Jüdisches Gemeindeblatt für die Synagogen-Gemeinden in Preussen und Norddeutschland
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für die Synagogen-Gemeinden in Preussen und Norddeutschland
- Volume
- 15 (1937)
- Issue
- 12 (1.12.1937)
- Date
- 1937-12-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
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15. Jhrg/Nr. 12 1. Dezember 1937 Jod. Gemeindeblatt f. d. Synag.-Gem. in Preußen/Norddeutscbland (Deutsch-Krone), die durch Gesang die Feier verschönt hatten, zur Erinnerung an diese Stunde, die im 'Auftrag der Berliner Jüdischen Gemeinde geschaffene Rabbi Akiba Eger-Medaille. Gemeindevorsteher Gronemann dankte dem Preußischen Landesverband, dessen segensreiches Wirken er mit besonders herzlichen Worten kennzeichnete; er dankte allen Erschienenen und Mitwirkenden an der Feier und gelobte für die Gemeinde, das Andenken ihres Größten stets in Ehren halten zu wollen. * Verden a. A. Nachdem längere Zeit das Amt des Kantors und Lehrers in der Gemeinde von auswärts durch Herrn Lehrer Hirschberg betreut worden war, der anderthalb Jahre hindurch allsabbathlich von Emden nach Verden kam, ist durch den Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden Herr Kantor Grünfeld von Papenburg nach Verden versetzt worden. Herr Landrabbiner Dr. Aber führte am Schabbat Lech Iecha Herrn Grünfeld in sein neues Amt ein und überreichte ihm im Auftrag von Herrn Landrabbiner Dr. Blum, Emden, den Chowerbrief als Anerkennung seiner treuen und gewissenhaften Amtsführung in Papenburg. Regenwalde. Geburtstage: Frau Klara Herrmann wird am 3. 12. 37 78 Jahre, Frau Dorothea Herrmann am 25. 12. 37 82 Jahre. Von Sabbat zu Sabbat Sehabbat „Chanukka“, 4. Dezember 1037. Die Chanukkaliehter. ,,.4m 25. Kislew — nachdem die Makkabäer den Sieg errungen hatten — gingen sie in das Heiligtum hinein. Reines öl war nicht zu finden, bis auf ein Krüglein, das mit dem priesterlichen Siegel persehen war. Es reichte höchstens für einen Tag. —* Sie zündeten davon das Licht an und es brannte acht Tage lang, bis die Oliven gestoßen und neues, reines öl gewonnen war. — Aus diesem Anlaß haben die Weisen des Makkabäergeschlechtes verordnet, daß die vom 25. Kislew beginnenden acht Tage eine Zeit der Freude sein sollen. Man zünde an jedem Abend Uchte an, um das Wunder zu zeigen und es zu verbreiten. Diese Tage werden Chanukka genannt. (Maimonides, Hilchot Chanukka.) Während die Lichter brennen, sollen Frauen keine Arbeit verrichten. — Jeder Hausgenosse zünde seine eigenen Uchter an. — Vor dem .inzünden versammle man alle Hausleute, um das Wunder zu verbreiten. Am ersten Abend zünde man dar Licht zur Rechten an, an den folgenden Abenden zünde man das hinzukommende Licht zur Unken an. Das neue Licht wird jeweils zuerst angezündet. (Schulchan Aruch.) Sehabbat „Wajigaaeh“, 11. Dezemb. 1937. „So spricht Gott, der Herr: „Ich nehme die Kinder Israel aus den Völkern, unter die sie gegangen, sammle sie oon ringsumher, und ich bringe sie auf ihr Erdreich. Und mache sie zu einem Volk im Lande, auf Israels Gebirgen und ein König wird König über alle sein. Dann werden sie in dem Lande wohnen, das ich meinem Knechte Jakob gegeben habe, worin einst eure Väter wohnten. Ich schließe mit ihnen einen Bund des Friedens, ein ewiger Bund wird er ihnen sein; ich erhalte sie, vermehre sie and errichte mein Heiligtum in ihrer Mitte auf ewig. Meine- Wohnung wird hei ihnen sein, ich werde ihnen zum Gott sein and sie werden mir zum Volk sein.“ (Aus Ezechiel.) Sehabbat „Waj’ehi“, 18. Dezember 1937. Der Segen Jakobs. Der sterbende Jakob breitet seine Hände über dem Haupte seiner Enkelsöhne aus und spricht: „Der Engel, der mich von allem Bösen erlöst, er segnedie Knaben und es werde auf ihnen genannt mein Harne and der Name meiner Väter Abraham und Jizchak und sie seien den Fischen gleich an Menge im Lande“. Der Segen wird nur dann wirksam werden, wenn die Gesegneten immer im Namen Abrahams und Isaak ihre jüdische Aufgabe verstehen. „Das Leben der Väter wird so zu einem Vorzeichen für das Leben der Kinder.“ Jakob segnete sie weiter und sprach: „Mit dir wird Israel (seine Kinder) segnen und sprechen: „Gott mache dich wie Efraim und Manasse“.“ Mit dieser Formel segnen jüdische Eltern seit alten Zeiten an den Feiertagabenden ihre Kinder und führen sie damit ein ln den übergreifenden Zusammenhang der jüdischen Generationen. Sehabbat „Sch’mot“, 25. Dezember 1937. Mose. „Mose weidete das Vieh seines Schwiegervaters Jitro. Da erschien ihm ein Engel des Ewigen in einer Feuerflamme aus dem Dornbusch, er sah, wie der Dornbusch im Feuer brannte und der Dornbusch nicht verzehrt ward. Gott rief ihm aus dem Dornbusch zu und sprach: „Mosche! Mosche!“ Er sprach: „Hier bin ich.“ Gott sprach: „Komme nicht näher! Ziehe deine Schuhe aus; denn der Ort, auf dem du stehst, ist heiliger Boden“. Und Gott sprach: „Ich bin der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Geh’ hin and führe mein Volk aus Mizrajim.“ Mosche sprach: „Wer bin ich, daß ich die Kinder Israel aus Mizrajim führen sollt“ Gott Kalender für Dezember Ml Dez. 1 Um 27 3. Chanukka Do 2 28 «. . Fr n 3 29 5. . [Mlkkts So , e 4 30 & . Sabb. Xeum., So 5 Tebet 1 7. Mo 6 2 8. . Di 7 3 Ml S 4 Do e 9 5 Fr 10 6 So 11 7 WaJJiggaseh So 12 8 Mo 13 9 Dl 14 10 A#ara bTewet Mi 15 11 Do 16 12 Fr 17 13 So * 18 e ' 14 Waj ehl So 19 15 Mo 20 16 ~ Di 21 17 Ml >9 22 18 Do 23 19 Fr 24 20 So n 25 21 Scb’moth So 26 22 Mo 27 23 Dl 28 24 Mi 29 25 Do 30 26 Fr n 31 e 27 sprach: „Ich werde mit dir sein — und dieses sei das Zeichen, daß ich dich sende: Wenn du das Volk aus Ägypten geführt haben wirst, so werdet ihr auf diesem Berge Gott dienen.“ Neue Bücher „Eine Ahnentafel von 27 Generationen bis zum Jahre 1290“ nennt Dr. med. Markus Seckbach seine im Verlag der „Laubhütte“ erschienene Ahnenliste. Als Quellen sind vor allem Vorworte zu Büchern talmudgelehrter Vorfahren benutzt, deren Angaben, wie Louis Lamm dem Verfasser in verschiedenen Artikeln in den Nummern 5—7 des Jahrgangs 54 der „Laubhütte“ nachgewiesen hat, bei wissenschaftlicher Nachprüfung zweifelhaft erscheinen. Von anderer fachgeschulter Seite (Dr. Hanns Reißner in der C.-V.-Zeitung Nr. 26 vom 1. 7.1937) konnte der Seckbachschen Arbeit mit Recht mangelhafte Technik vorgehalten werden, die die Lektüre für Laien und fast noch mehr für Genealogen erschwert. Es steht zu erwarten, daß Seckbach, wenn er sich mit der Methodik der Ahnenforschung, dem seit Jahrzehnten üblichen Bezifferungssystem, näher vertraut gemacht, die einschlägige Literatur über seine Vorfahren und das urkundliche Material über sie studiert hat, eine außergewöhnlich interessante Ahnenliste wird veröffentlichen können. Albert J. Phiebig. Warschauer, Heb». Jüdische Jugend baut auf. Vom Kibbuz in Palästina. Berlin: Philo-Verl. 1936. 116 S. Jerusehalajim. den ... Briefe junger Menschen schildern Erez Israel. Gesammelt und herausgegeben von Rudolf Melitz. Berlin: Atid. 1936. 153 S. Das jüdische Spertbueh. Weg, Kampf und Ziel der jüdischen Sportverbände. Unter Mitarbeit von Dr. Martha Wertheimer. Siddy Goldschmidt, Paul Yogi Mayer. Berlin: Atid. 1937. 64 S. Drei unproblematische und nicht sehr anspruchsvolle Büchlein sind es, die wir hier zusammen besprechen. Innere und äußere Gemeinsamkeiten der drei (auch in der äußeren Aufmachung bescheidenen) Bändchen legten diese Form der Sammelbesprechung nahe: alle drei sind von einem frischen und ungebrochenen Geist der Lebensbejahong getragen, der den Leser sympathisch berührt, wenn er ihn auch innerlich nicht zu packen vermag. Für junge Menschen, die an die Dinge neu herankommen und die fürs erste noch keine schwere Kost vorgesetzt bekommen wollen, werden die Broschüren Stoff für manche anregende und vergnügte Stunde bieten. — Heinz Warschauer, ein junger Mensch ohne irgendeine, den freien Blick vernebelnde Partei-Brille auf der Nase ist sehenden Auges durch Erez-Israel gefahren und berichtet non ansprechend, wenn auch (wohl bewußt) nicht in die Tiefe und zu den schweren Fraglichkeiten vordringend, von dem Leben vor allem in den ländlichen Siedlungen. Eine humorvolle und nicht den Stil berufsmäßiger Propagandist^ an sich tragende Darstellung! — Die Briefe von mit der Jugend-Alijah nach Palästina gekommenen Buben und Mädchen vermögen nicht minder eine lebensnahe erste Einführung in A* SCHÄFER Möbeltransport Ta.', Möbeltransporte, Umzöge, LagerMeser — Spez.: Ausland - Ubersee Berlin - Wilmersdorf Wilhelmsaue 36 MU73M Oeer.lSSl i 9