Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 61 (4.8.1925)
- Date
- 1925-08-04
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 61 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 525 Bei der Verwendung nationaler Mittel zur Unterstützung jcr Ansicdlung sind unter Ausschluß einseitiger Stellungnahme alle lebendigen und lcbcnswilligen Kräfte des jüdischen Volkes produktiv zu verwerten, nationale Mittel können nur für solche Sicdlungszwcckc bereitgestellt werden, die nicht gegen jjc Prinzipien der Nationalisierung und Selbstarbcit verstoßen jjnd die eine Ausbeutung ausschließen. Bei der planmäßigen Sicdlungstätigkcit ist in gleicher \j/cisc auf die Bedürfnisse des Landes wie auf die des jüdischen Volkes Rücksicht zu nehmen. Jugoslavlcn Der Landesausschuß der Zionistischen. Organisation im Königreich S. H.S. hat bei seiner letzten Tagung folgendes Kongreßprogramm beschlossen: A. Organisation. Die Korrespondenz zwischen der Landcs-Exckutivc und der Wclt-Exckutivc und der Z i o n i 11 i - sehen Vereinigung für Deutschland über gewisse organisatorische und Kongreßfragen wird zustimmend zur Kenntnis genommen. Es soll dem Kongresse vorgeschlagen werden: a) daß für alle Zionistcn ohne Rücksicht auf Territorial-, Valuta- und Parteiverhältnisse ein einheitlicher, gleicher festgesetzt werde; b) daß der Betrag des Schckcls mit einem engl. Schilling fcstlcsetzt werde; c) daß der Schckcl unbedingt rasch und ungekürzt an die Exekutive abzuliefern ist; d) daß nur an die Exekutive voll abgeführte Sehekaiim bei Feststellung der an die einzelnen Föderationen und Undcsorganisationcn entfallenden Delegierten maßgebend sein sollen; c) daß die Schckalim mit der Exekutive unbedingt am Ende des ersten Quartals eines jeden Geschäftsjahres zu verrechnen sind; f) daß Tcrritorialvcrbändc geschaffen werden, welche ausnahmslos alle Zionistcn, ohne Rücksicht auf deren zionistische Parteizugehörigkeit, umfassen sollen; daß der Wirkungskreis dieser Tcrritorialvcrbändc — insbesondere in administrativen Belangen — dem Entwürfe der Z. V. f. D. entsprechen soll; daß die Konstruktion dieser Tcrritorialvcrbändc laut Konzept unserer Landcscxckutivc sein soll; g) daß eine ausreichende Finanzierung der Zionistischen Weltcxekutive, der Tcrritorialvcrbändc, der Fördcra-; linnen und der Ortsgruppen unter Hinzuziehung des Kcren; Hajessod und des Kcren Kajcmcth gesichert werden soll unter \ folgenden Gesichtspunkten: 1. Die Tcrritorialvcrbändc haben; die ausschließliche Durchführung sämtlicher allgemeiner zionistischen Sammelaktionen. 2. Die Spesen der Territorialverbände dürfen 24 °o der gesammelten Beträge nicht überschreiten. 3. Die Spesen der Territorialverbändc werden \ wie folgt aufgeteilt: Abgabe an die Welt-Exekutive 5 °/o, Abcabc an alle Ortsgruppen zusammengenommen 7°/0; verbleiben dem Tcrritorialvcrbändc 12<Va; aus diesen 12 «b haben! die Tcrritorialvcrbändc entsprechende Subventionen an die , Föderation und Fraktionen innerhalb des Terrioritalvcrbandcs abzugeben; Ii) der Plan der Landesexekutive bezüglich der Einheitsaktion soll dem Kongresse als allgemeines Schema für alle Tcrritorialvcrbändc vorgeschlagen werden. (Kommentar: ^Aljc allgemeinen zionistischen Sammelaktionen — K. I I., K. K., Landesbeitrag, nUivcrsitätsfonds, Kulturfond Chaluziut usw. — «ollen bei einzelnen Zionistcn möglichst mit einem, auch in Raten zahlbaren, Jahrcsbctrage erfaßt werden. Ausschließung jeder zwccklichcn, örtlichen und zeitlichen Konkarrenz unter den allgemeinen zion. Sammelaktionen. Stramme Organisierung der Ortsgruppen, möglichst Minjansystem), i) Auflassung des Zcntralratcs. Jahreskonferenz, j) Die Rechte und der Wirkungskreis des A.-C. sollen erweitert werden. Es soll das Recht haben, mit qualifizierter Mehrheit (drei Viertel aller Mitglieder) die Weltcxekutive abzuberufen, zu komplettieren oder ganz zu wählen in kongreßlosen Zeiten. Gegen solche Beschlüsse hat die Weltcxekutive Rckursrecht an einen außerordentlichen Weltkongreß, welcher auf zwei Monate nach einem solchen Beschlüsse des A.-C. i einzuberufen ist. Das A-C. soll das Recht haben, mit cin- ■ facher Stimmenmehrheit das vom Kongresse festgesetzte Bud-; get abzuändern, wofür es dem nächsten Kongresse verainwortlich ist. k) Den kleinen Territorialvcrbänden sollen als Ausnahmen vom Statute Konzessionen bezüglich deren Vertretung und Rederecht am Kongresse und deren Vertretung im A.-C. und im Permanenzausschuß gemacht werden (wie dies die Landcs- ' exekutive der Weltcxekutive vorgeschlagen hat). 1) Die Einführung des Senates scheint dem Laudcsaus- Khussc nicht notwendig. Wenn der Senat eingeführt werden sollte, dann Berücksichtigung der kleinen Landsmannschaften. m) Beschlüsse, welche von den Kougrcßkommissionen mit Zweidrittelmehrheit gefaßt werden, sollen im Kongreß- Plenum ohne Debatte verkündet werden. Eine Debatte über; flehe Beschlüsse kann nur auf schriftlichen Antrage eines Viertels aller Koiigrcßdclcgicrtcn eröffnet werden. n) Alle Berichte und Budgetvorschläge der Weltcxekutive und der zionistischen Fonds (eventuell auch anderer Antragsteller?) über welche der Kongreß zu bersten hat, ^\kn den Territorialvcrbänden wenigstens einen Monat vor Kongrcßcröffnung zugestellt werden in solcher Zahl von Excrn-; Plarcn, welcher der doppelten Delegicrtcnzahl des Territorialv'Crbandcs entspricht. o) Tagesordnung und Geschäftsordnung der Kongreß- ^rhandlunrcn sollen laut Konzept der Z, V f.D durchgeführt ^rden. Es wäre wünschenswert, dies schon auf den XiV. Kongreß anzuwenden. , p) Alle Agenden der Weltcxekutive sollen ehestens in I c r u s c h a 1 a fi m k o n z c n t r i c r t werden, wo der standige *k der Mehrheit der Weltcxekutive sein soll. Zwei bis drei Mitglieder der Weltcxekutive sollten ständigen Sitz in London laben, wegen ständigen Kontaktes mit den maßgebenden Aktoren der Mandatarmacht. Die Londoner Mitglieder sind ^"berechtigte Mitglieder der Weltcxekutive. Ihre spezielle *»fgabe und Verantwortung ist die politische Arbeit im Zu- ^mmenhange mit der Mandatarmacht und anderen Faktoren 3c<- zionistischen Außenpolitik. Sie nehmen aber Einfluß auch lüf die Geschäfte und Beschlüsse der Gcsamiexcicutivc: in knKchahjim, mit welcher sie im ständigen Kontakte stehen. tt, , 0 Es soll eine ständige gute Vertretung der zionistischen Wc »Organisation errichtet werden in allen Orten, wo es A'fhtigc außenpolitische zionistische Interessen zu verteidigen \nd zu vertreten gibt (am Sitze des Völkerbundes, der Mitglieder der Mandatskommissionen usw.). . ») Die zionistische Weltexckutivc soll energisch Schritte hernehmen, welche eine große Anleihe auf Grund?\ Vermögens des K.K L und der künftigen Eingange des und K.K.L. herbeiführen soll B. Forderungen an die palästinensische Regierung. ' Der Kongreß fordert von der palästinensischen R#"-«™& S Je alle Maßnahmen ergreife, welche aus dem Worttautc 5„ni dem Geiste des Mandates hervorgehen und der Mandatar- **ht zur obersten Pflicht machen, den Aufbau der. indischnationalen Heimstätte in Ercz Jisrael zu ermöglichen und zu beschleunigen. Es wird insbesondere gefordert: 1. Daß Garantien geschaffen werden, wonach über die Ansicdlung von Juden in Ercz Jisrael ausschließlich die Jcwish Agcncy, nicht aber eine von den Arabern mitbecinflußte Korperschaft, zu entscheiden hat. 2. Daß die palästinensische Regierung aus eigenen Mitteln das hebräische Schulwcrk und das jüdische Sanitütswcrk unterstütze und erhalte zumindest in demselben Verhältnisse, wie dies gegenüber den arabischen Institutionen geschieht. 3. Daß der Jcwish Agcncy alle Staats- und Brachländcrcien zur Verfügung gestellt werden. •1. Daß alle öffentlichen Konzessionen in erster Reihe der J.-A angeboten werden, welcher eine ausreichende Frist offen gelassen werden soll für die Ausführung dieser Konzessionen. 5. Daß in der öffentlichen Administration den Juden ein gerechter Anteil gesichert werde. 6. Daß solche gesetzliche und administrative Maßnahmen ergriffen werden, welche eine gunstige Entwicklung des Bodcnkredifcs und der zionistischen Kolonisationspolitik ermöglichen und fördern werden. 7. Daß solche gesetzliche und administrative Maßnahmen ergriffen werden, welche die Bodenspekulation und Uodciipreistreiberei möglichst erschweren und hindern werden. C. Jcwish Agcncy. Der Kongreß bestätigt die der Exekutive bereits gegebene Ermächtigung für die Erweiterung der J. A. mit nichtzionistischen Elementen. Die Konstitution des Councils und der Exekutive der erweiterten J. A. soll in allen wichtigen Details vom Kongresse, beschlossen werden. Falls dies aus Zeitmangel oder sonstigen technischen Gründen nicht möglich wäre, dann soll dies ehestens vom A.-C. beschlossen werden. Bei der Erweiterung der J. A. müssen Garantien geschaffen werden für den entscheidenden Einfluß der Zionistischen Organisation. Südilrika Auf einer Sondertagung der Exekutive der Zionistischen Organisation für Südafrika wurden einstimmig folgende Resolutionen angenommen: 1. Die Delegierten der südafrikanischen Zionistcn für den XIV. Zionistcnkongrcß werden beauftragt, in unbedingter Form für ein Vertrauensvotum für Dr. Wc i zm a n n , den Führer der zionistischen Bewegung und Organisation einzutreten. Sic erhalten ferner den Auftrag, alle Schritte zur Erweiterung der Jcwish Agcncv, wie diese im Palästinamandat vorgesehen ist, nach den Plänen Dr. Wcizmanns zu unterstützen. 2. Die südafrikanischen Delegierten sollen die Politik Dr. Wcizmanns in jeder Weise unterstützen. 3. Die südafrikanischen Zionisten treten dafür ein, daß die Hauptbüros der Zionistischen Weltorganisation, soweit dies ratsam und möglich ist, nach Palästina verlegt werden. Konlfrcaz der litauischen Zionisten K o w n o. (J. T. A.) Die soeben in Kowno stattgefundene Landeskonferenz der Zionistcn Litauens hat nach einem Referat des Herrn Dr. J. Brutzkus, Berlin, über den wirtschaftlichen Aufbau Palästinas und nach einem Referat des Redakteurs der „Jiddischen Stimme", Rubinstein, über Jcwish Agcncy und Gcmeindegcsctz einstimmig eine Resolution angenommen, in welcher der letzte Beschluß des Aktions- Comitccs bezüglich der Erweiterung der Jcwish Agcncy begrüßt und die Hoffnung ausgedrückt wird, daß eine Möglichkeit gefunden werden wird, um das gesamte jüdische Volk in die Agcncy einzubezichen. Als Delegierte für den 14. Kongreß wurden gewählt die Herren M. Kahn und Dr. B. Berg er (ietzterer Konfcrcnzgcmcittschaft radikaler ZionistcnX Die Patäsfmaausstellang in Wien Das Büro des XIV. Kongresses teilt mit: Die große palästinensische Wanderausstellung, welche von der Gesellschaft „Mis'char w'taassiah" mit Förderung des Direktoriums des Kcren HajcssocL während des XIV. Zionistenkongresses eröffnet wird, um nach Kongrcßschluß nach verschiedenen größeren Städten Europas überführt zu werden, wird einen der Glanzpunkte des Kongresses bilden. So gewinnt man hier u. a. eine Vorstellung von dem Wasserreichtum des Landes, der für die palästinensische Landwirtschaft und Industrie in nutzbringender Weise verwertet werden könnte, in Ziffern und Tabellen, in Verglcichsdiagrammcn über die Vegctationsverhältnissc von allen möglichen Obst- und Gcmüsekulturcn in Palästina und anderen Ländern wird die Ausstellung einen Begriff von der Fülle an Licht und Wärme geben, die gegenwärtig noch nicht in hinreichender Weise dienstbar gemacht werden. Es werden auf der Ausstellung Sammlungen von allen möglichen Stein- und Marmorarten Palästinas vorgeführt, geologische Karten und zum ersten Male herausgegebene Bodenkarten, Proben von sämtlichen Bodenarten mit ihren Analysen und unter Angabc ihrer Verwendungsmöglichkeiten gezeigt. Besondere Sorgfalt wird auf die Veranschaulichung der Schätze des Toten Meeres und des Tiberiassccs verwendet. Sodann folgt die Abteilung für Immigration und für Investitionen. Es wird gezeigt, wieviel neue Menschenkräfte und Gelder wir für die Aufbauarbeiten aufgewendet haben, wie sich diese Kräfte verteilten, welche Länder am meisten an diesem Aufbau beteiligt sind, welches Menschenmaterial sie lieferten, was im Lande die Privatinitiative geschaffen hat und was die nationalen Körperschaften Kcren Kajcmcth und Kcren Hacjssod einerseits und die Pica andererseits geleistet haben. Die Ausstellung bietet ferner ein getreues Bild der wirtschaftlichen Verhältnisse Palästinas. An erster Stelle steht natürlich die Landwirtschaft. Der Besucher wird an Hand von Diagrammen, Tabellen und Aufnahmen in die landwirtschaftlichen Verhältnisse Palästinas eingeführt. Es ist klar, daß die Ausstellung neben den gelungenen auch die fehlgeschlagenen Versuche zeigen wird. Der landwirtschaftliche Teil wird viele Unterabteilungen aufweisen. Da ist zunächst der Ackerbau. Es werden In vollem Umfange die arabische und die jüdische Feldwirtschaft vor Augen geführt, die arabischen Flüge und Dreschwerkzcugc neben den in den jüdischen Kolonien zur Anwendung gelangenden landwirtschaftlichen Maschinen. Es werden In Modellen die primitive arabische Mühle und die Haifacr Grollen Mühlen (Grands Moulins) nebeneinandergestellt. Es wird das arabische Mehl gezeigt und die verschiedenen Mchlsortcn. welche die Haifacr Großen Mühlen produzieren. Auch sind hier die Maccaroncn und Mazzoth zu sehen, die aus letzteren hergestellt werden können, und dies hat auch seinen praktischen Zweck: die neue Haifaer Mazzothfabrik soll sich den jüdischen Weltmarkt erobern. Nicht minder wichtig als die Feldwirtschaft sind Im Lande die Obstkulf uren. In erster Reihe kommen hierbei die Orangen in Betracht Es wird eine 'Palästinakarte gebracht mit Bezeichnung sämtlicher Orte, wo Orangen kultiviert werden, in Tabellen und Kartogrammen alle mit der Orangrnkultur zusammenhängenden Daten angeführt, so die unter Orangcnkullur sich befindenden Bodenflärhen, die jüdischen und nlchtjüdischen, Ziffern über den Orangencxpprt u. dgl. Ferner Proben sämtlicher palästinensischer Orangensorten, von den kleinsten Ethrogim bis zu den großen jafiaer Orangen, Pampclmus und Pomclla, und daneben — obwohl diese Produktion im Lande noch in ihren Anfängen steckt — alles was sich aus Orangen herstellen läßt: Orangcnzukadcn, Orangciimarmeladc, Orangenkonfiturcn, Acthcröl aus Orangenblüten und solches aus Orangenschalen. Line gleich genaue Ucbersicht gewinnt man über alle anderen Früchte des Landes, wie z. B. über die Weintrauben, Aprikosen, Bananen, Acpfcl, Granatäpfel und alles andere Obst. Besonderes Gewicht wird auf Mandeln und Oliven gelegt, die im wirtschaftlichen Leben Palästinas eine so wichtig-: Rolle spielen. \is werden Modelle von der bei den Arabern üblichen Oelprcssc und der Presse der Haifacr Oclfabrik Schemen vorgeführt, es sind Proben von arabischem Ocl und solchem aus der Schemen- Fabrik zu sehen, desgleichen die arabischen Seifen und die Schcmcn-Scifcn. Auf der Ausstellung werden ferner alle anderen Zweige der Landwirtschaft berücksichtigt. Da ist die Abteilung für C, i r.' ii s c k ti 11 u r, die Abteilung für Tabakbau, hei der erwiesen wird, welchen raschen Aufschwung diese Kultur dank der Juden genommen hat und den Proben aller Sorten jüdi.'.chcn Tabaks, wie auch die Erzeugnisse der palästinensischen Zigarettenfabriken zur Schau gestellt, die den einheimischen Tabak verwenden; ferner werden gezeigt die Abteilungen für Milchwirtschaft, Weinbau, Viehzucht, Fischerei, Forstwirtschaft. Eine größere Abteilung umfaßt der Städtebau. An erster Stelle steht selbstverständlich Tcl-Awiw, die einzige rein jüdische Stadt in Palästina, sodann folgen Haifa und Jerusalem. Es werden Diagramme, Kartogramme und Tabellen über die Prcisverhältnissc auf dem Gebiet des Bauwesens gezeigt, Baumaterialien, die in Jerusalem, Haifa und Tcl-Awiw Verwendung finden, Modelle von allen möglichen Bauten usw. Dann folgt die Abteilung, welcher möglicherweise der größte Wert beizumessen ist, die Abteilung der palästinensischen Industrie. Ucbcr 230 Firmen stellen hier Proben ihrer Erzeugnisse aus, der Textilindustrie, der Lederindustrie, der chemischen Industrie, der landwirtschaftlichen Industrie, der Bau- und Möbelindustrie, dem Kunstgewerbe u. a. m. Viele Firmen hoffen durch die Ausstellung neue Absatzmöglichkeiten zu erwerben. Außer den kunstgewerblichen Arbeiten des Bezalel und den Weinen von Rischon Ic Zion, die schon früher dem Judentum der Diaspora bekannt waren, werden die Erzeugnisse einer Reihe ganz neuer Industrien ausgestellt, die ebenfalls auf den ausländischen Markt reflektieren. Die Ausstellung wird noch einige andere Abteilungen aufzuweisen haben, die das Bild des palästinensischen Lebens ergänzen. Einerseits sind es die Abteilungen verschiedener Organisationen, die die große Aufbauarbeit im Lande führen, wie die Abteilung des arbeitenden Palästina, die Abteilung der palästinensischen Arbeiterorganisation, die Abteilung des Kcren Kajcmcth und Kercn I lajessod, des Misrachi usw. Andererseits die Abteilungen für Erziehungswesen, Hygiene, Kreditwesen usw., an deren Ausbau der jischuw selbst, die Zionistische Organisation und andere Körperschaften beteiligt sind. Eine Reine von Kartogrammen und Eüdcrn veranschaulicht die Entfaltung des ■ Erzichungswesens in Palästina, die Anzahl der Schüler und Lehrer, die Bildungsanstalten verschiedener Richtung und Gattung, desgleichen das palästinensische Zcitungs- und Verlagswesen. Die Assoziation der palästinensischen Künstler beteiligt sich gleichfalls an der Ausstellung. Es ist eine Jury eingesetzt, welche die besten Werke aller palästinensischen Maler auszuwählen hat, wobei denjenigen Bildern der Vorzug gegeben wird, die palästinensische Landschaften und Typen als Motive haben. Es wird somit nicht nur die palästinensische Kunst, sondern auch Palästina in der Kunst dargestellt werden. So führt die Ausstellung durch das materielle und intellektuelle Palästina, von der palästinensischen Erde bis zur palästinensischen Kunst und wird dem Judentum in der Diaspora von den Eigenheiten des Landes erzählen und von allem, was jüdischer Mut, jüdische Kraft und jüdischer Geist auf dem Gebiete der physischen und intellektuellen Arbeit erzielt haben. Die Kercn Kajem et h- Konferenz in Wien wird nicht, wie ursprünglich, in Aussicht genommen, am 11. August, sondern erst am Mittwoch, dem 12. August, abends beginnen. Während der Dauer des Zionistischen Kongresses in Wien (18. August bis 2. September) wird das Jüdische Museum Wiens täglich für den Besuch geöffnet sein. Die Sammlungen sind zum Teil neu aufgestellt und wurden nun durch zahlreiche Objekte zur zionistischen und palästinensischen Geschichte und Bewegung bedeutend vermehrt. Der Jüdische 1 Iochscluilausschuß in Wien organisiert fur die Zeit des M. Kongresses jüdische Hochschulkurse, für welche bekannte jüdische Gelehrte und Schriftsteller als Lektoren eingeladen wurden. Wie die „Wiener Morgenzeitung" meldet, haben bisher bereits 2C0 große Zeitungen um Ucbcrlassung von Journalistenkarten für den Zionistcnkongrcß nachgesucht. Man rechnet damit, daß insgesamt etwa 300 Tageszeitungen auf dem Kongreß vertreten sein werden. Die liaken ZeTre Zion und die zweite Inlcrceatlonnie Berlin. (J.T.A.) Das Verbandsbüro des Wcltvcrbandes der zionistisch-sozialistischen Partei Zcirc Zion hat an die Sozialistische Arbcitcriutcrnationalc einen Brief gerichtet, i:i welchem um die Aufnahme des Verbandes in die Sozialistische Arbcitcriutcrnationalc ersucht wird. Dem Briefe ist ein Schreiben der palästinensischen sozialistischen Partei „Achduth Haawodah" und ein kurzes, das Programm des Verbandes und die Tätigkeit aller ihm angeschlossenen Parteien skizzierendes Memorandum beigelegt worden. Der dritte Weltkongreß der zionistisch-sozialistischen Partei Zcirc Zion ist zum 13. August nach Wien einberufen worden. Vom nmcrlfcnnlschcn Kercn CajesscJ New York. (J.T.A.) Der Präsident der Misrachi- Organisation in Amerika, Rabbi Meir Berlin , hat sein Amt als Vize-Vorsitzender des amerikanischen Keren Hajcssod- Komitees niedergelegt. Als Grund gab Rabbi Berlin an, daß er In der Sitzung des Komitees daran gehindert worden ist, seine volle Meinung über die religiöse Lage in Palästina auszusprechen. Bekanntlich hat die im Mai stattgefunden;: Konvention des amerikanischen Misrachi über eine Resolution beraten, daß diejenigen Institutionen in Palästina, die die Religionsvorschriften nicht voll beobachten, von dem Kercn Hajcssod nicht weiter unterstützt werden sollten. Diese Resolution wurde zwar nicht zum Beschluß erhoben aliein der Präsident Rabbi Meir Berlin erklärte, es sei Aufgab* des Misrachi, .darüber zu wachen, daß zionistische Institutionen die Religion nicht verletzen. ir™!^Pr^StLna wuJ.de 2"f einem autorisierten Kapital von iSrü^ct „Safomca-Palestinc Sodcte" Anonyme"