Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 12 (1935)
- Issue
- 4 (28.2.1935)
- Date
- 1935-02-28
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 4 Breslauer OQMfffite »niuinOettlun Was fallen unfete Rindet werden? Bortragsabend im Au »er jo drinztichen Berufswahl-Frage äußerte sich an einem Vortrags« bend im Jüdischen Frauenbund Dr. Alfred Hirschfeld, Vorsitzender des Jüdischen Arbeitsnachweises in Breslau. Auel» heut, führte der Redner aus, muH die Berücksichtigung der individuellen Eignung des Jugendlichen allen anderen Erwägungen voranstehm. Jeder Jugendliche sollte sich einer Prüfung seiner Fähigkeiten durch die Städtisch« Berussberatungsstelle unterziehen. Für di« Bewerbung um eine Handwerkslehrstelte ist der Nachweis einer erfolgten Eignungsprüfung überhaupt Vorbedingung. Wirk mancher Jugendliche erfahren, daß er di« für den gewünschten Beru erforderlichen Anlagen nicht besitzt, so droht vielen ein weiterer Verzicht aus Lieblingswünfche bei der Prüfung der Unterbringungsmöglich leiten in der Wirtschaft. Wicderholt ist von leitenden jüdischen Stellen geäußert worden daß der gegenwärtigen einseitigen Bevorzugung des Handwerks durct die Jugendlichen in ihrem eigenen Interesse wie mit Rücksicht auf die zu erstre ende richtige Berufsverteilung innerhalb der jungen Gene ration enigegengetreten werde» müsse. Allerdings sind, wie Dr. Hirsch feld betörte, schon Erfolge der Aufklärungsarbeit zu merken. Diesei zu be> i rußen, denn das Angebot an Lehrlingen übersteige die Lus nahmesälgleit des Handwerks durchaus. Dagegen sei der kauf männi che Beruf in der Lage, jugendliche Kräfte noch unterzubringen. Auch dürfen branchekundige kauf männisch Angestellte damit rechnen, sich stets, wenn auch in besch-ei dener W ife, ernähren zu können. Füi die -weibliche Jugend bietet der kattfmännische Beruf eben falls Einftell-ungsmöglichkcften. Handwerkliche Lehrstellen sind au einigen Gebieten vorhanden. Bor allem aber müssen die sunger Mädchen sich der Hauswirtschaft zuwenden. HaushaltSlehr stellen z> schaffen, ist ein« dringende Aufgabe. Nicht alle Mädche» können eine Haushaltungsschule besuchen, wie wir sie hier in de Paula - Ollendorff-Schul« besitzen. Die enigen Knaben und Mädchen, die zu dem gewünschten Ter min nicht untergebracht werden können, sollten, wenn möglich, di-^ Schule bs zum Abschluß weiter besuchen. Es wäre auch zu erwägen/ ob sie nicht erst einmal in einer angelernten Arbeit etwas verdienet sollten. Dr. Hirschfeld betonte weiter die große Bedeutung kör-per Jüdifdjen Frauenbund licher Schulung für das Lebensgsfühl des .jungen Menschen. Die Sportverbände müsfen lsich dieser Aufgabe mit großer Energie a»nehmen. Alle Ausführungen über Berufswahl und Arbeitsvermittlung betreffen naturgemäß di« Jugendlichen, die sich in das deutsch« Wirtschaftsleben ei-nglie-dern wollen. In der lebhaften Aussprache äußerte sich Frau Margarete Wachsmann zu der außerordentlich wichtigen Frage der hauswirtschaftlichen Berufe. Hier sind Aussichten für viele unserer Mädchen. Ihrer Ausbildung müßlen di« Frauen ernste Aufmerksamkeit zuwenden. Unerläßlich sei die Mitarbeit der Hausfrauen selbst, di« die noch fehlende Tradition durch systematische g.duldige Schulung ihrer Hausangestellten aufbaueit helfen müßten. , El . P .^ fjauswietfdfaft als Beruf und Berufsoorbereitung Die Schulentlassung naht und mit ihr für Eltern und Kinder die Frage der Berufswahl. Wichtiger denn je ist es heut«, di« Zukunft der Kinder durch eine gute, gründliche Berufsausbildung sicher- ' zustellen. Gleichgültig, welcher Beruf ergriffen wird, am Anfang jeder Berufsausbildung jedes schulentlassenen jüdischen Mädchens muh» in Zukunft «in Jahr ha us wirtf cha ft li che r Ausbildung stehen. So etsordert es unsere Gemeinschaft, die, gleichgültig cd in Deutschland oder Palästina, aus-gebaut sein muß aus sparsamster, .verständnisvoller Wirtschaftsführung, vollzogen von Len Hausfrauen, auf vernünftiger Kindererziehung, vollzogen von den Müttern. Das hauswirtfchaflliche Ausbildungsjahr schult und entwirft praktische und technische Fähigkeiten, die grundlegend sind für all« Frauenberufe, seien > es die hauswirtschaftlichen (Hausgehilfin, Haushaltpflegerin, Diätküchenleiterin),'die heute besonders aussichtsreich sind, oder die pflegerischen (Kranken- und Säuglingsschwester), die sozialen (Kindergärtnerin -und Fürsorgerin), oder verschiedenartige Lehrberufe und nicht zuletzt bür den Beruf der Hausfrau und Mutter. Es -ist zu hoffen, daß all« verantwortlichen- Stellen an dieser Aufgabe Mitarbeiten, Laß alle Eltern die Notwendigkeit der -Hauswirtlchaftlichcn Ausbildung «lnfehen und alle jungen Mädchen sich ihr freudig unterziehen werden. >! Hilde Weinmann, Leiterin der Paula Ollendortf-Haushaltungsschlü«. Wiffen Sie ntm eine Stellung 7 Als Auftakt für di« Herbst- und Winterarbeit des jüdischen Arbeitsnachweises wurden vor einiger Zeit in dieser Zeitschrift ausführlich die -Wege gewiesen, die für eine Verminderung der Zahl de: jüdschen Arbeitslosen in Betracht kämen. Eine besvlwere Beüeudun-i jcheint mir die in dem Artikel erwähnte Idee -der Stellenvermittlungs-Patronate zu ha-ben. Be» den vielen großen -und guten Beziehungen untereinander sin» sicherlich nicht wenige unserer Glaubensbrüder in der Loge, einen ode: mehrere ihnen geeignet erscheinende Arbeitslose da ober dort unterzubringeb -und so den richttgen Mann an den richttgen Platz zu setzen. Soviel Interesse und Mitgefühl für unserie Arbeitslosen sollte doch ein jeder aufbrrngen, um hier und dort noch eine Beschäftigungsmöglich - feit für sie zu sichern oder -durch Beziehungen — geschäftlicher oder privater Natur — Stellen ausfindig zu machen. Oft ist ja auch schon mit stuirdenw-riser Beschäftigung gholfen. Es ist mir früher wiederholt gelungen, solche Patenschaft — mtt behördlicher Genehmigung — erfolgreich anzuwenden: Von eignen Angestellten, di« ihr« Lehrzeit beendet hatten, habe ich mehrere in geeigneten Stellungen üntergebracht. Ein Lehrnüidchen z. B., das sich für die ursprünglich von ihr gewählte Branche nicht eignete, habe ich in einem großen Schuchunternehmen anbringen können. Die Betreffende hat die Stell« noch heute inne. Durch Hinweis auf «in Inserat habe ich -einer Arbeitslosen aus der Einheitspreisbranche einen Abteilungslciterpoften noch Bamberg verschafft. Durch eüi« von mir verfaßte Siegfried Gadiel ■ Telefon 512 23 — Gartenstraße 34 Möbeltransport Lagerung Ausland- und Ubersee-Transpoi ia Referenzen Verpackung Bielefelder Wäscherei Augustastraße 9 / Fernsprecher 86451 wäscht Haushaltswäsche, Geschäftsu. 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