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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1933-08-01 · 3-4 (August 1933) · p. Seite 194

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
3 (1932-1933)
Issue
3-4 (August 1933)
Date
1933-08-01
Page
Seite 194 (sequence 56)
Language
German
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barliche Hilfsbereitschaft. Damit hatte der seltene Mann das damals unmöglich Scheinende fertig gebracht; er hatte bald Boden gewonnen und konnte fortan unangefochten, wohlgelitten und geachtet seinem Berufe als Produktenhändler leben, sein Geschäft ausbauen und für seine zahlreiche Familie in ausgiebigem Maße sorgen. Mit dem Kauf vertrage vom 10. April 1871 erwarb er den Wirtschaftshof Nr. 423 in der Schrauzergasse um den Betrag von 10.500 Gulden ö. W., in dem noch heute sein Sohn Dawid Schneider das vom Vater gegründete Getreidegeschäft in der ererbten rechtlichen Art mit vollem Erfolge betreibt. Am 28. Juli 1879 wurde ihm vom Gemeindeausschuß die Heimatzuständigkeit und das Bürgerrecht der Stadt Kaaden verliehen und nach Angelobung der Bürgerpflichten in der Ratssitzung bom 25. August desselben Jahres erhielt er das Bürgerdiplom ausgefolgt. So hatte Kaaden nach 385 Jahren wieder einen jüdischen Mitbürger. Alois Schneiders Beispiel folgten andere jüdische Familien, siedelten sich in Kaaden an und trieben hier Handel und sonstige Geschäfte unbehelligt wie anderswo. In religiöser Beziehung waren sie dem Rabbinate Saaz zugeteilt. Durch das religiöse Bedürfnis wurden sie zu einem Betverein zusammengeführt, der seit 1874 bestand und in dem neben Alois Schneider, besonders der Kaufmann Ferdinand Lederer, welcher das Geldwesen des Vereines verwaltete, für Zusammenschluß und Eintracht sorgte, indem er stets als den Zweck des Vereines neben der Pflege der religiösen Gesinnung die Einigung und Verbrüderung der hier lebenden Israeliten betonte. Er leitete auch die Gründung eines Kultusvereines in die Wege, der im Auftrage der Statthalterei vom 30. Juni 1884 sich bildete und am 17. Juli die erste Kaadner israelitische Kultusvertretung wählte. Erster Vorsteher war Ferdinand Lederer, Stellvertreter Salomon Samuel, Kassier Nathan Feldstein, Ausschußmänner Eduard Ullmann und Moritz Baum. Diese Amtswalter waren wie alle späteren Amtswalter der Gemeinde auf drei Jahre gewählt. Veit Böhm war Kantor und Religionslehrer, für dessen Entlohnung freiwillige Beiträge geleistet wurden. Ein Betlokal war in einem christlichen Privathause der Süßengasse (N. C. 107) gemietet worden, an den hohen Feiertagen wurde der Gottesdienst im Saale des Gasthauses „Zum Goldenen Hirschen" abgehalten, bis im Mai 1887 ein 194

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