Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 12 (1935)
- Issue
- 4 (28.2.1935)
- Date
- 1935-02-28
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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} Nr. A Breslauer Jüdische» Gemeind« dl att Reeen Sjatotül) öet flgudas Jt&toel Der „Keren Hatorah der Agudas Ii-sroel^ ist. wie sein Name besagt, «ine Gründung der Agudas Iisroel. ®cun der Keren Hatorah dennoch sowohl in seiner Spihe wie in den einzelnen Ländern von gesonderten, von der Agudas Its'vcl losgelösten Verwaltungen betreut wird, so soll damit zum Ausdruck gebracht werden, daß der Keren Hatorah gewiß das Ziel der Agudas Iisroel, als sein Ziel ansieht, daß er sich von ihr aber bei den ‘HH. teilt zur Erreichung dieses Zieles insofern unterscheidet, als cs für ihn politische Erwägungen, Schritte und Möglichkeiten nicht gibt. Ter Keren Hatorah hat bewußt nur eine Ausgabe: Thiawissen zu fördern, durch Unterstützung bestehender, durch Erricht ang neuer Anstalten den Lernenden und Lehrenden ein Freund zu sein. Diese Tatsache gibt dem Keren hatorah Anspruch aus die Fördcrung durch alle Juden, wenigstens all derer, die an einem'ieligiösen Aufbau der jüdischen Gemeinschaft interessiert sind und da> ist gewiß die überragende Mehrheit der deutschen Juden. Der K ren Hatorah kennt keine Parteien, fragt nicht nach der jüdisch-politis hen Einstellung derer, welche er zu fördern hat, er kennt nur: Förderung jüdischen Wesens im Geist der Uebcrliescrung. Seit seiner Giündung im Zabrc 1923 folgt der Keren Hatorah diesem Prinzip unbeirrt und gradlinig. Zeugnis sind die Anstalten, die er im L mfe Dieser 12 Jahre in Deutschland gefördert oder gegründet hat. Die Talmud Tora-Neligionsschulcn in Dortmund, Duisburg, Mazde. bürg, Gclsenkirchen, Hagen, Hannover, Braunschweig, Remscheid, Stettin, verdanken ihm ihre Gründung, die Schulen in Karlsruhe, Offenbach, Köln, Danzig, ihre regelmäßige Unterstützung. „Vczi rkssekretariate" in Cmsland-Friesland, Hessen-Kassel und hcssen-Ft lda, nahmen sich auch der Erwachsenenbildung an. N.-ligi >nsunterricht an lehrerlosen Orten wurde organisiert, Lernzirkel, Dezirksschiurim ganz oder teilweise finanziert. Vachurim auf deutschen und ausländischen Ieschiwaus, sowie Seminaristen werden durch Stipendien, die semcstcrweise bewilligt werden, gefördert; die in Deutschland bcsindlichen Lehr- und Lcvnanstalten teils durch monatliche Beiträge, teils durch größere Iahrcssubventionen gckräftigl. Die Wirksamkeit des deutschen Keren Hatorah, sein überpa rteiliches Wirken findet auch die Anerkennung der Reichsvertrctung der deutschen Juden, die den K. H. subventioniert. Die Weitersühiung des Werkes, das heute den deutschen Juden nötiger denn je ist. ist aber nur möglich, wenn jeder deutsche Jude nach seinen Krqsten am Werk des Kcr^n Hatorah milhilft. Herta Giücktnann wurde aus Grund ihrer bisherigen Erfolgt in Holland zu zwei weiteren Konzerten mit dem Haager Rssidehtie- Orchefter (20. März Haag-Konzert Gebow, 21. März Rotterdam) verpflichtet. Vorher findet am 12. März ein Liederabend in Amsterdam statt. i j _ Scfjulfaljtt dee jüAifdjeti Ttlaeiriefcfjülev von Giaitavecdffia Der Leiser der jüdischen Abtei l-mtg der Marineschule in C i » i t a - v e c ch i a, die vor kurzem in Anwesenheit hoher staatlicher Funktionäre feierlich eröffnet wurde, Kapitän F ü s c o, beabsichdich im kommenden Frühfahr mit den 25 jüdischen Schülern der Marineschule auf einem Schukfegelschiff eine Mittelmeerfahrt durchzuführen. _3tt zweimonotiger Reise soll das ganze Tyrrhenische, Adriatische, Aegäische und Mittelländische Meer durchfahren werden. Das Progranmr sieht auch einen kurzen Besuchen Palästina vor. Die Absolventen der jüdischen Abteilung an der Marineschule sollen Regierungs-Diplome als Kapitäne und Steuermänner erhalten, die sie zur Berussausübung gleich den übrigen Absolventen der staatlichen Marine-Schule berechtigen. | _- Sonntag, den 10. Februar, fand in Schivelbein (Pommern) die feierliche Einführung des Herrn Rabbiners Karl Richter aus hirschberg in das Amt des Bezirksrabbiners für einen großen Teil der Gemeinden Hinterpommerns statt. Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden, der dieses Bezirksrabbinat geschaffen hat, war durch seinen zuständigen Dezernenten, Rabbiner Dr. G a l l i n e r, und den Sachbearbeiter Biri im, vertreten. Gecfon Steen: „Weg ofjne Gnde" . ff/nfüdtfäfteRoman Erich Reiß Verlag, Berlin (1934). — Ladenpreis M. Ein neues Crzählertälent, dessen Buch schon beim Lesen der ersten Seilen aufhorcken macht. Cs berichtet die Geschicke einer Zubcnfamilie in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Zwei Brüder, Fhia und Abraham, werden im westfälischen Städtchen Wallbansen als Schutzjuden ausgenommen. Ztzig stirbt dort" nach glücklicher^Cbe. Perez, der Nesse beider, erregt in jungen Jahren durch sein Talmudwissen | und seinen hinreißenden musikalischen Vortrag beim Vorbeten die Aufmerksamkeit durchreisender Prager Juden, wird als Vorbeter in die große Gemeinde Prag berufen und geht dort, bei' der grausamen Ausweisung der Prager Juden durch Maria Theresia mitten im!sttengsten Winter des Jahres 1745, an der Seite seiner Geliebten Handele auf der Landstraße im Schnecsturrii zugrunde. Das Leben der Juden im Ghetto wird meisterlich erzählt. Die Menschen sind so anschaulich geschildert, daß man sie vor sich zu seben glaubt. Lichter fallen auf die polittsche und die Sittengeschichte jener Zeit. Denen unter uns, die geneigt sind, die Juden emanzipation und ihre Folgen zu bekritteln, ist das Lesen dieses fchänen, ttotz mancher Breite von Anfang bis Ende sesietnden Buches warm zu empfehlen. Sie werden sich in die geschilderten Zeitverhältnisie schwerlich zurückwünschen. Gf, Sei dee Ttedaftion eingegangen: Sammlung „hilf Dir selbst". Derl. W. Stillfuß, Bonn, Nr. 46 „Wie habe ich mein« Einkommensteuers-Erklärung abzugeben?" Nr. 47 „Wie habe ich mein« Voranmeldungen und meine Umsatzsteuer-Erklärung abzugoben?" Preis jedes Bändchens l RM. 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