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Jüdisches Gemeindeblatt für die Synagogen-Gemeinden in Preussen und Norddeutschland · 1937-10-01 · 10 (1.10.1937) · p. Seite 8

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die Synagogen-Gemeinden in Preussen und Norddeutschland
Volume
15 (1937)
Issue
10 (1.10.1937)
Date
1937-10-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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15. Jhrg./Nr. 10 1. Oktober 1937 Jttd. Gemefadeblat* f. d- Synag.-Gem. In Plreuflea/Norddeubdiland langer anstrengender Tagesarbeit abends noch Unterricht zn nehmen. Bald verstummen die Gespräche, denn diese Nhäne Sonne lädt uns ein, ans auf dem hölzernen Seesteg auszustrecken und nichts weiter zu tun, als uns braten zu lassen, einmal dieses jüdische Gehirn auszuschalten, das es leider so wenig lassen kann, nachzudenken. Es ist Mittag geworden. Zu den Badegästen haben sieb die Soldaten der englischen Garnison gesellt, die hier in dem schönen Strandbad mit seinem großen Schwimmbassin ihren Sport treiben. Auch jenseits des sprachlichen Verstehens oder Nichtverstehens fühlt man, daß menschliche Gegensätze nicht bestehen und daß jeder nur den Augenblick der Ruhe und der Entspannung genießen will. Ein Stückchen vom Weltmeer ist also jüdisch. Gewiß, das Meer gehört allen und niemandem. Aber daß die jüdischen Menschen von Haifa, die in schwerer Arbeit ihr Dasein verbringen, nun die Möglichkeit haben, an den Sabbathtagen und in den Stunden ihrer Freizeit hier draußen im Bade ihrer Gesundheit zu leben und ihre Kinder in Sorglosigkeit im Sande spielen zu lassen, ist ein kleines, aber dicht unwichtiges Geschenk, das uns der Aufbau Palästinas neben vielen anderen beschert hat Von Sabbat zu Sabbat Schabbat „B’resehit“, 2. Oktober 1937. Thoravorjesung: 1. Buch Mose 1,1—5,32. Haftara: Jesaja 42,5—42,25; 43,1—43,10. „Am Anfang schuf Gotf . . . Um der Thora willen, die ein „Anfang' genannt wird, schuf Gott die Welt, denn es heißt in den Weisheitssprüchen (Spr. 8,22) das „Erste seines Weges“ (das ist die Thora) and am Israels willen, das „Erste seines Ertrages“ (Jeremia 2J). (Bereschit Rabba.) Der einfache Sinn des Verses ist der: Am Anfang der Erschaffung von Himmel and Erde, als die Erde noch wüst and öde and Finsternis war, da sprach Gott, es werde Licht. Der Vers will nicht die Reihenfolge der Schöpfung lehren, sondern die Tatsache, daß Gott die Welt erschaffen hat. (Raschi.) Kalender für Oktober Fr Okt 1 ThM 26 So 9» 2 99 27 rmtf*. Umsstssk. So 3 28 Mo 4 29 Dt 5 30 Keumood i. Ttf Ml 99 6 . 1 » 2. Ta* Do 7 2 Fr 8 3 So *♦ 9 rf 4 Noach So to 5 Mo 11 6 Di 12 7 Mi 13 8 Do 14 9 Fr 15 10 So * 16 n 11 lech l’cba So 17 12 Mo 18 13 Dt 19 14 Ml 20 15 Do 21 16 Fr 22 17 So 23 w IS Wajera So «r 24 19 Mo 25 20 Di 26 21 Mi 27 22 Do 28 23 Fr 29 24 So 9» 30 99 25 Ogi an. ImmM. So 99 31 99 26 Sekabbat „TtosW*“, 9. Oktober 1937. Thora Vorlesung: 1. Buch Mose 6,1—11,32. Haftara: Jesaja 54,1—54,17; 56,1—55,5. „Vollkommen war et (Noach) in seinem Geschlechts/“ ... Manche von unseren Lehrern deuten dies zum Ruhm (Noachs) und sagen: In seinem Geschleckte sogar war er vollkommen gerecht, am so mehr, wenn er in einem Zeitalter von Gerechten gelebt hätte, wäre er ein noch größerer Gerechter gewesen. Und manche Lehrer deuten dies zur Schande und sagen: Im Verhältnis zu seinem Zeitalter war er gerecht, hätte er aber in der Zeit von Abraham gelebt, so wäre er für gar nichts gerechnet worden. (Bereschit Rabba.) Schabbat „Lech l’eha“, 16. Oktober 1937. Thoravorlesung: l.Buch Mose 12,1—17,27. Haftara: Jesaja 40.27—40,31; 41,1—41,16. „Werde zum Segen“ . . . der Segen ist in deine Hand gelegt, bis jetzt war er in meiner Hand, ich habe Adam and Noah gesegnet, von jetzt an sollst da segnen, wen du willst. (Bereschit Rabba.) „Er baute dort einen Altar“ . . . für die Verheißung der Nachkommenschaft und die Verheißung des Landes Israel. (Raschi.) Schabbat „Wajtra“, 23. Oktober 1937. Thora Vorlesung: l.Buch Mose 184—22,24. Haftara: 2. Buch Könige 4,1—4,37. „Es -erschien Ihm der Ewige“ . . . um den kranken zu besuchen, R. Chama ben Chanina sagt: Es war der dritte Tag nach der Beschneidang (Abrahams) and der Heilige, gelobt sei Er, kam und fragte nach seinem Wohle. (Baba Mezia 86 b.) Schabbat „Chajö Sarah“, 30. Oktob. 1937. Thora Vorlesung: 1. Buch Mose 23,1 bis 25,18. Haftara: 1. Buch Könige 1,1—1,31. „Es betrug das Leben Saras hundert Jahre und zwanzig Jahre und sieben Jahre“ . . . Darum steht das Wort Jahr bei jeder einzelnen Zahl, um dir zu sagen, daß jedes für sich gedeutet werden soll, mit 100 Jahren war sie wie mit 20 Jahren rein von Sünden; und mit 20 Jahren war sie wie mit 7 Jahren an Schönheit. (Bereschit Rabba,) KOBLENZ Gottesdienste im Oktober 1937 künftig Herrn Rabbiner Dr. Kliersfeld bis zum 20. eines jeden Monats zur Kenntnis zu bringen, damit sie im Gemeindeblatt angekündigt werden können. Schabbat Vorabend Morgens Ansgang 2. Oktober 18,00 9 18,50 9. 17,45 9 18,35 16. 17,30 9 18,20 23. 17,15 9 18,05 30. 17,15 9 17,55 6. November 17,00 9 17,45 Predigt am 30. Okt. Prophetenlektüre unter Leitung des Rabbiners jeden Dienstag 20,30—22,30 im Rahmen des Abendgottesdienstes. Beginn 19. Oktober. Sprechstunden.' Büro: tägl. 9—12 Uhr. Rabbiner: Mo. Di. Do. Fr. 11,30—12,30Uhr. Fürsorge: Mo. Di. Do. Fr. 11 —12 Uhr. Jüd. Winterhilfe: Mo. Di. Do. Fr.9—10Uhr. Spendenannahme tägl. 9—15 Uhr. Centralverein: Di.5,u.19.Okt., 16—18,30Uhr. Hilfsverein: s. Aushang. Israel. Franenverein. Nähen jeden 2. u. 4. Mittwoch ab 3 Uhr. Die Teilnehmerinnen werden gebeten, das Material mitzubringen. Der Jüdische Kulturbund teilt mit: Dank des verständnisvollen Eingehens unserer Mitglieder auf unsere Vorschläge ist die neue Beitragsregelung geglückt. Damit ist ein künstlerisch wertvolles Programm gesichert. Wir werden die Saison in der letzten Oktoberwoche mit einem Arien-, Lieder- und Duettenabend eröffnen. Für November ist ein Orcbesterkonzert vorgesehen. Hermann Schey, einer unserer bedeutendsten Sänger, wird voraussichtlich Mitte Dezember bei uns singen. Als erste Sonderveranstaltung ist eine Channukkafeier in gesellschaftlichem Rahmen geplant. Mitgliederversammlung zur Vorstandswahl und Programmbesprechung wird Mitte Oktober stattflnden. BOCHUM Der Israelitische Franenverein hielt am 23. September seine ordentliche Hauptversammlung ab. Mit dem Bericht des Vorstandes war ein Appell an diejenigen verbunden, die noch nicht dem Verein beigetreten sind, sich einzureihen und die mannigfachen Bestrebungen des Vereines zu unterstützen. Der Verein ist die größte Stütze für die Wohlfahrtsarbeit der Gemeinde. Mit dem stärkeren Mitgliederabgang wuchs auch die Opferfreudigkeit. Der Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt. THÜRINGEN Gottesdienste im Oktober 1937 Meiningen Schabbat Vorabend Morgens Ansgang 2. Oktober 17,45 9 18,35 9. 17,45 9 18,20 16. 17,30 9 18,05 23. 17,15 9 17,50 30. 17 9 17,40 Eisenach Schabbat Vorab» nd Morgens Ausgang 2. Oktober 17,45 9 18,35 9. 17,30 9 18,20 16. 17,30 9 18,10 23. 17,15 9 17,55 30. 17,00 9 17,40 Am 2. Oktober wird Wolfgang Leib, Sohn der Witwe Hertha Leib, in der hiesigen Synagoge Barmizwah. Am 16. Oktober findet die Barmizwah von Heinz Seelenfreund, Sohn des Herrn Bruno Seelenfreund, ebenfalls in der hiesigen Synagoge statt. Gottesdienst im Oktober 1937 Schabbat Vorabend 2. Oktober 18 9. „ 17,30 V „ 17 Ausgang 18,50 18,35 18,20 Von Freitag den 22. Oktober an beginnt der Gottesdienst während der Wintermonate an den Feiertagabenden um 5 Uhr. Die Vereine werden gebeten, ihre Veranstaltungen für den kommenden Monat Die Gemeinde Eisenach hat durch den Tod des am 18. Sept. verschiedenen Herrn Max Troplowitz einen ungemein schweren Verlust erlitten. Der Heimgegangene war seit Jahrzehnten im Vorstand der Gemeinde und übernahm in schwerster Zeit den Vorsitz, den er in seltener Hingabe und Treue verwaltete. Mit seinem Hingang verliert dieGemeinde Eisenach ihren Führer und Ratgeber. Sein Andenken wird aus der Gemeinde nie Schwinden und unvergessen sein. Die ganze Gemeinde trauert um ihn. 8

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