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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1933-08-01 · 3-4 (August 1933) · p. Seite 196

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
3 (1932-1933)
Issue
3-4 (August 1933)
Date
1933-08-01
Page
Seite 196 (sequence 58)
Language
German
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einen Beitrag zu erlegen, der in jedem einzelnen Falle in der Höhe von 5 bis 20 Gülden festgesetzt wurde; vom Jahre 1886 an war er einheitlich mit 10 Gulden bemessen. Als im Jahre 1907 dieser Friedhof keinen Raum mehr bot, widmete die Stadtvertretung neuerdings unentgeltlich eine ebenfalls 64 Quadratklafter große Fläche desselben Grundstückes zur Erweiterung, mit der das Auslangen bis zum Jahre 1926 gefunden wurde, wo sämtliche Grabstellen belegt oder für künftige Benützung verkauft waren. Nach langen, jedoch ergebnislosen Verhandlungen mit benachbarten Grundbesitzern wurde mit der Stadtgemeinde das Übereinkommen getroffen, daß der Kultusgemeinde als konfessionelle Begräbnisstätte eine Abteilung in der Südostecke des Zentralfriedhofs überlassen und die Übertragung der Leichenkammer vom alten israelitischen Friedhof auf den überlassenen Platz bewilligt werde. Die allgemeine Fräedhofsordnung solle auch für diesen abgeteilten Teil in Geltung bleiben. Die Übergabe geschah im April 1926. Diesmal mußte die Kultusgemeinde den Platz vor der in finanzieller Bedrängnis sich befindenden Stadtgemeinde um den Betrag von 10.000 Kc erwerben. Die Abgrenzung von der übrigen Friedhofsfläche durch einen Drahtzaun auf Mauersockel kostete 8.500 K. Da auch auswärtige, der Kultusgemeinde nicht angehörige Juden auf dem alten Friedhof bestattet worden waren, zog man von jetzt an deren Angehörige zu einer Beitragleistung heran, so oft Ausbesserungen am Mauerwerk notwendig waren. Am 11. Oktober 1885 legte Ferdinand Lederer sein Amt als Vorsteher der Kultusvertretung nieder und es wurde ihm für seine unermüdliche Tätigkeit für den Verein von der Hauptversammlung einmütig der vollste Dank ausgesprochen. An seine Stelle trat der Kaufmann Salomon Samuel und leitete den Verein vom 7. November 1885 bis zum 26. Juni 1887, von diesem Tage bis zum 4. August 1893 tat es der Wirtschaftsbesitzer Eduard Ullmann. Ferdinand Lederer, dieser um den Zusammenschluß der Kaadner Juden hochverdiente Mann, trat sonderbarerweise im Jahre 1887 aus dem Judentume aus und erklärte sich am 6. August von der politischen Behörde für konfessionslos, zog aber mittels einer am 15. November des gleichen Jahres bei dieser Behörde eingelangten Zuschrift diese Erklärung wieder zurück. 196

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