichte Frömmigkeit, seine Liebe zur jüdii chen Gemeinschaft. — Obgleich Claude Montefiore stets mit dem Mute der Überzeugung für die jüdisch-liberale Sache ein getreten ist. und obwohl er seit 1911 als Präsident an derj Spitze der Liberal Jewish Synagogue und seit 1926 uls Führe an der Spitze des „Weltverhandes des liberalen Judentums' steht, ist er kein einseitiger Parteimann. Er war und is1 stets bestrebt, die Verbindung mit der jüdischen Gesamthei aufrecht zu erhalten. Denn ihm ist, wie er in seinem Werk; „Umrisse ...“ betont, „das einigende Band, welche i Liberale und Konservative zusammenhält, stärker und wici - tiger als die Lehren, die Streitpunkte zwischen, ihnen bi den“. Es wurde auch sehr wohltuend empfunden, daß < r in diesen Tagen in London mit so verschieden Denk inden, w e Chief-Rabbi Hertz und Weizmann zugunsten der Juden n Deutschland auftrat. In unserer schweren Leidenszeit gereic lt es uns zur hohen Genugtuung, auf einen solch hervorragenden jüdischen Menschen in Verehrung blicken zu dürfen, der in der Welt bei Juden und Nichtjuden sich hohen Ansehens erfreut und Wertschätzung genießt. | Möge der verehrte Jubilar noch lange in sejner We se wirken und schaffen! _ _. , , Finkei 70

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