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Der Orient · 1847-02-26 · Heft 9 (26.2.1847) · p. Seite 66

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Journal
Der Orient
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 9 (26.2.1847)
Date
1847-02-26
Page
Seite 66 (sequence 3)
Language
German
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- 66 — was sie ja sind. Vielleicht ist es Hrn. Steinmöglich, auch die Männer zu vereinen, um wie hier, in der Stadt des Demosthenes und Aristoteles, "eine Synagoge — n L ch L zu bauen. Es bedarf nur des guten Willens — und der Verein tritt Ln's Leben. Vereine sind ja das fünfte Element der neuen/Welt, -wie Wasser und Feuer die Hauptelemente der Journale. So soll hier ein Verein zum Besten herabgekemmencr Journale entstehen, den die „Reform-Zeitung" und ,,der Volksvertreter des Chili esenthums^ angeregt haben. Der deutsche Bauernkrieg von A. Weil soll einzig und allein durch den Dentsch-Rabbiner-Krieg in Ihr tun Blatte, entstanden sein. Hr. Thiele, der Verf. der jüd. Gauner und Redakteur des „Pnblieisten", wird die Verhandlungen über die ' kriminalrechtlichen Verletzungen der Moralgesetze im Talmud in sein Blatt aufnehmen, den die hiesigen Reformer kvmrnentiren werden, da sie in ein neues Stadium eingetreten, nämlich in das der Gottheit. Bekanntlich kann man von Gott nur prädiciren, was er nicht ist, und die Reformer haben sich gezeigtals „der Geiste der stets verneint" , obwohl sie den Glauben an Mephisto, den Satan in Jjob unt> die Schedim im Talmud verloren und den an die Existenz . böser Geister und hohnlachender Dämonen in der jüdischen Journalistik angenommen haben. „Uriel Aeosta" soll hier, auf Ansuchen der Juden verboten werden, weil man hier die Originale zu de SautoS und dem reichen Mairasse Vanderstraten gesehen haben will. Ja man behauptet, es lebten hier einige hundert solcher, Manasse's. Auch das „Ad on ai" im Cherem rnore jndaico fotC bei den Juden Anstoß erregen. Dagegen will ein frommer Jüngling hier die pNL'. ^0 aus dem Hebräischen in's Griechische übertragen und sie, atS Drama, neben den Fröschen des Aristophanes auf dem antiken Theater zur Aufführung bringen. In Laube's -„Karlsschülem", deren Held Schiller nicht der Professor in Eperies — ist, ist das Lied von der Glocke bereits hebräisch vorgetragen worden, und die Reformer sollen sich geäußert haben, daß sie kein Wort von der hebräischen Uebersetzung verstanden hätten. - Dies Mal hat man ihnen auch Glauben geschenkt. — Von den „Mysteres de Papa" veranlaßt, hat unsere Akademie der Wissenschaften'zum Frommen gewissensgeängstig- 1er Seelen die Preisfrage gestellt: „De braccis laneis cum frustis lineis, „Taschen“ sermone' germanico dictis ratione, nec non yestium Judaeorum Papae degentiuin liistoria succincta“. Der Preis ist ein ungarisches Rabbinat, wo man nur ungarisch konversiren zu können braucht und jeder'Jude wie der „Israelit" die Bachurim verfolgt, ohne sie zu erreichen, und der Termin der Einsendungen: die Einweihung der hiesigen neuen Synagoge. Die Gelehrten, welche diese für die Geschichte der jüdischen Alterthümer wichtige Frage lösen wollen, hatten, also Zeit genug, um den Papaer Magyaren zu Hilfe zu kommen. In den hiesigen hohem Schneiderregionen wird behauptet, daß die Taschen nicht unmittelbar wie der Glaube an die-Hosen angenäht werden, sondern daß eine DH'Hn staltfinde. Es ist demnach höchstwichtig, die Scheidewand zu untersuchen. Uebrigens. behauptet ein Mitglied der Genossenschaft, ein tüchtiger Kenner der Bibelübersetzung, daß es blos üb ica^n im Kal heiße, während die Gemeinde zu Papa die Kategorie des Hifil für sich in Anspruch nimmt. Hr. Dukes, als geborner Ungar, Kenner der Geschichte der hebräischen Grammatik und Schüler des hochseligen R. Moses Sofer, soll deswegen um ein Gutachten angegangen worden sein, desgleichen diejenigen Rabbinen in Deutschland, welche Hebräisch verstehen. — Ein Jude zu Darmstadt - hat sich geweigert, sein Kind beschneiden zu lassen. Die hiesige Genossenschaft hat ihn und das Kind zu Ehrenmitgliedern erklärt und der Vater hat für diese Auszeichnung blos 1000 Thlr. für den eisernen Fond zu entrichten, welchen letztem Holdheim, als stählern und biegsam, angezogen sowie er der Rabbiner ansgezogen hat. „Religious contention is llie devil’s harvesl“ sagt ein Dritte, welchem „no penny, no paternoster“ als Echo dient. * Leipzig, 16. Febr. In der vorigen Nummer haben wir in einer Note versprochen, aus den Statuten des sich gebildeten israelitischen Frauenvereins zu Frankfurt a. M. einige Auszüge mitzntheiten. Da solche; Vereine von den wohltätigsten Folgen sein können und in der Tbat noch wenige dergleichen sich, gebildet , so erlaube ich mir zur Nacheiferung und Aufmunterung für das weibliche Geschlecht in andern jüdische Gemeinden folgende fün f Paragraphen ans den Statuten mitzutheilen: §. 1. Der Zweck des Vereins ist: Für angemessene Erziehung und Ausbildung unbemittelter israelitischer Mädchen zu bürgerlicher Thätigkeit Sorge zu tragen, und insbesondere: 1) Schulfähige Mädchen auf Kosten des Vereins in die Volksschule der hiesigen israelitischen Bürger- und Realschule zu schicken,' wie auch nach der Schulzeit unter Aufsicht zu nehmen, ihre Aufgaben und Arbeiten unter gehöriger Leitung machen zu lassen , und dieselben dem Zwecke gemäß in jeder Hinsicht sorgfältig zu erziehen und heranznbilden. Die Beaufsichtigung und Anleitung außer der Schulzeit kann auch auf Schülerinnen, welche die Realschule besuchen, ausgedehnt werden. 2) . Mädchen, welche der Schule entwachset find, jedoch spätestens.-mir bis zum zurückgelegten 18. Jahre, so wohl in Hanshaltungsgeschästen als in nützlichen Gewerböthätigkeiten gründlich unterrichten zu lassen, anch diejenigen, welche sich besondere gewerbliche Fertigkeiten aneignen wollen, den gehörigen Unterricht '.darin zu verschaffen. 3) Waisen- und Witwenkinder, I so weit die Mittel des Vereins cs gestatten, vomzuriffk-

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