Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1932
- Issue
- Nr. 5 - Juni (6.1932)
- Date
- 1932-06-01
- Page
- Seite 64 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Zeitschriften anderer Distrikte B'nai B'rith Monafiblätter der Großloge fiir len tsrherhosTöu-akischen Staat I.O.B.B.. Heft 4. April 1932 Jahrgang XI. Das April-Heft enthält den eingehenden Jahresbericht des Großpräsidentrn. Br. Dr. Popper, anläßlich der Tagung der G^oßhfgc am 17. April 1932. % ir werden an-das Hin-' scheiden des verdientin Expräsidenlen Bi. Dr. Wilhelm Schleißner. der sieh unvergeßliche Verdien Rechtsgrundlagen des 10.. Distriktes erworben an das Ableben des Br. V izegroßpräsidentcii te um die hat. ferner Ing. Kudolf Teltseher. der in verhältnismäßig jungen Jahr ui ein wertvolles -Lehen abgeschlossen hat. erinnert. — stehen den vielen Schöpfungen und \ ereinigungen. die der 10. Distrikt begründet bzw. in steter Förderung bedacht hat. darf das- Heim für jüdische Haiidel-Iehrliiige in Prag, ferner das Kiiabeiiwaisenheiin in Prag li-rv orgehoheu wer Jen. Besondere Betonung verdient auch die groUziigige Lebensmittel-Aktion. die. für das jüdische Elend in Karpatho-Rußland eingeleilet worden i-t. — Die Leistlingen und Sehwe-ternvereinigungen sind als höchst he i bezeichnen. Mit Recht Irctunt Br. Groß-ekretiir starken W iderhall. den die Feier des 60. Gehn hochverehrten Br. Großpräsidentrn Dr. Popper ni eigenen I)i»trikt gefunden hat. —. Die I.oge ..l’r auf eine verdienstvolle 30jährige Tätigkeit zuriii Starke Bearhtung darf das von Br. Dr novsky. Mars-Verlag. heraiisgegehene Werk -M das {Judentum" beanspruchen. Eine Reihe voi unter ihnen eine Anzahl, von Brüdern, haben Werke mitgearbeitet. Ein Mann wie Ma»aryk persönlichen und zeitgeschichtlichen Erwägung* Reihe der [ ngewähnlichen, gestellt 'werden. Er' Geistigkeit und Kühnheit 'des Denkens und dt über das Zeitgeschichtliche-'hinaus. I hi It nai B'rith Jmtrnal fiir den eng/. IHsliil.t. \ummer 6. Mai 19’{2. In der jüdischen Zentrale in London i't'ci Studentenheim eingerichtet worden. — Eine neu 13. Distriktes i-t in Nottingham von Br. GroBpräsident Livt-rman installiert worden. Aussichten auf I .ogengriin- (Iurigen bestellen jin Brighton und Middlesbroug i. Neben einer AnzahJ kurzer Abhandlungen teilliterari«-her, teils sozialer Art werden un- Berichte über die Log-litätigkeit im englischen Distrikt angeführt B nai Biith Szifnle. Monat sl >1 ult er ~*ler transsyhanisehen irbeitsgemeir.sehajl I.O.li.B. I\. Jahrgang I. \nininrr .1, 1 Hirz 1932. Br. Präsident Tibor v. Adler-Arad schreibt über das I Itcma ..Brüderlichkeit“ und fordert \ertiefin : hriidei> liehen Sinnevon den Brüdern. Br. \ iklor Jo-dan-Saliiii »t wendige ■der Grundiittmis auf wesen«. er Logen htlirhe zu iIling* den tagedes lit nur im a“ kann kbliekrn. n-t Ryeliaryk und Autoren, i diesem larf aus in die ragt durch 11 andelus Jahrgang I. jüdisches Loge des mare Jhe-pricht ..Snh -peeie aeternilatis“. die Erziehiing einer neuen jüdischen Generation auf läge der alten ethiseh--ozialeu Lehren des Juil dem Wege der Regeneration dejüdischen Syhn - IX. Im rumänischen Distrikt i-t eine neue Lo (die Irl. ini . Di-trikt. die 7. in Siehmibürgen I (Temes varl Von u Orden. Hr. (rroUprä^iilent Nieiuirout Bücherschau geh II: 11. Brann: Xietzsehe tinil dir Frauen. I. Verlag F. Meiner. VII u. 21-1 S. ,6.50 Mk.. Das Buch zeigt mit erschütternder Klarliei heuren Konflikt auf. den das Problem der Liebe in Leben und Schaffen bildete. Der Verkünder Lebensbejahung litt selljst an einer schweren V 6i Liminair' Tiinisoava installiert jzig 1931. 8.50 Mk. Jen unge-; Nietzsches dionysischer ■drängung und Angsthesetzung ilesj Sexuellen. Trotz verzweifelter Bemühungen ist ihm nie die Herstellung eines Licbesbüudnisses gelungen. Alles was er über Frauen und Liehe schreibt, sind Phantasien, geschöpft aus tiefer ungestillter Sehnsucht, teils mit der Seherschaft des Richters geschaute Wahrheiten, die den Mangel eigener Erfahrung unglaubhaft .erscheinen . lassen, teils sinnlose und widerspruchsvolle Entwertungen aus Ressentiment. Bald wird ein hiru- und herzloser entarteter W eihrhentypus zur Norm erhoben, hinter der der Dichter seinen Mangel au Männlichkeit zu verschmerzen sucht, bald wie.ilenim greift schwärmendes Begehren nach dem, herrlichsten V ollweib, das er. ..Schauspieler seines eigenen Ideals", in Cosima W'agner verwirklicht sieht — Entwertung und Ubrridealisiernng gleicherweise als Reflex der eigenen Liebesunfähigkeit. dahinter eine Ekstase von Selbstzorfleischung. Als psychologischer Untergrund dieser schweren Störung erscheint eine abnorme Bindung an die Schwester, mit der er eine Ersatzehe ohne sexuelle Grundlage führte. Trotz der großen Fülle biographischen und 'literarischen ,Materials, das Braun zu einer höchst fesselnden Darstellung vereinigt, weist das Buch eine empfindliche Lücke auf: wir finden kein Wort über Nietzsches Mutter. Ein Hinweis, den Nietzsche selbst in dieser Richtung gegeben hat: ..Jedermann trägt ein Bild des Weibes von der Mutter her in sich: davon wird er bestimmt, die Weiber überhaupt zu verehren, oder sie gering zu schätzen, oder gegen sie ’ im allgemeinen gleichgültig zu sein", ist dem Autor entgangen. Hier dürfte noch ein wichtiger Schlüssel zum Ver-tänduis des großen Dirhterpliilosopheu liegen. Dr. B. Berliner, Berlin. Jakob Wassermann: Itede an die Jugend über das Leben im Geiste.. S. Fischer Verlag. Berlin. Wieder tritt ein geistiger Mensch vor'die Jugend, um zir ihr über die Not der Zeit und die Gefahren, die ihr vom Verlust des Geistigen her drohen, zu sprechen. Dabei darf er auf Seite 18 seiner lebenswahren, tief empfundenen und gedankenreichen Rede fiir sich in Anspruch nehmen, nicht zu den phantastischen und verschrobenen Ideologen zu gehören. die so gerne den Boden der Tatsachen verlassen und ( da. wo sie Resonanz zu finden glauben, in uferlosen Phantastereien sich verlieren. . ..Ich glaube nicht, daß Sie mich j 'um dieses Wortes willen (er glaubt trotz allem auch heute 'noch an den jugendlichen Menschen, ..den atifschwungbe- ' Teilen, den eiitflainmiingsfähigcn,. den' gläubigen, den herzbegabten") für einen jener wesenlosen Optimisten halten, die nach der Art von Volksrednern durch die schmerzlichsten Tatsachen nicht gehindert werden, sich in eine himmelblaue Aussicht hinaufzugaukeln." VV. kennt wirklich die selische und geistige Not junger, in ihrer Entwicklung brutal gehemmter Menschen. Er ist ihr Vertrauter. ..Ich habe vielerlei Erfahrung fiir mich. Ich bekomme Hunderte und aber Hunderte von Briefen./ in denen mich junge Leute zum Vertrauen ihrer Kämpft- und Niederlage^ machen, mir ihre aussichtslose Lage, ihre gänzliche Vefsjtörung. ihr Nicht- -mehrweiterküiiiien darlegen." Darunter ..kaum ein einziger, der. aus seiner kompletten Verzweiflung einen Hehl geliecht hätte. Und zwar war es weit häufiger die geistigseelische Verzweiflung als die aus physischer Not entstandene.“ Und richtig beurteilt er die Situation, wenn er weiter spricht. ..von der Herahminderung von Vitalität, von Auftrieb, von innerer Freiheit, von tätigem Willen, die die Seelenlage der ganzen Nation verhängnisvoll beeinflußt". Es geht heute ..wirklich um ..Sein oder Nichtsein, wenn wir von einer. Katastrophe des Geistes sprechen“. Und doch ist das Lehen ..im Geiste", die geistige Existenz das einzige und dauerhafte Bollwerk gegen' den „Ansturm der1' Zahllosen. die Rebellion der Barbaren“. Das Büchlein wird jedem, der es liest, reichen inneren Gewinn und wertvolle Erkenntnisse vermitteln. _ , Dr. Max S a 1 o in o n.