Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 5 (1928)
- Issue
- 9 (9.1928)
- Date
- 1928-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 9 I dt*• tauet Jüdische» Vemeiu-ebtall JOdische Tuber kulose-FUrsor ge Beratungsstelle Mittwoch Garftensftr. 20 8—6 (ihr über xh%, und für die beiden Borträge (Deraschoth) an den Sabbathen vor Jom-Kippur und vor Pefsach je 6 Taler. Tiktin erwiderte, er werde zur weiteren mündlichen Derhandlung seine Söhne Mosche und Rabbiner Salomon schicken, und das Resultat war, daß die Gemeinde das Gehalt auf 750 Taler und 150 für eine angemessene Wohnung erhöhte,') die Genehmigung der Regierung einholte und am Rüsttage des Laubhüttenfestes, am 14. Tifchri 5577, ihm den „Rabbonus-Brief" einsandte. Aus diesem. geht u. a. auch hervor, daß nur er oder der von ihm Bevollmächtigte berechtigt sei, eine Trauung, Ehescheidung oder Chalizah vorzunehmen, die „Morenu" oder den „>Chaber" zu erteilen und einen „Hechscher" zu geben, und daß ihm und seiner Frau Ehrenplätze in der „Landschul"*) und später in der zu erbauenden Gemeinde-Synagoge angewiesen werden. Und unter dem 12. MarcheschwaU teilt Abraham T. mit, daß er am kommenden Dienstag (d. i. am 21. March. — 12. Oktober 1816) nach Breslau komme?) Ueber^dgs Weitere berichten unsere Akten nichts» und wir wissen nur, dast^ dem gefeierten Manne, der mit Rabbi Akiba Eger und anderen Größen seiner Zeit in gelehrtem Briefwechsel stand und eine Reihe von tiefgründigen Werken verfaßt hat, leider nur eine kurze, wenig mehr als vierjährige Amtstätigkeit in Breslau beschieden war. Schon am 22. Tebeth 1820, nachdem er kurz vorher zum Rabbiner von Fürth gewählt worden war, schloß er seine Augen zum ewigen Schlummer, und auf dem Friedhofe in der Claassenstraße (Nr. 3023) hat er seine Ruhestätte gefunden. — Sein Geburtsort war Schwersenz (Pxovinz Posen), wo er am 24. Dezember 1764 als einziger Sohn des dorttgen Dajan Gedalja aus Tykocin, des „großen Gedalje", wie er in Polen genannt wurde, und seiner Ehefrau Freidel das Licht der Welt erblickt hat. Schon mit 9 Jahren verlor er seinen Bater und Lehrer und wurde von dem Manne seiner Schwester Jitte, dem Grätzer Rabbiner Mordechaj, der 18 Jahre bei R. Gedalja gelernt hatte, erzogen; auch der Posener Dajan Jakob, der Mann seiner Schwester Eidel, war mehrere Jahre sein Lehrer. Nach seiner Verheiratung mit Esther, Tochter des Aron und der Freidel Kuttner (Kutschinsky), lebte er 12 Jahre im Haufe der Schwiegereltern, lernend und lehrend, und selbst, als er das Schwersenzer Rabbinat bekleidete» mußten jene, da das Gehalt nur 15 Gulden wöchenllich betrug,') noch für ihn sorgen. Don Schwersenz, wo er nur kurze Zeit amtierte, ging €r nach Lenczyce (Luntschütz) und von hier tm Jahre 1803 nach Glogäu. Bon seinen Schriften ist bei seinen Lebzeiten nur eipe: NNL 1820 in Dyhernfurth erschienen?) Teilt der änderen wurden später ged uckt, die nzeisten sind handschriftlich vorhanden. Sein Grabsein bezeichnet ihn als mjrin ”1S?» als einen Fürsten der Lhora?) Trauerreden hielten ihm: R. Jakob Lissa, R. Musche Kronik, Salom. Plehner stnd H. Miro?) Seine Frau überlebte ihn um 25 Jahre,! und rjon seinen Kindern wurde mm ein verheirateter Sohn (Gedalja) schon in Schwersenz entrissen. Bei-seinem Tode hinterließ'er die beiden, bereits erwähnten Söhne Moses und^ Salomon und zwei Töchter. Eidel und Täubchen, vyn welchen jene an Hn sch Jakob Bloch?") Synagogen-Dorst. der Gesellschaft der Brü >er (gest. 6. Dezember 1827) verheiratet war und am 4. Nisan 1838 gestorben ist?')! (Fortsetzung folgt. ®) Hierbei muß beachtet werden, daß nach einer, in unserem Gemeindrarchiv befindlichen wortgetreuen Ueberletzung der hebräisch geschriebenen Berusungsurkund« der Gemeind« Glogau vom S. Tammus 5583 (19. Juli 1803) dem Rabbi Abrah. Tiktin dort folgend« Einkünfte zugesichert wurden: Gehalt 8 Taler wöchentlich» bei Schlichtungen j von Streitsachen die Hälfte der von den Parteien zu zahlenden Gebühren, Trauungsgebühren \% der Mitgift, bei Verlobungen von jedem Te» 16 gute Groschen, für Erteilung des Morenu- oder Chaber-Tiiele 2 und in besonderen Fällen 3 Taler, für die beiden Deraschoth, wie in Breslau, je v Taler, für feine Anwesenheit bei der alljährlich ftattfindenden Wahl der Aellesten 3 Taler und bei der, all« drei Jahre stattfindenden Wahl der Schätzer ebenfalls 3 Taler, Bergittung wegen des sogenannten Pardons (d. i. die auf den Fleischverbrauch gelegte Gemeindeabgabe) 18 Taler, für He«hfcher-Erteilung für jedes vxyost (gr. Faß) Wein 18 gute Groschen, zu Rosch-yaschonoh, Pefsach, Schebuoth und Succoth je 1 Taler und 8 Groschen und frei« Wohnung im Gemeindehaus«. (Diese» Schriftstück trägt die Unterschriften: Meyer, Rabb. an» Emden, Joseph Jos ei Amstekdammer, Pincus Seelig, Sohn de» Saul Lohn, Marcus, Sohn des Jakob, Haym. Keslin, Sohn de« David, Tewle au» Berlin. Meyer Eger a. Furch, Salomon Zehdnik, Samuel, Sohn d. Hirsch Bamberg a. Berlin, Raftali Israel, Sohn d. Marcus, Jtzig, Sohn de» Israel Levy, Salomon Raph. Levy, Magnu», Sohn d. Loebel a: Lissa. Feiwel Koenigsberg, Ascher, Sohn d. Zadel Lohn a. Berlin, Jos. Lohn, Jtzig, Sohn d. Loeb. Sachs, Abraham, Sohn d. Joach. Heitzselih Felbisch, Sohn d. Salom. Schick, Michel, Sohn d. Mendel Wiener, Israel. Sohn d. Moses von Hamburg, Raphael Lob, Sohn d. Esata» Munk, und Lesfer, Sohn1 d. Loeb.) j «) Früher im Pokoyhos, jetzt Waltstraße. ') Akt. der jüd. Gem. Breslau (im Gem.-Archiv I. 8. r. 1818, Rabb. Abrah. TiMa, Anstellung). *) Akt. der jüd. Gellt. Schwersenz (im Gesamtarchio der deutsch. Jud. in Berlin). hunöert-^ahr. Aus Im April 1929 wir straße (Zum Storch) 1 hat das Synagogengebä und eine neue Heizanl stehenden Wintermonate Erneuerung erfahren, ist eine Spendensammlu zeugt, daß die tradition sich bei diesem Anlaß, de schmücken, ganz befand Decken, Thorarollen un liche Gebrauchsgegenstän Familien oder Persone spenden nach einheitli? Anlegung eines Spende innerung ins Auge gef möglichst baldige Anmeli Diese Meldungen erbitt gogen-Gemeinde, hier. Vas Kinöerlanüheim -es ^üö hat sich im Frühjahr und Besetzung erfreut. Durch , Gemeinde und privater Wo! unbemittelter und wenig b Form eines vierwöchentlichei zu verschaffen. Es waren d im Mai 35 Schulkinder bei! im Juli 37 Knaben untere friedenftellend. Es wurde 3—4 Pfund erzielt. Bon Mitte August ab und schulentlassenen Mädche den Feiertagen mit 30 Daml aufmerksamste Betreuung a gewährleisten. Wir machen darauf a tember 1928 wird Frauen mnd Mädchen, zum Tagespreis von Meldung erpeten bei der Breslau. Wollftraße 9, Fr und Frau Emmy Bogelstei eiet 6ec Men Spnagsge f zu Spenden. unsere Alte.Synagoge in der Wgll- Jahre bestehen. Aus diesem Anlaß de bereits einen neuen Außenanstrich ge erhalten? Während der bevbröllen die Jnnenräume eine gründliche üs Kreisen der Gemeindemitglieder g angeregt worden. Wir find übere Opferwilligkeit unserer Mitglieder Gelegenheit bietet, das Gotteshaus zu s bewährön wird. Vorhänge und. Behänge, sowie andere gottesdienste sollen, soweit sie nicht von einzelnen selbst gespendet werden, von Geldm Plane angeschafst werden. Die erzeichnisfes ist zur dauernden Erit. Gerade mit Rücksicht hierauf ist ng von Spenden dringend erwünscht, n wir arr den Vorstand der Synaallstraße 9. er Ausschuß' der Alten Synagoge. linsberg Ser vreslauer Ortsgruppe scheu §rauenduu-e« immer dieses Jahres wiederum einer guten taktischen Zuschuß, Beihilfen der Jüdischen fitäter war es Möglich» einer großen Anzahl ättelter jüdischer Kinder eine Erholung in Ausenthatt» im Kinderlandheim Flinsberg >rt im März und April d. I. 30 Kleinkinder, erlei Geschlechts, im Juni 35 Mädchens und >racht. Die Kurerfolge waren durchaus zudurchschnittliche Gewichtszunahme von *) Die leitung dazi 6. Nissan lf •) He Posener La 1 Br "> Bai Sttftsrabb. “) Dr. S. 454, und Drucklegung b«f| in klassischem (Nr. 1223). p n e r - Her,' n. S. 979. n n, Gesch. d. r de» <tm 13. Monn Lei iost Tiktin Sterberegister burbe das Heim erholungsbedürftigen Frauen k zur Verfügung gestellt. Es wurde bis zu in besetzt. Die Heimleitung ist bemüsst, durch ch den Erwachsenen eine gute Erholung zu fmerkjam, daß das Heim ab 2 7. Seprum für. erholungsbedürftige insbesondere de» Mittel st ander, 4 Mark g eö s f n e t i st. Rechtzeitige Aneschäftsstelle des Jüdischen Frauenbundes, Beate Guttmann, Freiburger Straße 11. Anger 8. - rgte sein Sohn Mosche, der ein« kurze Ein- Hebräisch schrieb; Mos. st. in Bre-lau am Aus Berg. u. Gegenw. der Judtzn in d. indrabb. in Schlesien, vorletzte Auch, toveacher 189? oerst. Gelehrten Ehqjim Bl-, .Beth-hamidrasch. . der Allgem. Left. d. Iudent. 1920; Rr. 39, >r Gemeinde (Archiv). * i /