Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1932
- Issue
- Nr. 5 - Juni (6.1932)
- Date
- 1932-06-01
- Page
- Seite 65 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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russischen Neste zurück. N lassen. Vielleicht nimmt Max Zodykow: ..Stimme aus dem Dunkel~. Mit einer Einleitung von Stefan Zweig. — Verlag voi^ Felix .Lehmann. G.m.h.H. in Berlin. Ein seltsames Schicksal führt einen armen, jüdischen, blinden Jungen, geistig, nah haft „durch Nicht zum Licht". "Er ist etwa vor'25 Jahren it Rußland hlind gehören. Seine Eltern flüchten'— was weiß ich — vor einem Pogrom, vor der Armut . . . und das hli idgehoreue Kind ist ihnen eine Fessel.auf den beschwerlichen Weg. Das blinde Kind hleiht hei einer armen, invaliden Großmutter in jdein verlassenen Gin istt er. Max.) wahrhaftig verihn ein gütiges Geschick aus wird, schickt inan den Jungen, zu den 'existenzlosen Eltern, — Berlin, weit weg nach Amerika! Verlassen abermals von seinen steht der blinde Junge da! j Berlin ist aber nicht Rußland! Gütig“, jüdische Menschen finden'sich, sie sehen* da ihren Weg vorgeschrieheii: Max Zodykow kommt mit 13 Jahren in die jüdische Blindenanstalt nach Steglitz. Und dort fällt auf ihn das warme Licht von Hilfe. Bemühung, geistiges Lehen! Jetzt lernt er wirklich lesen, iiml die Welf ist ihm verg'eichsweise nicht, mehr g^hz verschlossen. Ein breiter Spall öffnet sich. Das Radio — Stefan Zweig erzählt di ’ses wundersame Schicksal warm, aber ohne Sentimentaliti t — das Radio gibt aber dem blinden Jungen mehr, melif. mehr! Musik. Dichtung. Politik. Kunst. Erkenntnisda* Viesen unserer Welt! In Tönen! Allerdings nur einseiti :. in Tönen! Die Äolsharfe antwortet auf don leisesten Luftzug mit feinen Akkorden. Das sehnsüchtig gespannte Herz des blinden Max ist eine solche heimnisvoll erklingt sie' auf 'riiek. Sie antwortet mit vol dichtet! Er schreibt! . . . Eine Auswahl aus dem Zddykows wird von Stefan Z gepackt und der öffentlichke ingestimmte das Ätherw« lleurauscheu zueu Akkorden so erstandenrn Dichten Max neig, von niijmand Kleineren. t vorgelegt. oben benannte Buch, das einen Verleger findet, und so liriehl sich die ..Stimme aus dem Dujnkel“ Bahn, jenen Glücklichen, die nicht i)ur hören, so können! j Gedichte: Anbetung. Hofrn uug. Selms Wunsch und SelhstCFkenntnit1- Kampf nit der eigenen *n. Voller Kraft in der Form de Nun auch zu all «lern auch sehen licht. Aufschreie. Seele . . .. aus dem Dunkel hfirausempfiiiifl und doch anders zum Teil. Wie wir es lyrischen Bildes sagen würden! Neun Erzählungen und Skiz/eu. voll M'llsani gefühlten Geschehens, erfüllt mit tiefinnerlicheii Wahrhaft eine reiche Auswahl für den heraustretenden jungen Blinden. Die Sprache seihst (gehämmert) volle oft1 mehr ist als das klingendf Wort, das läuterung dient. Sic soll hei 'Zodykow da »Gesicht“, wie es der Blinde vor sich siel freudige Talentprolie! — Wgr will Poesie analysieren? Wer srieso sie gerade in dem Herzen dieses Bl Genug, sie ist da und sie kann .reiche Friiihte tragen. Das. »ras Zodykow weiter unter der Feder hat — ich habe ein Drama gesehen und einen besonderen Roman — das ist der Forderung würdig, — wie dieses seltene Beweisstück für ilie Äolsharfe. Ge- Max Zodvkow So erscheint das , Betrachtungen! aus dem Nichts Klang, die sehr uns nur zur Er- Bilil gehen, das it. Eine starke. ill feststellen, ndeii aufkeiinte? Größe des Menschen;eistes eilie. die mit der außerord‘lillichen liehen veiler beginnt. diesem Jammerlehen hinweg. Keine iV^üglichkeit. die doppelte Nacht seines Elends zu diirchdriiip'n. Das Licht naht sich ihm auf wunderbaren, nicht zu erdichtenden Wegen. Ein afmes Dienstmädchen kann ihn einige Buchstaheii lesen, ahl asteii lehren. BurhMalicii. die auf Sodäwasserflaschen und dierflasrhen relliefartig gegossen sich befinden. Der erste Lichtstrahl! Die Großmutter stirbt. Und da in |Rußlund damals — und noch dazu für ein üdisches Kind i— nichts getan den Blinden nach Berlin Die flüchten wieder aus Vielleicht vor der Armut, natürlichen Beschützern. in allen in anderer Form forlgeselz:. Wie trosthrii Ich will mich n in iiiit« n, das gute Her: sdlien in Anspruch z i nehmen. Das wäre rfi e gling! Zodykow ist zi stark und seelisch zu i blinde junge Dichter ist an« cren Autoren, die gilben w ie er. unterli gen im Kampfe iiiik i ei i Sonne. Er kann nie it •seiht r eintreten für schaffen. Die Zickzi ckwege, wie inan sich! <1 ihtn verschlossen! Sein Vi el k allein w ird fii aber cs muß ein Ruf 'r auflreten. der davon Deshalb darf ich doppelt hi« r sagen:’-Lasset Förderung verdient, nicht ohne Förderung •weiteren Mut zmn Schaffen., auf daß «lie Ht Dunkel voll und uug diinder t ertönen kann! Stefan Zweig sagt .in ihr schönen Linie t Blinden war nichts geschenkt.’er hat jedes Wc sic-h erobert! Und darum ist sein Buch-mehr Beiiiühung. es ist eine seeli >che Tat!” |Leset. kaufet diitscs Buch!' Br. S i e g i i U ii «I R e i s (V 1-ageq. Ilie, ird dir Allmann. Dr. Adolf: Ilas früheste I o kommen der Judtw in Deutschland.' Junen im römisclhn Trier. Mit V Abbildungen. 32 Seiten. Paulinus Druckerei; Trier. Dine ernste. tie fsrhiirfeu<l<> Studie.- die «lie (Jeseilschaft für nützliche Forschiingen iiml das- Provinz almiiseum in Trier! für bedeutend genug I ielteu. sje [heran der Hand einer Fülle historischer tnhl (.liielhm w«-ist der V« rfasscr im 3.1 bzw. 4. Jabrh mdert gegeben hat. und daß Trier a| auf fhWselu’m lloilei anges, nach, daß -es 11| «ler gew. Zeit re div älteste jiidi heu werden da seine überaus interessanten Ausführung« n auf 368 in iTrier ergangene, auf innig des riim. Kaisers Val« Synagoge von den militiiris« befreien\sei; fer'niT auf eine in «hm Näh«: «I«; nasse in ITrier gefundene römische Toulainpe. tcr und ruiiein Palnieilzweig Diese! wertvolle Studie, dient eigentlich der s|(-engen •schätzenswerten Beiträg fiir die Juden hezii utiniaii I. nach heu - Eimpiartieri ing »lasten zu schließlich jüdischen Emhlemi,n. dem siehenar nigeu Leuch »•er/.iert is” . «lie fließ« nd Wissenschaft um] «lie Geschichte von allen Seiten in «lieseni St Denlschlan«. Aber ohne es zu heabsicli ligen. « als gute Stutze für <]|as He matsrr rht der Juden in Deiitschlaudl «las ihnen in lie lester Zei . von IliergelaMfeiieii Judenfeinden streitig gemach wird. F. Die nunmehr l^ereits fiit. fanddreiß ig ]<ihi V tätige Gesellschaft zun Erforschung jüdischer Kii.istdi-nkntäfer Frankfurt a. M. hat sich dile Aufgabe gestel t. durih Veröffentlichungen' wie die v«>rliegen 1c von I la Posrln über die ..Mainzer Thprahs«-hrelinvbrliäiig«>" ,’sysl ematis« h ’die Vorarbeit für die kclion lang erstrebte jiidis« he Kul [Urgeschichte allgemein ziigijngig zu inaehei . Es ist mir zn boffeli. daß «lie Gesellschaft zur EDforsrhi: ng jiiilisc ler Kn istdrijkmhler ■ehen .mit -rstiitzt gend! «ler Mitmen- llcrahwürtliic|i. Aber der . dicht so viel Platz an der as. was er geurchsetzt. sind ihn sprechen. Kenntnis gibt! in Talent, das Gebet ihm mmc aus dem uug: ..Diesem rt. jeden Reim als literarische rilas-I.ogc). zugehen. Au a rchäologischer Trier bereits t litiung Juden srlns Gemeind«’ f. i Er stützt inf im Jahre fliehe Veror«lwHclier die alji'ii Jmlendif mit ausgeschrieben ist. bildet einen ler Jnden in jent shauch Zeitschrift \fiir lliä Geschichte der Juden in Deut schien il. Philo-A erlag. Berlin W 1 5. Jahrgang 3. Icfl 4 Max Freudenthal (Nürnberg) veroffentlic 11 ::wei aufschlußreiche Urkunden] aus d« m Worin! er Stad t lr< hiv über die dortige Besruilagnähmc hpbräischei - Büch« r durch Johann Pfefferkorn, dessen Vo-gehen durch «Iss Eingreifen Reuchlins kulturhistorische I edeutiing erlangt hat. Auf Akten des Staatsarchivs zu Daimstadt und einig-r fürstlicher Privatarchive haut Rosy Bo« enheimer . (Frau .fort a. M.) ihren ..Beitrag zur! Geschichte «ler Ju«len in Ob’ijhesscn von ihrer frühesten Erwähnung bis zur Emanzipation“’a nf. Sara Schiffinanii (Tel Aviv) lieha a«lelt in jdiner {mfT08santeti jwird. I 65