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Der Orden Bne Briss · 1926-12-01 · Nr. 12 - Dezember (12.1926) · p. Seite 205

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1926
Issue
Nr. 12 - Dezember (12.1926)
Date
1926-12-01
Page
Seite 205 (sequence 5)
Language
German
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’ I * ' .' Gründung der Elias Grünebaum-Loge in Landau,(Pfalz) '. am 21. November 1926. Am 21. November 1926 fand die Grühdung der »Elias Grünebaum-Loge« in Landau (Pfalz) statt. Eine erfreulich große Zahl von BrOdem aus Deutschland — im wesentlichen aus West* und Süddeutschland — etwa 150 — hatte sich eingefunden, um an der Feier teflzunehjmen. Die Veranstaltung wurde durch Br. Vizegroßpräsident Jeselsohn-Mannheim geleitet, der hierbei durch Br. Vizegroßpräsident Walter unterstützt wurde. Die Zeichenerklärung führte Br. Jeselsohn aus, während Br. Walter die Einführung der Beamten übernommen hatte. In dem jMittelpunkt der Feier, die als geschlossene Loge abgehalten wurde, stand ein Vortrag des Br. Rabbiner Dr. Einstein- Landau über Elias Grürtebaum, der über fünf Jahrzehnte in Landau das Amt des Rabbiners inne hatte. Grünebaum war eine Persönlichkeit, die "nicht' nur in jüdischen, sondern auch in weiteren Kreisen große Verehrung genoß. Nach dem Schluß der Loge fand ein Festmahl statt, an dem auch die Angehörigen der Brüder teilnahmen. ( j Ein gedeihliches Arbeiten der neuen Loge ist aus dem Grunde zu erwarten, weil sie mit 35 Brüdern gegründet ist, die stehenden Brüdervereinigung in haben, also im Sinne unseres Ordens zu arbeiten gewohnt sind. Es wurden bereits der be- Landau angehört außerdem sechs neue Kandidaten der Loge zugeführt. Br. Dr. Berthold Einstein hat uns seine Ausführungen über den Namenspatron der neuen Loge in folgender gekürzter Form freundlichst zur Verfügung gestellt: Elias Grfinebaum. Elias Grünebaum, geboren am 10. September 1807' in Reipoltskirchen, Kanton Lauterecken, gestorben am 25. September 1893 in Landau, war über 57 Jahre Rabbiner in Landau. Er bestand im Jahre 1831 das Abiturientenexamen am Gymnasium in Speyer und im August 1834 die vom bayerischen Kultusministerium angesetzte Rabbinatsprüfung in Bayreuth, wo er unter 16 Prüflingen mit der Note »sehr gut« den ersten Platz zuerkannt bekam. Unter den deutschen Rabbinern gehörte Orünebaum zu den Größenl seiner Zeit, die wahrlich an bedeutenden Persönlichkeiten nicht arm war. Abraham Geiger, der seit der- Bonner Studienzeit mit Orünebaum eng befreundet war, nennt diesen in seinen Erinnerungen an die Studienzeit »einen philosophischen Köpf mit ernstem Willen und großem Eifer für theologische Studien,« er spricht von ihm als dem »biederen, wackeren und strengen Freund«, und-versichert ihm: *Du gehörst in die Vorderreihe uncf wirst Dir diesen Ruhm nicht schmälern lassen. Orünebaum stand unter den mutigen Streitern für die Reform des Judentums (wie man sich kurz ausdrücken mag) auf Grund wissenschaftlicher Durchforschung des Judentums, seiner Lehren und seiner Geschichte jn erster Reihe. In zahlreichen wissenschaftlichen- Abhandlungen, die von seinem hervorragenden Wissen, seinem tiefblickenden Scharfsinn, seiner großen Schlagfertigkeit zeugen, vertrat er seinen Standpunkt, in seinem beruflichen Wirkungskreise, brachte er ihn gegen zahlreiche Widerstände und Anfeindungen durch unermüdliche, unerschrockene Tatkraft erfolgreich zur Oeltung.' Der Ordnung des Gottesdienstes, dem Jugendunterrichte wandte er s&ne besondere Fürsorge zu. Bei seinem Amtsantritte fand er im. Rabbinatsbeziik Landau mit seinen damals mehr als 20 Gemeinden nur vier ordentlich gebildete Lehrer vor; schon nacfh wenigen Jahren waren es deren sechzehn. Unablässig kämpfte Grünebaum für die Hebung der bürgerlichen Stellung der Juden in der Pfalz. Ihm ist es zu danken, daß'das den .Handel der J uden außerordentlich beschränkende Dekret Napoleons I. vom 17. März 1808 im Jahre 1846 aufgehoben wurde, und nach vielen Kämpfen in Wort und Schrift gelang, es* ibtn endlich im Jahre 1862, die Abschaffung des demütigenden und entwürdigenden Judeneids/ des Eids more judaico, *durchzüs*etzenf Die wissenschaftliche Aufklärung über das Judentum war ihm nicht bloß, das Mittel, um seine Glaubensgenossen zu heben und zu treuen, überzeugten, begeisterten Bekennern des.angestammten Olaubens zu erziehen, sondern such, um alteingewurzelte Vorurteile gegen das Judentum auszüreißen und die Versöhnung und den Frieden und das einträchtige Zusammenwirken — 205

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