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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1935-02-28 · 4 (28.2.1935) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
12 (1935)
Issue
4 (28.2.1935)
Date
1935-02-28
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Breslauer Jüdisches Gemeindedlalk Nr. 4 ■I ire jawr nKrti^ schreibgewandt, war, unter 40 Bewerberinnen Bewerbung hat eine andere Arbeitslose, ft jedoch hervorragend tüchtig wn Berkauf den Posten nach auswärts erhalten kör Dies nur einige Beispiele. Es roätje JeJrigli^) notwendig, daß der Arbeitsnachweis genau« Listen über di« lasen führt, damit die Parrn hierüber gnrau untserrichtet sind, sich den geeigneten Schützling auswählen und Bekannten- oder Geschäftskreise beginnest gültig,- nicht immer glauben, daß der und n.a.i selber es nicht nötig habe, son! mit ihrer können Fühlungnahme im Also, nicht so gteich- Ändere scton etwas tun würde! ern tark ästige Hilfe! Anderen <8enecaltonful <£tigert Cmöou Februar 1935 in en. Er stammte aus seiner Besitzung bei Generalkonsul Eugen Landau is am II, Berlin .m Alter von fast 83 Jahrer verstorl Breslau und hat viele Jahre hier H i r s ch b e r q gewohnt. Di« deutsche Industrie hat diesem und Bankherrn ebenso wie seinem Vater, dem Kotnrnerzienrat Jak o b Landau, dem Begründer des bekannten Banlhrufes Jakob Landau, viel zu verdanken. Ebenso groß waren die Verdi« um die Förderung der schönen Künste und Litera er der Tradition seiner Familie. Wie viele dem. und lein Baker seine soziale Einstellung durch gi oße wohltätige Skis he sen ist immer noch die höchste Religion gewesen! Die Arbeitsvermittlung ist cm« Tätigkeit, die wohl an erster Stelle als produktiv« Tätigkeit zu bewerten ist. Es scheint aber, als ob wir gewöhitt sind, nvr bei Sammlungen zu wohltätigen Zwecken hil-reich einzugreifen: so dankenswert und norivendig dies ist, es wird da »ei leider-nür oft vergessen, wieviel nachhaltiger und andauernder eire Hilfe sich äuswirkt, die einen Erwerbslosen wieder in Brot und Lohn bringt. Äan vergesse nicht, daß die Uebcrnahyr« von Patronaten kei ie materiellen Opfer fordert, sondern lediglich etwas Mühe, Zeit un> Pflichtgefühl. I. S. """""loiiiimiimiimiiiiiiiNiiliiillllinillllllllllllllll lliuilliiuiiiiiiimiiiiiijiiiiiiiiiiiiiii.' U% und auf hervorr, genden Finanzmann ist« des Derftorbenen! ur; auch darin folgte he Juden bewies er tuiigen für Bedürftige ohne Unterschied der Kon Breslauer Gemeind« konnte sich seiner mildtätiger die große Stiftung seines Baters, die Kommerzienrat Jakob Landau - Stiftung zur Unterstützung bedü-stiger Mischer Fa imlien, durch bk Inflation ihr Kapital und ihre geringen Betrag verloren hatte, sandte «r als gefallenen Zinsen alljährlich einen namhaft cssion. Auch Unsere Hand erfreuen. Als Zinsen bis auf einen Ersatz für die ansn Betrag zur Verteilung im Sinne der Stiftung seines Viters Der Verstorbene war Major her Landwehr-, der wenigen deutschen Juden, dk es bis zum kavallerre, also einer! lange eines Stabso'fiziers gebracht haben, und spanischer Generalkonsul. Fachaeras fftatifel (3um 60. Todestage am 15. ftebtkiac) Mal 1830 ne Gi tti len Am 13. Februar jährte sich zum 60 Zacharias F r a n k« l gestorben ist. Zacharias Frankel wurde am 30. Septenlbe geboren. Rach gründlicher talmudijcher Ausb-itdun- 1825 die Universität Budapest, wo «r PhilosoHhi- Naturwissenschaften studierte. Am 15. November ein Jahr daraus wurde er zum ^reisrabb m « r i tz" mir dem Sitz in Teplitz berufen. Er nxn mit allgemeiner Hochschulbildung, der in Böhmen fruchtbare, zielbewußte Tätigkeit lenkte bald weiterer Kreise auf ihn. Der sächsische Kultusmirsisi lernte den jungen Rabbiner kennen, erbcht feine des jüdischen Kultus und Religionsunterrichts und der Dresdner Rabbiner Abraham L e v y gestorben rabbiner zu Dresden und Leipzig", nachdem auch dencr Gemeinde auf ihn gefallen war. Um ihtft Stellung zu sichern, hatten Ministerium uyd Kamin r liche Unrerstützlmg von 200 Talern für kkn Mische > In Dresden, wo die Lage der Juden bei fast unerträglich rvar — u. a. war öfsemlicher die Juden Hanen kein« bürgerlichen Rechte und nxu beschränkt — wirkte nun Frankel außerordentlich trieb dk Gründung einer Gemeindeschule und den die, (nach dem Entwurf« des großen Baumeisters schon im Jahr« 1838 von ihch «ingewebhi werden Schrift trat er für die Gleichberechtigung der Inder scheidender Weise oorwärtsirkb. Eine ihm angeb! Oberrabbiner nach Berlin lehnte er 184ß nach la mit dem preußischen Ministerium ab, nachdem die auf eine volle Gleichberechtigung der Inden in zurückgewiesen worden waren. - - Tein Wirken in Dresden und fein Kampf mit der Juden, war nur ein kleiner Teil seines Ges zahlreichen wissenschaftlichen Veröffentlichungen .weithin reichenden Ruf. Er spielte eine führende ^entbrannten Kampfe um die innere Reform des Zwischen der historisch-konservativen Anschauung 'lHirsch). und den von den Reformern vertretenen, rungen (Abraham Geiger, Samuel Holdheim) suckft finden und wünscht ein« organisch gemäßigte "" Führer der M i t t el p a r te i, der sogen, positiv die Aenderungen rm überlieferten Ritual für zuläsii i Refo r der Tag, an dem r 1801 in Prag bezog er im Jahr« :«. Philologie und promovierte er, n er von Leitder erst« Rabbiner amtierte. Sein« Aufmerksamkeit ter Dr. M ü 1 l e r Ratschläge in Fragen berief chn, als 1835 war, zum Ober- »ie Wahl der Dres- «me angemessen« damals eine jähr- Kuüus beschlosien. einem Amtsantritt esdienft verboten, im Erwerb stark eg«ns reich. Er beu einer Synagoge, Semper errichtet), könnte. In Wort und «in, die er in ent« tene Berufung als lögen Verhandlungen eine Forderungen, tzreußen hinzielten, >ie äußer« Stellung fa nrschaffens. Seine zafsten ihm einen loll« in dem heftig dezitschen Judentums. (Samfon Raphael ntodernen Zestsordei r «ine Synthese zu m. Er wurde der »istorischen Schule, erklärt, soweit sie » der» Geist des historischen Judentums nicht widersprechen. Sein Name, seit wissenschaftliches Wirken, sein« Führerpersönlichkeit waren inzwischen weit ftnd breit anerkannt worden. Für seine weitere Laufbahn ist schließlich sein Aufsatz in seiner ..vlonatsschrist für Geschichte und Mssenschast des Judentums" im Jauuar 1853 entscheidend geworden, in dem er die Errichtung von R 4 bbiner-Vildungs-An st alten als dringende Ausgabe bezeichnet. Da» Kuratorium der Lommerzienrat Fraenckelschen Stiftungen, das im Jahre 1851 mit der Errichtung der von dem am 27. Januar 1848 verstorbenen Kommerzienrat Jonas Fraenckel hinterlass wen Stiftungen begann, wurde auf diesen Aufsatz Zacharias “«niete aufmerksam. Jonas Fraenckel hotte in seinem Testament den etwa!lern sei»» Nachlass» auch den Auftrag erleil», ein „Seminar zur Heranbildung von Rabbinern und Lehrern" zu errichten. Das Kui atorium bol Zacharias Frankel die Leitung des geplanten Seminar» an. und er folgte dem Ruf.- In Breslau wirkte er dann bis zu seinem Tote am 13. Februar 1875. Seine hiesige Töfigkeit krönte sein.Lebenswerk. Seine Richtlinien und Forderungen schufen den Typ des mol erneu Rabbiner», und das von ihm geleitete 'Seminar wurde das Vorbild aller anderen modernen Rabblner-Rildnngs-Ansiallen. K. Schw. ie Die Zacharias Frankel-Loge, die vor 10 Jahren von Dozent Dr, v k o w i tz gegründet wurde, ehrt das Andenken Frankels durch alljährlich obgehalrenen Frankeltag, in dessen Mittelpunkt jeweils wissenschaftlicher Vortrag, meist von einem Dozen-ken des Seminars, steh. Aus Anlaß des FranLcl-Tages bewilligt die Frankel-Loge regelmäßig einen größeren Beitrag für jüdifch-wissenschafrliche Forschungszweche. Le den ein Jacob (taco I Jam 166. Geburtstag I SV" r n fi |t o r n >«r non 1800 bis Mi keinem Tode am 10. April 1901 an der Breslauer Universität wirkt«: wurde am L. 0c...u. iöoi> ui isue,en <us soyn -des 'Rabbiners Josef C haim Ca angeboren, Er studkrtc in Berlin und Leipzig Geschichte und habilitierte sich 1863 an der Ulniversitäl Jena, wo er 1866 zum a. o. Professor ernannt wurde. Die Großfürstin Helene o. Rußland benies ihn zu ihrem Reif Begleiter auf ihrer Reis« -nach dem Süden und zog ihn nachher an den Petersburger Hof. Schon in Jena begann er an seinem Hauptwert, der „Geschichte Polens" zu arbeiten, die in 4 Bänden. Gotia, (1863—1888) in der Heeren,Ukertfchen Staatengefchichte erschien. 1869 wurde er Honorarprofessor, 1875 etatsmüßiger außerordentlicher Professor in Breslau. 1882 wunde hier für ihn «in Lehrstuhl für stavrsche Geschichte neu geschaffen, den er bis zu seinem Tode bekleidete. Dk Nachrufe rühmten sein warmes Interesse für Schlesien; er arbeitete an dien maßgebendsten kulturellen Organisationen der Provinz mit. | Seine „Geschichte Polens" "enthält einen, „Exkurs" über bas Mische Generasprivileg, seine Bortragssammlung (Gotha, 1906) eine Studie „Polnische Juden". K. Schw. * flnfdjluf? dev tffüringifdjen Gemeinden an den Pveufiifdjen Candesvetband jüdifdfjec Gemeinden Im Rahmen der Bemühungen des Preußischen Landesverbandes, denjenigen jüdischen Gemeinden anderer Gebietsteil«, die durch die wirtschaftliche Entwicklung notleidend geworden sind, den starken Rückhalt eines großen Verbandes zu bieten, waren Verhandlungen auch mit den Mringifchen Gemeinden «ingeZeitet worden, di« am Sonntag, den 17. Februar, auf einer Gemein de tagung des Thüringischen Landesverbandes in Eisenach ihren Abschluß fanden. Nachdem der Sachbearbeiter des -Gemeindereferats des Preußischen Landesverbandes, Herr Mar Birnbaum-Berlin, eine Reihe von Aufklärungen technischer Art gegeben hatte, wurde einstimmig von sämtlichen anwesenden Vertretern, so den Vorständen der Gemeinden Eisenach. Meiningen, Gothn, Sondershausen und anderen, der Anschluß des Thüringischen Landsverbandes und -der ihm angehörige» Gemeinden an den Preaßenverband beschlossen. Im Großen Rat des Preußischen Landsverbandes wird Herr Dollmann-Meiningen, der zum Vorsitzenden des Thüringischen Landesverbandes einstimmig gewählt wurd, und als sein Stelloertrekr Herr Rechtsanwalt Dr. Backhauj-Eisenach die thüringischen Gemeinden vertreten.

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