Jüdisches Gemeindeblatt für die Synagogen-Gemeinden in Preussen und Norddeutschland
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für die Synagogen-Gemeinden in Preussen und Norddeutschland
- Volume
- 15 (1937)
- Issue
- 12 (1.12.1937)
- Date
- 1937-12-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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15. Jhig/Nr. 12 1. Dezember 1937 £ d. Synag-Gem. In fteuflen/NofddenttAland ihr Einkommen dcfet ihr ab 21M Bi jährlich beträgt, nur mit einem von 4 RM rar Bärgersteuer rrrukgt Das bedeutet ftr diese älteren Stenerpflichtigen eine Ermäßigung der Bfirgerstener am ein Drittel. Ferner ist die obere Grenze für die Gewährung von Kinderermäßigungen bei der Bürgerstener bis za einen Jahreseinkommen von 25 000 RM (anstatt bisher 13000 RM) heraflfipsetzt worden. Einige Entscheidungen, die für jüdische Firmen grundsätzliche Bedeutung haben, sollen hier erwähnt werden. Das Oberbtpdesgericht in Mönchen hat einen jüdischeq Geschäftsinhaber, der seine Firmenbezeichnung an - der Außenseite Seines Ladens mehrfach in auffallender Schrift, dagegen seinen eigenen Familiennamen nur mit kleinen schwarzen Bncbstaben an der Eingangstör des Ladens angebracht batte, nicht nur wegen Übertretung des 8 lia der Gewerbeordnung, sondern auch wegen in- (enteren Wettbewerbs verurteilt Da der Familienname den Umstand, daß das Geschäft ein jüdisches war, deutlich erkennen ließ, die Firmenbezeichnung hingegen nicht, so erblickte das Gericht m der Unterdrückung oder ungenügenden Bekanntgabe des Familiennamens des Geschäftsinhabers eine Irreführung des Durchschnittspublikums und eipe gegen das Wettbewerbsgesetz verstoßende Vortäuschung eines günstigen Angebots. Ferner hat der Werberat der deutschen Wirtschaft ein allgemeines, waldlos verteiltes Werbeschreiben einer jüdischen Firma, das die Unterschrift „Mit deutschem Gruß“ trug, für unzulässig erklärt, weil diese Unterschrift geeignet sei, über die jüdische Eigenschaft des Werbungtreibenden hinwegzutäuschen. Dagegen wurde die in dem gleichen Werbeschreiben enthaltene Anrede „Verehrte Kandin“ mit der Begründung für nicht unstatthaft erachtet, daß in dieser Anrede nach allgemeiner Anschauung nicht die Behauptung liege, der Empfänger des Werbeschreibens sei bereits Kunde, also Käufer in dem jüdischen Geschäft gewesen. Dr. H. N. Offen« Auslandsstellen (genehmigt durch das Landesarbeitsamt Brandenburg.) Ftr Paltstiaa wird eia ersiklasslser ltdischer Pschmsin ftr eias chemische Reisiras* sad Färberei gefacht. Der Betreffende mal selbstiadis färben, entflecken, eelasisieren sad alle vorkoomendea Arbeiten erledigen können. (Nicht sa alt) Ftr Vesasaelt werden Mdlsche Laboranten Oasen) gesucht. Bedingung: Uotersschnngea ftr Spat». Faeses, Bist, Wassermann, evtl. Kahs. Qehalt 350 Bo- Ihrar and freie Überfahrt Ftr Veiaiieli wird ela Pathologe gesucht. Ftr eise Hotel-Privatpensioa in Ccaador wird per sofort eise Hfdische S 111 s e Im Alter von 23 bis 30 Jahren gesucht. Die Betreffende mal mit allen Sparten der Hotelpeasioa vertrant sein, Kasse ead Bechfthreng verwalten, mögt. eag).-Inas.-spesisehe Sprechkennliisse besitzen. Oute Allgemeiabildaag Bediagnng. Qehalt bei freier Station 60.— Secrea. Ftr B a 1 g a r i e ■ wird ftr eiaea tiihrlgea Jamgen eine indische Erxiekeris im Alter voa 20 bla 35 Jahren gesecht. Qnte Schafbildeng. csgl.-fnnx. Sarachkenatnisse erwünscht Das lange Mädchen maS nach Im Hanshalt bellen. (Keine groben Arbeiten.) l.Ut Lewa. d. I. oe. KM 65.—. Tlüxkait sich freie Ftr TMaraaffran wtaä eia perfekt* Hdtacber Aitomabil-Laeklerer, «er aßt Kammasaor arbeftea «MB» and bagMhrtge Erfahrne hat JWpcht. Ftr cwlswbiwa S-A. wird eia BBcber Koch geaaeht UcMonr LebewsUaf aß Magiikfip Zeenlsee BcAmsi- Ftr Italien wird eine Mdlacbe, aelbsttndige Stttxe gaaackt Der Haashalt besteht aas 4 Zimmern. 1 erwachsenen Personen; nicht rltaclL Btrger- Hcbe Ktcbe. Ftr eis Altersheim fa der Schweis wird eine perfekte. Mdlache K 6 c h I a macht sieht Iber 40 Jahre alt die DUfkeaatslsae hat Der Betrieb ist streeg ritneil. Oehslt bet freier Stattoe ca. 120.— sfr. Ftr Lettland wtrd eise Mdlaebe Ersleherta za 2 Kindern (Mädchen) im Alter voa 11 e. 0 Jahren gesicht Die Dem« amt Eriabraas ts hebräischer ead omttscäer Spracht haben nad mnsikahsch sein. Der Hmmhalt ist ritaeil. h Fräse koamraa asr Bewerberlues arit erfahrsag. Oehalt Ist aageoMssen. rir Dlaemsrk wird ftr die HersteUnag voa Kobleabmdnblea eia lädlscber Spengler geeacht _ Ansftbrllcha Bewerhaagm nr aal Dftamlattpostpepier, Zeugnisabschriften. Lebensinef sowie Paltoto werden weitergeleitet dereh die Jtdlsche Gemeinde Berlin SW 19. Liadensfr. 40/50. Bewerbengen ui gewöhnlichem Papier werden nicht mit Laftpost befördert I/cc&OHdsHacUtulUcH knt leider bis-! grmrlnßrslsHatiachc Umfrage rem Die «Ue omfßrti rtlli—i in An wtatt Baribi Die JMSocbe LejwrrbOdmyunsUit in Berlin, die vom Preußischen Landesverband jüdiacher Gemeinden unterhalten wird, eröffnet zu Ostern 1938 einen neuen Lehrgang. Bewerber und Bewerberinnen, die das Reifezeugnis einer höheren Lehranstalt (Abiturinm) besitzen bzw. bis-Ostern 1938 erlangen werden, werden aufgefordert, ihre Aufnahmeanträge nnverxüglich an den Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden, Bertin-Chnriottenbarg 3, Knntstrmße ISS, zu richten. Den Anträgen sind «in kurzer selbstgeschriebener Lebenslauf, eine Abschrift des letzten Schulzeugnisses, sowie nähere Angaben über die musikalischen and turnerischsportlichen Fähigkeiten und den allgemeinen Gesundheitszustand beizufügen. Das Studium an der Anstalt wird in Anlehnung an den Lehrplan der Hochschulen für die Lehrerbildung durchgeführt und schließt mit einer staatlichen Abschlußprüfung (1. Volksschullehrerprüfung). Die Dauer des Studiums beträgt 3 Jahre. Bewerbern, die den Nachweis ausreichender anderweitiger pädagogischer Vorbildung (Universitätsstudium) und größerer Kenntnisse im Hebräischen und in den jüdischen Fächern erbringen, kann eventuell eine Verkürzung des Studiums eingeräumt werden. Aototoflungsn im Bttrilnar JMIsdion MuäOiim. Das Berliner Jüdische Museum veranstaltet am 38. November zum hundertsten .Todestag von Rabbi Akiba Egec eine Ausstellung. Diese Ausstellung umfaßt eine Reibe besonders interessanter, aus dem Nachlaß Rabbi Akiba Egen stammender Erinnerungsstücke, sowie eine Fülle von Leihgaben, die die Familie zur Verfügung gestellt hat Ez wird in der Ausstellung auch der Versuch gemacht werden, ein Bild des Kulturkreises zur Zeit Rabbi Akibas zu geben. Am 13. Dezember wird dann die lange geplante Ausstellung „100 Jahre jüdische Kunst — aus Berliner Privatbesitz“ eröffnet. In ihr werden Meisterwerke von Israels, Pissarro, Liebermann und anderen jüdischen Künstlern gezeigt werden. Foier am Amtssitz Rabbi Akiba Igors ln der Jüdischen Gemeinde Märkisch- Friedland, in der Rabbi Akiba Eger vor seiner Ernennung zum Oberrabbiner ln Posen etwa dreiundzwanzig Jahre lang gewirkt bat, veranstaltete der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden gemeinsam mit der Gemeinde Friedland eine stimmungsvoll verlaufene Gedächtnisfeier. In der geschmückten alten Synagoge mit ihren berühmten kunstvollen Schnitzereien waren die Mitglieder der Gemeinde und eine große Anzahl von Lehrern, Vorstehern und Gememdemitgliedem jüdischer Gemeinden aus Pommern und der Grenzmark anwesend. Im Namen des Preußischen Landesverbandes begrüßte dessen Vizepräsident, RA. Dr. Alfred Klee aus Berlin, die Erschienenen. Er sprach von den Leistungen und der gemeinsamen Arbeit des Preußischen Landesverbandes und der Gemeinden, die an den alten traditionellen Wirkungskreis der Gemeinden anknüpfen. Er schilderte das Wirken Rabbi Akiba Egers und betonte die Notwendigkeit, bei der Wanderung, die jetzt in erster Linie für die Jugend eingesetzt habe, die historisch-traditionellen Güter der Gemeinde in die neue Heimat zu verpflanzen. Bezirksrabbiner Dr. Plotke-Schneidemfih! zeichnete die Charaktereigenschaften Rabbi Akiba Egers, die den „Friedländer Raw“ ohne Rücksicht auf Wandlungen in der Anschauung zu einer dauernd lebendig wirkenden Kraft auch noch im heutigen Judentum machen. Rabbiner Dr. Harry Levy-Berlin, durch Familientradition mit der Friedländer Gemeinde und Rabbi Akiba Eger eng verbunden, zeichnete den großen Halachisten, charakterisierte seine Werke und zeigte sein Fortwirken an dem Bilde der für das Judentum des vorigen Jahrhunderts führenden Schüler Rabbi Akiba Egers. RA. Dr. Klee überbrachte zum Schluß auch die Grüße der Berliner Jüdischen Gemeinde. Er überreichte den Vorstehern der Gemeinde von Märkisch-Friedland, Gronemann und Krast, den amtierenden Rabbinern und den Lehrern Hirsch und Lasowski GEBR. ARNHOLD Bankhaus Berlin W 8, Behrenstr. 62/63 Londoner Vertreter: F. H, Brunner, 7 Princes Str„ London E C 2 Telefon: 11 00 46 New Yorker Vertreter: W. L. Sdioenheimer, 25 Broad Street, New York \