Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVIII. (1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- – (sequence 337)
- Language
- German
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2Ö4 mit vieler Mähe und gewaltigen Kosten verbunden. Die Beschaffung der zur Verbesserung der fehlerhaft gedruckten Werke notwendigen Manuskripte erheischte oft sehr grosse Ausgaben. Die Hinzufügung von Kommentaren, von Zusätzen und kritischen Randglossen, Stellennachweise der zitierten Schriftverse usw. erforderten mitunter eine Arbeit von Jahrzehnten. Wolf Heidenheim, der berühmte Verleger, Herausgeber und Commentator der Festgebete hatte — um ein Beispiel anzuführen — sein ganzes Vermögen verpfändet, um die erforderlichen Handschriften anzuschaffen und hat viele Jahre hindurch Tag und Nacht an der Feststellung der Texte und an der Erklärung derselben gearbeitet. Solchen Verlegern Schutz zu bieten, war ein Gebot der Menschlichkeit und nach vielen Seiten hin religiöse Pflicht. Man hätte es sich zehnmal überlegt, Hab und Gut in Manuskripten und — was oft auch notwendig war — in Druckereien zu investieren, eine ungeheure Arbeit zu leisten, wenn es jedem Unbefugten freigestanden wäre, die fertigen Werke nachzudrucken und so die Früchte eines Baumes zu pflücken, den andere gepflanzt, gehegt und gepflegt hatten.2) Eine grosse Anzahl geistiger Führer sahen sich darum im Interesse des Schrifttums veranlasst, diesen Schutz vor unbefugtem Nachdrucke auch auf alte, bereits früher gedruckte Schriftwerke zu gewähren und auch für dieselben ein Nachdrucksverbot für die Drucker aller Länder zu erlassen. ״Es ist wohl bekannt“, führt der weltberühmte Gelehrte R. Moses Sofer in seiner halachischen Begründung dieses Befugnisses aus, ״dass der Verleger die Drucklegung eines Werkes nicht unternehmen kann, wenn er nicht hunderte oder tausende Exemplare druckt. Und da wir Angehörige des Gottesvolkes in dieser Provinz gering an Zahl sind, die Druckwerke in dieser (einen) Provinz nicht abgesetzt werden könnten und (insbesondere) die Bücher des Talmuds, der Dezisoren und der Kommentatoren, welche nur von 1) Vgl. R. Mos. Sofer Resp. Chasam Sofer zu Choscben Misehp. Resp. 89: וכנון החכם השלם מו״ה וואלף היירנהיימר שי׳ שנודע לי מהגאין מחנה לוי ז״ל כילה כמה זמנים בהנהת הפיוטים ולתרנמם בלשון אשכנז ואלמלא הוא הפיוטים כבר נשתקעו ולא נאמרו ברורות הללו כידוע והוא טרח וקיבץ כמה ספרים למאות הנצרכים לזה העסק והוציא ממון רב והשכין ספריו ועדיין נשאר חייב". ״דמי פתי יעסוק באופן זה ויפסיד זמנו וממונו:.2) Cüas. Sofer ebendas ויבאו אחרים וישיגו גבולן ע״כ יפה עשו הגאונים לגרור בעד המדפיסים ולא יצאו ולא יהיו שלוחי מצוה ניזוקים."